Reise-Tipp: Deutschland 2010
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Reise-Tipp: Deutschland 2010 13 Bilder

Wohnmobilreise durch Oberschwaben

5 gute Gründe für Oberschwaben

Es ist ein gesegneter Landstrich: Die Oberschwaben sind stolz auf ihre Heimatregion. Zu Recht angesichts der prachtvollen Bauwerke und der bodenständigen Küche, der lieblichen Landschaft und der vielen Thermen. Bedeutende Reisemobilhersteller wie Carthago, Dethleffs oder Hymer sind dort ansässig, und es gibt drei Dutzend gepflegte Stellplätze – also nichts wie hin!

1. Burgen und prunkvolle Schlösser

Vom Donauufer aus betrachtet wirkt Schloss Sigmaringen, das erhaben auf einem Felsen thront, wie ein mächtiges Bollwerk. Einen weniger wehrhaften Eindruck vermittelt hingegen die Südseite, wo Türme und Mauern harmonisch mit dem Sigmaringer Stadtbild verschmelzen. Täglich angebotene Führungen gewähren spannende Einblicke in den Sitz des Fürsten von Hohenzollern und in die fast tausendjährige Geschichte des Hauses. Zu bestaunen sind unter anderem prächtige, mit kostbaren Möbeln und Gemälden ausgestattete Residenzsäle. Spezielle Themenführungen – spannend auch für Kinder – lassen das einstige höfische Leben wieder lebendig werden. Indes wartet das nahe Meßkirch mit einem schmucken Renaissanceschloss nach italienischem Vorbild auf. Prunkstück dieser Dreiflügelanlage ist der Festsaal mit seiner bestens erhaltenen Kassettendecke.

Die Heuneburg in Hundersingen hingegen ist die Rekon­struktion eines frühkeltischen Fürstensitzes. Ebenfalls ein Nachbau – und zwar nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen: die Bachritterburg in Kanzach. Sie demonstriert, wie eine Holzburg des Niederadels vor etwa 700 Jahren wohl aussah. Regelmäßig finden in ihr im Sommerhalbjahr Feste und Veranstaltungen statt, die den Alltag der Menschen im Mittelalter mit viel Liebe zum Detail aufzeigen.

2. Die spannenden Heimatmuseen

Zum richtigen Dorfleben gehörte früher zum Beispiel das Kochen über offenem Feuer oder das Dreschen mit dem Flegel. Dieses und mehr können interessierte Gäste erleben, die das oberschwäbische Museumsdorf Kürnbach an einem der zahlreichen Veranstaltungssonntage besuchen – etwa zum Handwerkertag, Schlachtfest oder Herbstmarkt. Das Museumsdorf besteht aus 32 historischen Gebäuden, die aus verschiedenen Orten zwischen Schwäbischer Alb und Iller zusammengetragen wurden und das Leben und Arbeiten der Menschen aus 500 Jahren widerspiegeln. Bis in die Frühzeit der Siedlungsgeschichte in Süddeutschland reichen dagegen die Fund- und Ausstellungsstücke im Federseemuseum in Bad Buchau. Auf dem Freigelände etwa sind zwölf rekonstruierte Stein- und Bronzezeithäuser zu bewundern. Alles zur regen römischen Vergangenheit erfährt man im Römermuseum in Mengen-Ennetach, wo auch ein archäologischer Rundwanderweg beginnt.

Der besondere Tipp

160 Krippen – geschaffen von bedeutenden internationalen Künstlern – präsentiert das neu gestaltete Krippenmuseum in der historischen Pfarrscheuer in Oberstadion. Geöffnet von Mittwoch bis Sonntag, ganzjährig, November geschlossen. www.Krippen-Museum.de

3. Die Barocken Schätze

Sie gilt als eines der großen Meisterwerke des Rokoko: die Wallfahrtskirche in Steinhausen. Ihr Inneres überrascht durch außerordentliche Eleganz und Lichtfülle, weshalb sie manchen als „die schönste Dorfkirche der Welt“ gilt. Planung und Bau (1728 bis 1733) lagen in den Händen von Dominikus Zimmermann. Dessen Bruder Johann Baptist schuf die bedeutenden Deckenfresken. Im Zentrum der Verehrung steht das „Gnadenbild“, das stets am Freitag nach Christi Himmelfahrt Tausende Pilger anzieht. Das Brüderpaar zeichnete zudem für den Innenausbau der Klosterkirche Sankt Markus in Sießen verantwortlich. Ebenfalls zu den barocken Perlen Oberschwabens zählen die Klosterkirche Sankt Georg in der ehemaligen Benediktiner-Reichsabtei in Ochsenhausen und die Basilika Weingarten, Deutschlands größte Barockbasilika. Letztere ist zum einen für die Heilig-Blut-Reliquie, zum anderem für die Gabler-Orgel berühmt, eine der schönsten Barockorgeln in Europa.

