Wintercamping zu viert – so schlägt sich der Carado T447

Wintercamping zu viert
So schlägt sich der Carado T447

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.01.2026
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Mit dem Campen im Winter ist das so eine Sache, denn anders als im Sommer verbringt man deutlich mehr Zeit im beheizten Innenraum als vor dem Camper. Zu viert spielt dabei das Thema Platzangebot eine entscheidende Rolle. Alles Argumente, die für unseren teilintegrierten Dauertester Carado T447 mit Hubbett sowie für einen gut ausgestatteten Camping- statt eines einfachen Stellplatzes sprechen.

Vorbereitung und Technik vor der Abfahrt

Vor der Abfahrt wandern Gepäck und Klamotten in den Carado, wobei er mit einer großzügigen Heckgarage samt Verzurrschienen und zahlreichen Fächern punktet.

Einziges Manko: Der Zugang zum Frischwassertank liegt unter einer Klappe in einem der besagten Fächer, das zunächst ausgeräumt werden muss, bevor man den Ablauf schließen kann. Nachdem dieser geschlossen und der Frostwächter der Heizung mit einem Föhn zügig auf Betriebstemperatur gebracht wurde, füllen wir die Frischwasservorräte auf.

Beim Gas starten wir mit einer vollen und einer fast leeren Flasche und hoffen auf die Gasversorgung am Campingplatz. Dank GOK-Umschaltanlage samt Crashsensor bleibt uns ein ungeplanter Gasflaschentausch erspart.

Fahrkomfort im neuen Ducato

Auf der knapp 200 Kilometer langen Anreise punktet der top ausgestattete Ducato der neuesten Generation mit allerlei Annehmlichkeiten wie Automatikgetriebe, Spurhalteassistent, Abstandsregeltempomat und Voll-LED-Scheinwerfern. Kurzum: Sieht man einmal von der für Sitzriesen ungünstig hohen Sitzposition ab, hat sich die neueste Generation mit voller Assistenzarmada zu einem tollen Reisefahrzeug entwickelt, das ein gutes Stück zu den Premiumfahrzeugen von VW/MAN und Mercedes aufschließt.

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Philipp Heise

Telefonisch reservieren wir 15 Minuten vor Büroschluss einen Platz auf dem Campingplatz Gitzenweiler Hof nahe Lindau am Bodensee inklusive Spätanreise, da das Navigationssystem eine Ankunftszeit kurz nach 18 Uhr ausweist. Als kurz vor 17 Uhr die Sonne untergeht, zeigen die LED-Scheinwerfer mit ihrem angenehm kaltweißen Licht, was sie können. Und auch wenn Nachrüstlösungen im Lichttest besser abgeschnitten haben, ist das Licht deutlich besser als die serienmäßige Halogenvariante.

Heizung und Home-Entertainment

Am Platz angekommen, wird erst einmal die Heizung gestartet, eine flammneue Truma Combi Neo 6E, die zu Testzwecken eingebaut wurde. Erster Eindruck: Das Gebläse arbeitet subjektiv etwas lauter, als die bisherige Combi-Heizung. Anschließend richten wir die Unterhaltungszentrale ein: Statt einer Schüssel hat unser Carado einen Selfsat-LTE-Router an Bord, der – mit einer SIM-Karte gefüttert – ein eigenes WLAN für die Besatzung sowie die beiden Smart-TVs bereitstellt. Das Streamen funktioniert dank stabilem Handyempfang anschließend perfekt – sogar mit mehreren Geräten parallel.

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Philipp Heise

Einzig die Kontrollleuchten des Routers strahlen nachts etwas störend ins benachbarte Hubbett. Da es keinen Ein-und-Aus-Schalter gibt, ziehen wir abends kurzerhand den Stecker der Stromversorgung.

Die Betten sind sowohl vorn als auch hinten ausreichend komfortabel. Bei bis zu minus zehn Grad reicht die Beheizung der Heckgarage unter den Einzelbetten allerdings nicht aus, um den permanent kalten Luftzug an den Matratzenrändern zu unterbinden. Außerdem sammeln sich Kondenswasserpfützen in der Heckgarage, da der Garagenboden ohne Isolierschicht auskommen muss. Und in der kältesten der vier Nächte frieren rechts und links sogar die Scheibendichtgummis innen fest.

