Dreamer Fun D55 Up Andreas Becker
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Campingbus-Test: Dreamer Fun D55 Up (2022)

Dreamer Fun D55 Up (2022) im Test Beinahe ein Traummobil auf knapp 6 Metern

Campingbusse für Familien sind im Trend und eine Spezialität der französischen Marke Dreamer. Das Aufstelldach macht den D55 zum Vier-Personen-Mobil. Doch wie lebt es sich auf nur 5,99 Meter?

Auf gerade mal sechs Meter können vier Personen schlafen, wohnen und darüber hinaus die Vorzüge eines Raumbads genießen. Klingt nach einem Traum. Passend, dass gerade die Marke Dreamer sich an einen Campingbus mit genau diesen Eigenschaften wagt.

Dreamer Fun D55 Up
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Über eine Leiter gelangt man in das bequeme Bett im Obergeschoss. Nach vorn ist der Durchgang eingeschränkt.

Die Basis für den Fun D55 Up stellt der Peugeot Boxer, der serienmäßig mit 120-PS-Motor vorfährt. Bei voller Besatzung empfiehlt sich allerdings die 165-PS- oder wenigstens, wie im Testwagen, die 140-PS-Variante. Die ist im Paket Fun Plus enthalten, das zudem nützliche Zusatzausstattung wie ESP mit Antischlupf und die Berganfahrhilfe beinhaltet. Außerdem dabei ist die zweite Aufbaubatterie, die elektrische Einstiegsstufe und die Fahrerhausverdunkelung.

Wählt man die Ausstattungsvariante "Addict", ist das Paket Fun Plus inklusive. Sonst werden 1950 Euro dafür fällig. Ohne besonders wendig zu sein, passt der kompakte Van auf den ein oder anderen städtischen Parkplatz. Typisch für die Basis gibt sich die Federung eher straff. Der niedrige Geräuschpegel während der Fahrt fällt positiv auf. Trotz des Aufstelldachs bleibt es im Fahrerhaus relativ ruhig.

Betten und Sitzgruppe

Doch wie wohnt es sich nun zu viert auf knapp sechs Meter Länge? Im Querdoppelbett im Heck schlafen zwei Personen. Obwohl nur das mittlere, aber immerhin größte der drei Matratzenteile mit einem Lattenrost unterfedert ist, bietet die Kaltschaummatratze einen hohen Liegekomfort.

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Die Achillesferse jedes Querbetts in Kastenwagen ohne Seitenverbreiterung: die Liegelänge. Sie misst 1,82 Meter.

Bei Bettenmaßen von 1,82 mal 1,30 Meter sollten die Schläfer allerdings nicht besonders groß sein. Da Dreamer auf Seitenfenster verzichtet, gibt es keine störenden Plissees an Kopf- und Fußende. Tageslicht dringt nur durch die aufstellbaren Alu-Rahmenfenster in den Hecktüren.

Dachfenster sucht man im D55 Up vergebens, da obendrauf das zweite Bett im Aufstelldach auf seinen Einsatz wartet. Auch dort macht man es sich auf einer komfortablen Kaltschaummatratze gemütlich. Sie liegt auf einem durchgehenden Lattenrost. Das Liegemaß von 1,98 mal 1,30 Meter ist üppig für ein Dachbett, und dank bis zu 95 Zentimetern Kopffreiheit lässt es sich auch sitzend im Obergeschoss verweilen.

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Sturzgefahr besteht dank Sicherheitsnetz keine. Riemen an der Decke erleichtern das Schließen des Aufstelldachs.

Drei Gazefenster im Zeltbalg lassen Licht und Frischluft herein. Zwei Schwanenhalsleuchten sowie ein Heizungsausströmer, der in frischen Nächten Warmluft unter das Aufstelldach bläst, gehören ebenfalls zur Serienausstattung. Für 870 Euro ist ein Isolationskit erhältlich.

Eine Etage tiefer erfreut die Sitzgruppe mit ungewohnt viel Platz für die kompakte Fahrzeuglänge. Der Tisch misst samt herausdrehbarer Verlängerung 1,20 Meter in der Länge und 53 Zentimeter in der Breite. Das Frühstück zu viert ist problemlos möglich. Dabei nehmen zwei Personen auf der kurzen Sitzbank mit recht steiler Rückenlehne Platz, die beiden anderen auf den komfortableren gedrehten Fahrersitzen. Dank des Panoramafensters in der Fahrzeugstirn wirkt der Raum, trotz Aufstelldach, ziemlich luftig.

