Bayerische Wälder, Camping Christian Prager
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Bayerische Wälder, Camping 13 Bilder

Camping-Tour Bayerischer Wald

Camping-Tour Bayerischer Wald Der grüne Südosten Deutschlands

Im Südosten Bayerns liegt ein 100 Kilometer langes Gebirge mit dem ältesten Nationalpark Deutschlands. Mehr Wald findet man in Mitteleuropa nirgends. Gute Campingplätze laden ein, die Natur zu erkunden. An attraktiven Städten fehlt es auch nicht. Auf geht’s!

Jeder Wald hat sein ureigenes Wesen, man könnte es auch Seele nennen. Der Bayerische Wald ist kein romantischer, vielleicht auch kein typischer deutscher Wald. Bisweilen düster und geheimnisvoll wirkt die Gebirgslandschaft, eine Herausforderung für entdeckungsfreudige Camper – und zwar zu jeder Jahreszeit.

Im Bayerischen Wald gibt es rund 60 Campingplätze, die überwiegend ganzjährig geöffnet sind. Beim Ostbayern-Tourismus in Regensburg bekommt man eine Broschüre mit ausführlichem Verzeichnis. Zu meinen persönlichen Favoriten gehört der Knaus-Campingplatz bei Viechtach (siehe unten).

Der Name Knaus hat hier historisch übrigens die gleichen Wurzeln wie der Caravan- und Wohnmobilhersteller, der ebenfalls im Bayerischen Wald zu Hause ist. Seit vielen Jahren gehen die Campingplatzgruppe und der Hersteller aber getrennte Wege. Ganz in der Nähe des Knaus-Camping Viechtach liegt der Pfahl, ein ganz besonderes Kalksandsteingebirge, das während einer kurzen Wanderung zu bestaunen ist.

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Christian Prager
Ein brandneuer Campingplatz: Das Camping Resort Bodenmais hat erst 2020 eröffnet.

Erwähnen will ich auch unbedingt den komplett neu angelegten Campingplatz am Rande von Bodenmais. In den schicken Mietbädern oder dem Wellnesscenter kommt uns gleich wieder diese Melodie in den Sinn: "Da Woid is schee ..."

Meine persönlichen Top-Campingplätze

Camping Resort Bodenmais
Wunderschön gelegen am Fuße des Silberbergs präsentiert sich das 2020 neu eröffnete Camping Resort Bodenmais. Herrliche Südhanglage, Blick auf wunderbare Sonnenuntergänge. Hochwertige Ausstattung der Stellflächen auf festem Untergrund mit Strom, Wasser, Kabelfernsehen, WLAN. Bistro, Restaurant, Biergarten, Therme und Sauna. Frühstücksservice, auf Wunsch bis ans Fahrzeug. E-Shuttle-Service ins Zentrum von Bodenmais. Rundum eine Fünf-Sterne-Anlage.

Ferienhotel Rothbacher Hof
Ein wirklich pfundiges Hotel, geführt von der Familie Pfeffer. Freitagabends bekommt man gegrilltes Spanferkel oder Lamm, samstags den Bayerwaldabend mit Buffet, Wettbewerb für die Gäste, Tanz und Live-Musik vom Chef am Keyboard. Schöner Biergarten unter einem Kastanienbaum. Es gibt auf dem Parkplatz vor dem Hotel vier Wohnmobilstellplätze, die auch für das Abstellen von Caravans geeignet sind, gute Rangiermöglichkeit. Stromanschlüsse sind vorhanden. Eine Reservierung ist sinnvoll.

Knaus Campingpark Viechtach
Am Fuße des Großen Pfahls erwartet insbesondere Familien zu jeder Jahreszeit ein abwechslungsreicher Urlaub. Hundebesitzer sind willkommen (Hundedusche auf dem Platz). Die Stellflächen sind von Bäumen umgeben. Restaurant, Hallenbad, Sauna und ein breites Freizeitprogramm komplettieren das Angebot des Vier-Sterne-Platzes. In der Umgebung: Cham mit seinem Biertor und schöner Altstadt sowie Furth im Wald.

