Surren, Stechen, Schluss damit: So schützen sich Camper im Wohnmobil vor Mücken

Mückenschutz beim Camping
Mücken beim Camping wirksam abwehren

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.08.2026
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Ein schöner Sommertag neigt sich dem Ende zu, der Sundowner steht auf dem Campingtisch. Doch ein leises Surren und ein kurzer Schmerz am Knöchel beenden die Idylle schlagartig. Ob am Oberrhein oder in den Highlands: Stechmücken stechen überall vor und im Wohnmobil zu.

Zwar sind die rund 50 in Deutschland heimischen Arten meist erst in der Dämmerung aktiv, doch zunehmend breitet sich hierzulande die Asiatische Tigermücke aus. Sie hält sich als schlechter Flieger oft in Bodennähe auf und sticht im Gegensatz zu heimischen Mücken auch tagsüber. Hinzu kommt ein wachsendes Risiko: Stechmücken können mittlerweile auch in Europa Krankheitserreger wie das West-Nil-Virus oder (unter günstigen klimatischen Bedingungen) Dengue und Chikungunya übertragen. Umso wichtiger ist es, die Vorlieben der Blutsauger zu kennen und sich gezielt gegen Stiche zu schützen.

Was zieht Mücken wirklich an?

Die oft zitierte Annahme, Mücken würden "süßes Blut" bevorzugen oder besonders von Lichtquellen angezogen werden, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Der wahre Lockstoff ist Geruch: Das von uns ausgeatmete Kohlendioxid nehmen Mücken auf bis zu 35 Meter Entfernung wahr. Im Nahbereich entscheiden Körperwärme und der individuelle Hautgeruch. Besonders anziehend wirken Milchsäure und Carbonsäuren (wie Buttersäure), die natürliche Bestandteile des menschlichen Schweißes sind.

Wie kann man sich vor Mücken schützen?

Um das Risiko von Stichen zu minimieren, beginnt der Schutz bereits bei der Wahl des Stellplatzes. Stehende Gewässer, feuchte, schattige und absolut windstille Bereiche begünstigen ein hohes Mückenaufkommen und sollten nach Möglichkeit gemieden werden. Gibt es dennoch Stechmücken am Platz, hilft eine Kombination verschiedener Abwehrmaßnahmen.

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Die richtige Körperpflege praktizieren

Eine Dusche vor dem abendlichen Zusammensitzen reduziert anlockende Körpergerüche. Am besten greift man zu parfümfreien Pflegeprodukten. Bestimmte Duftstoffe in Kosmetik können je nach persönlicher Hautchemie Mücken zusätzlich anlocken.

Die richtige Kleiderfarbe wählen

Eine Studie der University of Washington zeigt, dass Farben wie Schwarz, Rot, Orange oder Türkis in Verbindung mit Kohlendioxid besonders anziehend wirken. Wer hingegen Weiß, Grün, Blau oder Violett trägt, verringert das Risiko. Den besten Schutz bieten zudem stichfeste, extrem dicht gewebte Textilien. Alternativ gibt es ab Werk imprägnierte Stücke (z. B. mit Permethrin).

Kleidung mit Mückenschutz tragen

Die Kleidungsstücke der britischen Marke Craghoppers zeichnen sich besonders durch den integrierten Zecken- und Insektenschutz aus. Der Hersteller verspricht, dass seine Anti-Insekten-Technologie so lange hält wie die Kleidung selbst.

Auch der deutsche Hersteller Vaude bietet spezielle Bekleidung mit Mückenschutz an. Sie sind mit dem Wirkstoff Geraniol behandelt:

Kleidung mit Mückenschutz imprägnieren

Kleidung lässt sich mit insektenabweisenden Textilsprays behandeln. Ein Mittel zum Imprägnieren von Kleidungsstücken bietet beispielsweise die Firma Nobite an. Es enthält das Insektizid Permethrin und soll bis zu 1 Monat schützen.

Hier gibt es das Imprägnierspray von Nobite zu kaufen.

Unbedeckte Hautstellen schützen

Für die verbleibenden unbedeckten Hautstellen gelten Repellents als verlässlichste Lösung. Der Wirkstoff Diethyltoluamid (DEET) bietet den stärksten Schutz, wobei die Wirkdauer stark von der jeweiligen Konzentration abhängt. Als gut verträgliche Lösung hat sich Icaridin bewährt. Beim Auftragen sollte man immer die Anwendungshinweise des Herstellers und bei Kindern deren altersspezifische Empfehlungen beachten. Pflanzliche Alternativen wie Zitronen-Eukalyptus-Extrakt (PMD) schützen ebenfalls effektiv, dürfen jedoch nicht mit reinen ätherischen Ölen verwechselt werden, die zu rasch verdunsten. Hausmittel wie Knoblauch oder Vitamin-B12-Präparate haben sich in Studien dagegen als unwirksam erwiesen.

