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Fahrbericht Ford Transit Custom (2018)

So fährt die neue Campingbus-Basis

Ford Transit Custom Foto: Ulrich Kohstall, Hersteller 15 Bilder

Eine überarbeitete Front und ein modernisierter Innenraum sind nur der Anfang: Fünf Jahre nach seinem Debüt überarbeitet Ford den Transit Custom – mit Erfolg, wie unser erster Fahreindruck zeigt.

Fünf Jahre nach seinem Start frischt Ford den kompakten Transit Custom auf. Einen Schritt hat das Unternehmen bereits vorweggenommen: Mitte 2016 erhielten alle Transit eine komplett neue Motorengeneration. Es liegt also nicht am Antrieb, wenn man hinter dem Lenkrad des gelifteten Transit Custom ein ganz neues Fahrgefühl verspürt. Vielmehr vermittelt der gesamte Innenraum den Eindruck einer gründlich modernisierten Modellgeneration.

Der Fahr-Test

Man findet im Transit Custom sofort eine angenehme Sitzposition. Hinsichtlich Fahrdynamik und -komfort bringt er alle Vorzüge mit, die man von einem kompakten Basisfahrzeug erwartet. Für das neue Modell liefert Ford gegen Aufpreis eine Luftfederung an der Hinterachse, die bei unseren Testfahrten noch nicht zur Verfügung stand. Wirklich gefehlt hat sie uns nicht.

Der aktuelle Zwei-Liter-Turbodiesel macht seine Sache gut, vorausgesetzt man wählt die Variante mit 130 oder 170 PS. Mit 105 PS wirkt der Motor trotz stattlichem Drehmoment von 360 Nm zugeschnürt und zu schlapp für einen Transit Custom mit Ausbau und Hochdach. Mit der 130-PS-Variante reichen die gebotenen Fahrleistungen völlig aus. Der Motor spricht sauber aufs Gas an und legt sich schon bei niedrigen Drehzahlen ordentlich ins Zeug, sodass 170 PS letztlich als zweifellos angenehme, aber nicht notwendige Option erscheinen.

Wählen darf der Käufer außerdem beim Getriebe, wobei die Entscheidung am Ende Geschmacksache bleibt. Die leichtgängige und dabei präzise Sechs-Gang-Schaltung gefällt; die optionale Sechs-Gang-Automatik passt durch ihre sanfte Arbeitsweise erst recht zu einem entspannten Campingbustrip. Hier wie dort dürfte die Übersetzung der oberen Gänge aber kürzer ausfallen.

Mit gewichtigem Ausbau und hohem Dach ist auf der Autobahn öfter einmal Zurückschalten nötig. Nötig hat der Transit Custom die betont lange Übersetzung ohnehin nicht. Die Motorgeräusche bleiben bei höherem Tempo sowieso im Hintergrund und ob sich der Verbrauch wirklich reduziert, wenn man öfter in den fünften Gang zurückschaltet, bleibt fraglich.

Facelift 2018: Neuer Look, neues Cockpit

Bei der Frontpartie im aktuellen Stil des Hauses fällt vor allem auf, dass der Kühlergrill deutlich an Größe gewonnen hat. Außerdem verzieren chromfarbene Lamellen das geliftete Van-Gesicht. Die neu designten Frontleuchten kann man mit LED-Tagfahrlicht oder Xenon-Scheinwerfern aufrüsten. Stellt man sich die Scheinwerfer als Augen des Transporters vor, so wirkt es bei den sich nach hinten verjüngenden Linienführung, als ob der neue Ford Transit kleine Lachfalten hat. Zum sympathischen und gut gelaunten Look passt da auch die orange Farbe der ersten Fotos des Transporters.

Sitze, Armaturenbrett und Türverkleidungen wurden ausgetauscht, was einen Fortschritt auf ganzer Linie bedeutet. Die designverliebte Plastiklandschaft wich neuer Sachlichkeit. Das passt besser zum pragmatischen Charakter des Transit Custom, kommt der Bedienbarkeit zugute und sieht letztlich aufgeräumter aus. Die Heizungsregler sind besser in den Blick gerückt und einige Tasten verschwunden oder besser gruppiert – wenn auch das Lenkrad bei Vollausstattung immer noch eine beeindruckende Anzahl von Knöpfen versammelt.

Seine praktische Seite zeigt der neue Transit Custom durch mehr Ablagemöglichkeiten und eine bessere Ergonomie für den Innentürgriff sowie die Motorhaubenöffnung. Dort waren ohnehin Änderungen nötig, um dem Transit Custom ein Gesicht zu geben, das kraftvoller und unverspielter wirkt. Feines Detail: Die LED-Tagfahrlichter rahmen die neuen Scheinwerfer ein.

