Ladegerät-Einbau im Reisemobil Ingo Köcher
Ladegerät-Einbau im Reisemobil
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Ladegerät-Einbau im Reisemobil

Nie mehr ohne Saft

In unserem Weinsberg-Dauertestwagen haben wir ein modernes Kombiladegerät nachrüsten lassen, an das man zusätzlich ein Solarmodul anschließen kann. promobil hat den Einbau begleitet.

Die Optimierung der Stromversorgung war das Ziel des Einbauprojekts, das wir gemeinsam mit C-Tek in unserem Dauertester Weinsberg Carabus umgesetzt haben. Eingebaut wurde das Kombiladegerät D 250 SE, das wie ein Booster arbeitet und die Bordbatterie mit 20 Ampere Ladestrom versorgt. Das Gerät kommt mit Euro-6d-Temp-Motoren mit "intelligenter" Lichtmaschine zurecht. Hierbei schaltet die Lichtmaschine zeitweise ab, um Kraftstoff zu sparen. Ein Booster verhindert dies und signalisiert, dass noch Strom für den Akku benötigt wird, worauf die Lichtmaschine weiter läuft; der Akku wird während der Fahrt also länger geladen. Hängt das Mobil am Landstrom, versorgt das C-Tek-Gerät außerdem die Starterbatterie mit einer Erhaltungsladung.

Kosten: Circa 330 Euro zuzüglich Einbau; Mehrwert: Immer genug Strom in der Aufbaubatterie.

Das D 250 SE eignet sich für Blei-Säure-Batterien aller Typen (Nass, AGM, Gel) sowie für Lithium-Ionen-Akkus mit 40 bis 300 Amperestunden Kapazität. Der zum Akku passende Ladezyklus wird über die Verkabelung festgelegt (z. B. Batteriewahlkabel nicht angeschlossen: EFB, Nass, Ca/Ca, Gel; Batteriewahlkabel an Masse: AGM).

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CTEK Smart Chargers GmbH
Das D 250 SE lädt den Bord-Akku während der Fahrt mittels Lichtmaschine. Über einen zweiten Eingang lässt sich ein Solarmodul anschließen.

Ebenso verfügt das Gerät über einen separaten Solareingang mit integriertem MPPT-Regler für die optimale Ladeleistung der Akkus. Ein Temperaturfühler am Bordakku sorgt darüber hinaus für eine schonende, möglichst schnelle Aufladung. Ebenso erkennt das Gerät kritische Ladestände, trennt bei Bedarf die Batterie vom Bordnetz und verhindert so schädliche Tiefentladung.

Wer Bus oder Freizeitmobil ausbauen möchte, holt sich mit dem D 250 SE und einem nachgerüsteten Solarmodul eine solide Stromversorgung ins Fahrzeug, mit der sich 12-Volt-Verbraucher wie Lampen und Kühlbox länger betreiben lassen.

In unserem Testwagen lohnte sich die Nachrüstung aus zwei Gründen: Zum einen verbessert die Boosterfunktion die Batterieaufladung während der Fahrt. Zum anderen hält man sich die Möglichkeit offen, später mit überschaubarem Installationsaufwand ein Solarmodul nachrüsten zu können, das bei fehlendem Landstromanschluss die Bordakkus lädt und die Autarkie erhöht.

So funktioniert der Einbau

Wie der Einbau des Ladegeräts abläuft und worauf man dabei achten muss, haben wir uns in einer Fachwerkstatt angesehen. Für den Einbau muss man etwa 1,5 bis drei Stunden einplanen. Die Kosten hierfür liegen bei ungefähr 150 Euro. Das D 250 SE ist im Fachhandel, unter anderem bei Conrad, ab 326 Euro zu haben. Die kleine Box wiegt 700 Gramm, ist 19 Zentimeter lang, elf Zentimeter breit und gerade einmal 6,5 Zentimeter hoch.

