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Garmin, Al-Car, Blaupunkt, Snooper, Clarion, Pioneer

Naviceiver fürs Wohnmobil im Test

Zubehör ausprobiert Naviceiver display Foto: Andreas Becker 48 Bilder

Naviceiver sind Allroundtalente. Sie navigieren, helfen beim Rückwärtsfahren und spielen nebenbei auch noch Musik. promobil hat sieben Einbaugeräte auf die Praxisprobe gestellt und sie getestet – Garmin präsentiert eine Innovation.

10.04.2018 Benjamin Köbler-Linsner, Benjamin Büchner

Naviceiver fürs Wohnmobil im Test

„Multimediazentrale, atemberaubende Funktionsvielfalt, Alleskönner“: Vollmundig klingen die Versprechen der Hersteller. In der Tat sind die Grundfunktionen von Naviceivern für Reisemobile prädestiniert und im Doppel-DIN-Schacht im Armaturenbrett ist ohnehin meistens Platz. Wie gut funktionieren Routenführung, Rückfahrhilfe und Radio? Wie sinnvoll sind die übrigen Funktionen? Wir haben mehrere Geräte zwischen 800 und 1500 Euro getestet. Darunter nehmen wir den RV-BBT602 von Garmin als Innovation bei den Naviceivern genauer unter die Lupe.

Naviceiver im Überblick

Naviceiver

Kaufmöglichkeit

Garmin RV-BBT602

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Al-car Easinav

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Blaupunkt Columbia 945

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Clarion NX 404EC

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Pioneer Avic F960DAb-C

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Snooper AVN S9010

Im Fachhandel

Naviceiver Zenec Z-E3756

(Test 2018)

Niviceiver Zenec Z-E3756 Foto: SYSTEM
Der neue Naviceiver Z-E3765 von Zenec.

Von Zenec gibt es einen neuen Naviceiver namens Z-E3756. Zu den Besonderheiten des Multimediageräts zählt eine App, über die sich via Smartphone zahlreiche Audiofunktionen steuern lassen. Weiterhin kann der Ton per Bluetooth kabellos an Lautsprecher, auch außerhalb des Fahrzeugs, übertragen werden. Außerdem ist die Anbindung an eine Lenkradfernbedienung möglich. Weitere Funktionen sind: DAB+-Tuner, Kompatibilität mit Google Android Auto, Anschluss von bis zu drei Kameras sowie vorinstallierte campingspezifische POIs.

Das Zenec Z-E3756 spielt alle gängigen Formate für Audio und Video ab, ein CD/DVD-Laufwerk ist integriert. Die Optik des Geräts mit 7 Zoll großem Display ist so gestaltet, dass es sich harmonisch in das Cockpit von Fiat Ducato, Citroën Jumper und Peugeot Boxer einfügen soll. Da der Naviceiver keinen Lüfter besitzt, soll der Betrieb des Geräts besonders leise erfolgen. Der Preis beträgt 999 Euro.

Garmin RV-BBT602

(Test 2018)

Zubehör ausprobiert Naviceiver display Foto: Andreas Becker
Die Besonderheit des RV-BBT602 ist das abnehmbare Display. Dadurch lässt sich der Naviceiver auch vom Bett aus bequem bedienen.


Hinter dem neuen RV-BBT602 von Garmin und Fusion steckt ein grundlegender Gedanke: Das Infotainmentsystem soll während der Fahrt und auf dem Stellplatz gleichermaßen bequem genutzt werden können. Die Lösung: Man nimmt den Naviceiver einfach mit in den Wohnbereich. Möglich wird das durch ein abnehmbares Display, das magnetisch an der im Radioschacht eingebauten Dockingstation haftet. Dieser Magnet hält das Display sehr stramm, und es lässt sich nur mit einem kräftigen Ruck von der Halteschale entfernen. Ein WiFi-Netzwerk überträgt die Informationen zwischen dem abnehmbaren und fixierten Teil des Naviceivers.

Interessant bei der Bedienung: Die Menüstruktur unterscheidet sich zwischen losem und anhaftendem Display. So weist der angedockte Naviceiver einen geringeren Funktionsumfang auf als das entnommene Display. Das ist sinnvoll, denn der Fahrer ist so weniger abgelenkt und kommt nicht in Versuchung, unnötig während der Fahrt an dem Naviceiver herumzuspielen.

