promobil Logo
Stellplatz-Radar: 11.000 Stellplätze in einer App für iOS und Android.
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Maut-Bestimmungen in Europa

Komplizierte Bezahl-Systeme im Ausland

Ratgeber: Maut in Europa Foto: Kohstall, Asfinag/fotowerk aichner og, fotolia/Arid Ocean, Shutterstock/Lisa S. 6 Bilder

Die Länder Europas verfügen über unterschiedliche Bezahlsysteme und Bestimmungen bei der Maut. Hier bekommen Sie den vollen Überblick, welche Regelungen in den einzelnen Ländern vorherrschen.

21.03.2018 Anne Mandel, Lisa Geiger

Gäbe es ein Ärgerbarometer für die Maut in Europa, es würde bei Österreich stets heftig ausschlagen. Jedenfalls wenn man die Stimmungslage der promobil-Leser zugrunde legt. Die Leserbriefe, die vom Frust über die österreichische Maut berichten, nehmen kein Ende. Woran liegt das?

Maut in Österreich: Go-Box

Service: Österreich-Maut Foto: Asfinag
Die Österreichische Go-Box für Wohnmobile über 3,5 t ist nicht ganz ohne.

Während die Vignette keinerlei Probleme macht, ist die Handhabung der Go-Box für viele Reisemobilisten, gelinde gesagt, ein Krampf. Das Verfahren in Kürze: In über 3,5 Tonnen schweren Reisemobilen muss eine Zigarettenschachtel-große Box an der Windschutzscheibe befestigt werden. Auf der ist eingespeichert, in welche Mautkategorie das Fahrzeug fällt. Passiert man ein Mautportal, wird die Gebühr automatisch vom Guthaben der Box abgebucht. Auch eine spätere Bezahlung per Rechnung ist möglich. Akustische Signale zeigen an, ob die Maut bezahlt wurde und ob noch ausreichend Guthaben auf der Box vorhanden ist. So weit die Theorie. In der Praxis werden die Signaltöne schon mal überhört.

Das eigentliche Problem ist aber die Programmierung der Box, die beim Kauf derselben erfolgt. Hier wird unter anderem die Euro-Emissionsklasse des Reisemobils hinterlegt. Man kann es gar nicht oft genug sagen: Die Zahl auf der Umweltplakette hat rein gar nichts mit der Emissionsklasse zu tun! Nur der Eintrag in den Fahrzeugpapieren zählt.

Nationalpark Hohe TauernÖsterreichs wilde Alpen

Besonders ärgerlich: Wir wissen von einigen Lesern, deren Box vom angeblich fachkundigen Verkaufspersonal falsch programmiert wurde, so dass im Nachhinein eine Strafzahlung fällig wurde. Also informieren Sie sich im Voraus, was die richtige Einstellung für Ihr Fahrzeug ist, und lassen Sie sich nichts anderes erzählen. Detailliert nachlesen kann man die Modalitäten auf www.asfinag.at.

Neues Bezahlsystem für Mobile über 3,5 t in Slowenien

Auch Slowenien führt zum 1. April 2018 eine ähnliche Box für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ein. Der so genannte „DarsGo unit“-Transponder muss an der Innenseite der Windschutzscheibe befestigt werden. Das Kommunikationsgerät empfängt Daten an den Mautstationen und rechnet die Gebühr automatisch ab. Der große Vorteil: Man muss nicht mehr anhalten. Allerdings gibt es einige Nachteile in der Anschaffung: Zunächst muss man sich für „DarsGo“ auf der Website darsgo.si registrieren und erhält dann sein Gerät bei einer von vielen „DarsGo servis“ Servicestationen. Diese gibt es nur in Slowenien. Im Ausland kann man keine DarsGo-Box erwerben. Wer auf der slowenischen Autobahn nicht an der ersten Servicestation einen Transponder erwirbt, muss mit einer hohen Geldstrafe rechnen.

Zwischen 300 und 800 Euro muss man zahlen, wird man bei einer Kontrolle ohne gültige Vignette oder DarsGo angetroffen. Also besser schon zu Hause die Vignette kaufen, beispielsweise beim ADAC oder online. Der ADAC informiert auf seiner Homepage www.adac.de auch ausführlich über Mautbestimmungen im europäischen Ausland.

