England, Schottland & Wales: Campingurlaub in Großbritannien - Anfahrt, Einreise & Tipps

Camping-Tipps für Großbritannien
So geht Camping in England, Schottland & Wales

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.03.2026
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Campingpark, Zelte, Caravans, Meer, HŸgel, Sonnenuntergang
Foto: Günter Ultes

England, Schottland und Wales – Großbritannien ist eine ideale Camping-Destination für alle, die gern viel erleben, ohne lange Etappen zu fahren: Hinter der nächsten Hecke wartet ein Pub, hinter der nächsten Kurve ein Küstenblick – und zwischen Kreideklippen, Mooren, Gärten und Burgruinen liegen oft nur ein paar Meilen.

Gleichzeitig ticken Urlaub und Infrastruktur ein wenig anders als auf der Insel: Statt "mal eben frei stehen" funktioniert die Reise meist über Campsites und kleine, ländliche Plätze. Das Wetter bleibt selbst im Sommer gern wechselhaft – mit Sonne, Wind und Schauern.

3 wichtige GB-Fakten

  1. Linksverkehr: Kreisverkehr "andersrum", rechts abbiegen braucht extra Aufmerksamkeit – nach ein, zwei Tagen läuft’s meist automatisch.
  2. Wetter: oft schnell wechselnd; an Küsten kann Wind gefühlt "eine Jahreszeit" extra bringen – Regenjacke griffbereit lohnt sich.
  3. Distanzen & Tempo: Auf dem Papier kurz, in der Praxis langsamer – viele schmale Landstraßen, Ortsdurchfahrten, teils Hecken direkt am Fahrbahnrand.

Strenge Einreiseregeln für Großbritannien

Seit dem Brexit gehört Großbritannien außerdem nicht mehr zur EU. Für die Einreise sollten Camper daher die Formalitäten früh abhaken: Reisepass (nicht nur Personalausweis) und die vom Anbieter abgefragten Advance Passenger Information (API) – egal ob Fähre oder Eurotunnel.

Zusätzlich baut das Vereinigte Königreich die Einreise zunehmend digital um: Für viele visumfreie Reisende gehört inzwischen eine Electronic Travel Authorisation (ETA) zur Vorbereitung, die vor Abfahrt/Abflug geprüft wird. In diesem Artikel zeigen wir, wie die Anreise klappt, wie die britische Campingplatz-Kultur funktioniert und welche Regionen sich für einen Roadtrip besonders lohnen.

Tunnel oder Fähre: So kommt der Camper auf die Insel

Reisende mit dem Campingfahrzeug haben zwei Möglichkeiten, um nach Großbritannien zu gelangen.

Eurotunnel

Im Eurotunnel (LeShuttle) geht’s mit dem Wohnmobil in Calais direkt auf den Autozug – nach rund 35 Minuten rollen Sie in Folkestone wieder runter, ohne lange Fährzeiten. Für Camper sind vor allem ein paar harte Rahmenbedingungen wichtig: Fahrzeuge über 1,85 Meter Höhe werden auf einem Einzeldeck verladen.

Wohnmobile mit LPG als Antriebsstoff sind im Tunnel nicht zugelassen. Gas zum Kochen/Heizen bleibt möglich, aber nur begrenzt: maximal 47 kg je Gasflasche bzw. mehrere Flaschen mit zusammen höchstens 50 kg, ausschließlich für "domestic use".

Fähre

Die Fähre nach Großbritannien fühlt sich für viele Camper wie eine eingeplante Fahrpause mit Meerblick an: einmal durchatmen, Beine vertreten.

Preis und Route hängen stark von Saison und Fahrzeugmaßen ab; gängige Verbindungen für Wohnmobile sind

  • Amsterdam–Newcastle (ca. 14 Std.)
  • Rotterdam–Hull (ca. 12 Std.)
  • Calais–Dover (ca. 1,5 Std.)
  • Dünkirchen–Dover (ca. 1 Std.)