Das sechs Zoll große Display des 1499 Euro teuren Naviceivers soll eine Steuerzentrale für alle Multimediafunktionen im Reisemobil sein. Uneingeschränkt funktioniert das nur, wenn die Audiokomponenten mit dem Übertragungsstandard FusionLink kompatibel sind. Dann lässt sich die Lautstärke in Zonen unterteilt einstellen und der umfangreiche Equalizer nutzen.

Zubehör ausprobiert Naviceiver sound Foto: Andreas Becker
Im Fahrbetrieb lässt sich das Radio optional auch über die Hardwaretasten bedienen. Einen Drehknopf gibt es am RV-BBT602 nicht.

Ein Anschluss für eine Rückfahrkamera sowie eine Freisprecheinrichtung sind selbstverständlich. Auf einen CD-Player muss verzichtet werden.

Auch die Steuerung der Bordelektronik soll möglich sein. Dafür müssen aber der Fahrzeughersteller und das Garmin-Gerät eine einheitliche BUS-Technik nutzen – was nicht oft der Fall ist.

Obwohl der Naviceiver dem auf Android-Betriebssystem basiert, lassen sich keine Apps herunterladen. Anwendungen, wie die Truma-App, lassen sich auf dem Gerät somit nicht installieren.

Dennoch, die Idee und die sonst einwandfreie Funktionalität bringen dem RV-BBT602 genügend Pluspunkte für einen „grünen Daumen“ ein. Leider lässt sich das Potenzial aber nur selten vollständig nutzen. Info: www.garmin.de

 Das Display lässt sich abnehmen
 Über eine einheitliche BUS-Technik lässt sich die Bordelektronik steuern
 Es lassen sich keine Apps herunterladen
 Nur wenn alle Audiokomponenten mit FusionLink kompatibel sind, funktioniert die vollständige Multimedianutzung

Al-car Easinav

(Test 2015)

In der Sonne ist das Bild gut. Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Beim Al-Car Easynav ist das Bild in der Sonne gut, im Schatten verschwommen.

Einen Pluspunkt sammelt das Easinav von Al-Car, weil der Nutzer jede wichtige Funktion auch über feste Knöpfe ansteuern kann. So kann die Rückfahrkamera sogar während der Vorwärtsfahrt schnell als zusätzlicher Rückspiegel zugeschaltet werden. Wenn die Kamera als Rangierhilfe gebraucht wird, dauert es allerdings über zwei Sekunden, bis nach dem Einlegen des Rückwärtsgangs ein Bild über den Schirm flimmert. Auch die Freisprechanlage reagiert zu spät. Die Routenführung des Geräts war dagegen absolut fehlerfrei, die Ansagen deutlich und die Kartendarstellung sehr übersichtlich.
 Kamera lässt sich mit einem Knopfdruck zuschalten
 Knöpfe für wichtige Funktionen
 Drehschalter wirken labberig
 Freisprechanlage reagiert bei Anruf mit Verzögerung

Blaupunkt Columbia 945

(Test 2015)

Unten Haupt-, oben Zusatzfunktionen. Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Klare Gliederung im Blaupunkt Columbia 945: unten Haupt-, oben Zusatzfunktionen.

Der Ausstattungsmeister im Testfeld ist das Columbia von Blaupunkt in der Edition von Waeco. Navi, Radio, DVD, CD oder Anschluss für Smartphones (iOS und Android) sind Standard. Die neusten Smartphones können sogar gleich ganz über den Naviceiver gesteuert werden. Außerdem gehört der Wi-Fi-Dongel zum Lieferumfang. Schade, dass der DAB-Tuner nicht integriert ist. Trotz der vielen Funktionen konnte Blaupunkt ein übersichtliches Hauptmenü gestalten, was auch für die Menüs der Einzelfunktionn gilt. An Zielführung und Kartendarstellung kann nichts ausgesetzt werden.
 Position der Buttons im Menü individualisierbar
 Umfassende Ausstattung
 Knöpfe und Schalter zu klein
 Nur je eine Speichergruppe für AM- und FM-Radio

Clarion NX 404EC

(Test 2015)

Clarion NX 404EC Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Im Clarion NX 404EC wirkt das Hauptmenü trotz animierter Buttons unübersichtlich.

