Beim Einwintern des Campingfahrzeugs werden Sitzpolster und Matratzen oft vergessen. Bleiben sie monatelang flach liegen, kann sich darunter Feuchtigkeit sammeln. Die Folge: muffiger Geruch, Stockflecken oder im schlimmsten Fall: Schimmel.
Warum droht im Winter Schimmelgefahr im Camper?
Unter flach liegenden Sitzpolstern und Matratzen kann die Luft kaum zirkulieren. Gleichzeitig geben Schaumstoff und Bezugsstoffe gespeicherte Feuchtigkeit nur langsam ab.
Temperaturwechsel im abgestellten Wohnmobil oder Wohnwagen können zusätzlich Kondenswasser verursachen. Besonders gefährdet sind Polster, die direkt auf einer geschlossenen Holz- oder Kunststofffläche oder an einer kalten Außenwand liegen.
1. Polster vor dem Einwintern trocknen
Vor der Winterpause sollten alle Polster vollständig trocken sein. Kontrollieren Sie vor allem die Unterseiten, Nähte und Sitzkasten auf feuchte Stellen.
Am besten gehen Sie so vor:
- Sitzpolster herausnehmen oder hochkant aufstellen
- Matratzen leicht anheben
- Polster mit Abstand zueinander lagern
- feuchte Polster außerhalb des Wohnmobils trocknen lassen
- Kontakt zu kalten Außenwänden vermeiden
Matratzen im Hubbett oder Alkoven müssen nicht zwingend ausgebaut werden. Wichtig ist, dass an ihre Unterseite Luft gelangt.
2. Polster nicht luftdicht verpacken
Noch leicht feuchte Polster gehören nicht in Kunststofffolie oder luftdichte Taschen. Darin bleibt die Feuchtigkeit eingeschlossen.
Besser sind atmungsaktive Stoffhüllen, Baumwolltücher oder luftdurchlässige Aufbewahrungssäcke. Voraussetzung ist, dass die Polster vollständig trocken sind.
3. Wohnmobil während der Winterpause lüften
Kontrollieren und lüften Sie das Wohnmobil möglichst bei trockenem Wetter. Alle zwei bis vier Wochen ist dabei ein guter Richtwert – dabei können Sie die Gelegenheit nutzen, um nach Schädlings- oder Marderspuren zu sehen oder den Ladungsstand der Bordbatterie zu prüfen.
Öffnen Sie Schranktüren, Klappen und Stauräume. Die Kühlschranktür sollte in Lüftungsstellung bleiben. Vorhandene Zwangsbelüftungen dürfen nicht abgedeckt werden.
Fenster und Türen sollten Sie jedoch nicht dauerhaft offen lassen. Sonst können Regen, Schnee oder Tiere ins Fahrzeug gelangen.
4. Kann ein Luftentfeuchter helfen?
Ein Luftentfeuchter kann die Feuchtigkeit während der Winterpause reduzieren. Er ersetzt aber nicht das Trocknen und richtige Lagern der Polster.
Welche Luftentfeuchter sich eignen und worauf Sie achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber zu Luftentfeuchtern in Wohnmobil oder Wohnwagen.
5. Was tun bei ersten Stockflecken?
Bei dunklen Punkten oder muffigem Geruch sollten Sie das betroffene Polster aus dem Wohnmobil nehmen und vollständig trocknen lassen. Abnehmbare Bezüge können Sie – je nach Pflegehinweis – waschen oder mit einem geeigneten Textilreiniger behandeln.
Ein Nasssauger kann bei oberflächlichen Verschmutzungen helfen. Verwenden Sie möglichst wenig Wasser und trocknen Sie Bezug und Schaumstoff anschließend gründlich.
Schimmelsprays sollten nur verwendet werden, wenn sie ausdrücklich für Textilien oder Polster geeignet sind. Testen Sie das Mittel vorher an einer unauffälligen Stelle. Aggressive Reiniger oder unverdünntes Chlor können den Stoff beschädigen.
Sitzt der Schimmel tief im Schaumstoff, bleibt der Modergeruch bestehen oder kehren die Flecken zurück, sollte das Polster fachgerecht gereinigt oder ausgetauscht werden.
Was Sie mit Ihrer Bordbatterie im Winter tun sollten, erfahren Sie hier.
Checkliste: Polster richtig einwintern
- Polster und Matratzen vollständig trocknen
- Unterseiten und Sitzkästen kontrollieren
- Polster hochkant oder mit Abstand lagern
- Matratzen nicht flach auf der Unterlage lassen
- Kontakt zu Außenwänden vermeiden
- Polster nicht luftdicht verpacken
- Schranktüren und Klappen öffnen
- Kühlschranktür auf Lüftungsstellung lassen
- Zwangsbelüftungen nicht abdecken
- Wohnmobil regelmäßig kontrollieren
- Luftentfeuchter nur ergänzend einsetzen