Auf den kurzen Frankreich-Routen liegen einfache Tickets für ein Standard-Wohnmobil mit zwei Personen grob bei 140-160 Euro, während die lange Passage Amsterdam–Newcastle ab etwa 500 Euro startet – plus Kabine. Je nach Saison kann für zwei Personen hin und zurück insgesamt auch ein deutlich höherer Betrag anfallen (in deinem Beispiel bis 1.900 Euro).

Campingplätze

In Großbritannien läuft Camping ganz gesittet und geregelt ab: Selbst in beliebten Regionen finden Camper meist gepflegte Plätze mit klaren Stellflächen ("pitches"), häufig auch mit befestigtem Untergrund – praktisch wie ein "Parkplatz mit Gartenzaun".

Eine typisch britische Besonderheit sind die Camping-Clubs mit ihren kleinen, ländlichen Platzformaten:

  • Der Caravan and Motorhome Club bietet sogenannte Certificated Locations (CL) an – das sind oft privat betriebene Mini-Plätze, die in der Regel nur für Mitglieder buchbar sind.
  • Ähnlich funktionieren beim Camping and Caravanning Club die Certificated Sites (CS), ebenfalls kleine, häufig sehr ruhige Standorte abseits der klassischen Ferienparks.

Für die Praxis heißt das: Wer UK entspannt bereisen will, plant nicht nur "große" Campingplätze ein, sondern nutzt diese Club-Miniplätze als flexible Stopps – gerade dann, wenn man abends lieber im Pub nebenan sitzt als auf einem übervollen Touristenplatz.

Mietcamper

Wer nicht mit dem eigenen Wohnmobil oder Wohnwagen-Gespann nach Großbritannien anreisen will, kann vor Ort zwischen zahlreichen Wohnmobil-Vermietern wählen. Die größten Flotten und die meiste Fahrzeugauswahl sitzen rund um die wichtigsten Verkehrsknoten:

  • Greater London, oft in der Nähe der großen Airports
  • Manchester als Einstieg nach Nordengland
  • in Schottland rund um Edinburgh/Glasgow für Highlands-Routen

Zu den bekannten Vermietern zählen unter anderem Bunk Campers (mit Depots u. a. in Greater London und Edinburgh), Indie Campers (u. a. London/Manchester/Bristol sowie Edinburgh/Glasgow) sowie klassische Reisemobilvermieter wie McRent; für Schottland gibt es außerdem regionale Anbieter wie Go Explore Scotland.

Wichtig für die Planung: Gerade in der Hauptsaison lohnt frühes Buchen – und wer "one way" mietet, sollte mögliche Einweggebühren einkalkulieren.

Wildcamping in Schottland

In Schottland ist Wildcamping grundsätzlich erlaubt, aber vor allem als leichtes, verantwortungsvolles Zelten gedacht: spät aufbauen, früh weiterziehen, nur kurz bleiben und konsequent "leave no trace" nach den Regeln des Scottish Outdoor Access Code.

Wichtig für Camper: Das wird oft missverstanden – die Wildcamping-Regeln beziehen sich primär auf Zelt/zu Fuß und sind kein Freifahrtschein fürs Übernachten im Wohnmobil oder Campervan; dafür gelten Park- und lokale Regelungen.

Die Highlights von Großbritannien: Reise-Tipps

Hier finden Sie ein paar Inspirationen für Ihre Reise in England, Schottland und Wales.

England

Top 12 Campingplätze Südengland

Diese Südengland-Route spielt ihre Trümpfe genau da aus, wo viele nur Klischees erwarten: Ja, das Wetter wechselt schnell – aber schon im Frühjahr wirkt die Insel erstaunlich mild, an der Küste oft fast weichgezeichnet vom Golfstrom. Zwischen herrschaftlichen Landschaftsparks wie Stourhead (Cream Tea inklusive) und uralten Steinen wie Stonehenge reiht sich ein Stopp an den nächsten: Dover mit Kreideklippen und Castle als perfekter Startpunkt, dazu Städte für den schnellen Bummel wie Salisbury, Exeter, Winchester oder das bunte Brighton am Pier.