In Sachen Gestaltung hat sich Clarion beim NX 404EC richtig ins Zeug gelegt. Das Gehäuse ist schick, man kann Hintergründe in verschiedenen Farben wählen und die Buttons im Hauptmenü sind animiert. Allerdings ist nicht auf den ersten Blick klar, dass man durch Wischen zu weiteren Funktionen kommt. Die Leistung im Navigationsmodus war auch nicht ganz optimal. Trotz eingegebener Fahrzeugdaten umfuhr das Navi das Durchfahrtsverbot nicht. Dafür musste man in den LKW-Modus, wo dann Geschwindigkeitsansagen und Warnhinweise störten, die für Camper irrelevant sind.
 Klare Kartendarstellung und akustische Zielführung
 Optisch schönstes Gerät
 Im PKW-Modus werden die Fahrzeugdaten nicht beachtet
 Hauptmenü ist unübersichtlich

Pioneer Avic F960DAb-C

(Test 2015)

Pioneer Avic-F960 DAB Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Die Routen, Straßen und Navigationshinweise sind auf dem Pioneer Avic F960DAB-C gut erkennbar. Etwas klein fallen allerdings die Datenfelder aus.

Der Pioneer-Naviceiver Avic F960Dab-C bietet sehr viele Funktionen. Der Hersteller hat als Einziger den Tuner für das digitale Radio DAB+ gleich integriert. Das spart dem Camper einige Kosten beim Zukauf von Zubehör. Dieser Pluspunkt beim Radio wird allerdings von den Schwächen bei der Navigation wettgemacht. Beim Fahrzeugtyp Camper können keine Maße und Gewichte des Reisemobils eingegeben werden. Das Navi erkennt das Fahrzeug deshalb nur als PKW und missachtet Durchfahrtsverbote. Im LKW-Modus stören dagegen die Ansagen für Brummifahrer.

 DAB-Tuner schon integriert
 Rückfahrkamera, hat Hilfslinien und ist während der Fahrt zuschaltbar
 Im Camper-Modus werden keine Durchfahrtsverbote erkannt
 Hauptmenü nicht intuitiv

Snooper AVN S9010

(Test 2015)

Fuer die wichtigen Funktionen gibt es Buttons. Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Der Snooper AVN S9010 bietet für die wichtigen Funktionen große Buttons in der Mitte.

Snooper baut ein Campernavi und hat dabei als einziger Hersteller wirklich an die Zielgruppe gedacht. Nur beim AVN S9010 findet man die Stell- und Campingplatzdaten direkt im Navigationsmenü. Dank der Eingabe der Fahrzeugdaten lotst das Gerät den Fahrer auch sicher an den Durchfahrtsbeschränkungen vorbei. Wobei die Route zwar richtig dargestellt war, aber leider keine akustische Ansage das Wendemanöver vorgab. Das wäre aber wichtig, weil die Karte etwas unübersichtlich ist. Das Radio hat alle wichtigen Funktionen, allerdings bisweilen relativ kleine Buttons auf dem Bildschirm.
 Die Stellplatzdaten sind im Hauptmenü integriert
 Routenführung fehlerfrei
 Navigationskarte insgesamt zu verwirrend dargestellt
 Menüs schlecht anzusteuern

Teleco M-DVD5560 Truck

(Test 2015)

Teleco M-DVD 5560 Truck Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Der Teleco M-DVD5560 Truck präsentiert eine eindeutige Routenführung, übersichtliche Karte und erkennbare Datenfelder.

Übersichtlicher kann ein Hauptmenü nicht gestaltet sein als das des M-DVD5560. Die Buttons sind groß und mit Bedacht angeordnet. Dieses Konzept zieht sich durch alle Untermenüs des Geräts, das Teleco vom Hersteller Macrom adaptiert hat. Auch durch das Radio, dessen Struktur ebenfalls klar ist. Beim automatischen Sendersuchlauf fand das Gerät aber relativ wenige Sender. Auch bei der Navigation zeigte es Schwächen. Im PKW-Modus missachtete es trotz eingegebener Fahrzeugdaten das Durchfahrverbot. Dabei war die Karte aber sehr gut gestaltet.

