Nachdem der gestrandete Buckelwal Timmy wochenlang für Gesprächsstoff gesorgt hatte, flacht der Trubel um das mittlerweile verstorbene Tier ab. Die Wal-Euphorie bleibt jedoch ungebremst. Daher wollen wir zeigen, wo man die riesigen Meeressäuger in Europa in freier Wildbahn sehen kann.
Whale-Watching gehört für viele Reisende auf die persönliche Bucket-Liste. Jedoch ist Vorsicht bei der Buchung geboten. Es sollten ausschließlich Touren bei seriösen Anbietern gebucht werden, die nicht zu nah an die Tiere heranfahren und ihnen den nötigen Respekt gewähren. Daher gilt es, sich vor der Buchung gut zu informieren und den richtigen Anbieter auszuwählen.
1. Norwegen: Fjorde und lange Sommernächte in Andenes
Unsere erste Empfehlung für einen gelungenen Whale-Watching-Trip liegt in Skandinavien. Norwegen gilt als das Eldorado der Walsafaris und ermöglicht das ganze Jahr über, die Tiere zu bestaunen.
Im Sommer geht es dafür weit in den Norden, bis über den Polarkreis. Hier, wo die Sonne in den warmen Monaten immer scheint, bietet sich die Hafenstadt Andenes als optimaler Ausgangspunkt für eine Whale-Watching-Tour an. Die Stadt am nördlichsten Zipfel der Vesterålen ist vom Festland ebenso mit der Fähre wie über eine Brücke zu erreichen.
Hier starten viele Touren in die Gewässer von Andøya, um die bis zu zehn beheimateten Walarten zu sehen. Besonders der Pottwal ist hier prominent angesiedelt und kann das ganze Jahr über beobachtet werden.
Midnattsol Camping, Bleik
Zum Übernachten eignet sich der Midnattsol Camping in der Ortschaft Bleik, etwa zehn Kilometer von Andenes entfernt. Bis zu 60 Mobile finden auf dem kostenpflichtigen Camping direkt am Meer einen Platz. Die Ortschaft Bleik ist so klein, dass sie in kurzer Zeit komplett zu Fuß begehbar ist. Ein paar Restaurants, Cafés sowie Einkaufsmöglichkeiten und eine Bushaltestelle findet man trotzdem.
1. Norwegen: Kalte Polarnächte in Tromsø
Besonders Hartgesottene können im Winter unter den Polarlichtern Wale beobachten. Vorausgesetzt, das Reisemobil oder der Caravan ist mit einer guten Heizung ausgestattet. Dank des Golfstroms sinken die Temperaturen rund um die Fjorde um Tromsø und Senja jedoch nicht viel weiter, als sie es in Mitteleuropa tun.
Und genau hierhin treibt es vor allem Buckelwale und Orcas sowie gelegentlich einige Finnwale. Sie alle folgen den Millionen von Heringen, die sich im Winter in den Fjorden aufhalten. Sie bilden die Hauptnahrungsquelle für die Meeressäuger über den Winter.
Tromsø Camping, Tromsø
Für eine Übernachtung im Reisemobil bietet sich der Tromsø Camping, ein Stück außerhalb der Stadt, an. Der kostenpflichtige Stellplatz bietet Brötchenservice, Strom, Sanitäranlagen und Ladesäulen für E-Fahrzeuge. Außerdem sind Entsorgungsmöglichkeiten ebenfalls im Übernachtungspreis enthalten. Ein ÖPNV-Anschluss ist fußläufig zu erreichen. So ist man schnell in der Innenstadt und am Hafen, wo viele der Touren beginnen.
2. Spanien: Whale-Watching in der Straße von Gibraltar
Etwas wärmer wird es bei unserem nächsten Tipp. Die spanische Stadt Tarifa liegt am südlichsten Zipfel der Iberischen Halbinsel direkt an der Straße von Gibraltar. Wer einen Andalusien-Trip plant, sollte dringend einen Abstecher an die Meerenge zwischen Atlantik und Mittelmeer machen.

In der Straße von Gibraltar gibt es nicht nur Wale, sondern auch andere Meeressäuger zu sehen.
Die Saison in Tarifa geht von März bis Oktober. Wale und Delfine können bei bis zu 99 Prozent aller Ausfahrten beobachtet werden. Hier können Sie guten Gewissens beim Anbieter Firmm eine Tour buchen. Dieser bietet seriöses Whale-Watching mit respektvollem Abstand an, sodass Sie unter anderem Orcas, Finnwale und verschiedene Delfin-Arten bestaunen können. Die Touren starten direkt im Hafen von Tarifa.
Wohnmobilstellplatz Area La Marina, Tarifa
Wer sich für eine solche Tour entscheidet, kann in der Nähe des Hafens übernachten. Der Wohnmobilstellplatz Area La Marina Tarifa kann bis zu 80 Mobile beherbergen. Im Übernachtungspreis sind Wasser sowie Entsorgungsmöglichkeiten inbegriffen. Der Platz eignet sich besonders für autarke Fahrzeuge, da keine sanitären Anlagen oder Landstrom zur Verfügung stehen.
3. Pelagos: Europas größtes Walschutzgebiet
Nun zum Mittelmeer, genauer gesagt zwischen Côte d’Azur, Sardinien und Toskana. Hier erstreckt sich das 87.000 Quadratkilometer große Walschutzgebiet Pelagos. Zwölf Arten von Meeressäugern leben dort, da sie in den ansässigen Gewässern ein besonders gutes Nahrungsangebot finden. Darunter Arten wie der Finnwal, der Pottwal, der Schwertwal und eine Vielzahl von Delfinen.
Spannende Walbeobachtungstouren werden vielerorts angeboten. Besonders günstig liegt die Hafenstadt Genua in Ligurien. Für seinen Hafen und seine historische Altstadt bekannt, sind in Genua ebenfalls viele Anbieter für Whale-Watching-Touren zu finden.

Neben seiner Altstadt kann Genua auch mit Whale-Watching-Touren glänzen.
Campeggio Villa Doria, Genua
Für eine Übernachtung ein Stückchen außerhalb der umtriebigen Großstadt empfiehlt sich der Campeggio Villa Doria. Der Campingplatz liegt im Wald, etwa 25 Autominuten vom Stadtzentrum entfernt. Dieses ist auch ohne fahrbaren Untersatz einfach mit dem Bus zu erreichen. Vor Ort ist ein Brötchenservice vorhanden und Hunde sind ebenfalls willkommen.





