Zuvor möchte ich Ihnen aber etwas von meinen Campingerlebnissen erzählen, von Papageien, Selbstgesprächen und Tischumrundungen.
Adults-only-Camping polarisiert
Auch ich habe im Urlaub am liebsten Ruhe um mich herum. Besonders dann, wenn ich am Morgen beim ersten Heißgetränk langsam wach werde und am Abend mit dem Apéro vor dem Wohnmobil den Tag Revue passieren lasse. Dabei geht es mir nicht darum, wer die potenziellen Unruhestifter sein könnten. Egal, ob der tieffliegende Federball der sportlichen Mittvierziger von gegenüber haarscharf an mir vorbeisaust oder ich vom Fußball eines Fünfjährigen getroffen werde, beides nervt. Ganz gleich, ob Child oder Adult.

promobil-Redakteurin Irina Ziegler schätzt die Ruhe beim Camping. Ob Kinder da der größte Störfaktor sind?
Es gibt Standplatzbereiche und es gibt Spiel- und Sportplätze auf Campingplätzen. Beides ist aus gutem Grund getrennt. Ich setze mich ja auch nicht mit meiner Teetasse mitten auf ein Badmintonfeld.
Selbstgespräche, Singen und unterhaltsame Dialoge
Und dann der Lärm: Generell gibt es in jeder Altersgruppe Schreihälse. Wir hatten einmal einen Campingplatznachbarn. Er war Schweizer, so um die 70, und den lieben langen Tag am Reden. Und das lautstark. Zielobjekt war meistens seine Frau, die erstaunlich schweigsam war. War sie zum Spülen oder Duschen geflüchtet, führte er eben Selbstgespräche. Alternativ stimmte er ein Lied an. Singen konnte er nicht.
Wir versuchten, das Beste daraus zu machen und uns an seinem Schweizer Dialekt zu erfreuen. Es gelang uns nicht. Zum Glück war der Urlaub dann vorbei. Hätten wir vielleicht einfach mal rübergehen und sagen sollen: "Jetzt halten Sie doch mal den Rand!"
Doch was ist mit Kindern? Klar, die quatschen auch den lieben langen Tag und wahrscheinlich am Ende genauso viel Belangloses wie unser Schweizer Nachbar. Aber meist sind dann ja die Eltern bemüht, einen Dialog zu führen. Und der ist selbst für Unbeteiligte in der Regel interessanter als ein Monolog. Oft muss ich schallend in mich hineinlachen, wenn ich solche Gespräche unfreiwillig verfolge. Bis auf gelegentliches Plärren, weil man aufs Knie gefallen ist, das Geschwisterkind nervt oder man nicht unverzüglich ein Eis bekommt, bringen Kinder nach meinem Empfinden nicht mehr oder weniger Unruhe auf den Standplatz.
Von Papageien und charmanten Unruhestiftern
Kinder können auch sehr charmant Unruhe verbreiten. Auf einem Campingplatz in der spanischen Rioja wurden wir mal mit unserem Campingbus auf eine Parzelle zwischen lauter Dauercampern gepfercht. Morgens beim Frühstück war reger Betrieb rund um unseren Tisch. Die Dauercamper-Kinder fuhren wie selbstverständlich mit den Fahrrädern direkt an unserem Frühstückstisch vorbei und unter unserer Markise durch. Sie fühlten sich sichtlich wohl auf unserem Standplatz, schließlich war er schon vor unserem Auftauchen ihre Fahrradübungsstrecke.
Zu allem Überfluss kam kurz darauf die Dauercamper-Nachbarin und stellte einen Käfig mit einem Papageien auf die Parzelle neben uns. Pico war leider ähnlich gesprächig wie unser Schweizer und hielt auf Spanisch Dauermonologe, die wir nicht verstanden. Womit wir bei Tieren und speziell Hunden auf dem Campingplatz wären: Ich kenne auch nette Hunde, zum Beispiel die Hündin Lou meiner Schwester. Sie ist für mich Familie.

Bei Hundedame Lou macht Irina Ziegler eine Ausnahme. Sie gehört schließlich zur Familie.
Aber auf Hunde auf dem Campingplatz könnte ich gut verzichten. In meiner subjektiven Wahrnehmung sind es meistens Kläffer, oder sie rennen auf mich zu und springen mich an. Die vielen braven Vierbeiner nehme ich gar nicht wahr. Sorry, an alle Camperinnen und Camper mit untadelig gut erzogenen Vierbeinern. Den anderen empfehle ich, einmal den Namen Martin Rütter in die Suchmaschine einzugeben.
Mein persönliches Fazit
Auf dem Campingplatz gibt es vieles, was nerven kann: andere Menschen, große und kleine, kläffende Hunde und tieffliegende Sportgeräte. Aber zum Glück hat ein Wohnmobil Räder unten dran. Wenn mich um mich herum nur noch alles nervt, fahre ich weiter. Und wenn dann ein schöner Adults-only- oder No-dogs-Campingplatz auf dem Weg liegt, checken wir vielleicht ein. Immer in der Hoffnung, dass der Schweizer schon woanders am Campen ist.
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