 Übersichtliche Darstellung von Haupt- und Funktionsmenüs
 Gute Darstellung der Route
 Umgeht Durchfahrtsperre nur im LKW-Modus
 Relativ wenige Multimediafunktionen

Fahrassistent Mobileye im TestTechnik-Fans können nachrüsten

Was können moderne Navis?

Garmin bringt mit dem RV-BBT602 neue Möglichkeiten und bietet durch das abnehmbare Display einen großen Vorzug gegenüber den übrigen Naviceivern. Trotzdem punkten auch die anderen Geräte mit zahlreichen Medienfunktionen. Neben der Konkurrenz wirken die Funktionsumfänge des Teleco M-DVD5560 und des Snooper Venturpro AVN S9010 schon fast klein – obwohl beide Geräte Filme von DVDs, CDs, Chipkarten oder USB-Speichergeräten abspielen können. Gleiches gilt auch für Musikdateien im MP3-Format. Da noch die Bluetooth-Freisprechanlage dazukommt, über die man auch Musik vom Smartphone auf den Naviceiver streamen kann, wird viel geboten.

Das Navigationsmenue ist klar strukturiert. Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Die Naviceiver von Blaupunkt, Pioneer und Clarion lassen sich auch über das Smartphone steuern.

Die Konkurrenten legen allerdings noch ein paar Funktionen drauf. Pioneer, Clarion und Blaupunkt bieten zum Beispiel über verschiedene Anschlusswege die Möglichkeit, das Smartphone über den Navibildschirm fast komplett fernzusteuern.

Al-Car geht nicht ganz so weit. Wie Blaupunkt, Clarion oder Pioneer, kann man mit dem Easinav aber auch per UMTS-, Wi-Fi-Stick oder Smartphoneverbindung im Internet surfen. Dazu kommt die Möglichkeit, mit einem nachrüstbaren DVB-T-Tuner und einer geeigneten Antenne Fernsehprogramme auf dem Navi-Bildschirm oder einem angeschlossenen Fernseher zu schauen.


Auf dem Naviceiver DVDs schauen

Die Vielseitigkeit aller Geräte bietet auch Raum für die eine oder andere Spielerei. Wer einen Fernseher im Wohnraum an die Naviceiver anschließt, kann die Geräte zum Beispiel als DVD-Player benutzen. Das geht bei allen Testmodellen auch während der Reise, weil man die zusätzlich angeschlossenen Bildschirme getrennt vom Multimediasystem ansteuern kann.

Wer technisch versiert ist, schafft den Einbau trotz der vielen Funktionen beim Fiat Ducato relativ fix. Die Einbaublende und der Doppel-DIN-Schacht sind schon vorhanden. Also müssen nur die Kabel eingesteckt und das Gerät eingeschoben und festgeschraubt werden. Wer ein anderes Basisfahrzeug hat, kann die geeignete Einbaublende in der Regel beim Navihersteller oder bei einem Fachhändler ordern.

Das Kamerakabel wird per Cinch-Stecker am Geraet angeschlossen. Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Wer sich mit der Technik auskennt, kann das Gerät selber anschließen. Ansonsten: Lieber den Profi ranlassen!

Allerdings gibt es einen Grund, der eindeutig dafür spricht, sich die Naviceiver in einer Fachwerkstatt einbauen zu lassen. Damit sich die Rückfahrkamera automatisch einschaltet, muss das Navigationsgerät an das Transpondersignal des Rückwärtsgangs angeschlossen werden. Es ist nicht einfach den Draht im Kabelbaum zu finden, über den dieses Signal gesendet wird.

Das Radio nutzen Camper häufiger als jede andere Medienfunktion. Hier sind alle Geräte wieder voll ausgestattet. Im UKW-Modus arbeiten alle Testteilnehmer mit dem Radio Data System RDS. Damit sind die Verkehrsfunk-Option TA und der Automatische Frequenzwechsel (AF) bei schwachem Signal verbunden.

