Gebraucht-Check Eura Mobil Integra (2003) Ulrich Kohstall
Gebraucht-Check Eura Mobil Integra (2003)
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Gebraucht-Check Eura Mobil Integra (2003) 10 Bilder

Eura Mobil Integra (1995-2006) im Gebrauchtcheck

Unschlagbare Platzverhältnisse im Integrierten

Attribute der Luxusklasse zu noch erschwinglichen Preisen. Dieses Rezept verhalf der ersten Integrierten-Generation von Eura Mobil zum Erfolg. Wie gut sind die Integra heute als Gebrauchte?

Viele Jahre lang galt Eura Mobil als typische Alkovenmarke. Prinzipiell zu Recht, aber Integrierte erschienen hier ebenfalls schon früh auf der Bildfläche. Noch bevor man in Sprendlingen den ersten Teilintegrierten baute, zeigte Eura Mobil Ende 1995 den ersten Integrierten – bis heute Integra genannt. Bei unserem Gebrauchtcheck, der auf einer Umfrage unter Besitzern eines solchen Modells basiert, haben wir uns auf die Baujahre bis 2006 beschränkt.

Wie bei fast allen Herstellern, die den Fiat Ducato als Basis verwenden, bedeutete dieses Jahr eine Zäsur. Vor mittlerweile fast 14 Jahren erschien die aktuelle Ducato-Generation und brachte innerhalb des Reisemobilangebots größere Veränderungen mit sich. Erfahrungen von Besitzern eines älteren Typs lassen sich also nicht ohne Weiteres auf neuere Integra übertragen. Bereits innerhalb des Produktionszeitraums der ersten Integra-Generation hat sich einiges getan.

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Die kleinen Außenklappen markieren in etwa die Höhe des Doppelbodens. Auch der 635 LS hat wie fast alle Integra über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht.

Von vorneherein gab Eura Mobil seinem Flaggschiff Konstruktionsmerkmale der Oberklasse mit auf den Weg. Zum markentypischen Doppelboden kommt hier ein Fahrerhaus mit hoher Wintertauglichkeit und – sehr ungewöhnlich – zwei Einstiegstüren. Nicht zu vergessen den Möbelbau mit teils massiven Hölzern und den Mercedes Sprinter als Basisalternative. So fand der Integra schnell seine Nische zwischen Ober- und Luxusklasse.

Diese Sonderstellung des Integra finden viele der befragten Besitzer bis heute attraktiv, was aus Kommentaren in der Umfrage hervorgeht. 77 Prozent von ihnen würden sich das gleiche Modell wieder kaufen.

Auf- und Ausbau

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Für ein 6,58 Meter langes Reisemobil muten die Platzverhältnisse an der Sitzgruppe des 635 LS geradezu feudal an. Die Bank taugt als Einzelbett.

Was gefällt Integra-Besitzern besonders gut an ihren Fahrzeugen? An erster Stelle steht hier der Wohnraum: 86 Prozent von ihnen bewerten diesen Punkt mit den Schulnoten 1 oder 2. Ebenfalls auf hohem Niveau liegen die Vergleichswerte für Küche (83 Prozent), Stauraum (81 Prozent) und Sanitärraum (80 Prozent).

Immerhin 75 Prozent der Besitzer beurteilen auch die Verarbeitung als gut oder sehr gut. Das weckt Vertrauen für alle, die sich für einen gebrauchten Integra interessieren. Völlig unkritisch sollten Käufer die Sache trotzdem nicht angehen. Das liegt vor allem an dem zweithäufigsten genannten Schaden: Fast zwei Drittel der Befragten hatten schon einmal Probleme mit der Dichtigkeit des Aufbaus.

Für einen entsprechenden Check sollte man sich Zeit lassen, denn das Eindringen von Feuchtigkeit kommt offenbar an ganz unterschiedlichen Stellen vor. Besitzer berichten von Undichtigkeiten am Übergang von der Bugmaske zum Dach, an den Aufbaukanten, im Bereich der vorderen Radkästen sowie an Windschutzscheibe, Fenstern und Dachhauben. Darüber hinaus dichten oft auch die Türen nicht richtig ab, weil sie verzogen sind. Beim Integra kann das gleich an drei Eingangsmöglichkeiten passieren. Käufer sollten hier außerdem die Schließmechanik ausprobieren, die mitunter streikt.

