VW Super Bugger Mecum
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VW Super Bugger 11 Bilder

VW Super Bugger: Käfer-Camper Baujahr 1969

VW Super Bugger Beetle Camper (1969) Kurioser Käfer-Camper

Ein Käfer-Camper ist eigentlich unvorstellbar – aber möglich. Es ist schon eine verwegene Idee, um aus dem kleinen, knuffigen Klassiker ein Wohnmobil zu basteln. Doch ist es eine gute Idee? Auf keinen Fall, findet Redakteur Joel Lischka.

Er läuft und läuft und läuft…vermutlich kennt jeder Mensch den Werbespot des VW Käfer aus dem Jahr 1968. Vielleicht hat das den Erstbesitzer dieses Volkswagens überzeugt, seinen Käfer aus dem Jahr 1969 in einen Camper zu verwandeln. Optisch ist der "Bug" (englisch für "Käfer") seit der Verwandlung zum "Super Bugger" kaum wiederzuerkennen. Ich wage zu vermuten: Ferdinand Porsche dreht sich im Grab herum bei diesem Anblick.

Aufbau aus Holz und Gfk mit zwei Betten

Den Bausatz und den Umbau lieferte die kalifornische Firma Smith's Garage. Die Werkstatt hat vom Charme und Design des ursprünglichen Käfers beim Super Bugger nicht mehr viel übrig gelassen. Knallhart hat man den Käfer an der Motorhaube abgesägt. Von seinen typischen Rundungen ist nur noch die niedliche Front übrig.

Hinter der Motorhaube türmt sich der kantige Aufbau des Campers auf. Er besteht hauptsächlich aus Holz und Fiberglas. Angeblich gewinnt der VW dadurch nur 250 Pfund an Gewicht. Das entspricht ungefähr 113,4 Kilogramm.

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Zwei abenteuerlustige CamperInnen können im umgebauten Käfer übernachten. Ein Schlafplatz befindet sich bei dem Alkoven-ähnlichen Super Bugger oberhalb der Frontscheibe. Das andere Bett auf der Rückbank. Beide Betten lassen sich herausziehen und bieten dadurch mehr viel Liegefläche als erwartet. Allerdings sollte man keinen großen Komfort erwarten. Die Schlafplätze wirken eher wie Holzpritschen. Auch wenn das Auto über 50 Jahre alt ist, würde etwas mehr Schlafkomfort nicht schaden.

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Eher einer Holzpritsche gleicht der Schlafplatz oberhalb der Frontscheibe.

Küchenzeile im Super Bugger

Kochen gehört ebenfalls zum echten Camping-Feeling. Dafür bietet sich die Mini-Küchenzeile auf der ehemaligen Rückbank des Käfers an. Auf dieser lässt sich zumindest eine Fünf-Minuten-Terrine erhitzen. Ein Gourmet-Dinner zu zaubern, dürfte schwierig werden. Von Vorteil wäre es deshalb, mit dem Ungetüm in der Nähe von Supermärkten und Restaurants zu campen. Immerhin lassen sich der Herd und die Spüle nach außen ziehen und unter freiem Himmel benutzen. Am Spülbecken können die CamperInnen ihr Geschirr und ihre Hände waschen.

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Der kleine Herd und die Spüle lassen sich auch von außen nutzen.

Nützlich sind die vielen Regale, die im VW verbaut sind. Sie bieten viel Stauraum für Geschirr, Lebensmittel und andere wichtige Dinge für das Camping. Von außen ist eine Gasflasche untergebracht. Der Innenraum lässt sich durchgehend beheizen.

Keine Toilette im Käfer

Ein Nachteil des Umbaus: Es gibt kein WC im Super Bugger. Verwundern sollte das jedoch nicht. Schließlich ist der ursprüngliche Käfer nur knapp über vier Meter lang und etwas mehr als anderthalb Meter breit.

Dafür "glänzt" der Käfer mit seinem gewöhnungsbedürftigen Farbton des Innenraums. Der Boden und die Schlafplätze sind von rotbraunem Fell überzogen. In derselben Farbe sind die Vorhänge für die Seitenfenster gehalten. Ein klassischer 70er-Jahre-Look. Vielleicht war früher doch nicht alles besser?

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Die Farbgestaltung im Super Bugger passt zum 70er-Jahre-Look.

Während der Fahrt nehmen die CamperInnen auf hellbraunen Stoffsitzen Platz. Wahren Käfer-Luxus stellt das AM/FM-Autoradio dar.

50-PS-Motor im Käfer

1973 rüstete der Erstbesitzer seinen Umbau mit dem größeren und leistungsstärkeren 1,6 Liter Motor aus. Diesen bot Volkswagen ab August 1970 an. Die Maschine generiert 50 PS und ein maximales Drehmoment von 106 Nm. Der CW-Wert, die Windschlüpfrigkeit, des Super Bugger mit dem hohen Aufbau dürfte nicht überragend sein, ist allerdings zu vernachlässigen. Die Geschwindigkeit des Käfers bleibt auch mit dem stärkeren Motor überschaubar.

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Durch die angebrachte Heckklappe lässt sich der Motor angenehm warten und reparieren.

Um mögliche Reparaturen und Wartungen am Motor vornehmen zu können, gibt es eine Klappe am Heck des Aufbaus. Damit der Käfer auch sicher über die Straße rollt, hat er eine verbesserte Federung sowie breiteren Hinterreifen von Continental bekommen. Diese sorgen für mehr Stabilität während der Fahrt. Ob das allerdings wirklich ein sichereres und angenehmeres Fahrverhalten vermittelt, bleibt äußerst fragwürdig.

Zwei Fans hat der Super Bugger

52 Jahre besaß der Erstbesitzer den außergewöhnlichen Käfer, der mehrere Preise auf Autoshows in Illinois gewonnen hat. Im Mai 2021 versteigerte ihn das Auktionshaus Mecum für 19.800 US-Dollar. Das entspricht ungefähr 17.100 Euro. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass das Fahrzeug fast nichts mehr mit dem ursprünglichen Käfer zu tun hat.

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Fazit

Schön ist dieser VW-Käfer-Umbau nicht. Fans des deutschen Klassikers suchen beim kastigen Design des Super Buggers die typischen Käfer-Kurven vergeblich. Das Original wurde mehr als 21,5 Millionen Mal gebaut – ein Trost ist, dass wohl nur ganz wenige Käfer dieses Camper-Schicksal ereilt hat.