Dazwischen liegt Südengland in Bestform: Bluebells färben Wälder blau, in Gärten stehen Rhododendren wie Bäume – und in Cornwall locken Küstenorte wie St Ives (der Traum vom "griechischen Licht") sowie Natur pur in Devon/Cornwall mit Stränden wie Saunton und Putsborough Sands. Für Gartenfans setzt die Tour zwei dicke Ausrufezeichen: das futuristische Eden Project und die verwunschenen Lost Gardens of Heligan.

Schottland

Reise Schottland f
Guenter Ultes

Diese Schottland-Runde startet gleich mit Gänsehaut: Am Loch Lomond im Trossachs-Nationalpark führt der Aufstieg auf den Ben Lomond durch tief hängende Wolken – der erste "Munro" (über 3.000 ft/ca. 900 m) als perfekter Auftakt. Danach zieht die Route weit nach Westen zum Mull of Kintyre, wo der Blick über Leuchtturm und Irische See die Sehnsucht nach dem "wilden Schottland" greifbar macht, bevor es über Glencoe (dramatische Geschichte, große Highland-Kulisse) weiter nach Oban geht – mit vorab gebuchter Fähre auf die Isle of Mull. Dort warten bunte Häuser in Tobermory, "karibische" Strände, eine zerklüftete Westküste mit einspurigen Straßen sowie Abstecher nach Iona und zur Fingalshöhle auf Staffa.

Zurück auf dem Festland folgt Highland-Wandern am Beinn-Eighe-/Torridon-Gebiet (Loch Coire Mhic Fhearchair), dann der Sprung in den hohen Norden über Ullapool, Old Man of Stoer und nach Durness mit Traumstränden wie Balnakeil und Ceannabeinne. Ganz oben markieren Dunnet Head und die Klippenwanderung am Duncansby Head mit den Duncansby Stacks das Finale der Nordküste, bevor es auf besseren Straßen an der Ostseite südwärts geht: Inverness, Speyside-Whisky, schließlich Edinburgh und die Borders mit Jedburgh/Melrose Abbey und Abbotsford House.

Wales

Reise Wales Kueste f
Carsten Heinke

Dieser Wales-Roadtrip ist wie gemacht fürs Wohnmobil, weil er immer wieder das Gleiche verspricht – und es jedes Mal anders einlöst: Hinter dem nächsten Hügel wartet Meer. Los geht’s im sanft gewellten Weideland, dann führt die Route an die Küste und direkt auf den Wales Coast Path (über 1.400 Kilometer lang) – mit seinem spektakulärsten Abschnitt im Pembrokeshire Coast National Park, wo Klippen wie am Cemaes Head bis fast 170 Meter aufragen. Erste Ankerpunkte sind die stille Gower Peninsula mit Rhossili Bay, danach das Bilderbuchstädtchen Tenby samt Abstecher zur Miniinsel Caldey (Papageientaucher), und Pembroke Castle, das Sie sogar per SUP umrunden können. Spätestens wenn sich bei Newgale die St. Brides Bay wie eine Bühne öffnet und die Newgale Campsite direkt hinter dem Strand "vor Anker" liegt, ist man im Wales-Modus: Strandtage, Surfwellen, Küstenwanderungen.

Weiter nördlich liefern St David’s (größte Kathedrale in kleinster City), Newport als Ausgangspunkt für Coastal-Walks und die dramatische Ceibwr Bay mit ihren Faltenklippen echtes Naturkino – inklusive Chance auf Robben, Schweinswale oder Delfine und Meereshöhlen wie den "Hexenkessel", der sich per Kajak/SUP durchqueren lässt. Danach wechselt Wales den Ton: Im Landesinneren wartet das mystische Eryri (Snowdonia) mit Yr Wyddfa (1.085 m) und Wasserfällen (Conwy Falls, Aber Falls & Co.), plus steinzeitliche "Aha"-Stops wie der Dolmen Pentre Ifan in den Preseli Hills – und als Kultur-Gag am Rand noch die walisische Sprache mit Ortsnamen, die man lieber fotografiert als ausspricht.

Fazit