Küche

Auch selten in Campingbussen ist der riesige 149-Liter-Kühlschrank. Das Kompressormodell schließt direkt an die Sitzbank an, was das Entriegeln der Kühlschranktür mit Griff auf der rechten Seite etwas erschwert. Ganz konventionell ist der Küchenblock gegenüber eingebaut. Zweiflammkocher und Spüle bestehen aus einem Guss, das erleichtert die Reinigung. Küchenutensilien und Lebensmittel lassen sich in einem Hängeschrank und drei Schubladen unterbringen.

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In den hohen Küchenschubladen kommen Lebensmittel und Geschirr unter. Arbeitsfläche ist allerdings rar.

Lob verdienen Letztere wegen ihrer hohen Seitenwände. So können mehr Dinge gestapelt verstaut werden, ohne dass etwas beim Öffnen herausfällt. Für Gewürzstreuer ist ein kleines Regalfach vorhanden. Nur Arbeitsfläche gibt es kaum. Mehr als die 26 Zentimeter breite Verlängerungsplatte steht zum Gemüseschneiden nicht parat.

Bad

Die kompakte Küchenzeile mit Kühlschrank vis-à-vis ermöglicht ein ungewöhnliches Badkonzept. Dreamer gelingt es so nämlich, ein Raumbad zu verwirklichen. Rechts, gleich hinter dem Küchenblock, befindet sich der Sanitärraum samt Waschtisch und Kassetten-WC. Zwar ist der Raum schmal, dreht man den Toilettensitz in Fahrtrichtung, bleibt dennoch ausreichend Beinfreiheit auch bei geschlossener Tür.

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Geschlossen wird die Dusche mittels einer Plexiglas­Falttür.

Die separate Dusche mit höhenverstellbarer Armatur findet auf der linken Seite zwischen Kühlschrank und Heckbett Platz. Bei vollständig geöffneten Türen der beiden Bereiche entsteht ein geräumiges Raumbad.

Darüber hinaus offenbart die Verwandlung einen cleveren Kniff: Eigentlich füllt der Kleiderschrank die obere Hälfte des Duschraums aus. Bei Bedarf lässt sich der Korpus mit nur einem Handgriff über das Heckbett schwenken und gibt so die Dusche frei. Modul-Space-System nennt der französische Hersteller diese Konstruktion, die den vorhandenen Raum optimal ausnutzt.

Beladen

In kompakten Fahrzeugen wie dem Dreamer D55 Up ist Stauraum stets Mangelware und Lösungen wie diese Gold wert. Gefaltete Kleidung und Kleingepäck kommt in vier Hängeschränken über dem Bett sowie zwei weiteren über der Sitzgruppe unter.

Soll Sperrgut transportiert werden, lässt sich das Mittelstück des Heckbetts nach oben klappen und das Schottbrett zwischen Wohn- und Heckstauraum entfernen. Aber auch im unteren Teil des Duschraums kann Sperriges ganz gut transportiert werden.

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Im Kleiderschrank zwischen Dinette und Bett ist Platz für die Garderobe.

Geht es um das Beladen, ist auch ein Blick auf die Waage unerlässlich. Und die zeigt, dass es für eine Vier-Personen-Besatzung mit den Zuladungsreserven schnell eng werden kann. Vorsicht ist auch beim Packen geboten. Schweres sollte möglichst im Heck verstaut werden, da die Zuladung an der Vorderachse bereits durch vier Insassen die Obergrenze erreichen kann.

Bordtechnik

An der Bordtechnik gibt es nur wenig auszusetzen. Die Wasserversorgung funktioniert im Dreamer mittels Druckpumpe. Sie befördert Frischwasser aus dem 110 Liter fassenden Tank mit genügend Druck aus den Leitungen. Das Abwasser landet im 100-Liter-Tank, der im Testwagen sogar beheizt ist. Wem ein isolierter Grauwassertank reicht, kann sich die 320 Euro für diese Option sparen.

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Ist das Bett hochgeklappt, entsteht Platz für ein bis zwei Fahrräder. Die Trennwand muss aber weg.

