Die Wichtigkeit des neuen Noctra Liner für Frankia lässt sich kaum überschätzen. So soll die neue Top-Baureihe doch gleich drei alteingesessene Linien ersetzen. Der Platin und später auch Titan und F-Line gehen in Rente, der Noctra Liner kommt. Wahlweise gibt es den Integrierten auf Fiat Ducato und auf Mercedes Sprinter, jeweils serienmäßig mit 4,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.
Der allererste Noctra Liner überhaupt wurde gerade mal eine Stunde vor Entstehung dieser Bilder für die Premiere fertig und promobil konnte einen exklusiven Blick auf das Modell 7.6 L werfen.
Komplett neues Gesicht für Frankias Topmodell
Frankia wagt einen kompletten Neustart in der Integrierten-Klasse, wie nicht zuletzt der Blick auf die Frontmaske zeigt. Mit großflächigen, schwarzen Anbauteilen sprechen die Franken eine komplett neue Designsprache. Besonders auffällig ist das Tagfahrlichtband, das sich nahezu über die komplette Breite der Noctra-Front zieht. Unterhalb sind die serienmäßigen Voll-LED-Scheinwerfer samt Nebel- und Kurvenlicht angeordnet. Die Windschutzscheibe steht schräger als bei den bisherigen Frankia-Integrierten und die gesamte Front läuft nach vorne etwas schmaler zu. So wirkt der rund 7,80 Meter lange und drei Meter hohe Integrierte weniger wuchtig, als es seine Maße vermuten lassen.

Optional sind die Außenspiegel auch als kamerabasierte Variante erhältlich. Das Bild ist hochauflösend und soll besonders bei Regen Vorteile bringen.
Im Prototyp sind die optionalen Rückspiegel-Kameras eingebaut. Auf zwei Monitoren an den A-Säulen kann man so – hochaufgelöst – nach hinten blicken. Das fühlt sich anfänglich ungewohnt an, funktioniert aber dann sehr gut. Laut Frankia hat das System besonders bei Regen große Vorteile, weil die gute Sicht nach hinten erhalten bleibt. Dazu trägt auch die Rückfahrkamera bei, die auch als Rückspiegelersatz dient und auf einem Monitor links neben dem Lenkrad ausgespielt wird. Ob der Monitor die Position behält oder in der Serie noch woanders installiert wird, steht noch nicht fest. Fix ist dagegen, dass die Kamera eine eigene Waschdüse an der Heckwand erhält. Der separate Wassertank dafür ist in der Heckgarage installiert. Bedient wird die Düse per Extraschalter unter dem Lenkrad.
Cockpit ohne Fahrertür schafft mehr Platz
Auf eine Fahrertür verzichtet der Liner bewusst. Das Cockpit soll Fahrer und Beifahrer "unterbrechungsfrei" einrahmen – inklusive zusätzlicher Staufächer und induktiver Ladeschalen. Der Grundriss des 7.6 L entspricht dem des Teilintegrierten Noctra Cruiser. Auch für den Liner gibt es optional das große Panoramafenster im Heck, das für ein lichtdurchflutetes Schlafzimmer mit drei Fenstern und einer Dachhaube sorgt. Beim Cruiser kostet dieses Extra, das dem ungewöhnlichen Heck die Krone aufsetzt, ca. 600 Euro.
Die Einzelbetten im Heck sind knapp zwei Meter lang. Die bequemen Matratzen lagern auf Tellerfedern. Der Einstieg erfolgt über zwei Stufen. Unter beiden Betten findet sich je ein gut nutzbarer Kleiderschrank. Der Zugang erfolgt von vorn und oben.

Die Einzelbetten im Heck sind knapp zwei Meter lang.
Im benachbarten Raumbad hat man die Wahl zwischen einer Kassettentoilette und einer Clesana-Einschweiß-Variante. Die Dusche mit bodengleicher Wanne kann auch von etwas größeren Campern gut genutzt werden. Das warme Wasser dafür bereitet die serienmäßige Alde-Warmwasserheizung, die im Doppelboden eingebaut ist. Dort finden sich auch der 180 Liter große Frisch- und der 150 Liter fassende Abwassertank.
Clevere Ideen in der Küche
Die Küche hat einige durchdachte Details für den Campingalltag in petto. So ist die beliebte Kaffeemaschine in einem Apothekerschrank neben dem Kompressorkühlschrank gut aufgehoben. Im Fach über dem Kühlgerät ist ein Auszug eingebaut, damit man den tiefen Schrank auch komplett nutzen kann. Die Spülenabdeckung, die auch als Schneidebrett dient, kann in einen ausziehbaren Rahmen vor der Spüle eingelegt werden und schafft so zusätzliche Arbeitsfläche.

In der Küche finden sich viele praktische Details wie ein Kühlschrank mit großer Frosterschublade, ein Auszug für das Staufach darüber oder auch ein praktischer Apothekerschrank, in dem auch eine Kaffeemaschine ihren Platz findet.
Gekocht wird auf einem Hybridkochfeld mit zwei Gas- und einer Induktionsplatte. Die geräumige Sitzgruppe lässt sich in wenigen Handgriffen zu zwei Gurtplätzen umbauen und über den Vordersitzen hängt optional ein Hubbett.
Für einen soliden Möbelbau spricht, dass es schon bei der Probefahrt im Prototyp kaum störende Nebengeräusche aus dem Ausbau gab. Die Preise stehen noch nicht fest, sollen aber je nach Basisfahrzeug zwischen 140.000 und 160.000 Euro liegen.
Frankia Noctra Liner 7.6 L
- Preis: ab ca. 140.000/160.000 Euro
- Basis: Fiat Ducato, ab 160 PS/Mercedes Sprinter, ab 150 PS
- Gesamtgewicht: ab 4500 kg
- Länge/Breite/Höhe (Basis Mercedes): 7800/2370/2990 mm
- Empfohlene Personenzahl: 2
- Baureihe: Der 7.6 L ist der erste Grundriss des neuen Noctra Liner auf Basis des Mercedes Sprinter. Zwei weitere Modellvarianten sind geplant und sollen auf dem Caravan Salon ihre Premiere feiern. Dort werden dann auch die Modelle auf Fiat-Basis bestellbar sein.
- Info: www.frankia.com

Auf 7,80 Meter Länge gibt es bequeme Einzelbetten, ein gut nutzbares Raumbad und eine große Sitzgruppe.

















