Strom braucht man beim Campen überall: Lampen erhellen abends den Innenraum, Smartphones werden geladen, Bedürfnisse nach Komfort befriedigen Kaffeemaschine, Fön und Minibackofen. Wer leistungsstarke Verbraucher anschließen will, braucht dafür in der Regel Landstrom mit 230 Volt Spannung oder einen Wechselrichter, der aus der Bordbatterie am 12-Volt-Netz mehr Spannung herausholt. Besitzern einfacher Campingbusse und Selbstausbauern stellt sich allerdings grundsätzlich die Frage, ob sie mit der kostenträchtigen Installation gut beraten sind. Oder es mit den neuen Powerstations mit Kapazitäten bis um die 1000 Wh mittlerweile eine günstigere und brauchbare Alternative gibt?
Seit die Preise für Powerstations auf ein erschwingliches Niveau gesunken sind, präsentieren sich die kleinen Kraftpakete als interessante Ergänzung oder Alternative mit Mehrwert. Zeit für einen Selbstversuch; aus Platz- und Kostengründen fällt die Wahl auf eine kompakte Ecoflow River 2 Pro mit 768 Wh.
Die Ecoflow River 2 Pro im Test
Wer durch eine Powerstation wirklich mehr Unabhängigkeit erreichen möchte, muss sie auch laden können. Während der Fahrt erfolgt dies über den Zigarettenanzünder. Das mitgelieferte Kabel der Ecolfow River 2 Pro sollte direkt eingesteckt sein, auf Verlängerungen reagiert die Powerstation mit verminderter Ladequote.

Die Powerstation kombiniert ein kompaktes Gewicht mit hoher Kapazität und moderner Akkutechnik.
Nach der Verbindung mit Landstrom kann es passieren, dass Verbraucher, die wahlweise mit 12 Volt und 230 Volt betrieben werden können, auf die 12 Volt der Strombox umschalten. Es lohnt sich zu überprüfen, in welchem Modus das Gerät weniger Strom benötigt. Die Anzeige der Powerstation gibt darüber Auskunft. Im Bedarfsfall können die Gleichstromanschlüsse deaktiviert werden.
Powerstation gegen Bordnetz – PreisvergleichDie Installation von Aufbaubatterie plus diversen 12-Volt-Anschlüsse plus einem Wechselrichter für den Betrieb mit 230 Volt setzt ein vierstelliges Investment voraus. Im hart umkämpften Markt sind üppige Rabatte für Powerstations an der Tagesordnung. Die Akkuleistung bestimmt den Preis, Geräte mit rund 1.000 Wh (etwa 85 Ah) werden ab 500 Euro angeboten, schneller Modellwechsel führt zu Abverkäufen zu günstigen Konditionen. Die Stromspender müssen nicht installiert werden, sondern sind sofort nutzbar. Im Gegensatz zu fest installierten Stromspeichern sind Powerstations in zum Reisen genutzten Wohnmobilen beim Kauf jedoch nicht von der Mehrwertsteuer befreit.Inhalt
Eine Powerstation eignet sich als Akkuersatz mit Anschlüssen für 12 und 230 Volt sowie diversen USB-Slots. Darüber hinaus kann sie zum Betrieb von Geräten verwendet werden, die kurzzeitig viel Strom benötigen. Von den versprochenen 1.600 Watt im Boost-Modus sollte man sich jedoch nicht täuschen lassen: Der Hochleistungsföhn kommt nicht so recht auf Temperatur, der mit 1.000 Watt angegebene Wasserkocher zieht 800 Watt und braucht etwas länger bis zum Siedepunkt. Der Heizwürfel von Ecomat startet mit etwas Verzögerung, zumindest in der niedrigsten Leistungsstufe mit 450 Watt.
