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Schutz vor Ungeziefer und Mäusen im Winter

So überwintert das Wohnmobil ohne Schädlinge

Schutz vor Ungeziefer Foto: Archiv 10 Bilder

Mäuse und Ameisen können im Reisemobil verheerende Schäden anrichten. promobil gibt Tipps, wie man den Befall im Winterlager vermeiden und unliebsamen Besuch vertreiben kann.

„Als Erstes fraßen sie Löcher in die Sitzflächen unserer Campingstühle, dann verspeisten sie Teile unseres Vorzeltteppichs und knabberten die Säume der Vorhänge an. Polster und Matratzen haben sie verschmäht – oder sie wollten sich diese größeren Happen für später aufheben.“ Wovon der User Waldbauer hier im promobil-Forum berichtet, ist der Alptraum jedes Reisemobilisten: Das Fahrzeug wird von Ungeziefer befallen, in diesem Fall von Mäusen. So niedlich die kleinen Nager auch aussehen mögen: Im Mobil haben sie nichts zu suchen. Und dennoch finden sie immer wieder ihren Weg ins rollende Urlaubsdomizil, wie etliche Beiträge im promobil Online-Forum belegen.

Woher kommen die Schädlinge?

Doch nicht nur Mäuse, auch Ameisen können eine Plage sein. Davon weiß User „Gaemper“ ein Lied zu singen: „Im Spanienurlaub ließen wir mal die leeren Verpackungen von Hähnchenschlegeln in der Spüle liegen. Als wir spätabends zurückkamen, war das Fiasko da: Alles war voller Ameisen. Die kamen über die hintere Stütze des Fahrzeugs in den Wohnraum. Wir brauchten fast zwei Tage, bis alle Ameisen wieder raus waren.“ In unseren Breiten kann man grob zwei Arten von Ameisen unterscheiden, weiß Maikel Wirth von der Stuttgarter Schädlingsbekämpfungsfirma All.Ex: „Hausbewohnende Ameisen nisten sich in Reisemobilen in der Isolierung der Wände ein, während andere Arten nur auf der Suche nach Nahrung sind. Letztere wird man schneller wieder los.“

Schutz vor Ungeziefer Foto: Karin & Uwe Annas/Adobe Stock
In Härtefällen hilft nur noch der Kammerjäger – der hat in der Regel die besseren Mittel zur Verfügung.

Neben offenen Türen und Fenstern verschaffen sich Ameisen zum Beispiel über Bäume und Sträucher, die Kontakt zur Außenhülle haben, Zugang zum Reisemobil. Auch Räder, Stützen und sogar das Stromkabel sind Zugangskorridore für sie. Ebenso spielt die Nutzung des Reisemobils eine Rolle: „Bei einem dauerhaft stehenden Fahrzeug steigt das Risiko für einen Ameisenbefall“, gibt Maikel Wirth zu Protokoll. Dass Ameisen durch winzige Löcher passen, dürfte niemanden überraschen. Doch auch Mäuse brauchen kein Scheunentor, um sich Zutritt zum Reisemobil zu verschaffen – darauf weist die Biologin Sabine Göggerle hin, die als Schädlingsbekämpferin bei der Hochdorfer Firma „Der Puschmann“ arbeitet. „Mäuse können sich fast überall durchquetschen – dafür genügt bereits ein Loch oder eine Spalte vom Durchmesser eines Kugelschreibers.“

Es reicht also der Grauwasser-Ablassstutzen, um einer Maus Einlass zu gewähren. Sind die Mäuse erst einmal im Reisemobil, bemerkt man ihre Gegenwart sehr schnell – es sei denn, das Fahrzeug ist für längere Zeit unbewohnt, etwa im Winterquartier. Von Trippeln und Rascheln über angenagte Gegenstände bis hin zu Mäusedreck und -urin gibt es viele Hinweise. Auch den Befall durch Ameisen kann man im Wohnraum kaum übersehen.

Welchen Schaden können Ungeziefer und Mäuse anrichten?

Schutz vor Ungeziefer Foto: C. Schüssler/ Adobe Stock
„Bei einem über längere Zeit abgestellten Reisemobil steigt das Risiko eines Ameisenbefalls sprunghaft an.“

Der Schaden, den Ameisen anrichten, hängt von ihrer Art ab. Sind sie „nur“ auf der Suche nach Nahrung, hat man eventuell den Verlust von offen stehen gelassenen Lebensmitteln zu verschmerzen. Hinzu kommt natürlich noch das Unbehagen, das die neuen „Mitbewohner“ allein durch ihre Anwesenheit verursachen. Weitaus unangenehmer sind Ameisenarten, die sich in den Wänden einnisten, dort ihre Nester bauen und die Isolierung regelrecht aushöhlen.

