Die Schwäbische Alb ist dank ihrer wogenden Hügel, tiefen Täler und schroffen Felsen vor allem als Wander- und Fahrradparadies bekannt. Doch in dem etwa 200 Kilometer langen Mittelgebirge in Baden-Württemberg warten noch zahlreiche weitere spannende Ausflugsziele auf Camperinnen und Camper ‒ und natürlich auch genug Stell- und Campingplätze!
Übrigens leitet sich der Name der Schwäbischen Alb nicht etwa vom Albtraum ab, sondern vom Frühneuhochdeutschen albe/alpe, und hat damit eine ähnliche Abstammung wie "die Alpen". Geprägt wird die Region vor allem von riesigen Kalksteinformationen, deren zahllose Höhlensysteme in der Steinzeit vielen Menschen Schutz boten.
So abwechslungsreich ist die Schwäbische Alb
Dank dieser langen Besiedlungsgeschichte und der einzigartigen Landschaft verfügt das UNESCO-Biosphärenreservat über ein besonderes kulturelles und archäologisches Erbe. Die großen Felsen, zwölf Eintausender und viele Flüsse laden aktive Urlauberinnen und Urlauber zu ausgedehnten Wanderungen und Fahrradtouren ein. Besonders das Donautal bei Sigmaringen, mit seinen Burgen, Klöstern und steilen Klippen, ist ein wunderbares Ziel für Naturliebhaberinnen und -liebhaber.
Wir haben 10 einzigartige Ziele für Touren mit dem Reisemobil gesucht, samt passenden Stellplätzen in der Nähe.
Essbares Gold aus Trochtelfingen

Luftaufnahme der Nudelfabrik die das Schwäbische Gold herstellt.
Wer "Schwäbische Alb" hört, denkt natürlich an die traditionellen Spätzle und Schupfnudeln, doch woher kommen die eigentlich? Zum Beispiel aus der Alb-Gold Teigwarenfabrik im beschaulichen Trochtelfingen. Gegründet als kleines Familienunternehmen in den späten 60er, werden hier heute dutzende verschiedene Nudelsorten hergestellt und sogar bis in die USA exportiert. Genießerinnen und Genießer können die teilweise wirklich ausgefallenen Sorten direkt im Besucherzentrum shoppen, geschickterweise in großen Vorratssäcken oder als schöne Geschenkkörbe.
Hier finden Sie neben Teigwaren außerdem viele andere Spezialitäten aus der Region wie Schnäpse, Öle, Marmeladen und Käse. Zu jeder Jahreszeit finden hier empfehlenswerte Märkte mit handwerklichen Produkten und Spezialitäten wie der Adventsmarkt oder die Kürbiswoche statt. Für besonders Nudelinteressierte bietet Alb-Gold außerdem Führungen durch die großen Produktionshallen an und gibt einzigartige Einblicke in die Herstellung der verschiedenen Teigwaren. Besonders schön im Frühling und Sommer ist der eigene Kräutergarten mit vielen verschiedenen duftenden Kräutern und Heilpflanzen, die direkt vor Ort gekauft werden können.
Stellplatz-Tipp:
Unterirdische Bootsfahrt

Unterirdische Bootstouren durch die Wimsener Höhle.
Ein besonderes Naturspektakel wartet zwischen Hayingen und Zwiefalten: die Wimsener Höhle. Mit einer Gesamtlänge von fast 1.500 m ist sie die längste erforschte Unterwasserhöhle Deutschlands und gleichzeitig auch die einzige mit einem Boot befahrbare. Die Bootstouren über das kristallklare Wasser führen leider nur 70 m in das geheimnisvolle Innere der Höhle, da der größere Teil nur mit spezieller Tauchausrüstung erkundet werden kann, und werden mit interessanten Fakten zur Geologie der Schwäbischen Alb begleitet.
Die Höhle eignet sich perfekt als Ziel am Ende einer Wanderung oder Fahrradtour durch die umliegende Landschaft, entlang der in der Höhle entspringenden Zwiefalter Aach. Nach diesem Abenteuer können Sie anschließend im idyllischen Bio-Gasthof Friedrichshöhle einkehren.
Stellplatz-Tipp:
Wasserfall und Wellness in Bad Urach

