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Induktionskochfelder im Wohnmobil

Die Elektro-Alternative zum Gasherd

Induktionskochfeld Foto: Dieter S. Heinz 7 Bilder

Schnell, effizient und sicher – Induktionskochfelder haben die heimische Küche revolutioniert. Doch was taugen sie für unterwegs? promobil zeigt, wie sie im Reisemobil sinnvoll genutzt werden können.

Ambitionierte Hobbyköche schwören auf Gasbrenner. Der Putztrupp hingegen liebt, was die Herdkonzeption angeht, glatte Ceranglasflächen. Versuche, in Reisemobilen beides miteinander zu verbinden – also Gasbrenner unter Ceranglasplatten –, konnten bislang jedoch nicht überzeugen. Die Aufheizleistung war viel zu schwach.

Induktionskochfeld Foto: Dieter S. Heinz
Vollgas: Beim Betrieb mit Propan lässt die vorbeistreichende Wärme zunächst den Topfrand beschlagen, der Boden wird ringförmig aufgeheizt.

Die einzig vernünftige Alternative zum Gasherd stellen Induktionskochfelder dar. Oder noch besser, eine Kombination aus beidem. Der Gaskocher ist auch abseits von Stellplatzinfrastruktur jederzeit einsatzbereit, garantiert eine schnelle Hitzeentwicklung und ist fein zu regulieren. Der Induktionsherd hingegen ist ideal, wenn ein gut abgesicherter Netzanschluss (mind. 10 A) zur Verfügung steht, dann kann er seine Vorteile voll ausspielen. Wenn die Kombi dann noch so schick aussieht wie in unserem Testfahrzeug, einem Kabe-Caravan, umso besser. Installiert sind hier die jeweils mit zwei Kochfeldern ausgestatteten Thetford-Herde Topline 902 (Induktion) und 922 (Gas).

Vor- und Nachteile

Induktionskochfeld Foto: Dieter S. Heinz
Volle Pulle: Im Boost-Modus laufen die Kochzonen mit verstärkter Leistung – wenn die Platzabsicherung hält.

Der Preis für solch ein Ensemble liegt allerdings schon im vierstelligen Bereich: 300 Euro werden für den Gaskocher fällig, 900 bis 1100 Euro für das Induktionsfeld. Beide lassen sich auch nachrüsten. Hinsichtlich Technik und Handhabung spricht vieles für Induktion. Selbst Kochgeschirr mit unebenem Boden funktioniert ohne Probleme – dieser muss nur magnetisierbar sein. Die Leistung ist zwölfstufig zu dosieren, und im Boost-Modus legen die Kochfelder mit 1,8 statt 1,4 kW und 2,3 statt 1,8 kW richtig los. Der Energieverbrauch lag bei unserem Test bei 24 g Gas und 0,12 kWh Strom – beides kostet rund fünf Cent.

Induktion ist sicher, denn ohne Topf schaltet sich die Platte automatisch ab. Und sie gilt unter Gesundheitsaspekten als unbedenklich. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt lediglich einen Mindestabstand von fünf Zentimetern zur Herdvorderkante. Mit Herzschrittmacher sollte man allerdings mindestens 40 Zentimeter auf Distanz gehen. Wobei neuere Geräte vor möglichen Störeinflüssen besser geschützt sind.

Technik: Das Prinzip von Induktion

Unter jeder Kochstelle erzeugt eine stromdurchflossene Hochfrequenzspule ein magnetisches Wechselfeld. Dessen Frequenz liegt im Bereich von 25 bis 50 kHz. Das wiederum induziert im magnetisierbaren Topfboden Wirbelströme, die in Wärme umgesetzt werden. Ein weiterer Teil der Energie erzeugt im Topfboden durch die ständige Ummagnetisierung (Hysterese) zusätzliche Wärme. Sowohl Induktionsspule als auch Glasplatte werden selbst nur indirekt erwärmt.

Praxisversuch

Induktionskochfeld Foto: promobil

Beeindruckende Leistungen liefert bereits ein einfacher Praxisvergleich. Genau ein Liter Kaltwasser wird einmal auf der Induktionszone auf Stellung 12 sowie im wieder abgekühlten Topf auf dem Gasbrenner erwärmt, bis es sprudelt. In unserem Praxistest haben wir ganz genau feststellen können: Es dauert gerade einmal vier Minuten, bis ein Topf Wasser kocht. Auf dem Gasherd benötigten wir gut 13 Minuten. Ob das eindeutig für das Induktionsfeld spricht?

Fazit

Aufgrund der Kochfeldleistungen von gut 2 kW ist ein autarker Betrieb über Wechselrichter technisch sehr aufwendig und kaum zu empfehlen – in Kombination mit dem Gaskocher ist ein Induktionsfeld aber eine feine Sache.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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