Montageort finden

Bevor es mit dem Einbau losgehen kann, muss man zunächst prüfen, wo ausreichend Platz für die Montage zur Verfügung steht. Dabei ist es von Vorteil, dass das D 250 SE mit seinen Maßen recht kompakt ist und damit nur wenig Raum beansprucht. In unserem Dauertester platziert der Hersteller die Elektrik wie Sicherungen, Verteilungsmodul und Trennrelais unter einer Serviceklappe im hinteren Teil des Fahrzeugs auf der linken Seite. In diesem Bereich ist ausreichend Platz vorhanden, um das Ladegerät mit vier Schrauben sicher einzubauen. Von Vorteil sind zudem die kurzen Leitungswege zur direkt darunter eingebauten Aufbaubatterie.

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Einen Einbauplatz für das Ladegerät zu finden, ist aufgrund der kompakten Maße (Länge x Breite x Höhe: 19 x 11 x 6,5 cm) nicht schwierig.

Mit dem Einbau des D 250 SE wird das normalerweise in jedem Reisemobil und Kastenwagen vorhandene Trennrelais überflüssig. Dessen Aufgabe übernimmt fortan das C-Tek-Gerät. Es unterbricht die Verbindung zwischen Starterbatterie und Bordakku, sobald keine Aufladung mehr erfolgt – wenn also der Motor aus ist und die Lichtmaschine keinen Strom mehr liefert.

Der Anschluss an die vorhandene Bordtechnik

Im Stromkreislauf des Weinsberg Carabus wird das D 250 SE zwischen der Starter- und der Aufbaubatterie integriert. Dazu wird zunächst der Pluspol der Starterbatterie mit dem Eingang "A IN" am D 250 SE verbunden. Das zweite Kabel führt vom "OUT" des Ladegeräts zum Pluspol der Aufbaubatterie. Da das Ladegerät mit bis 20 Ampere vergleichsweise hohe Ströme liefert, muss bei der Verkabelung unbedingt auf angemessene Querschnitte geachtet werden. Denn je dünner (und je länger) das Kabel, desto größer der Innenwiderstand der Leitungen, was zu erhöhten Spannungsverlusten führt. Zudem können Kabel mit zu geringem Querschnitt sehr heiß werden, was Schäden an der elektrischen Anlage verursachen, im schlimmsten Fall zum Kabelbrand führen kann.

Für eine sichere Verbindung empfiehlt C-Tek bestimmte Querschnitte. So genügt für die Verkabelung der Pluspole zwischen Starter- und Aufbaubatterie für Strecken bis zwei Meter ein Querschnitt von vier Quadratmillimetern. Ab sechs Meter Länge sollten es sechs Quadratmillimeter und ab zehn Meter Kabellänge zehn Qua- dratmillimeter sein. Für die Verbindung vom "OUT"-Anschluss des Ladegeräts zum Pluspol der Aufbaubatterie muss der Querschnitt bei 0,5 Metern Kabellänge vier Quadratmillimeter, ab einem Meter sechs und bei zwei Metern mindestens zehn betragen. Abgesichert wird das Ganze mit einer 30-Ampere-Sicherung.

Die Verbindung der auf Länge gebrachten Kabel mit dem D 250 SE erfolgt mit Ringkabelschuhen mit sechs Millimeter Durchmesser, die mit einer entsprechenden Kabelschuhzange – verhindert zu starkes Quetschen der Leitung – am abisolierten Ende befestigt werden.

Nun folgt mit einem Inbusschlüssel das Aufschrauben der Ösen auf die Kontakte des Ladegeräts. Im besten Fall nutzt man dafür einen Drehmomentschlüssel und zieht die Muttern mit maximal acht Newtonmetern Andrehmoment fest.

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Ringkabelschuhe mit den Kontaktschrauben anziehen: Das Andrehmoment beträgt 8 Newtonmeter.

Aufladen bei idealer Umgebungstemperatur

Während des Aufladeprozesses ist die Umgebungstemperatur nicht unerheblich. Das D 250 SE eignet sich prinzipiell für einen Temperaturbereich von –20 °C bis +50 °C. Den Ladevorgang überwacht ein Sensor, der die Temperatur des Akkus misst. Der zum Lieferumfang gehörende Fühler hängt am Ende eines zwei Meter langen Kabels und wird mit Klebeband an der Aufbaubatterie nahe dem Pluspol fixiert. Unser Tipp: Der Sensor lässt sich nur sicher befestigen, wenn man die Verklebung mit starkem Gewebeband oder Panzertape durchführt.

