Eura Mobil Contura Ingolf Pompe
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Eura Mobil Contura 760 EF im Test

Teilintegrierter mit 2 Panorama-Dachfenstern

Die Contura-Baureihe steht für technisch aufwendige Teilintegrierte mit Doppelboden. Die aktuelle Neuauflage erfreut zudem mit besonderer Eleganz. Erster, exklusiver Test des schnittigen Coupés.

Länge läuft – der alte Spruch hat auch heute noch Gültigkeit. So zieht der 7,71 Meter lange Contura 760 EF auf Autobahnen und kurvenarmen Landstraßen stoisch seine Bahn. Dazu trägt vor allem der lange Radstand von 4,45 Meter bei, aber auch die schnittig geduckte Dachlinie, die flacher wirkt, als es 2,92 Meter Gesamthöhe am Ende tatsächlich sind.

Gut 20 Zentimeter gehen dabei auf das Konto des Doppelbodens, den Eura Mobil traditionell auch den Teilintegrierten nicht vorenthält. Zusammen mit der Aufbaulänge, Materialausführung und umfang- reicher Testwagenausstattung wird schnell klar, dass ein 3,5-Tonnen-Chassis nicht ausreichen kann. Rund 3,6 Tonnen stemmt der Test-Contura bereits als reisefertiges Leergewicht auf die Waage – ohne Personen und Gepäck. Mit dem serienmäßigen 4,5-Tonnen-Fahrgestell bleiben aber dennoch üppige Zuladungsreserven von rund 900 Kilogramm übrig. Da sollte nichts anbrennen.

Klar, dass dazu auch eine potente Motorisierung unter die Haube sollte – auch wenn das Spitzentempo auf 100 begrenzt ist. 140 PS sind bereits Serie, die 160 PS des Testwagens erscheinen als moderater Kompromiss zu dem nochmals deutlich teureren Topmotor mit 180 Pferdchen. Die 1790 Euro Mehrpreis sind besser als „Anzahlung“ für das Automatikgetriebe angelegt, das noch gut zu dem Luxus-Teilintegrierten passen würde.

Die Kehrseite der Medaille zeigt sich allerdings beim Einparken und Rangieren. Länge und Radstand machen spürbar mehr Züge und Extraschichten am Lenkrad nötig als mit gängigen Sieben-Meter-TIs.

Großzügiger Wohnraum

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Knapp sechs Plätze offeriert die Sitzgruppe, über die sich die Dachkuppel mit zwei Panorama-Dachfenstern wölbt. Das hintere kann man öffnen.

Erster sichtbarer Lohn der Mühe ist ein Wohnraum von ungewöhnlicher Großzügigkeit. Noch mehr als durch die Abmessungen wird diese Wirkung aber durch die Gestaltung beflügelt. Zwei sehr große Panorama-Dachfenster in der T-Haube und der angrenzenden Dachplatte fluten die Sitzgruppe förmlich mit Tageslicht. Das hintere Fenster kann zum Lüften auch aufgestellt werden.

Der Raumeindruck profitiert außerdem von der Anordnung der Bänke in Längsrichtung und der angrenzenden schlanken Küchenzeile. Die Sofas sind fast einen Meter lang, so passen auch zwei Personen drauf, etwa wenn man zu sechst gemütlich zusammensitzen möchte. Alternativ dienen die Bänke als bequeme Beinauflage, wenn man das Cockpitgestühl als Fernsehsessel nutzen möchte. Clever: Das TV-Gerät ist hochkant in einer Nische neben dem Einstieg an einer dreh- und schwenkbaren Halterung angebracht. So kommt ein 32-Zoll-Gerät platzsparend unter. Die Sitzgruppentischplatte ist hälftig einklapp-, verschieb- und drehbar und erleichtert damit den Durchgang ins Fahrerhaus.

Beide Sofas lassen sich zu je einem Fahrsitzplatz umbauen. Dafür klappt man nach Abnahmen der Polster eine massive Rückenlehne mit Kopfstütze und Dreipunktgurt aus der Sitztruhe in die Senkrechte. Diverse Brettchen und Polster müssen dann noch umplatziert werden. Fertig sind zwei zusätzliche, relativ bequeme Fahrplätze. Jeden Tag möchte man diesen Umbau aber nicht unbedingt ausführen.