Knaus Campingpark Lackenhäuser
Der Platz ist für Familien mit Kindern eine gute Anlaufstelle. Während sich die Kleinen auf dem Bolzplatz oder beim Tischtennis vergnügen, entspannen die Eltern in der Sauna oder der Salzstein- und Infrarotkabine. Auf dem Vier-Sterne-Platz gibt es ein Hallenbad, ein Naturfreibad mit Quellwasser und ein Kinderbecken. Restaurant mit Sonnenterrasse, Imbiss und Hütte mit Grill.

Einzigartige Natur im Wohnmobil erleben

Mit fast 1500 Metern ist der Große Arber der höchste Berg im Bayerischen Wald und ein Wanderparadies.

Die meisten Campingplätze im "Woid" – wie die Einheimischen ihn nennen – sind eingebettet in solch eine geheimnisvolle Landschaft. Scheint dann auch noch der Vollmond und man blickt von seinem Platz auf die Silhouetten der Fichten rundherum, steht zusammen mit seinem Liebling mit einem dampfenden Heißgetränk vor dem Campingmobil, dann ist das nicht nur geheimnisvoll, sondern geradezu magisch. In diesen kostbaren Augenblicken offenbart der Bayerische Wald seine Seele.

6000 Quadratkilometer misst die größte zusammenhängende Waldlandschaft in Mitteleuropa zwischen Donau, Böhmerwald und der österreichischen Landesgrenze. Einst eine undurchdringliche Wildnis, in der Bären, Wölfe und Luchse lebten. Heute kann man der Tierwelt im Nationalpark begegnen. Der Wald ist eine riesige Ferienlandschaft, die behutsam zur Natur zurückgeführt wurde, mit tiefen Wäldern und sonnigen Tälern, Bächen, Flüssen, Seen und Hochmooren mit kleinen Bergdörfern, in denen die Glasbläserei gepflegt wird.

Auf den Parkplätzen der Glasbläsereien wie beispielsweise bei Joska in Bodenmais können Wohnmobilfahrer nach einem kleinen Einkauf und auf Anfrage kostenlos für eine Nacht den Parkplatz nutzen. Diese Gastfreundlichkeit hat hier Tradition. Bereits 1984 eröffnete Viechtach als erste Gemeinde in Deutschland einen offiziellen Wohnmobil-Stellplatz. Inzwischen existiert ein ganzes Netz solcher Plätze.

Bei Joska in Bodenmais kann man den Glasbläsern über die Schulter schauen.

Für Reisen durch den Woid mit Caravan oder Wohnmobil sei angemerkt, dass die Straßen überwiegend sehr kurvenreich sind, teilweise ziemlich steil, jedoch landschaftlich sehr schön. Deshalb muss man für alle Strecken unbedingt genügend Zeit und Muße einplanen. Nicht zuletzt auch wegen vieler Bauern mit ihren Traktoren und der häufig anzutreffenden Holztransportlaster. Überholen ist praktisch unmöglich beziehungsweise zu gefährlich. Besser also hinterhertuckeln und alle Details und Lichtstimmungen der faszinierenden Landschaft genüsslich in sich aufnehmen.

Die schönsten Orte im Bayerischen Wald

Die größeren Städte der Region liegen am Rand des Waldes und beide an der Donau: Regensburg und Passau. Neben den vielen in den Reiseführern beschriebenen Sehenswürdigkeiten ist in Passau die größte Kirchenorgel der Welt im Dom erwähnenswert und der Drei-Flüsse-Blick. Von der Veste Oberhaus seht ihr den Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz. Mit dem Campingmobil kann man auf dem Parkplatz über Nacht stehen bleiben. Der abendliche Blick auf die beleuchtete Altstadt von Passau ist einfach fantastisch.

