Diese eine Frage spaltet die Campingwelt! Unser Podcast liefert die Antwort

Der große Vergleich im CLEVER-CAMPEN-Podcast
Eine Frage spaltet die Campingwelt: Womo vs. Wowa?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.11.2025
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Mann, Frau, Streit, Zelt, Frust, Camping
Foto: Ladanifer via Gettyimages

Wenn sich zwei CamperInnen über die Frage streiten, welches Gefährt das bessere ist, wird schnell klar: Es gibt kein "richtig" oder "falsch", sondern nur das passende Konzept für jede Reise- und Lebenssituation. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Argumente abwechselnd gegenüber, damit Sie am Ende leichter einschätzen können, welcher Campingstil besser zu Ihnen passt: Wohnwagen oder Wohnmobil. Zum Schluss gibt es alle Argumente in der schnellen Übersicht.

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Flexibilität unterwegs vs. Basislager-Konzept

Ein Wohnmobil ist perfekt für alle, die auf Reisen ständig auf Achse sind. Man steigt ein, fährt los und kann spontan den Stellplatz wechseln, ohne viel auf- oder abbauen zu müssen. Diese Flexibilität ist einer der größten Vorteile des Wohnmobils, jedoch auch seine größte Schwäche, wenn man längere Zeit an einem Ort bleiben möchte. Wenn man dann in der Umgebung mobil bleiben möchte, muss man entweder jedes Mal die Schränke einräumen und alles verstauen oder Helferlein wie E-Bike, Roller und den öffentlichen Nahverkehr bemühen.

Ein Wohnwagen dagegen funktioniert eher wie ein mobiles Ferienhaus: Man kommt an, kuppelt ab – und hat dann sein festes Zuhause auf dem Campingplatz. Dafür bleibt man mit dem Auto mobil und kann bequem Ausflüge und Einkäufe machen, ohne jedes Mal das ganze "Haus" abfahrbereit zu machen und mitzunehmen.

Zuladung, Stauraum und Gepäckmanagement

Für Familien mit kleinen Kindern ist der Wohnwagen oft praktischer: Feste Betten, größere Sitzgruppen und die Möglichkeit, das Auto separat zu nutzen, sind klare Pluspunkte. Außerdem bleiben Kindersitze im Alltag im Pkw – kein ständiges Ein- und Ausbauen, nur um die Sitzgruppe fürs Frühstück zu nutzen. Für den Wohnwagen spricht für Familien auch das Thema Stauraum und Zuladung.

Wohnwagen bieten tendenziell mehr nutzbaren Stauraum, weil Gewicht und Volumen auf Zugfahrzeug und Anhänger verteilt sind. Das heißt: mehr Gepäck, mehr Campingzubehör, weniger Kompromisse beim Packen. Wohnmobile haben das Problem, dass jeder Insasse beim Fahren von der Zuladung abgezogen werden muss. Je mehr Personen also mitfahren, desto knapper wird die Zuladung, speziell bei 3,5-Tonnern. Darum sind speziell Wohnmobile unter 3,5 Tonnen eher für Paare und Alleinreisende interessant. Je höher das zugelassene Gesamtgewicht ist, desto weniger ist die Zuladung ein Thema. Trotzdem ist der Platz weiterhin begrenzt.

Fahrverhalten, Handling und Führerschein

Wer entspannt fahren möchte, findet im Wohnmobil einen Vorteil: kein Gespannverhalten, kein komplexes Rückwärtsrangieren mit Anhänger – viele Fahrende empfinden das Handling als einfacher und weniger stressig –, sobald man über die Dimensionen hinweggekommen ist. Gespanne hingegen erfordern Übung, etwa beim Abbiegen, beim Rangieren, beim Spurwechsel und besonders beim Rückwärtsfahren oder auf engen Campingplätzen. Allein deshalb empfiehlt sich der Anhängerführerschein (B96/BE), wo man genau solche Situationen mit einem Experten übt.

Bei Führerschein kommt einem auch gleich das Thema Gewicht in den Sinn. Die meisten neuen Wohnmobilmodelle sind inzwischen auf die 3,5-Tonnen-Grenze des B-Führerscheins ausgelegt.

Bei den Wohnwagen ist man schnell bei 1,5 Tonnen und mehr. Das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs draufgerechnet, erhält man das Gespanngesamtgewicht. Da stößt der B‑Führerschein schnell an seine Grenzen. Ein weiterer Grund für Wohnwagenfans, den Anhängerführerschein zu machen.

Doch keine Panik: Auch bei den Wohnwagen gibt es inzwischen wieder mehr Leichtbau-Modelle, die aerodynamischer gedacht sind und für kleine Zugwagen oder Elektroautos optimiert sind. Nur die Auswahl ist dann eben kleiner – gerade für Familien, da die kleinen Wohnwagen oft eher auf Paare ausgelegt sind.

Die Grundrissauswahl steigt mit Gewicht und Preis

Insgesamt gibt es unter den Wohnwagen jedoch die größere Auswahl für Familien. Zahlreiche Stockbettenmodelle zum Beispiel, mit eigenem Kinderzimmer und teilweise auch mehreren Sitzgruppen. Hier hat jeder seinen eigenen Schlafplatz und hinreichend Platz am Frühstückstisch. Bei den Wohnmobilen gibt es ebenfalls Familienmodelle – vor allem unter den Alkoven. Diese gehen jedoch oft mit Kompromissen einher. Entweder in der Sitzgruppe oder bei den Schlafplätzen. Irgendwo wird immer Platz für das Fahrerhaus abgezogen. Und die äußeren Dimensionen steigen auch mit dem Platzbedarf. Die Wendigkeit geht mehr und mehr verloren und man nähert sich der Sesshaftigkeit des Wohnwagens. Natürlich gibt es Ausnahmen: Familien mit drei Kindern und Hund, die mit einem VW-Bus in den Urlaub fahren, beispielsweise. Möglich, aber nicht immer besonders lustig für alle Beteiligten.

