Glühlampen-Test Karl-Heinz Augustin
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5 Glühlampen zum Nachrüsten im Test

5 Glühlampen zum Nachrüsten im Test Bessere Sicht bei Nacht

Das serienmäßige Fahrlicht des Fiat Ducato lässt sich mit modernen Hochleistungslampen recht einfach verbessern. Wie hell die Leuchten sind und wie der Einbau funktioniert, zeigt unser Test.

Jeder weiß es: Das A und O für gute Sichtverhältnisse in der Dunkelheit sind Scheinwerfer, die mit leistungsfähigen Glühlampen bestückt sind. Doch jede Glühlampe ist nur eine gewisse Zeit in der Lage, ihre maximale Lichtleistung abzugeben. Nach einer gewissen Betriebsdauer reduziert sich die Helligkeit und damit auch die Sicht.

Dann sollte man handeln und die Glühlampen tauschen. Zeit, über Leuchtmittel nachzudenken, die eine Extra-Dosis Power versprechen. Doch welche rüstet man nach? promobil hat vier leistungsstarke Halogenlampen und eine LED-Lampe getestet und zeigt, worauf man achten sollte. Und wie funktioniert der Birnenwechsel? Wir erklären am Beispiel des Ducato, wie’s geht.

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Um vergleichbare Testergebnisse zu bekommen, haben wir bei allen Halogenlampen die Beleuchtungsstärke (Lux) gemessen.

In neueren Ducato-Modellen seit dem Typ 244 sind H7-Lampen, in älteren bis zum 230 H4-Birnen eingebaut. Während in der H4-Lampe zwei Glühfäden, eine für das Abblend- und eine für das Fernlicht, in einem Glaszylinder kombiniert sind, steckt in H7-Leuchten nur eine Wendel. Daher benötigt man für Abblend- und Fernlicht je eine Lampe. Je nach Bauart des Fahrzeugs die gleiche oder eine andere Ausführung. Tauschen kann man H4-Abblendleuchten nicht gegen H7-Strahler, denn die Anschlüsse beider Leuchtmittel sind verschieden. So hat der H4-Sockel drei Anschlüsse, während der H7-Sockel mit zweien auskommt.

Die 5 Glühlampen im Test

Während das Angebot konventioneller H7-Birnen riesig ist, gibt es nur wenige Lampen, die eine bessere Lichtausbeute versprechen. In der höheren Leistungsklasse angeboten werden die vier Halogenlampen Bosch H7 Gigalight Plus 120 %, Osram Night Breaker Laser, die beiden Philips-Birnen X-trem Vision 150 und Racing Vision GT 200 sowie die ultrahelle Osram Night Breaker LED. Letztere hat für eine Umrüstung von Halogen auf LED bereits eine Freigabe für Modelle von Adria, Hymer und LMC.

Bosch Gigalight H7 Plus 120

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Bosch Gigalight H7 Plus 120.

Leistungsaufnahme: 55 Watt
Lichtstrom (lt. Hersteller): k.A.
Lichtfarbe (ll. Hersteller): 4000 Kelvin
Lebensdauer (lt. Hersteller): 300 Stunden
Beleuchtungsstärke (Messwert): 49 Lux

 heller als Standard
 Lebensdauer

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Osram Night Breaker Laser

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Osram Night Breaker Laser.

Leistungsaufnahme: 55 Watt
Lichtstrom (lt. Hersteller): 1500 Lumen
Lichtfarbe (ll. Hersteller): 4500 Kelvin
Lebensdauer (lt. Hersteller): 250 Stunden
Beleuchtungsstärke (Messwert): 49 Lux

 heller als Standard
 Lebensdauer

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Osram Night Breaker LED

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Osram Night Breaker LED.

Leistungsaufnahme: 19 Watt
Lichtstrom (lt. Hersteller): 1500 Lumen
Lichtfarbe (ll. Hersteller): 6000 Kelvin
Lebensdauer (lt. Hersteller): 2500 Stunden
Beleuchtungsstärke (Messwert): 98 Lux

 heller als Standard
 extreme Lebensdauer

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Philips X-trem Vision Pro 150

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Philips X-trem Vision Pro 150.

Leistungsaufnahme: 55 Watt
Lichtstrom (lt. Hersteller): 1500 Lumen
Lichtfarbe (ll. Hersteller): 3400 Kelvin
Lebensdauer (lt. Hersteller): 450 Stunden
Beleuchtungsstärke (Messwert): 45 Lux

 heller als Standard
 lange Lebensdauer

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Philips Racing Vision GT 200

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Philips Racing Vision GT 200.

Leistungsaufnahme: 55 Watt
Lichtstrom (lt. Hersteller): 1500 Lumen
Lichtfarbe (ll. Hersteller): 3500 Kelvin
Lebensdauer (lt. Hersteller): 250 Stunden
Beleuchtungsstärke (Messwert): 60 Lux

 deutlich heller als Standard
 Lebensdauer

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Technische Unterstützung leistete beim Test das Autohaus Äckerle in Korb bei Stuttgart, wo die Messungen der Beleuchtungsstärke (Lux) der Testlampen mit einem modernen Gerät zur Justierung der Scheinwerfer durchführt wurden. Eingebaut haben wir die Lampen im Abblendlicht. So profitiert man öfter von der mutmaßlich besseren Nachtsicht als beim Fernlicht. Wer jederzeit auf maximale Lichtausbeute aus ist, braucht also vier Birnen.

Bei der Wahl der Testlampen haben wir nur jene Leuchtmittel gewählt, die deutlich mehr Licht versprechen als die ab Werk im Ducato eingebaute Birne. In Lumen ausgedrückt verspricht das einen Sprung von etwa 1100 Lumen der Serien-Halogenbirne auf rund 1500 Lumen Lichtstrom pro Hochleistungsleuchte. Im Test haben wir die Beleuchtungsstärke in Lux gemessen. Die Standardlampe kam auf 36 Lux, die leistungsstärkeren Leuchten lagen bei deutlich helleren 45 und 60 Lux.

