Leser-Tour Bretagne Carsten Wagner
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Campingbus-Tour: Atlantikküste der Region Loire

Camping-Tour entlang der Küste in der Region Loire Traumziel französische Atlantikküste

Die Bretagne gilt als Traumziel vieler Camper. Doch wie sieht die Küste eigentlich etwas weiter südlich aus? Unser Leser Carsten Wagner und seine Partnerin erzählen von Ihrer Tour entlang der französischen Atlantikküste der Region Loire – von Saint-Nazaire nach Rochefort.

Zwölf Jahren lang waren wir mit dem eigenen Wohnmobil unterwegs, bis wir es vor zwei Jahren verkauften. Wir wollen andere Urlaubsformen ausprobieren, doch Corona macht uns einen Strich durch die Rechnung. Also stornieren wir die gebuchte USA-Reise und mieten einen Camper.

Unser Ziel ist die französische Atlantikküste, und zwar jene Stellen, die wir bisher noch nicht kennen. Beim Stöbern in Infomaterialien fällt uns auf, dass es für die Gegend südlich der Bretagne wenig Hinweise in deutschen Reiseführern gibt. Das macht es interessant. Womöglich ist es hier noch nicht so überlaufen.

Fluss & Meer

Mit dem geliehenen Campervan fahren wir über Paris bis Le Mans. Hier übernachten wir auf dem idyllischen kleinen Camping Neuville. Der liegt neben einer Wassermühle an der Sarthe mit freilaufenden Eseln, Pferden und Hühnern.

Nachdem wir uns morgens mit frischen Croissants und Baguette gestärkt haben, fahren wir zu unserem eigentlichen ersten Ziel nach Saint-Nazaire, an die Mündung der Loire. So haben wir auf der einen Seite das Meer und auf der anderen die Loire.

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Le Serpent d’Océan, die Ozeanschlange, heißt die Skulptur am Strand von Saint-Brevin-les-Pins.

Am Strand unterhalb des Campingplatzes in Saint-Brevin l’Océan treffen wir auf ein französisches "Nessie". Hier hat ein Künstler ein riesiges Metallgerippe einer Seeschlange platziert. Je nach Wasserstand ist mehr oder weniger davon zu sehen. Hier beginnen auch zwei große Radwege, der Vélocéan, der am Meer Richtung Süden führt, und La Vélodyssée entlang der Loire ins Landesinnere.

Der Vélocéan begleitet uns während der gesamten Reise. Wir fahren mit den Rädern (ohne Strom) an der Mündung der Loire los. Gleich zu Beginn haben wir Glück. Eine Fahrspur der eindrucksvollen Hochbrücke, welche die Loire überspannt, ist gesperrt. Wir können mit den Rädern über die Brücke fahren, ein nicht alltägliches Erlebnis mit toller Aussicht auf den Mündungstrichter der Loire.

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Mit den Fahrrädern überqueren wir die Pont de Saint-Nazaire. Die Fahrbahn liegt in über 60 Meter Höhe.

Muscheln & Krebse

Nach zwei Nächten fahren wir mit dem Camper über die Küstenstraße weiter in Richtung Pornic. Kurz vorher entdecken wir an der Steilküste einen schönen Picknickplatz und genießen unser tägliches 11-Uhr-Käffchen.

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Wegen der enormen Gezeitenunterschiede liegen die Boote in den Häfen – wie hier in Pornic – bei Ebbe auf dem Trockenen.

Plötzlich wird es voll, ein Auto nach dem anderen parkt um uns herum. Einheimische in Gummistiefeln, teilweise Neoprenanzügen, mit Eimern und Netzen strömen aus allen Richtungen herbei. Manche trinken in geselliger Runde noch ein Gläschen Wein am Auto. Dann gehen allesamt an den Strand und sammeln bei Ebbe unterschiedlichste Sorten Muscheln und Krebse für das Abendessen.