Ungewöhnlich gestaltete Küche

Ungewöhnlich gestaltet ist auch die Küche. Im Ruhezustand stört nichts das aufgeräumte Bild. Zum Arbeiten klappt man die Spülenabdeckung zur Seite über die angrenzende Sitzbank. Dabei entsteht eine praktische Abstellfläche, die man auch zum Abstellen von gespültem Geschirr nutzen kann. Die Platte, die aus Mineralwerkstoff besteht – wie auch die Spüle und die komplette Arbeitsplatte –, hat dafür einen Spülrand eingeformt. Damit auch der Wasserhahn unter die Abdeckung passt, ist sein Auslauf ausziehbar ausgeführt.

Solide und praxisgerecht ist die übrige Küchenausstattung. Stauraum gibt es in Schubladen und Schränken. Eine Dunstabzugshaube mit Touchscreenbedienung und eine Ventilatordachhaube sind bei Wahl des Touringpakets mit an Bord. Gegenüber gibt es einen stattlichen 190-Liter-Kühlschrank und einen Auszug für Gewürzstreuer.

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Der kompakte, s-förmige Küchenblock wird durch eine Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff veredelt.

Der Durchgang in den Heckbereich erweist sich als Engstelle mit 51 Zentimeter Breite. Dahinter stehen Bad und Dusche Spalier. Die solide Badtür mit Klinkenschloss lässt sich auch über den Gang hinweg schließen. Beim Händewaschen oder Zähneputzen an dem schicken Schüsselbecken aus Mineralwerkstoff bleibt die Tür ohnehin besser offen, denn der Bewegungsraum im Bad ist nicht besonders üppig. Ein Flächenheizkörper der serienmäßigen Warmwasser-Heizung sorgt hier für angenehme Strahlungswärme. In der Dusche gegenüber wird das blecherne Verkleidungsteil, an dem die Duschgarnitur montiert ist, von hinten beheizt. Die nett gestaltete Nasszelle kämpft nur mit einem Manko: Der Radkasten schränkt die Fußfreiheit empfindlich ein.

Auf den Einzelbetten im Heck darf sich zumindest einer auf zwei Meter Länge ausstrecken. Die hochwertigen, dicken und breiten Matratzen auf Lattenrosten versprechen angenehmen Schlaf. Schaumkaschierte Stoffbezüge an Decke und Wänden und eine vielfältige Beleuchtung – in deren Steuerung man sich erst etwas einarbeiten muss – sorgen für angenehme Atmosphäre. Ablage für Brille und Bettlektüre gibt es zwar nur eine, die ist aber mit 230-Volt- und USB-Ladebuchsen ausgestattet.

Unter den Betten finden sich ein großer Kleiderschrank und zahlreiche Fächer, davor noch ein raumhoher Kleiderschrank und insgesamt zehn Hängeschränke. Zwei Bodenfächer und zwei kleine Außen-stauräume nehmen Kleingepäck auf. Dazu noch die stattliche Garage, die sechs weitere Fächer aufweist. Stauraumprobleme sollte es hier eigentlich keine geben. Highlight der Bordtechnik ist das elektrische Abwasserventil. Eine Entsorgungskamera gibt es optional.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick:

  • Gurte/Schlafplätze: 4/2 –4
  • Zul. Gesamtgewicht: 4.500 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 7,71/2,32/2,92 m
  • Grundpreis ab: 79.990 Euro
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Mit Eleganz verabschiedet sich der Contura: markantes Heck, dank wohlgeformter GfK-Rückwand und auffälligen Lauflicht-Blinkern.

