Typisch Campingalltag: Brötchenkrümel am Boden, Chipsreste in den Polstern und feiner Sand, der sich trotz aller Vorsicht ins Fahrzeug schleicht. Akku-Handstaubsauger sorgen hier schnell für Saubekeit. Klein genug fürs Schrankfach, stark genug für die Polsterritze – ideal für die schnelle Reinigung zwischendurch.
Akku-Handsauger fürs Wohnmobil
Eines ist klar: Die kompakten Sauger sind keine Konkurrenz für den großen Bodenstaubsauger bei der Endreinigung. Leistung, Akkulaufzeit und Preis bewegen sich in einer ganz anderen Klasse.
Dem promobil-Test stellen sich 5 Modelle im mittleren Preissegment. Das teuerste Gerät kommt von Vorwerk und kostet 129 Euro, das günstigste schickt Severin (von Lidl) ins Rennen. Mit dem HV7146 bekommt man bereits für knapp 90 Euro zum Handstaubsauger auch jede Menge Aufsätze für verschiedene Einsatzzwecke und Untergründe. Der Test deckt allerdings Defizite an anderer Stelle auf.
Alle Akku-Sauger-Modelle im Test
Diese Geräte haben wir getestet.
Eufy Clean H2O

Nicht im Bild, aber ebenfalls mit dabei sind das Ladekabel sowie ein 12-Volt-Adapter für den Zigarettenanzünder.
Schon beim Auspacken wird klar: Der Eufy ist für den Einsatz im Fahrzeug konzipiert. Neben einem Bürstenkopf gehört auch ein Aufsatz mit 30 Zentimeter langem Saugschlauch zum Lieferumfang. Der ist flexibel und ermöglicht das Saugen an schwer erreichbaren Stellen wie etwa in engen Schrankfächern oder den Seitentaschen der Fahrerhaustüren. Auf eine Ladestation verzichtet Eufy.
Stattdessen gibt es eine weiße Kappe, die in den Becherhalter passen soll. Dieser Ablageort setzt aber ausreichend Platz obendrüber voraus. Reisetauglich machen den Eufy auch der 12-Volt-Adapter und eine Transporttasche, in der das Gerät samt Zubehör verstaut werden kann. Alles in allem ein praxistauglicher Sauger für den Camper.
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Sinnvolles Zubehör für den Einsatz im Reisemobil
Kurze Ladedauer
LED-Beleuchtung
Kleiner Auffangbehälter
Laut im Betrieb
Kärcher CVH 2 Premium

Der kleinste unter den Teststaubsaugern kommt mit einer praktischen Kombidüse und einer Ladestation. Nur über diese kann das Gerät geladen werden.
Seine größten Stärken sind das handliche Format und das geringe Gewicht. Nur 33 Zentimeter misst der CVH 2 Premium in der Länge. Ebenso Platz spart die im Lieferumfang enthaltene Kombidüse. Wem im Reisemobil also wenig Stauraum zur Verfügung steht, der könnte mit dem schicken Kärcher glücklich werden. Die Ladestation muss allerdings mit. Denn nach zehn Minuten Laufzeit mit guter Saugleistung im sogenannten "Full-Speed-Modus" ist Schluss. Zwar schafft es der Kärcher im Energiesparmodus auf die doppelte Laufzeit, die Saugkraft lässt dann aber zu wünschen übrig. Immerhin, das Wiederaufladen funktioniert zügig. Lobenswert sind die einwandfreie Verarbeitung, die hochwertigen Materialien und die angenehme Haptik.
Besonders kompakt, leicht und leise im Betrieb
Hochwertige Verarbeitung
Saugkraft im Energiesparmodus etwas schwach
Kleiner Auffangbehälter
Rowenta X-Touch AC9736

Alles da: zweierlei Düsen, Ladestation und die Option, den Handsauger auch direkt per Kabel zu laden.
Superleicht und so schlank wie kein anderer, das zeichnet den X-Touch von Rowenta aus. Seine ausladende Länge von 41 Zentimetern erschwert allerdings die Unterbringung in so mancher Schublade. Wird er gerade nicht gebraucht, ruht er am besten auf der Ladestation. Wem die auf Reisen zu sperrig ist, der kann das Ladekabel aber auch direkt mit dem Gerät verbinden. Zum Entleeren des Auffangbehälters lässt dieser sich abnehmen oder bequem über die abklappbare Saugdüse öffnen. Etwas unangenehm ist das Geräusch während des Saugvorgangs. Es erscheint höher und rasseliger als bei der Konkurrenz. Einen leiseren und energiesparenderen Modus gibt es nicht.
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Einfache Entleerung des Staubbehälters
Saubere Verarbeitung und Materialqualität
Brauchbares Zubehör
Recht laut und unangenehm rasselnd
Kurze Laufzeit
Severin HV7146

Kleinster Preis, größter Lieferumfang. Die Materialqualität hält aber nicht mit der Konkurrenz mit.
Schon rein optisch tanzt der Handstaubsauger von Severin aus der Reihe. Seine Maße, ebenso wie das höhere Gewicht, könnten für so manchen Camper Ausschlusskriterien sein. Doch das günstigste Modell im Test bietet auch Vorteile. Zunächst wäre da die umfangreiche Zusatzausstattung. Neben der üblichen Fugendüse und dem Bürstenaufsatz gibt es eine Polsterdüse sowie eine Düse mit Gummilippe. Mit letzterer kann der Severin HV7146 Flüssigkeiten aufnehmen. Wie sinnvoll das ist, entscheidet jeder für sich selbst. Die Reinigung des nassen Auffangbehälters anschließend ist jedenfalls mühsam. Weiterer Vorteil ist die lange Laufzeit des Staubsaugers. Auf höchster Stufe hält der Severin ganze 30 Minuten durch.
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Großer Auffangbehälter und LED-Beleuchtung
Reichlich praktisches Zubehör bereits enthalten
Keine Klappe, Dreck rieselt teils wieder raus
Recht klobig und laut
Vorwerk Kobold VC100

