Rückruf von Fiat Ducato & Co. bei Stellantis: Brandgefahr bei Wohnmobilen und Campingbussen

Rückruf von Camper-Basis Ducato & Co.
Kraftstoffrücklaufleitung muss überprüft werden

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.03.2026
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Transporter, Modell 2024
Foto: Jürgen Bartosch

Wer ein neues Wohnmobil auf Basis von Fiat Ducato, Citroën Jumper, Peugeot Boxer oder Opel Movano fährt, bekommt möglicherweise Post vom Kraftfahrtbundesamt. Der Stellantis-Konzern hat für diese Transporter einen Rückruf wegen eines möglichen Kraftstoffverlusts bestätigt. Im Mittelpunkt steht die Kraftstoffrücklaufleitung: In einzelnen Fahrzeugen kann sie nicht den Spezifikationen entsprechen, was zu einer fehlerhaften Verbindung zwischen Leitung und Anschluss führen kann. Tritt im Ernstfall Kraftstoff aus und tropft auf heiße Teile, lässt sich eine Brand des Fahrzeugs nicht ausschließen.

Diese Transporter sind vom Rückruf betroffen

Die Halterinnen und Halter der betroffenen Fahrzeuge werden vom KBA schriftlich informiert und gebeten, die Werkstatt aufzusuchen. Dort prüfen die Mitarbeitenden die Kraftstoffrücklaufleitung und tauschen sie bei Bedarf aus. Stellantis rechnet mit einer Arbeitszeit von etwa 15 Minuten bis 90 Minuten. Betroffen sind Fahrzeuge, die in Italien gebaut wurden und zwischen dem 6. November 2024 und dem 21. Juli 2025 vom Band liefen. Weltweit geht es nach Angaben aus dem Umfeld des Konzerns um rund 24.000 Transporter. Die Abarbeitung läuft über Aktionscodes: GN3 (Jumper) und MZA (Boxer), KTY für den Movano und F52Y für den Fiat Ducato.

Für die Caravaning-Branche hat diese Aktion eine besondere Bedeutung. Ducato, Jumper, Boxer und Movano bilden eine technische Familie. Ihre Plattform trägt seit Jahren einen großen Teil des Reisemobilmarkts. Das zeigt der Blick auf den deutschen Bestand: Der Fiat Ducato stellt dort die meistgenutzte Camper-Basis mit 42,6 Prozent Anteil. Fiat Professional nennt für 2025 einen Anteil von 41,6 Prozent an den 94.134 deutschen Reisemobil-Neuzulassungen. Deshalb ist damit zu rechnen, dass ein beträchtlicher Teil der vom Rückruf betroffenen Fahrzeuge Campingbusse oder Wohnmobile sein könnten.

Wohnmobile sollten schnell zur Werkstatt

Spätestens nach Erhalt der Information über den Rückruf durchs KBA sollten die Halterinnen und Halter eine Werkstatt aufsuchen. Wer ein Fahrzeug aus dem genannten Bauzeitraum fährt, kann schon vor Erhalt des Schreibens bei seinem Händler oder einer Fachwerkstatt prüfen lassen, ob für die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) des Fahrzeugs die Aktion hinterlegt ist. Dafür reicht schon ein Anruf. Gerade Camperinnen und Camper, die in den bevorstehenden eine Reise geplant haben, sollten schnell aktiv werden. Durch die Rückrufaktion werden in den nächsten Wochen mehr Personen Werkstatttermine buchen als üblich und die Wartezeiten vermutlich etwas länger. Wer bereits im Ausland ist und länger dort bleiben möchte, sollte sich an einen Vertragshändler des Basisfahrzeugherstellers wenden.

Fazit