Mäuse können im schlimmsten Fall ein Reisemobil komplett zu Grunde richten, wenn man ihre Anwesenheit, beispielsweise in der Winterpause, nicht rechtzeitig bemerkt und keine Gegenmaßnahmen ergreift. Sabine Göggerle gibt zu bedenken, dass Mäuse innerhalb von zwei Monaten geschlechtsreif werden, entsprechend schnell folgen die Generationen aufeinander. Mäuse bauen für ihre Jungen ein Nest, daher lassen sie im Reisemobil vom Polster bis zum Campingstuhl nichts unangetastet. Neben dem Zernagen von Gegenständen sind vor allem auch die Hinterlassenschaften der Tiere ein Ärgernis: Sie stinken nicht nur, sondern sind auch infektiös. So überträgt beispielsweise die Rötelmaus das gefährliche Hantavirus, das im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Infektion führen kann.

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Sabine Göggerle rät deshalb: „Mäusedreck sollte man nicht mit dem Besen wegkehren, denn dadurch wirbelt man Stäube auf, die man keinesfalls einatmen sollte. Reinigen Sie die betroffenen Bereiche stattdessen mit einem feuchten Lappen.“ Das Tragen von Handschuhen und Schutzmaske ist ebenfalls empfehlenswert.

Wie geht man gegen Mäuse im Reisemobil richtig vor?

Die Expertin empfiehlt Schlagfallen. Als Köder eignen sich Speck, Käse, aber auch Süßigkeiten wie Gummibärchen. Lebendfallen sind auch eine Option – allerdings muss man sie mindestens einmal am Tag kontrollieren, denn andernfalls würde die gefangene Maus kläglich verdursten. „Mäuse haben bei guter Versorgung einen sehr geringen Aktionsradius“, sagt Sabine Göggerle, es reicht daher, eine lebendgefangene Maus nur ein paar hundert Meter weit wegzu bringen, ehe man sie frei lässt.

Giftköder sind eine andere Möglichkeit, den ungewollten Besuch loszuwerden. Allerdings haben sie den Nachteil, dass die Mäuse dann auch an Stellen verenden und verwesen können, an die man nicht ohne weiteres herankommt. Einen Spezialtipp für die Mäusejagd hat zudem promobil-Forums-User „Alaska“: „Man stellt einen Eimer mit etwas Nutella auf dem Boden ins Fahrzeug und lehnt eine Holzlatte daran, damit die Mäuse an den Rand des Eimers kommen. Sind sie erst einmal im Eimer, kommen sie nicht wieder raus.

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Tipps gegen Ameisen

Schutz vor Ungeziefer Foto: Ruediger Rau, rdnzl, djama zsv3207/Adobe Stock
Einen Ameisenköder kann man vorbeugend im abgestellten Reisemobil platzieren.

Bei Ameisenbefall helfen Ameisenköder, im Härtefall kann man auch Ameisenpulver ausstreuen. Bei allen giftigen Substanzen sollte man aber unbedingt im Blick behalten, dass Kinder und Haustiere nicht damit in Kontakt geraten. Und wie rückt der Kammerjäger Ameisen zu Leibe? Maikel Wirth:“„Wir setzen in solchen Fällen professionelle Fraßköder ein. Zur Spritzbehandlung mit giftigen Substanzen greifen wir nur im äußersten Notfall.“

Am besten schützt man sich vor Ungezieferbefall mit vorbeugenden Maßnahmen. Dazu gehört, Löcher und Spalten wo möglich abzudichten, etwa mit einem engmaschigen Alu-Streckgitter. Achtung: Die Zwangsbelüftungen dürfen dabei nicht luftdicht verschlossen werden! Vor der Winterpause räumt man alle Lebensmittel aus dem Fahrzeug, unterwegs verpackt man sie in feste Behälter aus Glas oder Hartplastik.

Immer wieder liest man im Internet den Tipp, Pfefferminzöl als vergrämende Maßnahme anzuwenden. Sabine Göggerle ist von der Wirksamkeit wenig überzeugt: „Meiner Meinung nach kann man das vergessen – das einzig Wahre ist das Abdichten von Schlupflöchern.“

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6 Praxis-Tipps für die Wohnmobil-Winterpause

Ungezieferbefall vorbeugen

Zu Hause

  • Überprüfen: Wo gibt es Öffnungen, durch die Mäuse ins Reisemobil eindringen können? Diese – wenn möglich – mit Metall-Streckgittern verschließen.

Unterwegs

  • Reisemobil nicht auf einer Ameisenstraße abstellen
  • Berührungen von Bäumen und Sträuchern mit dem Reisemobil vermeiden
  • Lebensmittel nicht offen stehen lassen
  • Keine Krümel vor dem Reisemobil verteilen
  • Fliegenschutzgitter geschlossen halten

Winterpause

  • Sämtliche Lebensmittel aus dem Fahrzeug entfernen
  • Vorbeugend Mausefalle und Ameisenköder aufstellen
  • Alle paar Wochen nach dem Rechten sehen
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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