Staubsauger, Netzteil, Ladesockel: Der Lieferumfang ist überschaubar. Fugendüse und Bürste kosten 15 Euro extra.
Qualitativ gibt es am Modell von Vorwerk nichts auszusetzen. Und auch in Sachen Saugkraft macht ihm kaum einer etwas vor. Sollte der Standard-Modus mal nicht ausreichen, bietet der Kobold VC100 eine Boost-Funktion. Um die zu aktivieren, muss der grüne Knopf gedrückt und gehalten werden. Wird der Boost-Modus länger benötigt, wird das schnell zum Kraftakt für den Daumen. Komfortabler wäre ein einfacher Druck, um zwischen den beiden Saugmodi zu wechseln.
Was der Vorwerk schluckt, landet in einem Auffangbehälter, der nicht durchsichtig ist. Dass der Dreck verborgen bleibt, kommt zwar der Optik zugute; wann geleert werden muss, ist aber von außen nicht erkennbar.
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Sehr gute Saugleistung
Hochwertige Materialien und saubere Verarbeitung
Bürste und Fugendüse kosten Aufpreis
Staubbehälter blickdicht
Saugleistung der Staubsauger überzeugt
Die fünf Geräte im Test überzeugen alle mit guter Saugleistung. Unterschiede sind dennoch spürbar. Besonders die Geräte von Eufy und Vorwerk verleiben sich den Dreck problemlos und in einem Zug ein. Der CVH 2 Premium von Kärcher schwächelt im Energiesparmodus etwas. Auch mit aufgesetzter Fugendüse büßt er an Saugkraft ein. Außer dem Rowenta X-Touch AC9736 bieten alle Kandidaten zwei Saugstufen.
Dass die Staubsauger nicht unendlich viel Dreck aufnehmen können, ist angesichts ihrer handlichen Größe nachvollziehbar. Entsprechend einfach sollte die Entleerung der Auffangbehälter sein. Am saubersten gelingt das beim Rowenta: Während bei den anderen Testgeräten nach dem Öffnen des Staubbehälters zuerst der verschmutzte Filter entnommen werden muss, bevor der Inhalt ausgeleert werden kann, bietet Rowenta zusätzlich eine separat zu öffnende Klappe. Beim Filter selbst setzen die Hersteller auf unterschiedliche Typen. In den Saugern von Eufy, Rowenta und Severin stecken EPA-Filter, der Kärcher ist mit einem noch effektiveren HEPA-Filter ausgestattet. Vorwerk verwendet einen eigens für den Kobold VC100 konzipierten Schmutz- und Staubfilter.
Zusätzliche Aufsätze für Akku-Sauger
Im Wohnraum ebenso wie im Fahrerhaus gibt es reichlich schmale und schwer erreichbare Stellen. Zusätzliche Aufsätze sind deswegen ein Muss für solche Einsatzzwecke. Mit Hilfe von Fugendüsen etwa lassen sich Krümel zwischen Polsterritzen komfortabler beseitigen. Zudem erreicht man mit der schlanken Verlängerung beinahe jede Engstelle. Aufsätze mit einem Bürstenkopf hingegen eignen sich für kratzempfindliche Oberflächen und Polsterbezüge aus Leder.

In Plastik- oder Metallsieben stecken die konisch geformten EPA- und der zylindrische HEPA-Filter (Kärcher). Der Vorwerk-Filter (re.) wird so eingesetzt.
Tierhaare lassen sich am besten mit einer Teppich- und Polsterdüse entfernen. Eine rotierende Bürste löst Fellrückstände von Textilien. Kompakte Handsauger mit einer solchen Zusatzdüse sind allerdings rar, unter den Testgeräten bringt lediglich Severin eine mit. Ansonsten muss es alleine die Saugkraft regeln.
Weiterer Akku-Handstaubsauger im Praxistest: Vorwerk VM 7
Mit dem Vorwerk VM7 hat der deutsche Premium-Hersteller nun auch einen beutellosen Handstaubsauger im Angebot. Dieser wurde von uns außerhalb des großen Vergleichstests ausprobert. Mit einer Länge von 45,9 cm und einem Gewicht von nur 840 Gramm liegt der VM7 gut in der Hand – auch weil der austauschbare Akku des Saugers im Griff eingebaut ist. Geladen wird Letzterer in etwa zwei Stunden und das wahlweise direkt über ein USB-C-Kabel oder in der beiliegenden Wandhalterung. Das Saugen funktioniert in den Stufen Standard und Boost überzeugend.
Eine gelungene Besonderheit ist die 2-in-1-Düse, die auf Knopfdruck seitlich Erweiterungen ausklappt und die Saugöffnung damit von 36 auf 90 mm verbreitert. Der zweite Knopf am VM7 dient der Entleerung und lässt die Schmutzkammer aufspringen. Für eine intensivere Reinigung des Feinfilters und der Kammer lässt sich diese einfach von ihrer Magnethalterung abnehmen. Wer bereits einen Vorwerk VK7 besitzt, kann die Staubkammer des VM7 durch eine spezielle Öffnung auch einfach aussaugen. Inklusive Wandhalterung, Ladegerät und USB-C-Kabel kostet der VM7 aktuell 199 Euro auf www.vorwerk.de





