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Wohnmobil-Tour Harz

Bergsteigen und Stadtbummel

Der Blick vom Münzberg auf Dom und Schloss Quedlinburg. Foto: Stefanie Barth (6), Harz Camp (2), Harz Venture GmbH (1), Harzer Tourismusverband/M. Gloger (1), Harzer Tourismusverband (1) 12 Bilder

Wer den Harz bereist, muss einmal Norddeutschlands höchsten Berg erklimmen. Dann folgt der gemütliche Teil: ganz genussvoll Burgen, Schlösser, Fachwerkstädtchen erkunden.

Was für ein Bild: Das prächtige Schloss von Wernigerode thront hoch über dem Tal, und von unten schnauft die Dampflok der Brockenbahn heran auf ihrem Weg hinauf zum Brocken, dem höchsten Gipfel des Harzes (1142 Meter). Wir machen eine kleine Entdeckungsreise kreuz und quer durch Deutschlands nördlichstes Mittelgebirge mit seinen dichten Wäldern, lichten Anhöhen, bunten Fachwerkstädtchen und imposanten Schlössern. Und wir haben uns vorgenommen, den Brocken dabei nicht nur stets im Auge zu behalten, sondern auch zu erklimmen.

Unsere freundlichen Nachbarn auf dem Stellplatz in Altenau kennen sich gut aus in der Region, sie schwärmen von der Schönheit des Bergwalds, und bald liegt die Landkarte auf dem Tisch und es gibt einige gute Ratschläge. Am nächsten Tag befolgen wir dann ihren ganz persönlichen Tipp für den Aufstieg: Nach Erkundung des kleinen Orts Ilsenburg geht es weiter durch das Ilsetal und dann über einen rund zehn Kilometer langen Pfad hoch zum Gipfel. Schon Heinrich Heine ist hier gewandert, nach ihm ist der Weg auch benannt.

Der weite Blick hinüber zum 1142 Meter hohen Brocken. Foto: Stefanie Barth (6), Harz Camp (2), Harz Venture GmbH (1), Harzer Tourismusverband/M. Gloger (1), Harzer Tourismusverband (1)
Nicht zu verwechseln: der weite Blick hinüber zum 1142 Meter hohen Brocken mit seinen markanten Sendetürmen

Die Route führt zwischen kleinen Felsen hindurch und mäandert durch schöne Buchenwälder, die von der Sonne in ein leuchtend grünes Licht getaucht werden. Stets begleitet uns das muntere Plätschern der Ilse. Nach ein paar Kilometern wandelt sich das fröhliche Glucksen des Wassers in ein veritables Donnern, und wir sind uns einig: Die Ilsefälle haben Heinrich Heine zu Recht begeistert. 

Zeit für eine kleine Rast, schließlich müssen wir insgesamt rund 800 Höhenmeter bis zum Brockengipfel bewältigen. Der Ausblick von dort oben entschädigt aber für den Marsch. Auf dem Rückweg lassen wir es ruhig angehen und zuckeln ganz gemächlich in der wunderbar nostalgischen Brockenbahn wieder zu Tal.

George Clooney macht Urlaub in Quedlinburg 

Nach so viel Natur darf es auch wieder etwas Stadtatmosphäre sein, und die gibt’s mit besonders schöner Kulisse in Quedlinburg. Beeindruckend ist der Ort schon von weitem mit der mächtigen Silhouette des erhöht liegenden Quedlinburger Schlosses und der Stiftskirche St. Servatii, die übrigens einen großen mittelalterlichen Domschatz beherbergt. Keine Frage – zum Schloss müssen wir hinauf. Viele schöne Fachwerkhäuser säumen den Aufstieg. Vor kurzem feierte Quedlinburg dank dieser Schmuckstücke sein 20-Jahre-Jubiläum als Unesco-Welterbe. Mehr als 1300 Fachwerkbauten aus sechs Jahrhunderten stehen in der Stadt, jedes der mit ansehnlicher Patina überzogenen Bauwerke hat seine ganz eigene Geschichte und seinen ureigenen Charme. Damit ist die über 1000-jährige Gemeinde wahrlich einzigartig – selbst Hollywood-Herzensbrecher George Clooney verbrachte hier schon einige Urlaubstage. Der Harz mit seinen Burgen wird auch immer mehr zu einer beliebten Kulisse für Filmproduktionen. 