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Welche technischen Hilfsmittel wehren Mücken ab?

Auch technische Hilfsmittel können am Stellplatz für Entlastung sorgen und zusätzlich zum persönlichen Schutz Stechmücken auf Abstand halten.

Ventilatoren aufstellen

Sie sind eine ebenso einfache wie chemiefreie Lösung vor oder im Reisemobil. Ein spürbarer Luftzug erschwert den Mücken das Navigieren und Landen erheblich. Das Umweltbundesamt nennt hierfür als Richtwert eine Windgeschwindigkeit von etwa einem Meter pro Sekunde. Auf den Boden gerichtet, schützt der Luftstrom gezielt die Beine.

Mückenspiralen und elektrische Verdampfer einsetzen

Sie sind lediglich für den Außenbereich gedacht und setzen durch Hitze Insektizide frei. Dadurch wird die Mückenbelastung im Nahbereich spürbar gesenkt. Allerdings wirken sie am besten bei völliger Windstille.

Der Terrakotta-Räuchertopf nimmt eine langsam abbrennende Citronella-Moskitospirale auf. Dabei entweicht der citronellahaltige Rauch kontrolliert durch die Öffnungen des Topfes und hält Mücken im unmittelbaren Umfeld auf natürliche Weise fern, während der Topf gleichzeitig Asche auffängt und für einen sicheren Abbrand sorgt.

Das Thermacell HALO Mini erzeugt mithilfe einer kleinen Butangaspatrone Wärme, die ein mit Wirkstoff getränktes Plättchen erhitzt. Der Wirkstoff verteilt sich geruchsarm in der Luft und bildet eine Schutzzone von bis zu 15 Quadratmetern, in der Stechmücken wirksam ferngehalten werden, ganz ohne Spray auf der Haut.

Von Geräten mit UV-Licht raten Experten ab. Ihr Betrieb im Freien ist in Deutschland verboten, da sie nützliche Insekten töten. Mücken lassen sich davon ohnehin kaum beeindrucken, sie folgen weiter dem menschlichen Geruch.

Fliegengitter ab der Dämmerung schließen

Da Stechmücken in der Dämmerung am aktivsten sind, empfiehlt es sich in stark belasteten Regionen, die Zeit rund um den Sonnenunter- und -aufgang im geschlossenen Reisemobil zu verbringen. Wer lüften möchte, sollte Fenster und Dachluken mit Insektenschutz-Plissee einbauen lassen und letztere immer schließen. Neben den Fenstern sind sie auch an Aufbau- und Schiebetüren inzwischen serienmäßig oder gegen Aufpreis mit Moskitogittern erhältlich. Für Heki-Dachhauben bietet Brunner auch ein Fliegengitter zum Nachrüsten an.

Eine unrühmliche Ausnahme sind kompakte Campingbusse, bei denen man auf teils friemelige Nachrüstlösungen zurückgreifen muss. Einfache Fadenvorhänge sind eher zur Deko als zum zuverlässigen Abdichten geeignet.

Wer hier gerne die Hecktüren zum Lüften öffnet, findet z. B. bei Hindermann Insektenschutz-Netze mit praktischer Magnetbefestigung.

Sonderfall: Gnitzen und Kriebelmücken

Wer an fließenden Gewässern oder in nördlicheren Gefilden campt, macht oft Bekanntschaft mit Insekten, die nicht mit einem Rüssel stechen, sondern die Haut regelrecht aufschneiden.

Kriebelmücken

Die tagaktiven Kriebelmücken breiten sich auch hierzulande immer mehr aus und beißen bevorzugt an den Rändern der Kleidung zu, bleiben aber meist im Freien.

Gnitzen

Diese Plagegeister werden in Schottland "Midges", in Skandinavien oft "Knotts" genannt und treten in der Dämmerung und häufig in ganzen Schwärmen auf, besonders wenn es feucht und windstill ist. Sie sind so klein, dass sie durch herkömmliche Fliegengitter und kleinste Spalten gelangen können.

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Das Umweltbundesamt empfiehlt für diese winzigen Insekten Insektennetze mit einer Maschenweite von unter einem Millimeter. Da die Maschenweite an Fenstern und Türen im Reisemobil vorgegeben ist, kann ein zusätzlich über dem Bett aufgehängtes Moskitonetz schützen.

Auch mit Insektenschutz imprägnierte Schlafsäcke oder Decken wehren Mücken ab.

Fazit