Achtung: Neue Tempo-Regeln für Landstraßen geplant – das müssen Camper wissen

Geschwindigkeitslimits auf Landstraßen
Ändern sich die Regeln für Wohnmobile?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.04.2026
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Tempolimit Landstraße Schild
Foto: 04/2026, Tempolimit Landstraße Schild

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat neue Vorschläge für Tempolimits auf Landstraßen vorgelegt. Statt eines pauschalen Tempolimits für alle Landstraßen werden gezielte Regelungen für typische Gefahrenstellen diskutiert. An Kreuzungen und Einmündungen soll künftig Tempo 70 gelten. Auf schmalen Landstraßen mit bis zu sechs Metern Fahrbahnbreite wird Tempo 80 vorgeschlagen. Auf gut ausgebauten Strecken könnte weiterhin Tempo 100 erlaubt bleiben.

Systematische Anpassung statt Flickenteppich

Besonders an Knotenpunkten, an denen viele Unfälle durch Abbiegen oder Vorfahrtsfehler entstehen, wäre die Reduzierung unmittelbar wirksam. Die neuen Vorschläge würden diese Praxis systematisieren und stärker vereinheitlichen. Kurven, unübersichtliche Einmündungen oder schmale Fahrbahnen führen schon heute häufig zu Tempolimits von 70 oder 80 km/h.

Was ändert sich konkret für Wohnmobil- und Caravan-Fahrer?

Für die meisten Campenden bedeuten die geplanten Neuregelungen weniger Veränderung als für Pkw-Fahrer. Der Grund: Viele sind bereits heute langsamer unterwegs.

Wohnwagen-Gespanne (Pkw mit Anhänger): Pkw mit Anhänger, Lkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen mit Anhänger müssen sich bereits heute an die Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf der Landstraße halten. Für Caravan-Gespanne ändert sich also faktisch nichts – sie bewegen sich ohnehin schon in dem Geschwindigkeitsbereich, der künftig auf schmalen Landstraßen für alle gelten könnte.

Wohnmobile bis 3,5 Tonnen (solo): Diese dürfen momentan wie Pkw 100 km/h fahren. Sollten die vorgeschlagenen Limits Realität werden, würde sich auf schmalen Straßen (bis sechs Meter Fahrbahnbreite) die erlaubte Geschwindigkeit auf 80 km/h reduzieren. Auf gut ausgebauten Landstraßen bliebe es bei Tempo 100.

Wohnmobile über 3,5 Tonnen: Schwerere Reisemobile sind bereits heute generell auf 80 km/h außerorts begrenzt. Bei den diskutierten Plänen ändert sich für diese Fahrzeugklasse nichts.

Mehr Vorhersehbarkeit im Straßenverkehr

Der größte Vorteil der geplanten Systematisierung: Die Geschwindigkeitsbegrenzungen würden nachvollziehbarer und einheitlicher. Gerade Urlaubsreisende, die unbekannte Regionen durchqueren, müssten sich weniger über abrupte Tempowechsel wundern. Außerdem könnte sich die Anzahl riskanter Überhohlmanöver verringern, wenn für alle ein reduziertes Tempolimit gilt. Die Fahrbahnbreite oder die Nähe zu Kreuzungen würden klare Orientierung geben, welches Limit gilt.

Entspannte Fahrweise bleibt das A und O

Ob mit Wohnmobil oder Caravan – bei Urlaubsfahrten zählt ohnehin: Wer defensiv und vorausschauend fährt, kommt nicht nur sicherer, sondern auch entspannter ans Ziel. Die meisten erfahrenen Camperinnen und Camper wissen: Der Urlaub beginnt bereits auf der Anreise, nicht erst am Stellplatz. Gelassenheit zahlt sich aus – auch beim Kraftstoffverbrauch und der Belastung von Fahrwerk und Reifen.

Fazit