Schickes Display, smarte Assistenzsysteme

Das Cockpit kommt mit komplett erneuertem Armaturenbrett daher und wirkt übersichtlicher strukturiert als zuvor. Herzstück der Anzeige ist das freistehende Display in der Mitte. Auf acht Zoll lässt sich hier via Touchscreen das Infotainment-Navidisplay bedienen. Während der Fahrt gibt es zusätzlich die Möglichkeit von Sprachbefehlen, anscheinend soll das neueste Ford Sync-System auch einfache Sätze verstehen.

Vergleichstest Campingbus-Basisfahrzeuge
Ford Transit vs. Mercedes Vito vs. VW T6

Darüber hinaus hat der Ford Transit mehr Assistenzsysteme an Bord: Ein smarter Tempomat sorgt dafür, dass die Fahrtgeschwindigkeit sich automatisch an das geltende Tempolimit hält. Außerdem soll der neue Transit Custom besser in puncto Unfallverhütung sein: Ein Kollisionsverhinderer erkennt Fußgänger und bremst notfalls vor selbst ab. Komplett wird das Assistenzsystem mit Spurhalteassitent, Seitenwindstabilisator, Tot-Winkel- und Querverkehrswarner. Sonst verzichtet der Transit Custom auf Premium-Attitüden, was aber dem stimmigen Gesamtpaket keinen Abbruch tut.

Ford Transit als Reisemobil- und Campingbus-Basis

Neben der gefragten Hochdach-Variante bietet Ford den Nugget nun AUCH MIT AUFSTELLDACH an. Ford Nugget im Test (2016) Kompakter Campingbus mit Aufstelldach

Die ersten neuen Modelle liefert Ford zum Jahreswechsel. Der Grundpreis für den Van liegt bei etwa 27.000 Euro. Als Basis für Reisemobile kommt der geliftete Transit Custom deutlich später zum Einsatz. Damit keine Produktionslücken entstehen, greifen Ausbauer auf Lagerfahrzeuge zurück. Daher wird beispielsweise der Ford Nugget Campingbus auch im Frühjahr 2018 noch in der bisherigen Form lieferbar sein. Aus technischer Sicht kein Nachteil, denn an den 2016 erneuerten Motoren ändert sich nichts.

Technische Infos: Ford Transit Custom

Länge x Breite x Höhe: 4973–5340 x 1986 x 2000–2343 mm
Hubraum/Zylinder: 1996 cm 3/4
Leistung: 77 kW/105 PS 96 kW/130 PS 125 kW/170 PS
Drehmoment: 360 Nm 385 Nm 405 Nm
Antrieb: 6-Gang-Schaltgetriebe, optional 6-Gang-Automatik (ab 130 PS), Frontantrieb

Transit Custom mit Hybridantrieb

PHEV – die Abkürzung steht für Plug-in Hybrid Electric Vehicle. Ab 2019 soll der Transit Custom auch als PHEV in Serie gehen. Erstmals seit vielen Jahren gibt es dann wieder einen Transit, der ohne Diesel auskommt. Der PHEV hat vornehmlich für den innerstädtischen Einsatz einen Elektromotor und erlaubt bei geladenem Akku eine Reichweite von etwa 50 Kilometern.

Wenn das nicht genügt, springt ein Benziner an. Dabei handelt es sich um einen Dreizylinder-Turbomotor der Ecoboost-Familie, wie er etwa im Ford Fiesta eingebaut wird und etwa 100 PS leistet. Er dient jedoch ausschließlich als sogenannter Range-Extender, um den Akku während der Fahrt aufzuladen, was die Reichweite auf rund 500 Kilometer erhöht. Die Räder werden dabei immer elektrisch angetrieben. Somit ist ein Schaltgetriebe unnötig, was wiederum Gewicht einspart. Um die Auswirkungen auf die Laderaumkapazität zu minimieren, wird die Batterie unterflur montiert.

Vor dem Serienanlauf startet aber zunächst ein zwölfmonatiger Praxistest:Ab Herbst 2017 werden 20 Transit Custom PHEV im Großraum London von Unternehmen sowie der Metropolitan Police eingesetzt, um Erfahrungen zu sammeln. Ein Jahr lang sollen mit den Test-Vans täglich genutzt und Daten gesammelt werden, wie Ford auf der IAA 2017 bekannt gab.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Top Aktuell Pössl Campster (2019) Pössl Campster im Praxistest 3 Tester, 3 Meinungen
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