Die Versorgung mit Warmwasser übernimmt ein gasbetriebener Boiler von Whale, der mit nur acht Litern Fassungsvermögen etwas kleiner als üblich ausfällt. Möchten zwei oder mehr Camper hintereinander heiß duschen, sollten Aufwärmphasen dazwischen einkalkuliert werden.

Wohlig warme Raumluft erzeugt die 4.000 Watt starke Dieselheizung von Webasto. Das leistungsstärkere 5.500-Watt-Modell ist für 530 Euro bestellbar.

Dreamer Fun D55 Up: Infos

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Der Grundriss des Dreamer Fun D55 Up.
  • Grundpreis ab: 62.200 Euro
  • Länge/Breite/Höhe: 5,99/2,05/2,72 m
  • Zul. GesamtgewichT: 3.500 kg
  • Gurte/Schlafplätze: 4/4

Preise und Ausstattung

Grundpreis: 62.200 Euro (Peugeot Boxer 2,2 L, Motor 88 kW/120 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II

Testwagenpreis: 67.910 Euro

  • 165-PS-Motor (20 kg): 1.790 Euro
  • ✘ Paket Fun Plus: 140-PS-Motor, Fliegengittertür, Fahrerhausverdunkelung, 2. Batterie u.a.: ✔ 1.950 Euro
  • ✘ Ausstattung White Addict: Paket Fun Plus, Nebelscheinwerfer, Lederlenkrad u. -schaltknauf u.a.: ✔ 4.110 Euro
  • ✘ Rückfahrkamera inkl. Navi, DAB: ✔ 860 Euro
  • ✘ Abwassertank beheizt (12 kg): 320 Euro
  • Bodenheizung im Wohnraum (5 kg): 470 Euro

✘im Testwagen enthalten; ✔empfehlenswert

Daten und Messwerte

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Die Zuladung des Dreamer Fun D55 Up.
  • Fahrleistungen: Beschleunigung 0–50/80/100 km/h: 6,3/13,7/22,2 s; Elastizität 60–80/100 km/h (4.//5. Gang): 5,8/13,8//8,0/18,4 s, Testverbrauch: 9,8 L/100 km.
  • Auf- und Ausbau: Stahlblech-Karosserie, GfK-Aufstelldach, innen Kunststoff-Formteile teils mit Stoffbezug, Isolierung Wand/Dach PU-PE-Schaum, Boden XPS-Schaum, Wandstärke Wand/Dach/Boden 10/10/25 mm, Sitzgruppenpodest mit Bodenfach, Höhe 140 mm, 5 Kunststoff-Isolierfenster mit Alu-Rahmen, 1 Panorama-Dachfenster, 3 Gazefenster.
  • Bordtechnik: Kraftstoff-Gebläseheizung Webasto, 7 Ausströmer (4 x Sitzgruppe, Küche, Bad, Heckstauraum), Boiler Whale, Wasseranlage: Frischwasserschläuche, Abwasserrohre, Druckpumpe.
  • Basisfahrzeug: Peugeot Boxer, Flachrahmen, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2179 cm3, Leistung 103 kW/140 PS bei 3750/min, Drehmoment 340 Nm bei 1750/min, Sechsgang-Schaltgetriebe.

Das fiel uns auf

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 Clever: Der herausnehmbare Boden im Kleiderschrank. So hängen auch längere Sachen knitterfrei.
 Warme Heizungsluft gelangt durch einen Ausströmer nach oben. Zwei Leseleuchten gibt es auch.

  Wird sie nicht gebraucht, klemmt die Leiter in der Luke. Das Verstauen ist aber etwas fummlig.

 Ist die Kassette mal undicht, fließt der Unrat im schlecht abgedichteten Schacht in jede Ritze.
 Versteckt positioniert und nur bei hochgeklapptem Bett erreichbar sind die Gasabsperrventile im Heck.
 Ein Zentimeter mehr Platz nach rechts würde das Öffnen der Kühlschranktür erleichtern.

Wertung

maximal 5 Punkte möglich
* Maßstab: Campingbusse mit Bad

Fazit

1. Wohnen 4,0 Punkte
2. Beladen 3,2 Punkte
3. Technik 3,4 Punkte
4. Fahren 3,2 Punkte
5. Preis & Service 3,8 Punkte
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