Deshalb sind es Details, die beim analogen Radio den Unterschied ausmachen. Das Columbia von Blaupunkt hat zum Beispiel nur je eine Speichergruppe für FM- und AM-Sender. Die verfügen zwar gleich über zehn Speicherplätze. In der Urlaubsregion lässt sich trotzdem kein spezieller Senderspeicher anlegen, um die Heimatsender nicht löschen zu müssen. Ein Radio für Reisemobilisten sollte auf diesen Fall vorbereitet sein – wie bei den anderen Testgeräten.

Stromquelle für den NaviceiverNachrüsten in 11 Schritten

Radio-Empfang, DAB und Antennen

Zubehör ausprobiert Naviceiver radio Foto: Andreas Becker
Den richtigen Ton finden: Der Radiosender-Suchlauf funktionierte bei allen Naviceivern schnell und tadellos.

Empfangsprobleme hatte keines der Geräte in unserem Test. Alle fanden beim automatischen Suchlauf im Stuttgarter Zentrum bei ausgeschaltetem AF alle wichtigen Sender. Am wenigsten fand das Gerät von Teleco. Wobei der Abstand zum besten Gerät nicht weit war. Unter den 25 Sendern, die das Easinav als Spitzenreiter beim automatischen Suchlauf mit Dachantenne fand, waren auch mehrere etwas verrauschte Alternativfrequenzen. Beim Test mit der Standardantenne des Ducato im Seitenspiegel fehlten dagegen einige Programme. Der  Einfluss der Antenne auf den Radioempfang ist so groß, dass sich die Nachrüstung einer Dachantenne fast immer lohnt.

Digital Audio Broadcasting oder kurz DAB+ heißt das digitale Radio. Fast alle Naviceiver haben eine DAB-Vorbereitung, was nicht heißt, dass sie die digitalen Signale automatisch empfangen können. Das schafft nur das Gerät von Pioneer. Bei allen anderen Herstellern muss noch ein DAB-Tuner nachgekauft werden, der zwischen Antenne und Radio gesteckt wird.

Bemerkenswert ist, dass man bei Teleco und Snooper auf die bessere Klangqualität und die höhere Sendervielfalt des digitalen Radios verzichten muss. Blaupunkt, Al-Car und Clarion liefern wenigstens eine DAB-Vorbereitung mit. Der Tuner für den Empfang muss allerdings als Zubehör nachgekauft werden. Nur bei Pioneer ist er schon integriert. Hier fehlt für den digitalen Radioempfang lediglich die DAB-Antenne oder ein Splitter.

Für das Gerät von Pioneer braucht es nur eine DAB-Antenne oder einen Splitter. Digitales Radio hat mehrere Vorteile: Die Klangqualität ist besser und Sender wie Radio Bob oder Deutschlandradio nur damit flächendeckend empfangbar. Wer eine UKW-DAB-Kombiantenne auf dem Dach seines Reisemobils nachrüstet, kann so den Radioempfang insgesamt noch verbessern. Denn die Antenne des Autoherstellers sitzt bisweilen nicht am besten Platz: Beim Ducato beispielsweise im Seitenspiegel, der einseitig vom Fahrzeug abgeschirmt wird.

Navigieren mit dem Naviceiver

Route und die Navigationsanweisungen sind gut erkennbar. Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Beim Easynav von Al-Car sind Route und die Navigationsanweisungen gut erkennbar. Allerdings gibt es wenig Datenanzeigen.

Die Navigationskarten der Doppel-DIN-Geräte sehen sich alle relativ ähnlich. Das liegt auf der einen Seite an der fast identischen Größe der Bildschirme. Außerdem arbeiten alle Geräte auf Grundlage der Navigationssoftware iGO-Primo. Erkennbar ist das an der typischen Standarddarstellung der Karte mit den gelben Straßen und der orangefarbenen Routenführung.