Maut-UmgehungsstreckenMautfrei durch Europa

Maut umfahren – so geht’s

Pass Foto: Vierneisel, Zink, Archiv
Wer über Landstraßen fährt, kann die Maut meist umgehen.

Die meisten europäischen Länder haben ein Mautsystem, in den meisten Fällen wird die Gebühr auf Autobahnen und Schnellstraßen fällig. Wer partout keinen Wegezoll entrichten möchte, kann auch ganz ohne Abgaben durch Europa kommen – eilig sollte man es dann allerdings nicht haben. Im Kasten unten haben wir die Probe aufs Exempel gemacht und für drei beliebte Reiserouten die Kosten für Maut und Sprit ausgerechnet. Jedes der drei Ziele kann man auch ohne Maut erreichen, die Fahrzeit ist dann aber bedeutend länger.

Liegt das Reiseziel im Norden, hat man die Wahl zwischen zwei Varianten. Entweder fährt man über Land beziehungsweise über die beiden großen Brücken Storebaelt und Öresund oder man nimmt die Fähre. Letztere ist nicht nur bequemer, sondern auch günstiger als die Fahrt über Land, dafür ist man etwas länger unterwegs. Die Fährpreise hängen von der Länge des Fahrzeugs und der Personenzahl ab. Auch die Saison ist für den Fährpreis ausschlaggebend, am besten bucht man so früh wie möglich. Tagfahrten sind günstiger als Nachtfahrten, da man keine Kabine buchen muss.

Frankreich ist ein beliebtes Reiseziel, Maut fällt auf den meisten Autobahnen an. Wählt man kleinere Straßen, sieht man nicht nur mehr von der hübschen Landschaft, sondern spart sich auch die Gebühren. Die A 75 durchs Zentralmassiv ist größtenteils kostenlos, nur bei Millau wartet die gebührenpflichtige Brücke, die aber auch umfahren werden kann. Wer unterwegs Richtung Spanien ist und sparen will, sollte die Route über die Schweiz in Erwägung ziehen. Vor allem Reisemobile über 3,5 Tonnen, die die Schwerlastabgabe in der Schweiz bezahlen müssen, kommen so günstiger weg als bei der Fahrt über französische Autobahnen.

Geht die Fahrt nach Bella Italia, kann man die Schwerlastabgabe gleich ein zweites Mal nutzen und spart sich obendrein noch die Querelen mit der österreichischen Go-Box. In Italien selbst sind die Autobahnen mautpflichtig, schöner und günstiger sind die Landstraßen. Auf der anderen Seite der Adria ist Kroatien ein beliebtes Ziel. Auf dem Weg dorthin wird Slowenien passiert, das mit 30 Euro für einen Monat sehr hohe Vignettenpreise aufruft. Wer diese Maut umfahren will, muss achtgeben, wirklich keine mautpflichtige Straße zu befahren, andernfalls sind die Strafen horrend. Zeitersparnis gegen Geldersparnis: Die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen. Wer noch berufstätig ist und nur eine begrenzte Zahl an Urlaubstagen hat, wird im Zweifelsfall wohl die schnellere Route vorziehen.

Überblick über Mautbestimmungen für Wohnmobile in Europa

Österreich

  • Reisemobil bis 3,5 t: Schnellstraßen und Autobahnen, Vignette: 9 Euro/10 Tage, 26,20 Euro/ 2 Monate, 87,30 Euro/1 Jahr
  • Reisemobil 3,5–7,5 t (2 Achsen): Schnellstraßen und Autobahnen, Go-Box: Schadstoffklasse Euro VI 18 Cent/km, Euro V und IV 20 Cent/km, Euro 0 bis III 22 Cent/km
  • Reisemobil 3,5–7,5 t (3 Achsen): Schnellstraßen und Autobahnen, Go-Box: Schadstoffklasse Euro VI 24 Cent/km, Euro V und IV 22 Cent/km, Euro 0 bis III 31 Cent/km

Schweiz

  • Reisemobil bis 3,5 t: Autobahnen und Autostraßen (Nationalstraßen 1. und 2. Klasse), Vignette: 35,75 Euro*/Jahr
  • Reisemobil 3,5–7,5 t: alle Straßen, Schwerverkehrsabgabe: 32,50 Euro*/10 frei wählbare Tage oder 595 Euro*/Jahr

* Die Preisangaben für die Schweiz unterliegen Kursschwankungen und können sich kurzfristig ändern.

