Deshalb werden Mietcamper immer beliebter

Entwicklung des internationalen Campingmarkts
Trotz Weltlage: „Reiselust ist so hoch wie nie“

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.04.2026
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Strandcamping, Camper Days, Costa Rica, Mietcamper, International, Dachzelt
Foto: Camper Days

Für Camperinnen und Camper oder Interessierte, die sich kein teures Wohnmobil anschaffen wollen, bieten Mietcamper eine attraktive Alternative. Diese Fahrzeuge können ganz flexibel in zahlreichen Ländern für kurze Städtetrips oder wochenlange Campingurlaube angemietet werden. Die Plattform Camper Days dient hier als Vermittlung, auf der Nutzer*innen verschiedene Anbieter vergleichen und passende Reisemobile finden können. Ein großer Vorteil neben der Flexibilität stellt das internationale Angebot an Vermieter*innen auf Camping Days dar. Schon lange kann man nicht mehr nur in Europa Urlaub machen, sondern auch in Nord- und Südamerika, Japan, Australien und Afrika. Diese unglaubliche Breite an Reisezielen bietet völlig neue Campingerlebnisse, die mit einem eigenen Mobil so kaum möglich wären.

Auf Grund politischer und ökonomischer Vorgänge entwickelt sich vor allem der internationale Campingmarkt äußerst dynamisch. Wir haben Maximilian Schmidt, Geschäftsführer von Camping Days, gefragt, welche Veränderungen und Trends in der Welt des Mietcampings zu beobachten sind.

Interview zum internationalen Campingmarkt

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Camping Days
Viele Menschen betrachten die weltweite Lage zurzeit eher mit gemischten Gefühlen. Hat das Auswirkungen auf das Buchungsverhalten von Wohnmobilreisen in aller Welt?

Natürlich beobachten wir die globale Lage sehr genau. Politische Unsicherheiten, wirtschaftliche Faktoren und auch mediale Berichterstattung spielen bei Reiseentscheidungen heute eine größere Rolle als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig zeigen unsere Daten aber sehr eindeutig: Die Reiselust ist so hoch wie nie. Seit 2022 wächst das Umsatzvolumen bei Camper Days jährlich um durchschnittlich 21 Prozent, und 2025 lag das Buchungsvolumen bei rund 197 Prozent des Vor-Covid-Niveaus von 2019. Was sich verändert hat, ist weniger das Ob, sondern das Wohin. Reisende verzichten nicht, sie entscheiden bewusster. Wir sehen aktuell deutliche Verschiebungen bei den Destinationen: Während die Nachfrage nach Camperreisen in den USA spürbar zurückgeht, gewinnen Ziele wie Kanada, Australien oder Neuseeland an Bedeutung. Im Jahr 2025 ist unser bisheriger größter Reisemarkt, die USA, von Australien abgelöst worden. Politische Rahmenbedingungen und Sicherheitswahrnehmungen spielen eine zunehmend wichtige Rolle.

Folgen die Buchungen bei Camper Days vor allem den etablierten Traumrouten oder suchen reiselustige Camper auch wenig bekannte Gegenden für die große Tour?

Die klassischen Traumrouten bleiben weiterhin sehr gefragt. Fernreiseziele wie Australien, Neuseeland, die USA oder Kanada zählen nach wie vor zu den volumenstärksten Märkten – nicht zuletzt wegen ihrer guten Infrastruktur und der langjährigen Camper-Tradition. Gleichzeitig wird der Destinationsmix aber breiter. Immer mehr Reisende interessieren sich auch für Ziele abseits der bekannten Klassiker. Besonders dynamische Wachstumsraten sehen wir aktuell in Ländern wie Japan, Costa Rica oder Island. Insgesamt wird der Markt damit vielfältiger: Die etablierten Traumziele bleiben wichtig, werden aber zunehmend durch neue und weniger bekannte Routen ergänzt.

In fast allen europäischen Ländern sind die Kosten rund ums Thema Camping zuletzt spürbar angestiegen. Wie haben sich die Mietpreise für Wohnmobile weltweit entwickelt?

International sehen wir ein sehr differenziertes Bild. In vielen unserer Kernmärkte – etwa in Kanada, Australien, Neuseeland oder Namibia – sind die durchschnittlichen Mietpreise zuletzt moderat gesunken. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in den USA: Dort liegen die Preise im Schnitt rund sieben Prozent niedriger, was sich klar durch die rückläufige Nachfrage erklären lässt. Anders ist die Situation zum Beispiel in Island. Dort sind die Preise zuletzt gestiegen, vor allem wegen der begrenzten Fahrzeugverfügbarkeit und einer sehr hohen saisonalen Auslastung. Insgesamt beobachten wir aber, dass sinkende Mietpreise nicht automatisch zu niedrigeren Reisebudgets führen. Viele Reisende sind weiterhin bereit, für wahrgenommenen Mehrwert zu zahlen, vergleichen allerdings genauer und treffen ihre Entscheidungen bewusster.

Wie sieht die typische Zielgruppe für Mietmobile in außereuropäischen Ländern aus?

Eine "typische" Zielgruppe gibt es eigentlich nicht. Camperreisen sprechen Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen an – von jungen Erwachsenen bis hin zu älteren Reisenden. Die stärkste Altersgruppe liegt aktuell bei den 25- bis 34-Jährigen, was zeigt, dass Fernreisen mit dem Camper längst kein Nischenthema mehr sind. Gleichzeitig sind Reisende ab 65 Jahren eine besonders relevante Gruppe. Sie bleiben oft länger unterwegs und investieren entsprechend mehr in ihre Reise. Über alle Altersgruppen hinweg dominieren Paarreisen, was den Camper als gemeinsames Reiseerlebnis bestätigt. Spannend ist zudem die Entwicklung bei Solo-Reisen: Dieser Bereich wächst, wenn auch von einem kleineren Niveau aus. Zwischen 2023 und 2025 haben die Buchungen um knapp 25 Prozent zugelegt, rund 40 Prozent davon entfallen bereits auf allein reisende Frauen. Das zeigt, dass der Camper zunehmend auch für individuelle, selbstbestimmte Reiseformen genutzt wird.

Welche Trends sind bei den gebuchten Campingfahrzeugen außerhalb Europas zu beobachten?

Einen globalen Einheitstrend gibt es bei den Fahrzeugen nicht. Die Wahl des Campers hängt sehr stark von der jeweiligen Destination und den konkreten Reiseanforderungen ab. In Ländern wie Namibia oder Costa Rica sind geländetaugliche 4×4-Fahrzeuge praktisch Voraussetzung, während in Neuseeland vor allem sogenannte self-contained Camper gefragt sind, nicht zuletzt wegen der gesetzlichen Vorgaben. Über alle Märkte hinweg zeigt sich aber eine gemeinsame Entwicklung: Die Nachfrage geht zunehmend in Richtung kleinerer, effizienterer Fahrzeuge mit einer soliden Grundausstattung.

Gibt es einen besonderen Tipp für alle, die ein außergewöhnliches Campingerlebnis suchen?

Camperreisen leben von Flexibilität und davon, unterwegs Entscheidungen treffen zu können – nicht davon, möglichst viele Orte abzuhaken. Eine grobe Route und die ersten Campingplätze im Voraus sind sinnvoll; danach darf gern etwas Luft im Plan bleiben. Wer sich darauf einlässt, erlebt oft genau die Momente, die man nicht geplant hat. Vergleichen, buchen, losfahren und dann schauen, was unterwegs passiert.

Fazit