Das leistet die River 2 Pro
- Espressokanne auf Reisekochplatte: 8% Akkukapazität
- Kühlbox: Dauerbetrieb problemlos möglich
- Wasserkocher (800W): funktioniert, braucht etwas länger
- Föhn: eingeschränkt nutzbar, erreicht nicht volle Temperatur
- Heizwürfel (450W): läuft in niedriger Stufe
- Boost-Modus (1.600W): nur mit Abstrichen nutzbar
Mit der Zeit lernt man, den Strom bedarfsgerecht zu verbrauchen. Geräte mit weniger Leistung erweisen sich als geeigneter. Das Arbeitsgeräusch von 64 Dezibel entspricht etwa dem Lüftergeräusch einer Kühlbox. Unmittelbar neben dem Kopfkissen stört es den Schlaf, in der gut belüfteten Ecke eines Schrankes untergebracht kehrt schnell Ruhe ein.
Wer oft nachlädt und den Ladestand hoch hält, kann die Ecoflow River Pro tagsüber problemlos als Stromquelle für Verbraucher nutzen, die nicht ausfallen sollten. Neben dem erforderlichen Saft für ein bis zwei Kühlboxen und das Smartphone ist auch noch der schnelle Kaffee oder Tee mittels Wasserkocher möglich. Beim Übernachten ohne externe Stromzufuhr hält der LFP-Akku der Powerstation oft nur bis zum nächsten Morgen. Es lohnt sich daher, über die Nutzung von Sonnenkraft nachzudenken. Mobile Solarmodule eignen sich dafür prinzipiell gut. Bei Sonneneinstrahlung lädt eine Solartasche die Ecoflow kräftig auf.
Wermutstropfen: Das Batteriemanagement der Ecoflow neigt im Praxistest gelegentlich zu Fehlaktivitäten. Über Nacht verschwindet ab und zu der gespeicherte Strom und das Gerät muss neu kalibriert werden. Die Macke scheint auch bei anderen Ecoflow-Modellen aufzutreten.
Der große Bruder: Ecoflow Delta 3 Plus
Als sich die Gelegenheit bietet, findet der Wechsel auf das nächstgrößere Modell Delta 3 Plus statt. 1.024 Wh erweisen sich als willkommene Reserve, zwei XT60i-Eingänge ermöglichen die gleichzeitige Ladung über Solar und 12-Volt-Bordstrom. Die Kühlkette ist nun endgültig gesichert, der morgendliche Kaffee auch.
Geht es auf dem Stellplatz bei Bedarf auch mal ohne Landstrom, muss die Stromsäule seltener gefüttert werden, was wiederum die Reisekasse schont. Angenehmer Nebeneffekt ist der flüsterleise Betrieb, der selbst beim Nachladen 30 Dezibel nicht übersteigt.

Während die River 2 Pro für leichtes Camping und Mobilgeräte konzipiert ist, eignet sich die Delta 3 Plus für energiehungrigere Haushaltsgeräte und dient als zuverlässiges Backup.
Wermutstropfen: Der 12-Volt-Ausgang wurde auf acht Ampere gedeckelt. Wegen des höheren Anlaufstroms springt die Kompressor-Kühlbox nicht an, kann aber alternativ über den 230-Volt-Anschluss betrieben werden.
Checkliste: Vor dem Kauf beachten
Strombedarf ermitteln: Multipliziere die Wattangaben aller relevanten Verbraucher mit der voraussichtlichen Anzahl der Betriebsstunden pro Tag. Beispiel: Kühlbox (45W × 24h) + Smartphone (10W × 3h) + Wasserkocher (800W × 0,25h) = 1.310 Wh pro Tag.
Ladequellen berücksichtigen:
- Solar: abhängig von Wetter und Jahreszeit
- 12-Volt-Bordstrom: nur während der Fahrt
- Landstrom: wenn verfügbar, schnellste Lösung
- Bedenke: Vollständige Ladung kann mehrere Stunden dauern
Anschlussmöglichkeiten prüfen:
- Wie viele 230V-Steckdosen werden benötigt?
- Reichen die 12V-Ausgänge für Kühlbox und andere Verbraucher?
- Sind genug USB-Anschlüsse vorhanden?
- Wichtig: Maximale Ausgangsleistung pro Anschluss beachten
Preise vergleichen: Im hart umkämpften Markt sind üppige Rabatte an der Tagesordnung. Schneller Modellwechsel führt zu Abverkäufen zu günstigen Konditionen. Geräte mit rund 1.000 Wh werden ab 500 Euro angeboten.





