Der erste See auf unserer Tour ist der Ammersee, über dem sich bei unserer Ankunft ein heftiges Gewitter zusammenbraut. Da der Stellplatz am Seeufer in Herrsching bereits gefüllt ist, fahren wir zum fünf Kilometer entfernten Stellplatz am Kloster Andechs. Unterhalb des Benediktinerklosters liegt ein großer Parkplatz, auf dem ein Teil für Wohnmobile reserviert ist.
Herrsching und Andechs: Tradition trifft Moderne
Seit Jahrhunderten beten und arbeiten die Benediktinermönche auf dem Heiligen Berg. Das Bierbrauen hat eine lange Tradition, aber bei den Führungen kommen neue Technologien zum Einsatz. Hier taucht man mit VR-Brillen in die faszinierende Welt des Brauens ein. Die Bierprobe wird aber zum realen Genuss.
Der Ammersee gehört zu den größeren Seen im Voralpenland. Ein Raddampfer legt regelmäßig an der Promenade von Herrsching an. Nur wenige Meter weiter lädt der Biergarten vom Seehof mit bayerischer Küche zur Einkehr. Zum Übernachten fahren wir fünf Kilometer weiter an den Pilsensee auf den gleichnamigen Campingplatz. Ein Stand vor dem Tor bietet freitags frischen Fisch an.
Camping-Tipps am Ammer- und Pilsensee.
Wohnmobilstellplatz Herrsching, Herrsching
Wohnmobilstellplatz Andechs, Andechs
Camping am Pilsensee, Seefeld

Unser erster Übernachtungsplatz der Reise liegt am bayerischen Kloster Andechs.
Kochelsee – Kanada-Feeling in Bayern
Nächster Halt: Camping Renken am Kochelsee. Auf dem Weg machen wir eine Pause im Klostergut Schlehdorf. Hier führt heute eine solidarische Genossenschaft die Arbeit der Ordensschwestern fort. Neben Landwirtschaft und Gemüsegärtnerei gibt es einen Hofladen samt Café.
Die Umgebung des Campingplatzes Renken erinnert ein bisschen an Kanada im Kleinformat, hohe Bäume, die sich gemeinsam mit den Bergen im klaren Wasser spiegeln. Am Ufer entlang kommt man zum Gasthaus Grauer Bär. Von der Terrasse blicken wir über den See und bis zu den Berggipfeln.
Der Dorfgasthof von Kochel am See gehört zu den Tafernwirten, die sich bodenständiger, frischer Küche verpflichtet fühlen. Der Begriff Tafern kommt von Taverne. Über zehn Gasthöfe in der Region bezeichnen sich so und bieten Regionales wie Fisch aus den Seen oder Wild aus den bayerischen Wäldern. Etwas oberhalb des Sees thront das Franz-Marc-Museum in einer Villa mit Anbau. Vor allem das Licht, das die Bilderbuchlandschaft noch etwas weicher erscheinen lässt, zog die Maler der Gruppe Blauer Reiter hierher.
Campingplatz Renken, Kochel am See
Walchensee & Tegernsee – Natur und Kultur pur
Nicht weit vom Campingplatz liegt das Walchenseekraftwerk, das besichtigt werden kann. Der Walchensee, auf dem keine Motorboote zugelassen sind, wird wegen des türkisfarbenen Wassers auch bayerische Karibik genannt. Da er auf 800 Meter Höhe liegt und fast 200 Meter tief ist, wird Baden zum kühlen Vergnügen.
Ganz klar und rein ist der östlich gelegene Tegernsee. Eingebettet in die Voralpen, liegt er auf über 700 Meter Höhe. Idyllisch reihen sich hübsche Villen im bayerischen Stil entlang des Ufers, da kommt man so richtig ins Schwärmen. Unser Ziel ist Rottach-Egern, ein schmucker Ort am südlichen Ufer, überragt vom Wallberg, den auch Gleitschirmflieger schätzen.
Im Herzoglich Bayerischen Brauhaus wird nach Familientradition gebraut, bei Führungen und in der Brauereigaststätte kann man das Bier probieren. Uns zieht es in den Haubentaucher, dessen große Sonnenschirme einladend am Ufer stehen. Wirt Alois Neuschmid bietet mittags eine kleine Karte mit wechselnden Gerichten und abends ein Überraschungsmenü auf Sterne-Niveau.

Der Haubentaucher in Rottach-Egern am Tegernsee serviert Saibling nach Matjesart.
Mit seinem Team macht er auch Brot, Pasta, Marmelade und die Kuchen selbst, die in einer Vitrine stehen und bei denen die Auswahl schwerfällt. Dieser Logenplatz am See ist einen Stopp wert. Später führt uns die Seepromenade zur Confiserie Hagn, wo es Pralinen zum Mitnehmen gibt.
Campingplatz Wallberg, Weißach am Tegernsee
Österreichische Seen: Wolfgangsee & Schafberg
Am Chiemsee vorbei, fahren wir weiter nach Österreich an den Wolfgangsee. Er liegt eingebettet zwischen Wald, Wiesen und Berglandschaften im Salzkammergut und beeindruckt mit einem malerischen Panorama.

Das weisse Rössl am Wolfgangsee ist nicht nur Operettenfolklore, sondern auch ein Hotel.
Eine Zahnradbahn fährt von St. Wolfgang auf den 1783 Meter hohen Schafberg. Die steilste Dampf-Zahnradbahn Österreichs überwindet mehr als 1000 Höhenmeter bis zur Schafbergspitze. Dort schweift unser Blick über sieben Seen, darunter Mond- und Attersee. Wer unten bleibt, muss zwar auf die grandiose Aussicht verzichten, kann aber in der Dorf-Alm zu St. Wolfgang urig essen – fast wie auf dem Berg. Es gibt regionale Klassiker wie gekochtes Rindfleisch. In der See-Destillerie bekommt man Gin und mehr – notfalls aus dem Automaten.
Seeterrassencamping, St. Wolfgang (A)
Finale in Kärnten – Slow Food am Wörthersee
Abschluss unserer Tour: der Wörthersee in Kärnten. Sein mediterranes Flair erinnert an das nahe Italien. Mit Blick vom Balkon des Falkensteiner Schlosshotels Velden gönnen wir uns das Slow-Food-Menü von Koch Thomas Gruber.

Einer der kulinarischen Höhepunkte der Tour ist das Restaurant im Schloss Velden.
Die Slow-Food-Idee basiert auf dem nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln und ist in Kärnten weit verbreitet, wo es auch die erste Slow-Food-Akademie gibt. Schwer zu sagen, welcher Anblick mehr Aufmerksamkeit verdient – der See, der mit hereinbrechender Dunkelheit magisch wirkt, oder die Kreationen auf unseren Tellern.