Abmessungen und Aufbau

  • Küche 910/1250 x 940 x 420–710 mm, 1 Hänge-, 1 Ober-, 1 Unterschrank, 3 Schubladen, 1 Gläservitrine, 1 Regalauszug, Absorberkühlschrank 190 L, Gefrierfach 35 L
  • Kleiderschränke links 225 x 1720 x 460–590 mm (ca. 205 L), rechts 490 x 890 x 640–850 mm (ca. 450 L) m. 4 Regalfächern, 10 Hänge-, 1 Wäscheschrank, 2 Bodenfächer, 6 Ablagen
  • Sitzgruppe Bankbreite 950 mm, Polster 110 mm, 2 Dreipunktgurte, Tisch 850 x 750 x 375/750 mm
  • Sanitärraum 945 x 1.880 x 795 mm, 1 Hänge-, 1 Unterschrank, separate Dusche 695 x 1.980 x 690 mm, Kassettentoilette
  • Heckgarage 1.135–1.885 x 195–1.255 x 480–2.180 mm (ca. 3.530 L), 3 Zugänge (max. 865 x 117 mm), 2 Außenstaufächer
  • Einzelbetten 2 x 1.920/ 2.000 x 820 mm, Matratzen 150 mm, Kaltschaum, Lattenrost, Kopffreiheit 520–830 mm
  • Außenbreite: 2.320 mm

Daten und Messwerte

  • Auf- und Ausbau: Sandwich-Bauweise, Alu-Verstärkungen, außen und innen GfK, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden XPS, Wandstärke Wand/Dach/Boden 30/30/38 mm, Doppelboden, Höhe 195 mm, 5 Kunststoff-Isolierfenster mit Alu-Rahmen, 2 Dach-, 1 Ventilatorhaube, 2 Panorama-Dachfenster.
  • Bordtechnik: Gas-Warmwasserheizung/Boiler Alde Compact 3020, 18 Konvektoren (2 x Fahrerhaus, 4 x Sitzgruppe, Einstieg, Küche, 2 x Bad, Dusche, 2 x hinterer Gang, 2 x Einzelbetten, 3 x Doppelboden), Wasseranlage: Frisch-/Abwasserrohre, Druckpumpe.
  • Basisfahrzeug: Fiat Ducato Maxi, Alko-Tiefrahmen, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2287 cm3, Leistung 118 kW/160 PS bei 3500/min, Drehmoment 380 Nm bei 1500/min, Sechsgang-Schaltgetriebe.
  • Fahrleistungen: Beschleun. 0–50/80/100 km/h 7,3/15,0/23,0 s; Elastizität 60–80/100 km/h (4.// 5. Gang) 6,5/15,0//8,0/16,8 s; 80–100 km/h (6. Gang) 13,1 s; Testverbr. 12,1 L/100 km.

Preise und Ausstattung

  • Grundpreis: 80.390 Euro (Fiat Ducato 42,5 H, Motor 103 kW/140 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II
  • Testwagenpreis: 101.730 Euro

✘ 160-/180-PS-Motor (15/15 kg): 2.500/4.290 Euro
✘ Assistenzpaket: Notbrems-, Spurhalte-, Fernlichtassistent, Verkehrsschilderken., Licht-/Regensensor (1 kg)✔ 990 Euro
✘ Komfortpaket: Klimaan., el. Spiegel, Tempomat, Pilotensitze, Moniceiver, Rückfahrkam., TPMS (28 kg)✔ 2.790 Euro
✘ Touringpaket: Doppel-Dachfenster, Zentralverr., Fliegentür, Ventilatordachhaube, Dunstabzug (52 kg)✔ 2.990 Euro
Arcticpaket: Fahrerhaus-Isoliermatten u. -Fußbodenheizung, Motorwärmetauscher, Truma Duomatic CS (15 kg) 1.990 Euro

✘im Testwagen enthalten; ✔empfehlenswert

Wertung

Wohnen
Beladen
Technik
Fahren
Preise

Fazit

Sitzgruppe und Küche im Contura 760 EF sind ein Traum – so großzügig und elegant. Bad und Schlafzimmer können sich ebenfalls sehen lassen, Stauraum ist ohne Ende vorhanden. Etwas zwiespältig ist die Preispolitik. Manch Selbstverständliches kostet extra – wohl um den Listenpreis knapp unter 80.000 Euro zu halten. 90.000 bis 100.000 sind realistischer. Viel Holz für ein besonderes Coupé.

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