Der Bad Uracher Wasserfall ist eines der schönsten Ziele auf der Schwäbischen Alb.
Ein weiteres perfektes Wanderziel ist der Wasserfall am Albtrauf bei Bad Urach. Hier stürzt zuvor wenige Kilometer entfernt versickertes Regenwasser etwa 40 Meter in die Tiefe und bildet eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Schwäbischen Alb. Rund um den Wasserfall und die moosbewachsenen Hänge, an denen das Wasser in den Wald fließt, finden sich zahlreiche Wanderwege und Pfade. Besonders bezaubernd ist der Wasserfall im Winter, wenn sich an den Felswänden riesige Eiszapfen gebildet haben.
Für Erholung nach einer langen Wandertour sorgen dann die AlbThermen in Bad Urach mit Saunalandschaft, Dampfbädern und bis zu 38 °C heißem Quellwasser-Becken. Auch die Burgruine Hohenurach ist einen Besuch wert und bietet einen wunderbaren Blick über die Hügel des Albtraufs.
Stellplatz-Tipp:
Wassersport und Abenteuergolf im Seepark Linzgau

Am Seepark Linzgau lässt sich der Sommer wunderbar aushalten. Im Hintergrund sind die Wakeboard-Schanzen zu sehen.
Der alte Baggersee in Pfullendorf hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Freizeitparadies für Jung und Alt verwandelt. Direkt am See finden sich Kiesel- und Sandstrände sowie weite Liegewiesen für eine Erfrischung im Sommer. Wem nach etwas mehr Action ist, kann sich aber auch im Wasserskifahren probieren. Die gesamte Ausrüstung kann direkt vor Ort gemietet werden, und für Unerfahrene gibt es natürlich Anfängerkurse. Anschließend wird man von einer Art Schlepplift mit sattem Tempo über die Wasserfläche und einmal im Kreis über den See gezogen. Zwischendrin gibt es verschiedene Schanzen und andere Hindernisse, die aber natürlich Erfahrung voraussetzen.
Etwas entspannter geht es bei den Tauchkursen zu, für welche auch direkt am See die benötigte Ausrüstung gemietet werden kann.

Minigolf mal anders: Hier muss der Ball eine Gondel auf den Berg erwischen. Schwerer als es aussieht!
Doch bei Wassersport hört das Angebot des Seeparks noch lange nicht auf: Vor Ort gibt es eine große Abenteuerminigolfanlage mit absolut einzigartigen Bahnen, einen Fußballgolf-Parkour und neuerdings auch Fußball-Billard.
Stellplatz-Tipp:
Deutsche Nukleargeschichte

Atomreaktor in einem Bierkeller — das gibt es nur in Haigerloch.
Man mag es kaum glauben, doch im beschaulichen Haigerloch findet sich eines der außergewöhnlichsten Museen Deutschlands. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde nämlich die Reaktorforschung des NS von Berlin hier in den Bierkeller einer Gaststätte verlegt, um sie so vor Zerstörung zu bewahren. Heute führt Interessierte eine multimediale Ausstellung durch die bewegte Geschichte dieses unscheinbaren Kellers und mündet in einer originalgetreuen Rekonstruktion des damals von den Professoren Heisenberg und von Weizsäcker entwickelten Reaktors.
In der Ölmühle direkt neben dem Atomkeller gibt es außerdem eine Dauerausstellung zum Leben und Wirken Heisenbergs. Auch das Schloss und die verwinkelte historische Altstadt sind einen Besuch wert.
Stellplatz-Tipp:
Mittelalterliches Leben hautnah

Hier wird gerade ein Dach auf mittelalterliche Weise gedeckt.
Wer noch weiter in die Vergangenheit zurückreisen möchte, findet im Campus Galli bei Meßkirch ein einzigartiges mittelalterliches Spektakel. Inspiriert vom St. Gallener Klosterbauplan, angefertigt von Mönchen auf der Insel Reichenau um 830 n.Chr., bauen hier etwa 50 Freiwillige ein mittelalterliches Kloster samt Landwirtschaft, Stallungen und Gewerken wie Schmiede, Töpferei und Steinmetzwerkstatt.
Dabei wird höchster Wert darauf gelegt, keine modernen Technologien oder Hilfsmittel zu verwenden, sondern möglichst "originalgetreu" zu arbeiten. Interessierte können über das große Gelände spazieren, den Freiwilligen bei ihren Arbeiten zuschauen und die bereits errichteten Gebäude bestaunen. Auf dem Marktplatz runden traditionelle, einfache Gerichte wie Dennetle (eine Art kleiner Flammkuchen) und Linseneintopf sowie frisch gezapfter Met das Mittelalterambiente ab.
Campingplatz-Tipp:
Auf den Spuren urzeitlicher Bären