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Sogar am Waschtisch setzte Eura Mobil in einigen Modelljahren echte Hölzer ein. Passend zur separaten Dusche haben Integra einen großen Wassertank.

Mehr Aufwand verlangt die Suche nach möglichen Schäden an der Wasseranlage. Hier sind es die Anschlüsse an den sonst soliden Armaturen, die Verbindungen der Kunststoffrohre, der Wasserverteiler oder eine defekte Druckpumpe, die Ärger verursachen können. Ursache für die ähnlich häufig auftretenden Elektrikprobleme ist nicht selten ein unzuverlässiges Kontrollbord.

Andere typische Mängel sind dagegen schon von außen kaum zu übersehen. Die unterschiedlichen GfK-Teile vergilben nicht unbedingt gleichmäßig, mancher Dekoraufkleber wirkt wenig dekorativ, und an den mächtigen grauen Kunststoffteilen blättert der Lack ab. Typisch für ein Reisemobil dieser Altersklasse sind wiederum Verfärbungen und Risse an den großen Kunststoffteilen im Bad sowie Verschleiß an Kühlschrank und Heizung.

Als positiv vermerken Besitzer die gute Zugänglichkeit der Technik bei Reparaturen. Auch die Ersatzteilversorgung lässt nur selten zu wünschen übrig.

Basisfahrzeug

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Integra aus dem Jahr 2000, damals noch mit Original-Fiat-Ducato-Scheinwerfern.

Nur 12 Prozent der befragten Integra-Eigner besitzen ein Modell mit Mercedes-Sprinter-Chassis, weshalb nur die Erfahrungen der Fiat-Fahrer verallgemeinerbare Aussagen zulassen. Wie schon bei anderen Auswertungen dieser Art erweist sich der Ducato grundsätzlich als zuverlässige Basis. Weil es sich im Fall des Integra oft um besonders gewichtige Reisemobile handelt, lässt sich jedoch ebenso wenig übersehen, dass der Fiat hier und da an seine Grenzen stößt. Früher als sonst üblich kommt es zu Verschleiß an Kupplung, Getriebe und Radaufhängung. Federn an der Vorderachse brechen, vordere Bremsbeläge sind schnell verbraucht, hier und da verabschiedet sich ein Radlager. Außerdem wird der gängige 127-PS-Turbodiesel in größeren Integra als eher schwachbrüstig empfunden.

Darüber hinaus musste bei einigen Integra bereits die Leuchtweitenregulierung der Scheinwerfer erneuert werden. Zum Ausfall der Beleuchtung kam es an manchen Exemplaren durch einen defekten Schalter im Lenkstockhebel. Nur vereinzelt berichten Integra-Besitzer von Rost am Unterboden des Fiat-Chassis im Bereich des Fahrerhauses.

Marktlage

Trotz vieler Merkmale aus der Oberklasse erweisen sich gebrauchte Integra durchweg als bodenständige Angebote. Die Preise liegen eher auf Mittelklasseniveau. Schon für unter 20.000 Euro kann man vor der Jahrtausendwende produzierte Modelle finden. Die meisten gebrauchten Integra stammen jedoch aus der Ära nach dem großen Facelift Mitte 2000. Hier klappt der Einstieg ab etwa 25.000 Euro. Unabhängig vom Baujahr sind Varianten auf Mercedes rare Exoten.

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Typisch Integra sind die Möbel mit echten Hölzern, der solide Wasserhahn und die Stufe zum Fahrerhaus. Darüber hängt das 1,30 Meter breite Hubbett.

Wie so oft werden Grundrisse mit großen Garagen und Einzelbetten höher bewertet. Echte Schnäppchen gelingen also leichter, wenn es sich um ein Modell mit großer Sitzgrupe und dem Hubbett als einziger fester Schlafgelegenheit handelt. Praktisch alle Angebote fallen durch eine überdurchschnittliche Ausstattung auf, zu der eine Fahrerhaus- und oft auch Dachklimaanlage gehört.Geprüfte Dichtigkeit vorausgesetzt, bekommt man mit einem Integra auf alle Fälle richtig viel Reisemobil fürs Geld.