Alternativ zur Aufladung des Bordakkus per Lichtmaschine während der Fahrt, lässt sich über einen zweiten Eingang als Stromquelle im Stand ein Solarmodul anschließen. C-Tek empfiehlt hierfür Panels mit 50 bis 300 Watt Leistung. Um das Solarpanel in das Stromnetz des Fahrzeugs zu integrieren, stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: So lässt sich ein auf dem Dach fest montiertes Solarmodul an das D 250 SE über den "Eingang Solarmodul" (siehe Grafik unten) anschließen.

Über einen Steckanschluss lässt sich jedoch ebenso ein mobiles Solarpanel einfach mit dem Gerät verbinden. Nachteilig ist dabei, dass dafür immer eine Tür oder ein Fenster einen Spalt geöffnet bleiben muss, um das Kabel des Solarmoduls hindurchzuführen. Komfortabler klappt der Anschluss über eine nachträglich installierte Außensteckdose in der Seitenwand. Wichtig: die Bohrstelle für die Kabeldurchführung sorgfältig abdichten.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, Fachpersonal mit dem Einbau des Geräts sowie der Peripherie zu beauftragen, denn so erfolgt die Installation nach Herstellervorgaben.

Ladeprogramme des C-Tek D 250 SE

Blei-Säure-Batterien

Ladeprogramm des  C-TEK D 250 SE bei Blei-Säure-Batterien
Promobil
Ladeprogramm des C-TEK D 250 SE bei Blei-Säure-Batterien.

Phase 1: Ladegerät erkennt sulfatierte Batterien: Pulsieren von Strom und Spannung entfernt Sulfat von den Bleiplatten.

Phase 2: Aufladen des Akkus mit Maximalstrom bis etwa 80 %.

Phase 3: Laden mit abnehmender Stromstärke bis 100 % der Batteriekapazität.

Phase 4: Mit konstanter Spannung wird die Batteriekapazität auf Maximalwert gehalten.

Phase 5: Impulsladung hält Batteriekapazität auf 95–100 %.

Lithium-Batterien

Ladeprogramm des  C-TEK D 250 SE bei Lithium-Batterien
Ladeprogramm des C-TEK D 250 SE bei Lithium-Batterien.

Phase 1: Prüfung, ob Batterie ladefähig (nicht defekt) ist.

Phase 2: Aufladung mit maximaler Spannung auf ca. 90 %.

Phase 3: Ladung mit abnehmender Stromstärke auf 95 %.

Phase 4: Mit konstanter Spannung wird Batteriekapazität auf Maximalniveau gehalten.

Phase 5: Impulsladung hält Batteriekapazität auf 95–100 %.

Modulares System

Das D 250 SE von C-Tek ist ein DC-DC-Ladegerät (Batterie zu Batterie). Die Aufladung des Bordakkus erfolgt während der Fahrt per Lichtmaschine, im Stand z. B. über ein angeschlossenes Solarmodul. Ist die Aufbaubatterie im Solarbetrieb voll aufgeladen, geht überschüssiger Strom zum Starterakku. Das D 250 SE lädt mit 20 Ampere.

Als Teil eines modularen Systems lässt sich das Ladegerät mit dem C-Tek Smartpass 120 S erweitern. In dieser Kombination stehen bis zu 140 Ampere Ladestrom zur Verfügung. Smartpass verhindert die Tiefentladung der Bordbatterie und sorgt dafür, dass während der Fahrt laufende Verbraucher im Aufbau (Kühlschrank) über die Lichtmaschine und nicht über die Servicebatterie Strom bekommen. So verkürzt sich zudem die Zeit bis zum vollständigen Aufladen des Bordakkus.

Ladegeräte-Hersteller in der Übersicht