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VW Crafter 4x4-Campingbus Ausbau im Schnell-Test

Schwabenmobil Florida 5.9 Q

Auf Stippvisite in der Redaktion, klären wir die wichtigsten Vor- und Nachteile des Querbett-Modells. Foto: Karl-Heinz Augustin 17 Bilder

Die Zweitmarke von Mercedes-Ausbauspezialist HRZ wittert mit dem neuen VW Crafter Morgenluft. Auf Stippvisite in der Redaktion, klären wir die wichtigsten Vor- und Nachteile des Querbett-Modells.

Der neue, moderne VW Crafter bringt frischen Schwung in die Szene der Basisfahrzeuge. Als einer der ersten Hersteller präsentierte der auf den Crafter spezialisierte Ausbauer Schwabenmobil bereits Anfang des Jahres mit dem Multitalent ein erstes Crafter-Modell.

Nun stellt sich mit dem Florida 5.9 Q eine Variante mit klassischem Querbett-Grundriss dem ersten Test. Reizvolle Besonderheit: Als Ausbaubasis diente bei diesem Exemplar der Crafter mit Allradantrieb.

Allrad-Campingbus auf VW Crafter

Äußerlich erkennt man die Allradversion nur an den dezenten 4-Motion-Schriftzügen an Bug und Heck. Das Fahrzeug ist weder höhergelegt noch mit grobstolligen Reifen oder anderen Offroad-Insignien versehen. Doch der Ausbau bleibt nicht unbehelligt von der besonderen Antriebsform.

Den Platzbedarf für die Kardanwelle zur Hinterachse schafft VW durch einen höhergesetzten Fahrzeugboden. Weil die Gesamthöhe gleich bleibt, schrumpft folglich die Innenhöhe – um satte zehn Zentimeter. Macht knappe 1,82 Meter Stehhöhe im Florida-Ausbau. Das schränkt die Zielgruppe auf Personen bis 1,70, maximal 1,75 Meter Körpergröße ein. Wer Allrad und mehr Stehhöhe will, findet bei Schwabenmobil alternativ aber auch Modelle mit GfK-Hochdach, die das Dilemma lösen.

Letztlich konsequent ist es dann auch, für das Heckbett keine besonderen Anstrengungen – etwa in Form von Karosserieerweiterungen – zu betreiben, um die Liegelänge zu vergrößern. 1,80 Meter reichen dann eben auch hier nur für kleinere Personen. Die Liegebreite ist für Campingbusse passabel. Dicke Matratze, Lattenrost, abgepolsterte Wandverkleidung, großes Ablagebord und Lesespots gestalten den Aufenthalt angenehm. Ohne Fenster, nur mit einer Dachhaube wirkt die Schlafnische allerdings höhlenartig.

Nur mit einer Dachhaube –immerhin mit Ventilator – muss auch das Bad auskommen. Die knappe Stehhöhe (1,78 m) ist auch hier das drängendste Problem. Wer damit klar kommt, genießt ansonsten vergleichsweise viel Bewegungsfreiheit. Der Kniff dabei ist das solide und große Schubladen-Waschbecken. Im eingefahrenen Zustand bleibt genügend Platz für den Toilettengang und eigentlich auch zum Duschen. Allzu große Wasserschlachten sollte man aber wegen ungeschützter Holz- und Stoffflächen vermeiden. Zahnputzbecher, Ablageschale und Handtuchstange sind vorhanden – Toilettenpapierhalter und Stauschränke aber nicht.

Fürs leibliche Wohl steht gegenüber der kompakte Küchenblock bereit. Der Zweiflammkocher erfreut mit seiner Elektrozündung. Als Arbeitsfläche muss man sich allerdings mit den Glasabdeckungen von Kocher und Spüle begnügen. Zwei Schubladen und zwei Fächer fassen ein gutes Maß an Kochutensilien und Vorräten. An der Stirnseite der Küchenzeile ist ein Kompressorkühlschrank eingebaut. 47 Liter Inhalt sind nicht gerade üppig. Immerhin ist er von der Sitzgruppe und von außen gut erreichbar.

Die Sitzgruppe selbst erscheint auf den ersten Blick recht luftig, weil im Crafter über dem Fahrerhaus nur kleine Ablagen und kein großes Fach wie im Ducato vorgesehen ist. Will man sich auf der Rückbank niederlassen, gilt es aber zuvor, die Füße zwischen Tischbein und Sitztruhe durchzufädeln. Die Klappsitzbank von Schnierle hat integrierte Gurte, ist bequem gepolstert und auch etwas konturiert, aber auch ziemlich raumgreifend. Um zum Stauraum in der Truhe zu gelangen, muss die Sitzfläche vorgezogen und umgeklappt werden – vorher gilt es noch den Tisch zu entfernen.

Viel einfacher ist der Zugriff auf den großen, neben der Küche platzierten Kleiderschrank. Zudem kümmern sich fünf Hängeschränke über Sitzgruppe und Bett um die Habseligkeiten der zwei Reisenden. Für Campingmöbel und sonstiges Sperrgut ist zudem der schmale, nach oben nicht – wie sonst oft üblich – erweiterbare Heckstauraum verfügbar. Ein praktisches Türchen ermöglicht den Zugriff von innen.

Weitere Türen und Klappen im Heckstauraum machen die Bordtechnikkomponenten gut erreichbar – Ladegerät, Sicherungen, Batterien, Heizung, der große Frischwassertank und die Gasflaschen. Weniger geschickt: Der Toilettenschacht mündet von vorn in das Gepäckabteil. Um die Kassette zu entnehmen oder auch den Schacht sauber zu halten, muss man stets tief in den Stauraum hineinkriechen.

