Wo einst Braunkohlebagger die Erde aufrissen, planschen heute Camper im See – der Campingplatz Grünewalder Lauch in der Lausitz ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich Industriebrachen in Erholungsparadiese verwandeln lassen. Seit ein engagiertes Betreiberpaar den einstigen DDR-Platz übernommen und klug modernisiert hat, stimmt hier fast alles: gepflegte Stellplätze am Wasser, ein nneues Sanitärhaus, gute Gastronomie, ein durchdachtes Veranstaltungsprogramm – und trotzdem wohltuende Ruhe.
"Lauch" steht hier für Moor oder Sumpf. Heute geht man dort trockenen Fußes durch die Heide. Und sollten die Füße doch mal nass werden, dann steht man im See gleichen Namens wie der Platz – einem mit Wasser gefüllten Braunkohletagebau im Westen des Lausitzer Reviers. Die Kohleförderung ist hier schon Anfang der 1970er Jahre wieder aufgegeben worden, stattdessen wurde das Gebiet touristisch erschlossen.
Zunächst mit einem von der Gemeinde verwalteten Campingplatz im DDR-Look. Dieser wurde 2012 vom Ehepaar Doreen und Jens Bohge übernommen und behutsam modernisiert. Die Bohges schufen ein Strom- und Trinkwassernetz, bauten außerhalb des Platzes eine moderne Entsorgungsanlage für Grauwasser und Chemie-WC und erhöhten die Zahl der Übernachtungen von 2.800 pro Jahr auf 30.000. Zuletzt wurde im Frühjahr 2025 ein neues Sanitärhaus fertiggestellt.
Rund um den Platz gibt es einen Sandstrand am See mit getrennten Bereichen für Textil, FKK und Hunde sowie Möglichkeiten für Wassersport und Minigolf. Wanderer finden direkt vor der Tür den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft.
Ruhe trotz einiger Veranstaltungen
Am Grünewalder Lauch sorgen 25 Mitarbeitende dafür, dass der Betrieb läuft. Die Crew macht einen ausgesprochen freundlichen und hilfsbereiten Eindruck. Für die allgemein gute Stimmung sorgen die zahlreichen Feste und Veranstaltungen auf dem Platz. Der ausgehängte und auch im Internet einzusehende Veranstaltungsplan lässt einem die Augen übergehen. Trotzdem wird Ruhe großgeschrieben. Und spätestens um 22 Uhr – 23 Uhr bei einigen Ausnahmeveranstaltungen – ist Nachtruhe angesagt. Man glaubt es Jens Bohge, wenn er versichert, dass er für diese Ruheeinhaltung sorgt.

Die Betreiber, das Ehepaar Doreen und Jens Bohge, erfahrene Camper seit Jahrzehnten.
Diese Konsequenz steht auch im Einklang mit der originellen Preisgestaltung für Hunde. Während der "campingfreundliche" Hund 3 Euro kostet, ist der "unfreundliche, bellende Hund" zwei Euro teurer. Das ist ein klares Signal an die Hundehalter, aber auch an alle anderen Gäste, dass hier unnötiger Lärm nicht einfach hingenommen wird.
Der überdachte Biergarten und andere überdachte Sitzgelegenheiten schützen vor zu starkem Sonnenschein und lassen auch Gespräche, Essen und Trinken im Freien zu, wenn es regnet. Sehr angenehm die Möglichkeit, praktisch täglich alle drei Hauptmahlzeiten im kleinen Restaurant einnehmen zu können. Der Miniladen mit einem recht gut sortierten Zeitschriftenangebot tut sein Übriges, um im Lauch eine gute Zeit verbringen zu können.
Kunstguss-Museum Lauchhammer

Kunstguss-Museum Lauchhammer.
Die Industrialisierung der Lausitz begann vor 300 Jahren mit der Erfindung des Eisenkunstgusses im heutigen Lauchhammer. Es entstand die erste Produktionsstätte für gusseiserne Großplastik, die inzwischen weltweit zu sehen ist. Diese Leistung wurde 2022 mit der Verleihung des Titels "Kunstguss-Stadt" an Lauchhammer gewürdigt. Im Museum sind insbesondere Gipsmodelle von mehr oder minder berühmten Köpfen zu sehen. Das Museum bietet darüber hinaus wechselnde Sonderausstellungen, nicht nur zum Thema Kunstguss.
Der besondere Tipp

Das Besucherbergwerk F60.
Das Besucherbergwerk F60: 502 Meter lang, 204 Meter breit und über 11.000 Tonnen schwer – die Abraumförderbrücke F60 ist ein wahrer Gigant. Sie wurde zu einem viel besuchten Besucherbergwerk umgestaltet. Es steht in Lichterfeld, nur 15 Kilometer vom Campingplatz entfernt am Bergheider See. Bei Führungen durch den"quer liegenden Eiffelturm" gelangt man bis in 80 Meter Höhe. Wem der Abstieg zu tröge erscheint, kann auch ein Abseilen buchen.
Campingplatz Grünewalder Lauch
- Größe und Charakter: 5 ha, 175 Plätze für Touristen, 100 für Dauercamper, 21 Mietunterkünfte, ebene Wiese, Laub- und Nadelbäume, teils Schatten, parzelliert.
- Öffnungszeiten: Anfang April bis Ende Oktober, Nachtruhe 22 Uhr bis 7 Uhr, Rezeption in der Hauptsaison 8 bis 21 Uhr, sonst bis 18 Uhr.
- Attraktionen: Badestrand, Sportplatz, Sauna, Minigolf, Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft.
Wertung
- Lage: 2,5 von 3 Punkten.
Unweit der A 13 Berlin–Dresden liegt der Platz westlich von Lauchhammer im Grünen, am See Grünewalder Lauch. - Ausstattung: 3 von 3 Punkten.
Mindestens 100 Quadratmeter große Stellflächen, Minimarkt und Kiosk mit Biergarten, täglich kleine Mahlzeiten. - Freizeitwert: 2,5 von 3 Punkten.
Badestrand(Sand) mit Bereichen Textil, FKK, Hunde, Wassersport. Minigolf, Wandern im Naturpark.