Das uralte Bärenskelett ist das Highlight der Bärenhöhle.
Alle Höhlen der Schwäbischen Alb aufzuzählen wäre eine Mammutaufgabe, doch die Bärenhöhle bei Erpfingen darf in keinem Ausflugsplaner der Region fehlen. Benannt wurde sie bei ihrer Entdeckung im Jahre 1949 nach den vielen uralten Bärenskeletten, die im Inneren gefunden wurden. Neben ihnen gehörten auch Nashörner, Höhlenlöwen und später auch unsere Vorfahren zu den regelmäßigen Gästen der steinernen Hallen. Ein komplett restauriertes Bärenskelett und etliche einzelne Knochen können heute noch von Besucherinnen und Besuchern begutachtet werden. Daneben hält die etwa 250 m lange Höhle noch wunderschöne Tropfsteinformationen bereit.
Interessant für Familien: Direkt neben der Bärenhöhle liegt das Traumland. Ein Freizeitpark mit kleinen Fahrgeschäften, Riesenrad, Wildwasserbahn und vielem mehr.
Campingplatz-Tipp:
Mit dem Stocherkahn durch "Neckarflorenz"

Nach Entdeckungstouren durch die Innenstadt ist eine entspannende Stocherkahnfahrt genau das Richtige.
Ein idealer Ausgangspunkt für Ihre Ausflüge auf die Schwäbische Alb ist die Universitätsstadt Tübingen am Albtrauf, also am Rande des Mittelgebirges. Hier wartet eine Altstadt mit ganz besonderem historischem Charme, schönen Parkanlagen und dem Neckar auf Camperinnen und Camper.
Berühmt ist die Stadt für ihre Stocherkahnfahrten: Die langen Holzboote gleiten fast lautlos über einen besonders schönen Abschnitt des Flusses vorbei am Hölderlinturm und werden von Fakten und Erzählungen zur Geschichte der Stadt begleitet. Vom Schloss Hohentübingen aus, das direkt aus der Stadt zu Fuß erreicht werden kann, hat man einen wunderbaren Blick über das Umland und die Ausläufer der Schwäbischen Alb. Empfehlenswert ist auch der Botanische Garten mit seinen großen Gewächshäusern voller tropischer Pflanzen. Eintritt gratis!
Campingplatz-Tipp:
Württembergs Märchenschloss

Das Schloss kann auch als Hochzeits-Location gemietet werden.
Unweit von Tübingen liegt das Schloss Lichtenstein, eines von vielen auf der Schwäbischen Alb, aber durch seine Lage durchaus einzigartig. Denn die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Anlage klammert sich förmlich an die senkrecht abfallenden Kalkfelsen des Albtraufs und bietet so wirklich einen Anblick, wie man es nur aus Märchen kennt. Bis heute befindet sich das Schloss im Besitz der herzoglichen Familie Urach, kann aber von Interessierten weitestgehend frei erkundet werden. Das Innere des Burgfrieds können Besucherinnen und Besucher jedoch nur mit den mehrmals täglich stattfindenden Führungen betreten. Hier warten eine Waffenhalle, mittelalterliche Gemälde und das prunkvoll bemalte Königszimmer.
Weitere Ziele in der Nähe sind der Kletterpark direkt am Schloss oder die Nebelhöhle in Genkingen. Die mächtigen Felsen des Albtraufs laden außerdem zu Wanderungen mit grandiosen Ausblicken über die umliegende Landschaft ein.
Stellplatz-Tipp:
Eine Reise (fast) zum Mittelpunkt der Erde

Die Grubenbahn befördert Besucherinnen und Besucher in die unterirdischen Gänge.
Jahrhundertelang wurde in diesem Bergwerk bei Aalen bis 1939 Eisenerz abgebaut. Heute sind die Tore des unterirdischen Labyrinths für Entdeckerinnen und Entdecker geöffnet, natürlich nur mit Führungen. Zuerst werden Sie dabei von der Grubenbahn in eine Tiefe von 400 Metern befördert, wo es nur noch etwa 11 °C warm ist. Anschließend können etwa 800 Meter des riesigen Komplexes zu Fuß erkundet werden. Dabei bekommen Besucherinnen und Besucher immer wieder spannende Einblicke in die harte Arbeit und das Leben untertage. Besonders nervenkitzelnd ist die simulierte Sprengung einer Gesteinswand, die den Höhepunkt der Führung bildet. Im Winter findet im Besucherbergwerk Tiefer Stollen sogar ein Weihnachtsmarkt mit etwa 40 Ständen statt, die regionales Kunsthandwerk und Kulinarik anbieten.
Stellplatz-Tipp:





