Hobby Optima Andreas Becker
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Hobby Optima T 65 HKM im Test

Was kann das Familien-Mobil für 50.000 Euro?

Kaum ein Grundriss, den es nicht auch als Teilintegrierten gäbe. Hobby setzt mit dem ungewöhnlichen Optima T 65 HKM auf Flexibilität und Familientauglichkeit. Wir machen den Drei-Generationen-Test.

Wohnmobile werden nicht selten im Familienverbund herumgereicht. Darum sollen sie den unterschiedlichen Ansprüchen wechselnder Besatzungskonstellationen möglichst gut entsprechen. Hobby hat zum Saisonbeginn ein neues Modell herausgebracht: Der Optima T 65 HKM soll als günstiges "Allzweckmobil" genau diese Zielgruppe ansprechen. Interessant ist es aber natürlich auch für Vermieter, denn es kann als großzügiges Paarmobil ebenso genutzt werden wie – optional – zum Sechs-Personen-Clubausflugs-Mobil aufgerüstet werden.

Ein Teilintegrierter mit Familienqualitäten

Den Grundriss des Hobby Optima T 65 HKM prägt die große, zentrale Sitzgruppe, die aus einer klassischen Viererdinette und einem 1,40 Meter langen Längssofa gegenüber besteht. Die Fahrerhaussessel werden dabei – ganz entgegen üblicher Gepflogenheiten bei Teilintegrierten – nicht in die Sitzgruppe mit eingebunden. Vorteil dieser vermeintlichen Platzverschwendung: Die Bank gegen die Fahrtrichtung kann ohne großen Aufwand mit zwei Beckengurten ausgerüstet werden. Zusammen mit dem gut funktionierenden Bettumbausatz für die Sitzgruppe ist damit für rund 700 Euro Aufpreis bereits die Sechs-Personen-Tauglichkeit erreicht.

Allerdings nur theoretisch. Denn beim Blick auf die Waage zeigt sich schnell, dass es für sechs Passagiere nur unter Ausnutzung aller normtechnischen Kniffe gerade so reicht. Die angebotene Auflastung auf 3,65 Tonnen ist dann notwendig. Eine weitere Stufe, die noch mehr Luft bzw. Zuladung verschaffen würde, gibt es ab Werk leider nicht.

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Für einen Teilintegrierten sehr üppige Sitzgruppe, an der man auch zu sechst oder gar siebt sitzen kann – und das, ohne das Fahrerhaus mit zu benutzen.

Bis zu sieben Personen sitzen in der Sitzgruppen-Runde recht bequem. Sechs können auch essen, denn der große Tisch überbrückt mit seiner ausdrehbaren Verlängerungsplatte den Gang recht gut. Die Fahrerhaussitze verzichten dementsprechend auf Drehkonsolen, obwohl das für den Fahrersitz durchaus eine interessante Option wäre, etwa auch als bequemer Fernsehsessel. Denn der TV-Platz ist gegenüber am Küchenhängeschrank vorbereitet.

Die Stehhöhe unter dem Hubbett ist im Gangbereich mit 1,87 Meter nicht üppig, aber okay. Ähnlich sieht es mit der Helligkeit an der Sitzgruppe aus. Das mäßig große Dachfenster in der T-Haube kann den hubbettbedingten Lichtmangel immerhin ein Stück weit ausgleichen.

Hobby-Küche für Hobby-Köche

Zur Verköstigung einer hungrigen Meute ist die sich anschließende Winkelküche gut gerüstet. Der angebaute Tresen bewährt sich als praktische Abstell- und Anrichtfläche. Zwischen der angemessen großen Spüle und dem Dreiflammenkocher mit Elektrozündung bleibt ein gutes Stück echte Arbeitsplatte frei. Außerdem kann hinten im Einstieg auch noch eine Verlängerungsplatte hochgeklappt werden. Allerdings kommt sie dabei mit dem Mülleimer an der Aufbautür ins Gehege, sodass man diese immer erst öffnen muss.

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Die Winkelküche mit Tresen und verlängerbarer Arbeitsplatte hilft viele hungrige Mäuler zu stopfen.

Eine Besonderheit der Hobby-Küche kann man in der Ecke der Arbeitsplatte entdecken. Unter einer bündig eingelassenen Klappe findet sich ein geräumiges Staufach, das auch via Türe von außen zugänglich ist. Hier kann man die Vorräte aus dem Einkaufswagen direkt in der Küche bunkern. Allerdings braucht es zum Entnehmen von innen lange Arme. Auch eine Nutzung in die umgekehrte Richtung ist denkbar – sprich Müll und leere Flaschen könnten hier zwischengelagert und dann von außen entsorgt werden.

Auch sonst mangelt es der Kombüse nicht an Stauraum im dreiteiligen Hängeschrank und in den Unterschränken mit offenen und geschlossenen Fächern. Im vorderen Küchenschenkel steckt ein doppelstöckiger Regalauszug der einiges an Geschirr und Vorräten aufnehmen kann. Allerdings ist die Frontwand zu labil konstruiert, sodass das Schloss nicht zuverlässig greift und der Auszug in Rechtskurven herausrumpst. Der 142-Liter-Kühlschrank gegenüber rundet das insgesamt trotzdem sehr positive Küchenbild noch ab.

Der Sanitärraum hinten links ist praxisgerecht eingerichtet. Toilette und Waschtisch lassen sich gut nutzen. In Spiegel- und Unterschrank passen die üblichen Badutensilien hinein. Um die integrierte Dusche aufzubauen, schwenkt man ein Wandstück vor das Waschbecken und zieht eine Gliederschiebetür vor die Kloschüssel. Fertig ist eine gut nutzbare Duschkabine, in der der Radkasten nur wenig stört. Praktisch: die ausziehbare Wäscheleine, die sich quer durch den Raum spannen lässt.

Die Betten des Hobby

Das Heck ist den Etagenbetten vorbehalten. Mit 214 mal 86 Zentimeter Liegefläche scheinen sie auf den ersten Blick auch für Erwachsene geeignet. Die geringe Kopffreiheit und die dünnen Matratzen mit integrierten Querlatten, die bei höherem Gewicht unangenehm durchdrücken, stempeln sie aber eher zu Kinderbetten.

Beide Matratzen lassen sich komplett entnehmen und auf drei Ebenen variabel einsetzen, sodass die Bettenzahl und das Stauraumangebot nach Bedarf variiert werden kann. Allerdings sollte man beim Umbau zu zweit anpacken, da die Matratzenpakete ziemlich unhandlich sind. Der links integrierte Gaskasten macht das Verstauen von ein bis zwei Rädern aber zur anspruchsvollen Aufgabe.

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Das Hubbett ist zwei Meter lang und recht bequem gepolstert. Liegebreite und Kopffreiheit sind eher knapp.

Hauptbett im Optima T 65 HKM ist das serienmäßige Hubbett. Obwohl manuell zu bedienen, funktioniert das Absenken leicht. Mit zwei Meter Länge kann man sich adäquat ausstrecken, und der Liegekomfort ist dank des federnden Lattenrosts okay – knapp zeigt sich auch hier die Kopffreiheit.

Stauraum-Angebot lässt zu wünschen übrig

Ein ordentlich großer Kleiderschrank, zwei Sitztruhen und vier kleine Hängeschränke nehmen Kleidung und Reiseutensilien auf. Spätestens bei Vollbelegung mit sechs Personen wird es mit Stauraum aber knapp. Hilfreich wäre es da, wenn in der T-Haube über dem Cockpit rechts und links je ein Oberschrank statt offener Ablagen aushelfen könnte.

Aus Stauraumsicht praktischer wäre außerdem, wenn die Heizung statt in der Längsbanktruhe, wo sie allerdings gut zugänglich ist, in der Querbank untergebracht wäre.

Bordtechnik und Aufbau

Die Elektroanlage inklusive Beleuchtung ist klassengerecht ausgestattet. Für 372 Euro extra gibt es das empfehlenswerte Displaykontrollbord mit BUS-Technik und Batteriemanagementsystem. Wer noch mehr möchte, bekommt zudem eine Fernsteuermöglichkeit per App (741 Euro). Klasse: Der bequeme Gasflaschenauszug kostet keinen Cent extra.

Der Aufbau ist oben und unten mit GfK geschützt. Wasserabweisender XPS-Schaum findet sich immerhin in der Bodenplatte einschließlich der Heckabsenkung – nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse. Höherwertige Rahmenfenster gibt es optional.

Beim Fahren benimmt sich der Hobby relativ unauffällig. Mit dem 140-PS-Citroën-Motor kann man rundum zurechtkommen. Bei zurückhaltendem Gasfuß reichen dem T 65 HKM gut zehn Liter Diesel auf hundert Kilometer. Ebenso vernünftig zeigt sich der Grundpreis – besonders angesichts der soliden Serienausstattung.

Hobby Optima T 65 HKM im Überblick

  • Gurte/Schlafplätze: 4–6/4–6
  • Zul. Gesamtgewicht: 3.500–3.650 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 6,99/2,33/2,85 m
  • Grundpreis ab 49.900 Euro

Das fiel uns auf

 Praxisnah: Auszug und Klappdeckel der Längsbank erleichtern den Umbau der Sitzgruppe zum Bett.
 Vorbildlich: Die Rettungskarte unter der Sonnenblende weist Feuerwehrleuten im Notfall den Weg.
 Bequem: Der serienmäßige Gasflaschenauszug erleichtert den Wechsel der Behälter ungemein.
 Zentral: Kurze Wege helfen der Heizung die Sitzgruppe zu erwärmen. Stauraum bleibt auch noch.

 Mühsam: Das Aufstellen oder Umsetzen der flexiblen Stockbettmatratzen erfordert viel Kraft.
 Ungeschickt: Das Verlängerungsbrett der Arbeitsplatte kollidiert mit dem Mülleimer.

Fit für den Winter

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Jürgen Bartosch
Der Hobby Optima T 65 HKM bestand den Klimakammertest.

Hobby legt Wert darauf, seine Fahrzeuge auch für die Nutzung im Winter zu optimieren. So wurde das neue Modell Optima T 65 HKM bereits als Prototyp im Sommer 2019 in der Klimakammer dem Test nach DIN EN 1646-2 unterzogen. Die Truma-Profis attestierten dem Teilintegrierten nicht nur wintertauglich, sondern sogar winterfest zu sein, was der höchsten Anforderungsstufe der Norm entspricht. Anfang 2020 testetepromobil den T 65 HKM auch ganz praktisch im Wintereinsatz. In der Sitzgruppe, dem oft neuralgischsten Platz besonders bei Teilintegrierten, war es dabei kuschelig warm. Die Wasseranlage inklusive Abwassertank zeigte sich frostresistent, und auch Küche, Bad und Betten ließen sich angenehm temperieren. Kleines Manko: Schwitzwasserbildung am kalten Stauraumtürrahmen.

Abmessungen und Aufbau

  • Küche 470–1.095/1.500 x 950 x 380–1060 mm, 3 Hänge-, 2 Unterschränke, 1 Schublade, 1 Regalauszug, Absorberkühlschrank 140 L, Gefrierfach 12 L
  • Kleiderschrank 615 x 1.325 x 545 mm (ca. 440 L) + Wäschefach 615 x 385 x 545 mm (ca. 120 L), 4 Hängeschränke, 2 Sitztruhen, 6 offene Ablagen
  • Hubbett 2.000 x 1.310 mm, Matratze 70 mm, Kaltschaum, Lattenrost, Kopffreiheit 525 mm
  • Sitzgruppe Bankbreite 1.040–1.400 mm, Polster 140 mm, 2 Dreipunktgurte, Tisch 1.010/1.445 x 730 x 680 mm, Sitzgruppenbett 2.115 x 1.400–1.740 mm
  • Sanitärraum 1.060 x 1.965 x 835 mm, 3 Hänge-, 1 Unterschrank, integrierte Dusche 810 x 1.965 x 660 mm, Kassettentoilette
  • Heckstauraum 310–890 x 780/1.130/1.710/2.240 x 1.370–2.190 mm (ca. 1.140/1.830/2.940/3.995 L), 1/2 Zugänge (max. 665 x 1.150 mm)
  • Etagenbetten 2 x 2.135 x 860 mm, Matratzen 70 mm mit integriertem Lattenrost, Kopffreiheit 450 mm
  • Außenbreite: 2.330 mm
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Redaktion
Innenansicht des Hobby Optima T 65 HKM.

Daten und Messwerte

Auf- und Ausbau: Sandwich-Bauweise, Holz-Verstärkungen, außen Wände Alu, Dach/Boden GfK, Isoliermaterial Wand/Dach EPS, Boden XPS, innen foliertes Sperrholz, Wandstärke Wand/Dach/Boden 34/34/42 mm, kein Doppelboden, 5 vorgehängte Kunststoff-Isolierfenster, 3 Dachhauben, 1 Panorama-Dachfenster.

Bordtechnik: Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 6, 11 Ausströmer (2 x Fahrerhaus, 3 x Sitzgruppe, Einstieg, 2 x Gang, Bad, Heckstauraum, Abwassertank), Wasseranlage: Frisch-/Abwasserschläuche, Tauchpumpe.

Basisfahrzeug: Citroën Jumper Blue-HDI 140, Flachrahmen, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2197 cm3, Leistung 103 kW/140 PS bei 3750/min, Drehmoment 340 Nm bei 1750/min, Sechsgang-Schaltgetriebe.

Fahrleistungen: Beschleunigung 0–50/80/100 km/h 5,9/13,2/21,5 s; Elastizität 60–80/100 km/h (4.//5. Gang) 7,1/17,2//9,9/22,1 s, 80–100 km/h (6. Gang) 11,8 s; Testverbrauch 10,9 L/100 km.

Preise und Ausstattung

  • Grundpreis: 50.089 Euro (Citroën Jumper, Motor 88 kW/120 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II
  • Testwagenpreis: 55.274 Euro
  • Ausstattungspreise:
    140-/165-PS-Motor (0/4 kg): 720/1.620 Euro
    3,65-t-Auflastung/16"-Alufelgen (0/16 kg): 206/640 Euro
    Faltverdunkelung/Thermomatten (4/5 kg): 621/314 Euro
    Rahmenfenster/Markise, 4 m (0/29,5 kg): 732/900 Euro
    Bettumbau Sitzgr./2 x Beckengurt (4/10 kg): 236/465 Euro
    2 x USB-Buchse/2. Batterie (0/28 kg): 104/350 Euro
    TFT-Bedienpanel /APP-Steuerung (1/1 kg): 372/741 Euro
    Truma Combi 6E/CP-Plus-Panel (1/0 kg): 624/60 Euro
    Midi-Heki/Eingangstür m. Fenster (4,5/1 kg): 385/439 Euro

Wertung

Wohnen
Beladen
Technik
Fahren
Preise

Fazit

Mit dem ungewöhnlichen Etagenbettengrundriss wird der Hobby Optima T 65 HKM zum praktischen Allzweckmobil. Gut wäre noch, den Schlafkomfort zu verbessern und die Stauraumnutzung zu optimieren. Doch für 50.000 Euro Grundpreis bekommt man hier ein weitgehend sinnvoll ausgestattetes Fahrzeug, mit dem man gut zu zweit und zu viert – optional sogar auch mal zu sechst – verreisen kann.