Egal für welche Lampe man sich entscheidet, es sollte immer klar sein, dass hochleistungsfähige Halogenstrahler immer ein Kompromiss sind zwischen Helligkeit und Lebensdauer. Denn je heller die Birne, desto schneller ist meist der Punkt erreicht, ab dem die Lampe an Leistung verliert. Bei den getesteten Modellen erreicht die versprochene Betriebsdauer zwischen 250 und 350 Stunden. Die Angaben zu Lebensdauer (Stunden) und Lichtstrom (Lumen) findet man in der Regel auf der Verpackung der Leuchtmittel.

Einflussfaktor fürs Abblendlicht: Lichtfarbe

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Die sogenannte Farbtemperatur in der Einheit Kelvin definiert die Lichtfarbe. Der Wert sagt nichts über die Helligkeit, also den Lichtstrom (Lumen) aus. Die ECE (Economic Commission for Europe) legt fest, dass Scheinwerfer weiß scheinen müssen. Dabei gilt eine Obergrenze von 6000 Kelvin.

Neben dem Lichtstrom bietet die Lichtfarbe (Farbtemperatur in Kelvin) Möglichkeiten, das Abblendlicht anzupassen. Die Lichttemperatur wirkt sich auf Dauer übrigens auch auf die Fahrsicherheit aus, denn je ähnlicher die Lichtfarbe dem Tageslicht ist, desto weniger ermüdend wirkt der Lichtkegel für den Fahrer. Die Klassifizierung der Lichtfarben bei Halogenleuchten beginnt mit dem Warmlichtbereich (gelblich/rötlich) bis 4000 Kelvin. Alles über diesem Wert ist dem Kaltlichtbereich (weiß/bläulich) zugeordnet. Dabei gilt: Je höher der Kelvinwert, desto kälter oder blauer strahlt das Licht.

Standardhalogenlampen leuchten mit einer Lichttemperatur um die 3200 Kelvin. Hochleistungshalogenlampen liegen meist zwischen 3500 und 4000 Kelvin, Xenonleuchten bei 4200 Kelvin. Hier beginnt auch der Bereich des Spektrums, ab dem das Licht als bläulich empfunden wird und dem Tageslicht (6000 Kelvin) am nächsten kommt.

Wer bläulich-weißes Xenonlicht bevorzugt, hat die Möglichkeit, Halogenleuchten nachzurüsten, die den Xenoneffekt nachahmen. Das erreichen die Hersteller mit einer auf den Glaskolben aufgedampften Filterschicht oder durch bläuliches Filterglas. Neben dem Vorteil ermüdungsfreien Fahrens hat dieses Licht allerdings auch einen Nachteil. Bei Nebel und Dunst wirkt sich der hohe Blauanteil ungünstig auf die Sichtweite aus, da das Licht stärker gestreut wird. Buchstäblich die Nacht zum Tag machen kann man mit modernen LED-Strahlern mit 6000 Kelvin. Diese Technologie bleibt bislang allerdings nur wenigen Fahrzeugmodellen vorbehalten.

LED-Lampen deutlich im Vorteil

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Herausragend hell ist das extrem weiße LED-Licht. Weitsicht und Streulicht erhöhen die Sicherheit.

Die Vorteile kristallisieren sich im Test klar heraus: So ist die ermittelte Beleuchtungsstärke der getesteten LED-Lampen mit 98 Lux rund doppelt so hoch wie die vergleichbarer Hochleistungshalogenlampen. Und das bei deutlich geringerer Leistungsaufnahme (LED: 19 W, H7-Halogen: 55 W). Hinzu kommt die lange Lebensdauer. Die Leuchtmittel sind nahezu verschleiß- und wartungsfrei und sollen laut Hersteller ein ganzes Fahrzeugleben halten. Allerdings sind die LED-Leuchtmittel auch deutlich teurer. Ein Satz für das Abblendlicht (zwei Lampen) kostet etwa bei der Osram Night Breaker LED ab 113 Euro. Vergleichsweise günstig sind da leistungsstarke H7-Lampen, die es im Fachhandel schon ab 14 Euro gibt.

Die Investition kann sich auch finanziell durchaus lohnen, denn je nachdem mit welcher Halogenlampe man vergleicht, hat sich der LED-Mehrpreis nach drei-, vier Lampenwechseln amortisiert. Bei allen Vorzügen der LED-Technik gibt es aber auch ein kleines Manko. Anders als Halogenleuchten produzieren LEDs im Betrieb nur am Sockel Wärme, die über einen integrierten Lüfter in den Motorraum abgeführt wird. Das Scheinwerferglas erwärmt sich deshalb nur gering, sodass eine Eis- oder Schneeschicht, die sich darauf gebildet hat, nicht abschmilzt. Dann muss man selbst Hand anlegen.

Praxistipp: Lampentausch am Ducato

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Genereller Tipp beim Einbau: Handschuhe tragen. Da es bei direktem Kontakt der Haut mit dem Glaszylinder zu Fettablagerungen kommen kann, die einbrennen und die Lebensdauer verringern können.

Nach dem Einbau muss man sich übrigens etwas gedulden, denn die Leuchtmittel benötigen ein bisschen Zeit – die sogenannte Einbrennzeit –, bis sie ihre maximale Helligkeit erreichen. Bei Halogenlampen liegt die bei zwei bis drei Stunden, bei Xenon zwischen zehn und zwanzig, und LEDs benötigen etwa zwölf Stunden, bis sie in voller Helligkeit strahlen.