Darauf müssen Sie achten

Außenoptik: Nicht wirklich schlimm, aber unschön ist die sichtbare Alterung des Aufbaus. Frontmaske und Wände haben manchmal nicht mehr die gleiche Farbe, Klebedekor wird rissig, und der Klarlack auf den großen grauen Anbauteilen löst sich großflächig ab.

Aufbautüren: Rechnet man das Fahrerhaus mit, hat ein Integra bis zu drei Türen am Aufbau. Alle drei sollten sauber schließen, was nicht immer der Fall ist. Manchmal sind die Türen verzogen und halten nicht zuverlässig dicht. Ausfälle vermelden Besitzer auch von den Türschlössern.

Undichtigkeiten: Feuchtigkeit ist ein neuralgischer Punkt in vielen Integra. Vor allem im Dachbereich kann es zu Wasserschäden kommen. Eine professionelle Dichtigkeitsprüfung beim Fachhändler bewahrt vor teuren Überraschungen.

Leuchtweitenregulierung: Diese Funktion bleibt im Alltag oft unbeachtet, kann aber Ärger nach sich ziehen. Bei einigen Integra streikt die Höhenverstellung der Frontscheinwerfer, was spätestens bei der nächsten Hauptuntersuchung auffällt und dann unbedingt repariert werden muss.

Getriebe: Typisch für die Fiat Ducato jener Jahre sind Probleme mit dem fünften Gang, die sich auf einer Probefahrt leicht überprüfen lassen. Schwere Ausführungen des Integra leiden außerdem vermehrt unter hohem Kupplungsverschleiß.

In diesen Bereichen traten Schäden auf

  • Basisfahrzeug: 64%
  • Dichtigkeit Aufbau: 59%
  • Aufbautür: 44%
  • Aufbaufenster/-hauben: 40%
  • Bordelektrik: 39%
  • Wasseranlage: 38%
  • Kühlschrank: 38%
  • Heizung/Boiler: 31%
  • Möbel: 23%
  • Gas-Installation: 7%

Daten und Fakten zum Eura Mobil Integra

Baureihe: Eura Mobil Integra (bis 2006)
Basisfahrzeuge: Fiat Ducato mit Alko-Tiefrahmen, Mercedes Sprinter
Bauweise: Integrierte mit GfK-Außenhaut, Holzverstärkungen, EPS-/XPS-Isolierung
Sitz-/Schlafplätze: 4–6/4–6

Vorgestelltes Modell: Eura Mobil Integra 635 LS (128 PS)
Erstzulassung: 2/2003
Kilometerstand laut Händler: 132.200
Preis: 27.900 Euro
Zulässiges Gesamtgewicht: 4000 kg
Gesehen bei: Reisemobile MKK, 63571 Gelnhausen

Ein echter Aufsteigertyp

Gebraucht-Check Eura Mobil Integra (2003)
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Im 810 HB bleibt trotz vieler Sitzplätze Raum für ein Heckbett.

Anfang 1996 startet Eura Mobil die Produktion des Integra. Bereits im Modelljahr 1999 können Käufer zwischen sechs Außenlängen und noch mehr Grundrissvarianten wählen. Im Jahr darauf erscheint erstmals ein Einzelbettenmodell, der 810 EB. Außerdem neu dabei: der 635 HS mit Hecksitzgruppe. Zur Saison 2001 folgt ein großer Schritt: Von externen Designern lässt sich Eura Mobil eine komplett neue Front schneidern. Von nun an trägt der Integra eine stärker gewölbte Windschutzscheibe und Doppelscheinwerfer, die man von der damaligen BMW-5er-Reihe kennt. Ein elektrisch betätigter Frontrollladen untermauert den höheren Anspruch. Das Modelljahr 2003 bringt ein verfeinertes Mobiliar mit sich. Es ist stärker gerundet und umfasst ein integriertes Belüftungssystem. In der Saison 2005 – und damit kurz vor dem umfassenden Modellwechsel – kommt mit dem 866 DB erstmals ein Queensbett ins Integra-Angebot.

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