Über die guten Fahreigenschaften und die besondere Sicherheitsausstattung des VW Crafter wurde bereits mehrfach berichtet. Der im Florida-Testwagen eingesetzte Topmotor mit 177 PS zeigt ordentlich Biss, will aber mit etwas Drehzahl und Schaltarbeit bei Laune gehalten werden. Ein knurriges Brummen als Lebensäußerung ist dabei stets präsent.

Daten und Preise Schwabenmobil Florida 5.9 Q

Aufbau: Kastenwagen mit Original-Blechhochdach, außen Stahl, innen Velourstoff und Kunstleder, Isolierung PE-/XPS- Schaum,2 Kunststoff-Isolierfenster mit PU-Rahmen, 3 Dachhauben (davon zweimit Ventilator).

Ausbau: Möbel aus Sperrholz, Sitzbank mit 2 Dreipunktgurten, Heckbett 1800 x 1130–1360 mm, Bad mit Kassettentoilette und integrierter Dusche, Küche mit Zweiflammkocher und Kompressorkühlschrank 47 L.

Bordtechnik: Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, Frischwassertank 120 L, Abwassertank 84 L, Bordbatterien 2 x 120 Ah, Gasflaschen 2 x 11 kg.

Basisfahrzeug: VW Crafter 2,0 TDI 4motion, Allradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 1968 cm3, Leistung 130 kW/177 PS, Drehmoment 410 Nm, Sechsgang-Schaltgetriebe.

Maße und Gewichte: Länge x Breite x Höhe 5986 x 2040 x 2590 mm, Radstand 3640 mm, zulässiges Gesamtgewicht 3500 kg.

Preise: Grundpreis inkl. Nebenkosten 61.190 Euro, 140-/177-PS-Motor 2499/4177 Euro, 8-Gang-Automatik 2386 Euro, 3,5-t-Chassis 2991 Euro, Allradantrieb 4254 Euro, Differen- zialsperre 708 Euro, Doppel-Airbag 238 Euro, Abstandsregeltempomat 399 Euro, Rückfahrkamera 280 Euro, autom. Klimaanlage 1845 Euro, Komfortsitz „Plus“ Fahrer u. Bei- fahrer 655 Euro, Hecktürfenster 490 Euro, elektr. Trittstufe 690 Euro, Kaltschaummatratze 369 Euro, Klapparbeitsplatte Küche 239 Euro, Kleiderstange Bad 119 Euro, Solaranlage (130 W) 1390 Euro, Abwassertank frostsicher 780 Euro, Fliegengittertür 390 Euro, Ventilator-Dachhaube 489 Euro.

Fahrtest 4x4 im VW Crafter

Beste Traktion dank 4-Motion – was bringt der neue Allrad-Antrieb im Crafter? Erster Test.

Die ersten Sonnenstrahlen lassen die Feuchtigkeit in dicken Schwaden aus dem Wald aufsteigen. Der Forstweg trieft vor Nässe, die eingefurchten Fahrspuren führen leicht bergauf. Ob der Allrad-Crafter das packt – ohne Offroad-Stollen, nurmit Ganzjahresreifen?

Mit verhaltenem Gaseinsatz und automatischen Bremseingriffen wühlt sich der Bus im ersten Gang stoisch durch den Matsch nach oben. Respekt, schon mal nicht schlecht. Aber jetzt kommt die zweite Stufe: Zurückrollen und amBerg anfahren. Schon schwieriger – vor allem auch den richtigen Punkt im Spiel mit Gas und Kupplung zu finden, um mit möglichst wenig Schlupf loszukommen. Die kleine Anfahrschwäche des Zweilitermotors, die im Alltagsbetrieb kaum auffällt, macht sich hier etwas stärker bemerkbar. „Die Kombination mit der Achtgang-Wandlerautomatik wäre sicher eine feine Sache“, denke ich. Mit der elektrisch einrückbaren Hinterachs-Differenzialsperre geht es dann doch vom Fleck.

Und weiter über saftige Wiesenwege rauf und runter – das macht der Crafter erstaunlich gut, jedenfalls solange er in Schwung bleibt. Als ultimative Herausforderung wage ich mich noch an einen sehr steilen Waldweg – Weg ist eigentlich zu viel gesagt, eine Rampe aus Matsch, Blättern und Ästen. Wenn er das auch noch schafft, wird es für echte Geländewagen eng. Immerhin rund zehn Meter arbeitet der VW sich mit Sperre und allen Elektroniktricks voran, bis er aufgibt.

Gut. Das ist aller Ehren wert. Jetzt gilt es die Fuhre wieder sicher nach unten zu bringen. Die Rückfahrkamera ist dabei behilflich, die beste Spur zu treffen.

Der 4-Motion-Allrad dockt die Hinterachse mittels Lamellenkupplung vorn ans Getriebe an, das direkt an den quer eingebauten Motor angeflanscht ist. Auf griffiger Straße ist der Crafter mit Frontantrieb unterwegs. Tritt Schlupf auf, wird die Antriebskraft automatisch variabel auf die Achsen verteilt. Das Übrige erledigt die Elektronik mit gezielten Bremseingriffen, optional unterstützt durch das Sperrdifferenzial. Als weitere Offroad-Optionen gibt es nach Preisliste drei Unterfahrschutze, aber keine Höherlegung.

Der Allrad lässt sich mit den beiden stärksten Motoren (140 und 177 PS) sowie dem Schalt- und Automatikgetriebe kombinieren und ist für Kastenwagen wie Fahrgestell verfügbar. Der 4-Motion-Aufpreis liegt bei 4254 Euro, und das Mehrgewicht beträgt 120 Kilo.

Wie beim T6 hält sich auch beim Crafter der Allrad normal ganz im Hintergrund. Auf rutschiger Piste greift er dezent ein und bringt einen auch abseits erstaunlich weit.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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