Ein Campingbus wie der Malibu Relax 640 LE R lässt sich mit Extras komfortabler machen – aber nicht jedes Extra ist im Alltag ein Gewinn. Besonders das Gewicht spielt eine große Rolle: Das Relax-Modell aus unserem ausführlichen Test wiegt mit vollen Tanks 3.032 Kilogramm. Bei einer Zulassung auf 3,5 Tonnen bleiben nur 468 Kilogramm für Insassen, Gepäck und Ausrüstung.
Kurzum: Wer viel einbaut, hat schnell keine Reserve mehr. Welche Extras sind also sinnvoll – und welche nicht?
Die Ausstattungspakete im Vergleich
Der Malibu Relax 640 LE R startet bei 57.200 Euro, aber in der Praxis ist mindestens das Active-Paket (ab 65.040 Euro) nötig. Es enthält unter anderem:
Die sinnvolle Basis: das Active-Paket
Auf dem Papier startet der Malibu Relax 640 LE R bei 57.200 Euro. In der Praxis ist jedoch eines der drei Ausstattungspakete Pflicht. Die günstigste Möglichkeit ist das Active-Paket, mit dem der tatsächliche Einstiegspreis auf mindestens 65.040 Euro steigt.
- Ladebooster
- Fahrerhausverdunkelung
- Fliegengittertür
- elektrische Trittstufe
- Naviceiver mit 6,8-Zoll-Bildschirm
- 140-PS-Motor
Fazit: Das Active-Paket ist die sinnvolle Basis. Wer den Bus leicht halten und vor allem am Wochenende nutzen will, kommt damit gut zurecht. Komfortdetails wie Automatik oder Rückfahrkamera fehlen allerdings.
Ambition-Paket: Mehr Komfort, mehr Gewicht
Für 20.510 Euro Aufpreis gibt es das Ambition-Paket mit:
- Achtgang-Automatik
- Abstandstempomat
- 10-Zoll-Navigation
- Rückfahrkamera
- beheizter Abwassertank
- Alufelgen
- Lederlenkrad
Vorteile: Die Automatik macht das Fahren entspannter, besonders im Stadtverkehr und auf langen Strecken. Die Rückfahrkamera ist bei 6,36 Metern Länge sehr hilfreich. Der Abstandstempomat erhöht den Komfort auf der Autobahn.
Nachteile: Die Navigation ist nicht zwingend nötig, wenn man ohnehin das Smartphone nutzt. Alufelgen und Lederlenkrad sind vor allem optische Upgrades. Das Paket bringt 111 Kilogramm zusätzlich auf die Waage – das muss bei der Zuladung bedacht werden.
Exclusive-Paket: Luxus mit Abstrichen
Für 28.920 Euro Aufpreis bietet das Exclusive-Paket:
- 180-PS-Motor
- Markise
- zusätzliches Fenster
- Solaranlagen-Vorbereitung
Bewertung: Der 180-PS-Motor lohnt sich vor allem für Bergfahrten oder volle Beladung. Die Markise ist praktisch, aber schwer – ein Sonnensegel kann eine leichtere Alternative sein. Das zusätzliche Fenster bringt mehr Licht, ist aber kein Muss. Die Solaranlagen-Vorbereitung ist nur sinnvoll, wenn später tatsächlich ein Modul nachgerüstet wird. Das Paket wiegt 162 Kilogramm – die höchste Zusatzlast der drei Pakete.
Das Aufstelldach: Mehr Schlafplätze, weniger Zuladung
Das optionale Aufstelldach (4.990 Euro, 105 kg) erweitert die Schlafplätze von zwei auf vier – ideal für Familien oder Paare mit Gästen. Allerdings schafft es keinen zusätzlichen Stauraum. Bei einer Nachrüstung sinkt die Zuladungsreserve von 468 auf etwa 330 Kilogramm. Wer den Bus mit vier Personen nutzt, sollte daher das 4,0-Tonnen-Maxi-Chassis (1.610 Euro Aufpreis) wählen. Es bietet 500 Kilogramm mehr Reserve und ist für Familien die bessere Wahl.
Batterie: Wie viel Strom braucht man wirklich?
Serienmäßig hat der Malibu Relax eine 80-Ah-Blei-Gel-Batterie. Für kurze Aufenthalte und Campingplatznutzung reicht das aus. Wer aber autark stehen will, sollte über eine größere Batterie nachdenken:
- Zweite 80-Ah-Batterie: 540 Euro
- 150-Ah-Lithiumbatterie: 2.410 Euro (10 kg leichter, mit Batteriecomputer)
Empfehlung: Die Lithiumbatterie ist besonders für Freisteher, Wintercamper und Langzeitreisende interessant. Wer nur gelegentlich ohne Stromanschluss steht, kommt mit der Serienbatterie aus.
Welche Extras sind wirklich notwendig?
Die Antwort hängt vom Reiseprofil ab:
Für Paare und Wochenendnutzer
- Sinnvoll: Active-Paket, Ambition-Paket (für lange Fahrten), Rückfahrkamera, Automatik
- Nicht zwingend: Aufstelldach, 180-PS-Motor, Lithiumbatterie, 4,0-Tonnen-Chassis
Für Langzeitreisende und Freisteher
- Empfehlenswert: Ambition-Paket, größere Batterie (Lithium), Solaranlage, beheizter Abwassertank
- Optional: Markise (kann durch Sonnensegel ersetzt werden)
Für Familien und vier Personen
- Pflicht: Aufstelldach, 4,0-Tonnen-Chassis, Rückfahrkamera, große Energiereserve
- Tipp: Vor der ersten Reise die Zuladung genau durchrechnen – Kleidung, Spielzeug und Campingausrüstung summieren sich schnell!