Wohnen und Kochen

Küche und Sitzgruppe sind für vier Personen einladend geräumig. Besonders gut gefällt, dass sich die seitlichen Längsbänke auch sehr gut als Fußablage für die gedrehten Pilotensitze eignen und die Tischplatte flexibel verschiebbar ist.

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Philipp Heise

Beim Abwaschen nach den Mahlzeiten zeigt sich ein Vorteil der neuen Truma-Heizung: Heißes Spülwasser steht bereits vier Minuten nach dem Aktivieren der Warmwasserfunktion zur Verfügung. Zudem gibt es in der Küche zahlreiche Haken, um das Abtrockentuch anschließend zum Trocknen aufzuhängen.

Im angrenzenden Raumbad ist der Toilettenraum für sich genommen sehr eng. Da es statt einer festen Abtrennung zu den Betten im Heck lediglich einen Vorhang gibt, wird die Toilette dennoch häufig lieber bei geschlossener Tür und damit eingeschränkter Bewegungsfreiheit genutzt. Waschbecken und Spiegel sind ausreichend groß. Die Dusche wirkt einladend geräumig, kommt auf unserer Tour aber nicht zum Einsatz, da wir Gas sparen müssen. Hintergrund: Die Nachfrage nach 11-kg-Flaschen war vor dem Jahreswechsel 25/26 so hoch, dass auf dem Campingplatz nur noch 5-kg-Flaschen zum Tausch bereitstanden.

Silvester im Camper bei Frost

Den Jahreswechsel starten wir abends grillend unter sternenklarem Himmel bei deutlichen Minusgraden. Auch das virtuelle Kaminfeuer – auf die Seitenwand projiziert – kann nicht verhindern, dass der Kartoffelsalat stellenweise an den Tellern festfriert.

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Philipp Heise

Nach dem Abendessen geht es ans echte Lagerfeuer. Die Kälte ist letztlich aber so unerbittlich, dass wir uns kurz nach 23 Uhr in den beheizten Carado-Dauertester zurückziehen und nach Dinner for One auch das Feuerwerk unter dicken Decken eingekuschelt durchs Seitenfenster verfolgen.

Nach einer schönen Neujahrswanderung und zwei Besuchen in der schönen Lindauer Altstadt geht es am 2. Januar wieder zurück Richtung Heimat. In Summe ziehen wir nach vier Tagen mit dem Carado T447 ein sehr positives Resümee, da uns nur verschmerzbare Kleinigkeiten – wie eine nicht dimmbare Beleuchtung und die fehlende Netzsteckdose an den Heckbetten – störten. Demgegenüber hat sich der Carado-Dauertester mit seiner neuen Combi Neo-Heizung sehr gut gegen die frostigen Temperaturen gestemmt. Auch wenn ein paar Fehlermeldungen der Heizung für kurzfristiges Unbehagen sorgten. Es handelte sich aber offenbar um kurzfristige Aussetzer, denn nach dem Zurücksetzen der Fehler tauchten sie nicht wieder auf. Dank hybridem Heizmodus (parallel wurden 1–2 kW Heizleistung aus dem Stromnetz genutzt) hat letztlich auch der Gasvorrat knapp für die Tour gereicht. Während der Rückfahrt steigen die Temperaturen Richtung null Grad und Schneefall setzt ein.

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Philipp Heise

Vor- und Nachteile des Carado T447

 Automatikgetriebe und Assistenten sorgen für hohen Reisekomfort

 Zeitgemäß helle LED-Scheinwerfer

 Ausreichend Stauraum für vier Personen in Heckgarage und Innenraum

 Gemütliche, große Sitzgruppe

 LTE-Router und Smart-TVs

 Kurze Aufheizzeiten fürs Warmwasser

 Gas-Umschaltanlage mit Crashsensor

 Schlafbereich durch Raumbad-Tür separierbar

 Wenig durchdachte Aufteilung der 230-V-Steckdosen

 Heizleistung in der Heckgarage bei niedrigen Temperaturen zu gering

 Enger Toilettenraum, Raumbad ohne feste Abtrennung zu den Betten

 Keine Dimmfunktion für die Innenraumbeleuchtung

Fazit