Der besondere Tipp

Der Bibliothekssaal im nie vollendeten Neuen Kloster in Bad Schussenried zählt zu den herausragendsten Sehenswürdigkeiten Oberschwabens. www.schloesser-und-gaerten.de

4. Schlemmen mit heimischen Zutaten

Fleisch, Gemüse und Backwaren sollen von den Höfen der Umgebung stammen – das ist für viele Gastwirte in Oberschwaben schon seit Jahren selbstverständlich. Hier in der Region ist der Tisch traditionell reich gedeckt. Die Natur gibt es eben her. Die Ersten jedoch, die sich gutes Essen überhaupt leisten konnten, waren Klerus und Adel. Vor allem an Festtagen wurde geschlemmt. Bis zu drei Stunden dauerte dann das Mittagsmahl. Die Köche des Barock bereiteten beispielsweise Pilzterrinen, gebeiztes Wild­bret neben Hühnchen in Stachelbeersauce.Als Beilagen gab es „Knöpf“, Schupf- oder Dampfnudeln. Und zum Nachtisch jede Menge „Schmalzküchle“. Einige Restaurants bereichern zumindest zeitweise ihre Speisekarte mit diesen ungewöhnlichen Gaumenfreuden. Es lohnt sich allemal nachzufragen.

In kaum einem anderen Landstrich gibt es so viele kleine, zumeist familiengeführte Brauereien. Sie haben sich zu der Vereinigung „Brauer mit Leib und Seele“ zusammengeschlossen. „Das Bier soll Zeit zum Reifen haben“, lautet ihr Credo. Auf Verfahren zur längeren Haltbarkeit verzichten die meisten Mitglieder ebenfalls. Na dann, Prost! Zu einem oberschwäbischen Essen passt immer ein gutes Bier. Zum Stellplatz sind es sowieso oft nur ein paar Meter.

5. Thermen und aktive Freizeit

Die oberschwäbischen Kneipp-, Moor- und Thermalbäder genießen auch über Baden-Württemberg hinaus einen ausgezeichneten Ruf. Zu den bekanntesten zählen die Adelindis-, die Sonnenhof- und die Waldsee-Therme. Kräuterstempelmassagen und viele weitere Anwendungen ergänzen die wohltuenden Wassertherapien. Auch Freizeitradler kommen auf ihre Kosten. Oft kann man direkt am Stellplatz in einen Fahrradweg einbiegen. Die abwechslungsreiche Landschaft zwischen Donau und Bodensee ist für Radler und Wanderer wie geschaffen. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich auch Kanutouren auf den Flüssen Donau, Schussen und Iller.

Infos, Tipps, Adressen

Restaurant-Tipps

  • Brunnenstube: Sehr beliebt sind die Schlemmerbüfetts und das traditionelle Weinmenü. Mengener Straße 4, 72516 Scheer, Telefon 07572/3692.
  • Rebstock Chefkoch Otto Linder legt großen Wert auf saisonale Küche. Hauptstraße 93, 88512 Mengen, Telefon 07572/76680.
  • Zur Linde: Eines der ältesten Gasthäuser in der Region (seit 1609). In Steinhausen gegenüber der Wallfahrtskirche, 88427 Bad Schussenried, Telefon 07583/2381.

Literatur-Tipp

Genießerrouten Gratisbroschüre, in der über 20 Orte mit Stellplätzen ausführlich beschrieben werden. Herausgegeben von der Tourismus GmbH (siehe unten) mit Unterstützung von promobil.

Auskunft

Oberschwaben-Tourismus GmbH, Klosterhof 1, 88427 Bad Schussenried, Telefon 07583/331060, Fax 07583/331020, E-Mail info@oberschwaben-tourismus.de, Internet www.oberschwaben-tourismus.de

Stellplatz-Tipps

Fast 40 Stellplätze meldet die Region zwischen Sigmaringen, Ulm und Isny. Hier eine kleine Auswahl:

Waldsee-Therme 44 Plätze, 5 Eu­ro pro Fahrzeug, Kurtaxe 2 Euro pro Person, Strom 0,50 Euro/kWh, Sani-Station 1 Euro. Die Therme bietet ein „Schnupperangebot für Reisemobilisten“ mit Moorpackung und Massage. Standort: Unterurbacher Weg, 88339 Bad Waldsee, GPS: 47°54’46’’N, 09°45’42’’O, Info: Telefon 07524/941342, www.bad-waldsee.de

Rondell Seegasse 18 geteerte Stellplätze am Rand des Stadtzentrums, kreisförmig angelegt und gärtnerisch gestaltet. Anmeldung bei der Tourist-Information, Marktplatz 6. 9,50 Euro pro Nacht und Mobil inklusive Kurtaxe, Strom 0,50/kWh, Frischwasser 1 Euro/80 Liter. Beim Kurpark und am Federseemuseum gibt es noch zwei weitere Reisemobilstellplätze. Standort: Seegasse, 88422 Bad Buchau, GPS: 48°04’06’’N, 09°36’34’’O, Info: Telefon 07582/93360, www.bad-buchau.de

Untere Mühle 8 Stellpätze auf Kies. 7,50 Euro pro Nacht (Dethleffs-Reisemobile 5 Euro) zuzüglich 1 Euro Kurtaxe pro Person, Strom 0,50/kWh, Frischwasser 1 Euro, Aufenthalt: maximal 2 Nächte. Am Dethleffs-Werk in Isny steht ein weiterer kostenpflichtiger Wohnmobilstellplatz zur Verfügung (5 Euro pro Nacht zuzüglich 1 Euro Kurtaxe, max. 3 Nächte Aufenthalt). Standort: Seidenstraße, 88316 Isny, GPS: 47°41’41’’N, 10°02’13’’O, Info: Telefon 07562/975630, www.isny.de

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