Die Altstadt von Regensburg wird manchmal als das "bayerische Florenz" bezeichnet. Nicht zu Unrecht, wie ein Bummel durch die bunten Gassen der Universitätsstadt bestätigt. Auch an Museen hat Regensburg einiges zu bieten. Zuletzt eröffnete hier das auch architektonisch anspruchsvolle Haus der Bayerischen Geschichte. Als kleine Stärkung zwischendurch empfehle ich die Einkehr am Donauufer in die legendäre Bratwurstkuchl. Direkt an der Donau genießt ihr drinnen mit historischem Flair oder draußen mit Blick auf die berühmte Steinerne Brücke die besten Rostbratwürstl der Welt.

Ein tolles Ausflugziel in Bodenmais ist das Bergwerk innherhalb des Silberbergs.

Und die Orte im Wald? Haben auch Sehenswürdigkeiten und kulinarische Spezialitäten. Bodenmais lohnt einen Ausflug. Hier könnt ihr tief im Gestein ein Silberbergwerk besichtigen. Auf den Silberberg bringt euch ein offener Sessellift mit entsprechenden Aussichten. Einen schönen Panoramablick erlaubt die zünftige Bergmannsschänke auf der Mittelstation.

In der Kleinstadt Zwiesel im mittleren Bayerischen Wald zieht die Glasmanufaktur Schott Zwiesel zahlreiche Besucher an. Auf dem Parkplatz finden auch Wohnmobile Platz. Dort steht die größte Kristallglas-Pyramide der Welt. Erschaffen wurde die 11,6 Tonnen schwere Skulptur im Jahr 2007 von den Auszubildenden der Zwiesel Kristallglas mit insgesamt 93.665 Kristall-Weingläsern verteilt auf 65 Ebenen ganz ohne Klebstoff. Abends wird dieses Kunstwerk von innen angestrahlt – wirklich zum Staunen.

Das Wahrzeichen der Glasstadt Zwiesel ist die Pyramide aus 93.665 Weingläsern, die nachts stimmungsvoll beleuchtet wird.

In Zwiesel gibt es außerdem einen Einkehrtipp: Der Dampfbräuwirt, schräg gegenüber vom Rathaus, hat nicht nur das schwarze deftige Dampfbier im Angebot, sondern nach unserer Erfahrung auch den besten Schweinekrustenbraten im gesamten Bayerischen Wald, so was von "guat". Außerdem ist der Wirt ein echter Entertainer. Wenn ihr zum Essen ein Weißbier bestellt, kann es passieren, dass es direkt vor eurer Nase auf seinem Tablett umfällt. Aus dem täuschend echt präparierten Glas läuft allerdings kein Tropfen Bier aus. Mit der Glasherstellung kennt man sich eben aus in Zwiesel.

Zurück zur Natur

Im bereits 1970 geschaffenen Nationalpark Bayerischer Wald könnt ihr mit viel Glück Wölfe und Luchse in freier Wildbahn beobachten. Auf Nummer sicher geht man an den beiden Nationalparkzentren Lusen und Falkenstein mit ihren Wildtiergehegen. Am Besucherzentrum Lusen müsst ihr unbedingt auch den Baumwipfelpfad besteigen, der ganz neue Perspektiven eröffnet.

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Der Baumwipfelpfad in Neuschönau: Am Baumturm geht's 44 Meter hoch hinauf.

Ebenso schön ist es, die natürlichen Erhöhungen zu erwandern: Rachel und Lusen sind lohnend. Auf den Großen Arber fährt auch eine Kabinenseilbahn. Der große Besucherparkplatz erlaubt nach Anfrage am Ticket-Office ebenfalls eine Übernachtung im Campingfahrzeug. Restaurants befinden sich an der Tal- und Bergstation.

Land und Leute

Wer zum ersten Mal im Bayerischen Wald und der Oberpfalz Urlaub macht, empfindet die Menschen vielleicht als ein wenig rau und anfangs wortkarg. Kennt man sie etwas besser, sieht man dahinter die Freundlichkeit und Herzlichkeit, die deftigen Bräuche und die treue Heimatliebe. Ähnlich begegnen euch wahrscheinlich auch die Betreiber der Campingplätze, meist echte "Woidler". "Mir san vom Woid dahoam", heißt es im Waldlerlied, der inoffiziellen Nationalhymne der Region. "Da Woid is schee ..."