Schluss mit großen Gasflaschen im Wohnmobil: Gasregler von Truma und GOK machen es möglich

Zubehör-Trend vom Caravan Salon
Endlich Campingaz & Kartuschen am Wohnmobil-Kocher

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.08.2026
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Truma Monocontrol CSR Gasdruckregler mit Crashsensor für Campingaz-Flaschen.
Foto: Truma

Gas verliert im Freizeitfahrzeug gerade seinen Status als Alleskönner. In immer mehr Wohnmobilen und Campingbussen arbeitet eine Dieselheizung, Kompressorkühlschränke laufen im 12-Volt-Betrieb mehrere Tage und plötzlich hängt an der Gasanlage oft nur noch ein einziges Bauteil: der Kocher.

Sobald ein klassischer, fest verbauter Gaskocher an Bord ist, muss irgendeine Gasquelle her. Meist ist das dann die große, schwere 11-kg-Flasche. Deren Gewicht können sich Campende in Zukunft eventuell sparen.

Auf dem Caravan Salon 2026 tauchen zwei Zubehör-Neuheiten auf, die künftig ordentlich Gewicht sparen könnten. Truma und GOK bringen Systeme, die kleine Gasquellen wohnmobiltauglich machen – sicherer, legaler und in der Praxis deutlich alltagstauglicher als viele Bastellösungen von früher.

Wohnmobil: Dieselheizung, Kompressorkühlschrank – und Gas nur noch fürs Kochen

Der Gaskocher wird trotz der technischen Fortschritte weiterhin in vielen Wohnmobilen eine gesetzte Komponente bleiben – aus gutem Grund. Er funktioniert autark, liefert sofort Leistung und verlangt keine großen Wechselrichter oder Zusatzbatterien.

Die Kehrseite: Der Kocher zieht Gasinstallation und Gasprüfung nach sich, und oft auch die überdimensionierte und schwere 11-kg-Gasflasche im Gaskasten. Sobald der Kocher aber der einzige Verbraucher ist, ist das schlicht überdimensioniert.

Die Lösung gibt es jetzt von Truma und GOK:

Truma MonoControl CS R: Campingaz R 907 im Wohnmobil sicherer nutzen

Truma nimmt sich eine Gasquelle vor, die Camperinnen und Camper gut kennen: die blauen Campingaz-Flaschen R 904 und R 907. Sie sind kompakt, in vielen Ländern Europas als Tauschsystem verfügbar und sie passen perfekt zum Ansatz nur noch fürs Kochen Gas zu verwenden.

Truma Monocontrol CSR Gasdruckregler mit Crashsensor für Campingaz-Flaschen.
Truma

Gasrdruckregler gibt es dafür von Campingaz zwar schon länger, aber mit einem Haken: Sie haben keinen Crash-Sensor, der nötig ist, um die Gasanlage während der Fahrt geöffnet zu lassen. Mit der MonoControl CS R schließt Truma diese Lücke. Der Hersteller bringt einen Gasdruckregler mit integriertem Crashsensor, der direkt an die kompakten Campingaz R 904/R 907 angeschlossen wird.

Die Flasche darf dank der MonoControl CS auch während der Fahrt geöffnet bleiben, Campende müssen nicht vor jedem Losfahren an den Gaskasten laufen und das Ventil schließen. Letztlich nur eine Frage der Bequemlichkeit einen Punkt weniger auf der Checkliste zu haben, denn kochen kann man während der Fahrt sowieso nicht.

Natürlich ist das System auch für kompakte Campingbusse spannend, die nur wenig Stauraum haben und für Wohnwagen, wenn dort eine kleine, gut verfügbare Gasquelle bevorzugt wird und die Installation passt.

GOK Kartuschenregler: Schraubkartusche im Campingbus legal am Gaskocher

GOK setzt eine Nummer kleiner an – und trifft damit ins Herz der kompakten Campingbus-Szene. Denn wer im Ducato-Camper oder Bulli-Format unterwegs ist, denkt anders als jemand der Platz und Gewichtsreserven im Überfluss hat.

Gewicht, Handling, Beschaffung unterwegs: alles soll kompakter sein. Lösungen mit Schraubkartuschen an der Gasanlage waren bisher zwar pragmatisch, aber riskant und nicht wirklich legal. Der neue GOK-Gaskartuschenregler (30 mbar, Leistung 0,5 kg/h) bringt das Thema aus der Improvisation in eine definierte, sicherere Lösung. Entscheidend sind dabei zwei Punkte:

  1. Fahrzeugzulassung: GOK spricht von einer Zulassung nach EN 16129, Anhang D für den Einsatz in Freizeitfahrzeugen. Das ist der Türöffner für viele, die bisher bei Gasprüfung oder Abnahme mit Diskussionen rechnen mussten.
  2. Sicherheitsausstattung: Der Regler bringt ein Absperrventil sowie ein Sicherheitsabblaseventil (PRV) gegen Überdruck mit.
Gaskartuschen mit Schraubgewinde lassen sich dank des GOK Niederdruckregler  Typ EN61 an die Gasanlage und den Kocher im Wohnmobil anschließen.
GOK

Damit werden die Schraubkartuschen, die Campingaz, Coleman oder Weber liefern, nicht automatisch zum neuen Standard im großen Wohnmobil oder Campingbus, aber endlich zu einer realistischen Variante.