Die Navis auf iGo-Basis machen insgesamt einen übersichtlichen Eindruck. Nur Snooper hat sich nicht für diese Standardansicht entschieden, was dem AVN S9010 die schlechteste Kartenansicht  einbringt. Hier ist das Straßennetz im Standardmodus eindeutig zu dicht dargestellt, und der Kontrast zur Route nicht deutlich genug. Die große Schwäche des Venturapro ist zudem die viel zu kleine Darstellung der Straßengrafik, wenn ein Spurwechsel oder eine Abbiegung in einem Sonderfeld angezeigt wird. Zum Glück sind die akustischen Ansagen dann deutlich. Außerdem hat das Gerät von Snooper mit den Fahrzeugdaten eines über fünf Tonnen schweren Reisemobils das Durchfahrtsverbot auf dem Routenabschnitt zwischen Diegelsberg und Schlichten erkannt.

Ein akustisches Signal fehlte zwar, auf der Karte war aber immerhin das Wendemanöver angezeigt. Besser waren nur das Columbia und das Easinav, die auch akustisch zum Wenden aufforderten. Die Geräte von Clarion und Teleco schickten das Fahrzeug trotz Eingabe von Gewicht und Größe im PKW-Modus, in die Sperrzone. Um das zu verhindern, musste man in den LKW-Modus wechseln.  Dadurch bekam man aber auch Warnungen vor Tempolimits und Durchfahrtsverbote angesagt, die nur für schwerere Lastwagen gelten. Ähnliche Macken zeigt das Gerät von Pioneer, bei dem man im Camper-Modus keine spezifischen Fahrzeugdaten angeben kann.

Campingnavis im TestWelches Gerät bewährt sich?

Rückfahrkameras

Das Bild wirkt im Rueckfahrmodus am dunkelsten, aber scharf. Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Die Rückfahrkamera vom Blaupunkt Columbia 945 wirkt im Vergleich zu den Komkurrenten am dunkelsten, dafür aber sehr scharf.

Die Rückfahrkamera gehört neben der Routenführung zu den Kernfunktionen der Doppel-DIN-Navis. Den dafür nötigen Anschluss haben alle Geräte. Die optionale Anschaffung der Kamera ist also tatsächlich lohnenswert, weil man an ein Rückfahrsystem ohne zusätzlichen Bildschirm kommt. Wer auf diese Funktion viel Wert legt, findet im AVIC F960 DAB die beste Lösung. Im Rangiermodus werden auf dem Bildschirm Hilfslinien zur Kontrolle der Entfernung eingeblendet. Außerdem kann sich die Rückfahrkamera auf Wunsch bei der Vorwärtsfahrt automatisch zuschalten. So erhält man einen dritten Rückspiegel, solange das Navi keine Abbiegung ansagt oder man das Radio aufruft. Ähnliches bietet nur Al-Car, wo die Rückspiegelfunktion per Knopfdruck zugeschaltet werden kann. Bei allen anderen Geräten ist dafür mindestens ein Zwischenschritt in das Hauptmenü notwendig, was während der Fahrt umständlich ist.

Die Darstellung des Rückfahrbildes ist bei allen Testteilnehmern in Ordnung. Es gibt ein paar kleinere Schärfen- und Kontrastunterschiede. Dabei ist der Nahbereich hinter den Fahrzeugen aber immer gut genug erkennbar, um Zusammenstöße mit geparkten Autos oder Schildern zu vermeiden. Die Funktionsvielfalt sorgt dafür, dass Naviceiver in der Anschaffung relativ teuer sind. Pioneer, Clarion und Teleco sollten die Schwächen bei der Navigation dringend nacharbeiten, damit die Multimediazentralen auch wirklich rundum Freude machen.

Die Rueckfahrkamera zeigt im Kernabschnitt ein gutes Bild. Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Damit die Rückfahrkamera ein gutes Bild abgibt, sollte man Geld in eine gute Kamera investieren. So kann man sie auch während der Fahrt als Rückspiegel nutzen.

Die Qualität eines Rückfahrkamerasystems hängt zum Teil von den Bildschirmen der Naviceiver, aber vor allem von der Kamera selbst ab. Viele Hersteller versuchen hier mit den großen Blickwinkeln. Das kann aber auch nach hinten losgehen. Eine Kamera mit großem Blickwinkel nimmt zwar einen großen Bereich auf, liefert aber häufig ein verzerrtes Bild. Eine Kamera mit kleinerem Blinkwinkel zeigt dagegen oft ein präziseres Bild. Viel wichtiger als der Blickwinkel ist deshalb das Sichtfeld, dass bei der gewünschten Anbauhöhe geliefert wird. Das sollte groß genug sein, dass man beim Anbau an der Rückwand die Ecken der Stoßstangen und mindestens die ersten beiden Meter hinter dem Fahrzeug gut sieht. Das leisten schon kleine Rückfahrkameras, die zum Rangieren völlig ausreichend sind.