Wohnmobil-Tour Harz/Thüringer Wald
Tour durch Deutschlands Mitte

Und welche Burg erkunden wir nun? Nach einigem Hin und Her fällt die Wahl auf die geschichtsträchtige Feste Falkenstein mit ihrem sehenswerten Museum. Kaum eine andere Festung ist so gut erhalten, denn so oft sie auch belagert wurde im Lauf ihrer Geschichte – es gelang keinem Angreifer, sie zu bezwingen. Auf dem Burghof empfängt uns gleich ein beeindruckendes Schauspiel der Flugkunst: Ein prächtiger Falke stürzt sich gerade zielsicher auf seine Beute. Zweimal täglich findet hier oben die Falknershow statt, sehr passend zum mittelalterlichen Flair der gesamten Anlage. Und es gibt dort noch viel mehr zu entdecken, zum Beispiel den am Ende des Zweiten Weltkriegs versteckten und erst 1991 wiedergehobenen Schatz des Falkensteins. Er wurde in einem fensterlosen Zwischengeschoss über der Burgkapelle entdeckt und sorgte mit seinen 5000 wertvollen, vollständig erhaltenen Einzelstücken für reichlich Aufsehen. 

Wir schlendern weiter durch die Räume, bewundern den Rittersaal, die voll funktionstüchtige Küche und die Burgkapelle mit ihrer Schrankorgel. Vom Turm aus reicht der Blick weit über die dichten Wälder und den mächtigen Burgberg. 

Auf der Roseburg werden unterschiedliche Architektur- und Gartenbaustile in gefälliger Weise gemixt. Foto: Stefanie Barth (6), Harz Camp (2), Harz Venture GmbH (1), Harzer Tourismusverband/M. Gloger (1), Harzer Tourismusverband (1)
Ein bisschen Italien im Norden: Auf der Roseburg werden unterschiedliche Architektur- und Gartenbaustile in gefälliger Weise gemixt.

Einen guten Kontrast dazu verspricht unser nächstes Ziel, das Wetter ist nämlich zu schön, um den ganzen Tag in Ausstellungsräumenzu verbringen. Jetzt ist nicht mehr Mittelalter gefragt, nun steht der Sinn nach Romantik, deshalb fällt die Wahl auf die Roseburg im Ostharz, ganz in der Nähe von Ballenstedt. Das ist wahrhaftig eine Märchenfestung wie aus dem Bilderbuch. Im Schlosspark entdeckt man zwischen vielen Rosen stille verwunschene Winkel und von steinernen Löwen und Drachen gesäumte Wasserläufe. Ein Spaziergang durch die Anlage mit ihren wilden Sträuchern und Hecken lohnt sich: Diese Mischung aus englischem Landschaftsgarten und frühbarocker italienischer Gartenbaukunst ist einzigartig im Harz. Putten blinzeln dem Besucher aus allerlei Ecken zu, und gelegentlich kreuzt ein Pfau den Weg. Das 1908 fertiggestellte Areal vereint unterschiedliche Baustile aus der Zeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert. Überall duftet es nach Rosen und anderen Blumen, und im Sommer trifft man hier oft Brautpaare, die die italienischen Stilelemente der Roseburg als Fotokulisse für den schönsten Tag ihres Lebens wählen. 

Wir setzen uns hin, genießen Anblick und Ausblick gleichermaßen und lassen die Minuten in zufriedenem Schweigen länger werden. Sehr schön, sehr beschaulich und eigen ist dieser Harz – und bestens geeignet für eine geruhsame Tour mit dem Wohnmobil.

Baumwipfelpfad: In luftiger Höhe 

Der Baumwipfelpfad in Bad Harzburg. Foto: Stefanie Barth (6), Harz Camp (2), Harz Venture GmbH (1), Harzer Tourismusverband/M. Gloger (1), Harzer Tourismusverband (1)
Eigenwillige Optik, breites Angebot: der Baumwipfelpfad in Bad Harzburg.

Dem Harz aufs Dach steigen, und zwar im buchstäblichen Sinn: Das lässt sich in Bad Harzburg erleben. Der Baumwipfelpfad führt auf rund 1000 Meter Länge mit Stegen und Plattformen in mehr als 20 Meter Höhe mitten durch die Baumkronen. Neben spannenden Infos zur Tier- und Pflanzenwelt, zu Holzwirtschaft und Umwelt gibt es auch diverse Führungen (zum Beispiel zum Sonnenuntergang), kulturelle und kulinarische Veranstaltungen. Gut gedacht, gut gemacht: Der Weg ist (Ausnahme oberste Plattform) barrierefrei angelegt. April–Oktober 9.30–18, November–März 10–16 Uhr. www.baumwipfelpfad-harz.de

Information

Auskünfte und Broschüren gibt es bei den Tourist-Informationen in den Orten sowie beim zuständigen Tourismusverband: Harzer Tourismusverband, Marktstraße 45, 38640 Goslar, Telefon 0 53 21/3 40 40, www.harzinfo.de

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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