Ein ungewöhnlicher Anblick wie aus einer Reisedoku im Fernsehen, den wir im Lauf dieses Urlaubs noch häufiger erleben. Wir fahren weiter und gehen zum alten Hafen von Pornic. Der Uferweg dorthin ist nur bei Ebbe begehbar. Ein schönes Städtchen mit Hafen zum Bummeln und vielen Einkehrmöglichkeiten. Fisch und Meeresfrüchte sind frisch, sehr lecker und bezahlbar.

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Im Hafen von Pornic: Zu frischem Fisch passt ein gut gekühlter Weißwein. Sehr beliebt ist der Sauvignon Blanc. Die Anbaugebiete erstrecken sich entlang der Loire bis an die Atlantikküste.

Campinghotspot der Einheimischen

Unser nächstes Ziel ist die Île de Noirmoutier. Hier haben wir kein Glück, die Insel ist übervoll. Alle Stell- und Campingplätze sind belegt, trotz Nebensaison. Noirmoutier ist bei den Einheimischen offensichtlich sehr beliebt. Letztlich sind wir froh, keinen Platz gefunden zu haben, denn das ist uns dann doch zu viel Rummel.

So verlassen wir die Insel und finden vor der Brücke, die auf die Insel führt, in Fromentine einen recht leeren Campingplatz, gut gelegen zwischen Strand und Ort. Außer der Brücke gibt es auch eine Straße auf die Insel Noirmoutier. Die Passage du Gois führt über den Meeresboden. Sie lässt sich nur bei Ebbe befahren. Auch hier finden sich Einheimische und Gäste zum Muschelsammeln ein.

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Viereinhalb Kilometer lang ist die Passage du Gois, eine Straße, die nur bei Ebbe über den Meeresboden zur Insel Noirmoutier führt.

Mit dem Pkw kann man durchaus abseits der Straße im Watt parken, da der Untergrund fest ist. Mit dem Camper sind wir vorsichtig. Was sollen wir dem Vermieter erzählen, wenn wir feststecken und die Flut kommt?

Wie die meisten Orte an diesem Küstenabschnitt ist auch Fromentine kein künstlicher Touristenort, sondern lebt mit und von den Einheimischen. Auch dort bieten einige Fischer ihre Meeresfrüchte, insbesondere Austern an, sogar fangfrisch aus dem Automaten.

Paradies für Radfahrer

Saint-Jean-de-Monts, ein Badeort, ist unsere nächste Etappe. Der Campingplatz liegt 200 Meter vom Meer entfernt. Durch die Dünen gehen wir fröhlich bei Sonnenschein an den Strand. Ein toller, langer, weiter Strand so wie die meisten Strände in dieser Gegend. Wir sind ganz allein, "Private Beach" sozusagen. Am Strand wimmelt es nur so von kleinen Einsiedlerkrebsen, die in den Wellen ungewollt herumgewirbelt werden und Achterbahn fahren müssen.

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Saint-Jean-de-Monts ist ein typischer Badeort in der Vendée. Immerhin hat die kleine Gemeinde einen acht Kilometer langen Strand zu bieten.

Das Radwegenetz des Vélocéan ist hier hervorragend ausgebaut, vor allem haben die Radfahrer in den meisten Fällen Vorrang vor den Autofahrern. Die Wege und Pisten sind immer direkt am Meer, keine Straße dazwischen. Man kann hier in Ruhe genießen, aber auch sportlich flott unterwegs sein. Auch gibt es immer wieder nette Einkehrmöglichkeiten.

Segelregatta & Hafenpromenade

Wir fahren nun über die Corniche Vendéenne nach Les Sablesd’Olonne. Die schöne Küstenstraße direkt am Meer führt durch eine Mischung aus Steilküste, Felsenmeer und Strand. Les Sablesd’Olonne ist bekannt durch die weltberühmte Segelregatta Vendée Globe. Coranabedingt ist der Termin etwas verspätet. Wir sehen Boote, an denen die Vorbereitungen für den Start in zwei Wochen getroffen werden.