Schweden/Dänemark

  • Reisemobil bis 6 Meter (inklusive Anhänger): Öresundbrücke, Brückenmaut: 50 Euro*
  • Reisemobil über 6 Meter (inklusive Anhänger): Öresundbrücke, Brückenmaut: 100 Euro*
  • Reisemobil bis 3,5 t (inklusive Anhänger): Storebaeltbrücke, Brückenmaut: bis 6 Meter: 34 Euro* über 6 Meter: 51 Euro*
  • Reisemobil mit 3,5 bis 7,5 t (inklusive Anhänger): Storebaeltbrücke, Brückenmaut: bis 10 Meter: 100 Euro* über 10 Meter: 157 Euro*
      * Die Preisangaben unterliegen Kursschwankungen und können sich kurzfristig ändern.

Norwegen

  • alle Reisemobile: einzelne Brücken, Tunnels oder Streckenabschnitte, Video-Maut, teils Zahlstellen: variiert je nach Streckenabschnitt, Gewicht und Länge

Großbritannien

  • alle Reisemobile: M6 nördlich von Birmingham, Gebühren an Zahlstationen: variiert nach Uhrzeit und Wochentag sowie Höhe und Achszahl

Italien

  • alle Reisemobile: fast alle Autobahnen, Gebühren an Zahlstationen: variiert je nach Streckenabschnitt und Achszahl

Kroatien

  • alle Reisemobile: Autobahnen, Gebühren an Zahlstationen: variiert je nach Streckenabschnitt, Gewicht, Höhe und Achszahl

Frankreich

  • alle Reisemobile: fast alle Autobahnen, Gebühr an Zahlstellen: variiert je nach Streckenabschnitt, Höhe und Gewicht

Spanien

  • alle Reisemobile: privat betriebene Autopistas, Gebühr an Zahlstellen: variiert je nach Streckenabschnitt und Achszahl

Portugal

  • alle Reisemobile: Teilstrecken auf den Autobahnen, Gebühr an Zahlstellen oder elektronische Maut: variiert je nachStreckenabschnitt, Höhe und Achszahl

Tschechien

  • Reisemobile bis 3,5 t: Autobahnen und Schnellstraßen, Vignette: 13 Euro*/10 Tage, 18 Euro*/ 1 Monat, 61 Euro*/1 Jahr
  • Reisemobile über 3,5 t: Autobahnen, Schnellstraßen und gekennzeichnete Streckenabschnitte der Straßen 1. Klasse, premid-Box: variiert je nach Streckenlänge

* Die Preisangaben für Tschechien unterliegen Kursschwankungen und können sich kurzfristig ändern.

Polen

  • Reisemobile bis 3,5 t: Autobahnen, Via-Auto oder Karten-/ Barzahlung an Mautstellen: streckenabhängig
  • Reisemobile über 3,5 t: Autobahnen, Schnell- und Bundesstraßen, Via-Box: streckenabhängig
  • alle Reisemobile: A1 und Abschnitten der A2 und A4, Gebühren an Zahlstellen: streckenabhängig

Slowenien

  • Reisemobile bis 3,5 t (auch mit Anhänger): Schnellstraßen und Autobahnen, Vignette: 15 Euro/7 Tage, 30 Euro/ 1 Monat, 110 Euro/14 Monate
  • Reisemobile über 3,5 t: Schnellstraßen und Autobahnen, DarsGo unit: Automatisches Bezahlsystem
Neuester Kommentar

Tip2: Meinstenst Kroaten verstehen Englisch, und also ist viele wo verstehen Deutsch, diese Leute habe große und schone Hause ....so, wann brauchen Sie Hilfe, finden Sie schone große Haus und nur fragen....kann sein das du musst bleiben am Abendessen mit sympatische Kroatische Familie.

Chago von Dalamatien 8. Mai 2018, 16:57 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 05/2016
Heft 06 / 2016 11. Mai 2016 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
Fahrzeug-Angebote
Anzeige
Stellplatz-Radar