Wer das Aufnahmegerät auch als Rückspiegel einsetzten will, sollte zu einer Twinkamera greifen. Die hat zwei Linsen. Eine ist nach unten gerichtet, die zweite blickt weit hinter das Fahrzeug und kann den nachfolgenden Verkehr aufnehmen. Es gibt auch Geräte mit Shutter, einer Blende, die sich bei Nichtgebrauch automatisch schließt. Für manche Kameras ist der Einbau ohne Bohrloch nicht möglich. Dafür gibt es Kameras, die in die dritte Bremsleuchte integriert werden – wie das Gerät im Test. Die gibt es für fast alle Kastenwagen. Manche Fahrzeughersteller bieten sie auch für aufgebaute Reisemobile an.

Stellplatzdaten und Updates

Die Kartendaten befinden sich meistens auf Micro-SD-Karten. Foto: Ingolf Popmpe, Hersteller
Auf der Micro-SD-Karte sind alle Kartendaten gespeichert.

Die Kartendaten sind meistens auf kleinen Micro-SD-Chips gespeichert. Wer ein Kartenupdate machen will, muss den Chip in einen Computer einstecken und mit der Software des Herstellers die neuen Daten aufspielen. Über diesen Weg kann man sich auch Points of Interest (POI) wie die promobil-Stellplatzdatenbank auf das Navi laden. Die Daten zu 6000 Stellplätzen in Europa können Sie auf www.promobil.de/gps kostenpflichtig herunterladen. Wichtig ist, dass sie das passende Format für Ihr Navi downloaden. Jetzt müssen Sie die Datei entpacken und in den POI- oder OVI-Ordner (Name variiert) auf der Micro-SD-Karte ziehen. Nach dem Neustart des Navis finden Sie die Stellplatzdatenbank im POI-Menü des Geräts.

So testet promobil

Multimediatalente ist ein passender Begriff für Naviceiver. DVD-Player, digitaler Radioempfang oder Verbindungen mit dem Smartphone oder Tablet gehören fast zum Standard. Für Reisemobilisten sind die wichtigsten Funktionen aber das Radio, die Rückfahrkamera und die Navigation. Deshalb lag der Schwerpunkt des Tests auf diesen drei Aspekten und der Nutzerfreundlichkeit der Geräte.

Beim Thema Navigation war für promobil wichtig, wie übersichtlich die Karte war, ob die Zielführung stimmt und ob die eingegebenen Fahrzeugdaten beachtet wurden. Deshalb wurde in die Testgeräte ein Reisemobil mit 8,17 Meter Länge, 2,30 Meter Breite und 3,15 Meter Höhe eingegeben, das 5,6 Tonnen wiegt. Mit diesen Daten wurde jedes Navi auf die nebenan angezeichnete Route von Stuttgart in den Schurwald und zurück geschickt. Darin versteckte sich auch das Nadelöhr zwischen Uhingen-Diegelsberg und Schorndorf-Schlichten. Dieser Abschnitt ist für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht gesperrt.

Die volle Punktzahl in der Kategorie Navigation bekamen nur Testteilnehmer, die die Sperrung erkannten. Nicht alle Navigationsgeräte haben diese Aufgabe bewältigt. Da nützt dann auch die schönste Kartendarstellung nichts mehr.

Neuester Kommentar

Liebe Redakteure von ProMobil,

wen, bitteschön, wollt Ihr mit Navi-Tests vorwiegend aus dem Jahr 2015 hinterm Ofen hervorlocken?

So Ihr das noch nicht mitbekommen haben solltet:
wir schreiben mittlerweile den April im Jahre des Herrn 2018!

Wie wär's mal mit aktuellen Tests?

boliseiaudo 16. April 2018, 07:33 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Hefttitel pro 04 2018
Heft 4 / 2018 7. März 2018 154 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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