Unser Campingplatz liegt direkt am Meer und hat etwa fünf höher gelegene Flächen mit direktem Blick aufs Meer; diese muss man reservieren, sonst hat man keine Chance. In Les Sables-d’Olonne gibt es ein sehr großes Hafengebiet für Fischerei- und Sportboote.

Einen Abstecher über die Promenade mit vielen Restaurants entlang und in die Altstadt sollte man unbedingt einplanen. Bars, Geschäfte und eine Markthalle warten darauf, durchstöbert zu werden. Sehr sehenswert ist auch das Quartier de l’Ile de Penotte. Die Häuser in den Gässchen sind mit aufwendigen, schönen und teils skurrilen Bildern aus Muscheln verziert.

Märkte & Heimreise

Nach den Erfahrungen auf Noirmoutier machen wir einen Bogen um das beliebte La Rochelle und die vorgelagerte Île de Ré. Wir fahren weiter nach Châtelaillon-Plage, wo uns ein typischer Markttag erwartet. Tiki-Bars verbreiten sommerliches Urlaubsflair am Strand. Der Vélocéan führt auch hier vorbei. Rechts von uns das Meer, links davon eine malerische Promenade.

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An den Stränden dreht sich hier alles um Fischerei und Meeresfrüchte. Bei Ebbe trifft man sich zum Muschelnsammeln, Pêche à pied genannt.

Ein Stück weiter außerhalb des Stadtbereichs sind wieder einmal Fischer angesiedelt. Die Muschelzucht befindet sich direkt am Radweg. Da können wir nicht einfach so vorbeiradeln. Bei Weißwein, Moules und Crevettes roses lassen wir es uns gut gehen. Nebenan steht ein muschelüberzogenes Fahrrad, das aus dem Meer geborgen wurde.

Unsere Heimreise steht an. Wir machen noch einen Abstecher an die Loire, da diese ohnehin in unserer Richtung liegt. Doch zuvor ein Tipp für Küstenliebhaber: Leider sind sehr viele Campingplätze vor allem Mobilheimen vorbehalten. Es empfiehlt sich gerade in der Nebensaison, wenn einige Plätze geschlossen haben, sich im Vorfeld zu erkundigen. Das spart Fahrerei, Zeit und Nerven.

Mobil-Tour Loiretal
Frankreich

Spontaner Wohnmobilkauf

Nach zweieinhalb Wochen und einer schönen Zeit in Frankreich parken wir den Campervan wieder auf dem Hof des Vermieters und Händlers. Daneben steht ein Teilintegrierter. Wir fragen, ob wir mal einen Blick hineinwerfen können, da wir so einen vielleicht im nächsten Jahr mieten wollen. Wow, denken wir, als wir uns in dem neuen Teilintegrierten umsehen. Meine Frau und ich sehen uns an und grinsen. Ohne jede Kaufabsicht tun wir dann das Unerwartete. Wir greifen spontan zu und gehören nun wieder zu den Wohnmobilbesitzern.

Wo wart ihr unterwegs?

Erzählt uns von eurem Campingurlaub und gebt Tipps für andere Leser. Wir veröffentlichen regelmäßig ausgewählte Berichte in unserem Magazin CLEVER CAMPEN unter der Rubrik Leser-Tour. Dazu brauchen wir aussagekräftige Bilder und eine Beschreibung eurer Reise. Wo habt ihr gecampt? Was hat euch in der Urlaubsregion besonders gut gefallen? Und mit welchem Campingmobil wart ihr unterwegs? Wir sind neugierig auf eure Erfahrungen und bedanken uns für jede veröffentlichte Geschichte mit einem kleinen Honorar.

Schickt uns eine schöne Bilderauswahl und den Text am besten per E-Mail an redaktion@clever-campen.de (Postadresse: Redaktion CLEVER CAMPEN, 70162 Stuttgart).

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