Für Paare und Alleinreisende hingegen gibt es eine große Auswahl geräumiger und kompakter Grundrisse. Hier bleiben im Wohnmobil-Segment fast keine Wünsche offen. Außer vielleicht beim Preis.

Anschaffungskosten und laufende Ausgaben

Beim Blick auf den Geldbeutel gewinnt der Wohnwagen: günstigere Einstiegspreise, geringere laufende Kosten (kein Motor, geringere Wartungskosten) und niedrigere Versicherungsbeiträge.

Wohnmobile sind in Anschaffung und Unterhalt deutlich teurer – ein sehr günstiges Wohnmobil beginnt bei mindestens 40.000 Euro. Für diesen Betrag bekommt man bereits einen Mittelklasse-Wohnwagen. Zudem ist die Versicherung eines Wohnmobils mit der eines Pkw zu vergleichen. Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko und Schutzbriefe summieren sich, um das Fahrzeug und seine Komponenten sowie den Ausbau und die Insassen zu schützen.

Im Gespann trägt der Zugwagen die Hauptlast der laufenden Kosten. Dieser ist gleichzeitig das Alltagsauto, was ein Wohnmobil meist nicht ist. So kostet das Wohnmobil zusätzlich zum Alltags-Pkw, wird aber meist deutlich weniger bewegt.

Alltagstauglichkeit und Abstellplatzproblematik

Wohnwagen haben den Vorteil, dass das Zugfahrzeug im Alltag weiter genutzt werden kann; der Caravan selbst steht meist am Platz oder auf einem Abstellplatz. Das ist praktisch, aber es bedeutet auch, dass der Wohnwagen oft über längere Perioden abgestellt und untergebracht werden muss, da er nicht am Straßenrand stehen bleiben kann.

Reisemobile sind sperriger im Alltag und kaum als Zweitwagen geeignet – trotzdem sind sie leichter regelmäßig zu bewegen, da sie jederzeit fahrbereit sind, und theoretisch auch leichter zu parken, da sie am Straßenrand stehen dürfen. Doch letztlich ist es egal, ob Wohnmobil oder Wohnwagen: Beide sollten einen geschützten Abstellplatz haben, spätestens für die Winterpause.

Langlebigkeit, Technik und Werkstattbedarf

Wohnwagen sind technisch einfacher aufgebaut, haben weniger verschleißanfällige Aggregate und können bei guter Pflege Jahrzehnte halten. Reparaturen sind oft simpler und günstiger. Motor und Fahrzeugtechnik erhöhen die Komplexität und das Risiko für teure Reparaturen; der Wertverlust ist oft höher.

Autarkie und Versorgung unterwegs

Ein großer Vorteil des Wohnmobils ist die Autarkie. Mit eigenen Batterien, Wassertanks und einer Borddusche kann man auch mal zwei, drei Tage ohne Stromanschluss stehen. Das kann sich auszahlen, wenn man viel auf Stellplätzen übernachtet oder gerne etwas ab vom Schuss auf kleinen Campingplätzen mit schlechterer Infrastruktur übernachtet.

Der Wohnwagen ist stärker auf Campingplätze ausgelegt. Strom, Wasser und Sanitäranlagen werden hier über den Platz bereitgestellt – was für viele Familien sogar angenehmer ist. Schließlich bedeutet das: keine schlange vor dem Klo oder der Dusche auf engstem Raum und keine Sorge um leere Batterien. Doch auch Wohnwagen werden immer autarkiefähiger, beispielsweise durch Solarpakete.

Die Philosophie entscheidet

Am Ende läuft es auf die persönliche Reisephilosophie hinaus: Wer spontan, unabhängig und oft unterwegs sein will, für den ist das Wohnmobil die logische Wahl. Wer Komfort, Wohnraum und kosteneffizientes Familiencamping schätzt, spricht viel für den Wohnwagen. Beide Konzepte haben starke Pro- und Contra-Argumente — deshalb gilt der wohl wichtigste Tipp: Probieren Sie aus. Mieten Sie auch mal für eine Woche das andere Campinggefährt und testen Vorzelt-Routine oder eine Kurzreise im Campervan, bevor Sie sich festlegen.

Checkliste: Pro und Contra Wohnwagen und Wohnmobil

In dieser Übersicht finden Sie nochmals alle Vorteile und Nachteile der jeweiligen Fahrzeugkategorie zusammengefasst.

Wohnwagen

 Familienfreundlicher – besonders mit kleinen Kindern
 Mehr Platz und Wohnkomfort
 Günstiger in der Anschaffung und im Unterhalt:
 Flexibel mit dem Auto kombinierbar
 Besser für längere Standzeiten / Saison-Camping
 Ideal für Familien, die regelmäßig auf denselben Platz fahren.

 Weniger flexibel unterwegs
 Schwieriger zu fahren / rangieren
 Abstellproblem: Saisonbedingt entstehen "Stehzeiten"
 Weniger Autarkie unterwegs

Wohnmobil

 Spontanität & Flexibilität
 Komplett autark unterwegs
 Ein Fahrzeug für alles: Kein Gespann, einfach zu fahren.
 Komfort während der Fahrt
 Schneller Start und weniger Aufbauaufwand

 Teurer in Anschaffung & Unterhalt
 Weniger flexibel am Zielort
 Zuladungsprobleme v.a. bei 3,5-Tonnen-Modellen
 Weniger Wohnraumgefühl
 Kein Alltagsfahrzeug