Für Minimalisten und für alle, die ihren Kocher möglichst unabhängig und unkompliziert betreiben wollen, liefert GOK mit dem Gaskartuschenregler eine neue Option. Wer das Ventil zudreht, darf ihn auch während der Fahrt an der Kartusche lassen.

Auch im Wohnwagen kann so ein Ansatz sinnvoll sein, insbesondere dort, wo man nur gelegentlich kocht oder ein sehr kleines Setup bevorzugt. Natürlich ermöglicht der GOK-Regler auch die Nutzung von Kartuschen aus Campingkochern für den Außenbereich, die normal eine Gasflasche brauchen.

Gewicht: Campingaz R 907 vs Gasflasche im Wohnmobil

Wenn Gas im Wohnmobil nur noch den Kocher versorgt, zählt jedes Kilogramm doppelt: einmal beim Fahrgefühl, einmal bei der Zuladung. Der Vergleich ist daher simpel – und spricht eine klare Sprache (typische Werte):

  • 11-kg-Stahlflasche voll: ca. 22,0 kg
  • 11-kg-Alugasflasche voll: ca. 16,5 kg
  • 5-kg-Stahlflasche voll: ca. 11,0 kg
  • Campingaz R 907 voll: ca. 6,45 kg (2,75 kg Gas + Flaschengewicht)
Gasflasche
Campingaz

Wer von einer 11-kg-Stahlflasche auf die R 907 wechselt, spart grob 15,5 Kilogramm. Selbst gegenüber einer 11-kg-Alugasflasche bleiben noch etwa 10 Kilogramm übrig. Das ist im echten Fahrzeugalltag ein Fahrradträger-Zubehörteil, ein Wassertankanteil oder schlicht ein Stück Reserve für die Waage.

Verbrauch und Betriebsdauer am Gaskocher

Ausdauer entscheidet. Deshalb lohnt der Blick auf belastbare Daten statt Bauchgefühl. Wie lange hält eine Gaskocher im Wohnmobil mit einer Campingaz-Flasche durch? Die Verbrauchswerte für Kocher stammen nicht aus Foren-Mythen, sondern stehen in Hersteller-Datenblättern. Als Referenz eignet sich ein Klassiker, der in vielen Fahrzeugen steckt: Dometic MO 9722 (Kocher-Spülen-Kombination).

Laut Herstellerangaben liegt der maximale Verbrauch beider Flammen zusammen bei 204 g/h (Volllast). Daraus lassen sich einfache Laufzeiten ableiten:

  • Campingaz R 907 (2.750 g): rechnerisch rund 13,5 Stunden Volllast.
  • Große Schraubkartusche (ca. 450 g): rechnerisch gut 2,2 Stunden Volllast.
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Andreas Becker

Natürlich kocht niemand 13 Stunden auf Anschlag. In der Praxis regeln Nutzer nach dem Aufkochen herunter, nutzen oft nur einen Brenner und kochen eher kurz. Genau deshalb funktionieren kleine Gasquellen im Alltag erstaunlich gut – solange man ehrlich bleibt: für lange Wintertouren oder Power-User mit Gasgrill sind große Flaschen weiterhin im Vorteil.

Vorteil: europaweite Verfügbarkeit

Kleine Gasquellen sind meist teurer pro Kilogramm Gas als die klassische graue Flasche in Deutschland. Wer viel kocht, zahlt eher drauf. Wer wenig kocht, kauft sich Komfort, Flexibilität und ein leichteres Setup.

Dafür spielen Campingaz-Flaschen und Kartuschen ihre Stärken auf Reisen aus:

  • Campingaz R 907: als Tauschsystem in vielen europäischen Ländern gut zu bekommen – gerade dort, wo deutsche Flaschen und deutsche Anschlüsse nicht weiterhelfen.
  • Schraubkartuschen: in Europa in Outdoor-Läden, Baumärkten und Sportgeschäften oft leichter aufzutreiben als eine kompatible Flaschenfüllung.

Spannend ist dabei auch der "Plan B"-Gedanke: Wer eigentlich mit großer Flasche unterwegs ist und im Ausland ohne passenden Adapter dasteht, kann theoretisch mit einem kartuschenbasierten Setup den Urlaub retten – vorausgesetzt, Installation und Anschlusskonzept lassen einen Reglerwechsel überhaupt zu und werden sicher umgesetzt.

Fazit