VW Grand California Dune 4Motion im Test: Überzeugt der Allradantrieb in der Praxis?

VW Grand California Dune 4Motion im Test
Was bringt der Allradantrieb im großen California?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 10.03.2026
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Das Sondermodell "Dune" zeigt die neueste Entwicklungsstufe des Grand California. Neben der Wüstenfarbe hat der Dune 17-Zoll-Alufelgen und einige Assistenzsysteme schon an Bord. Der optionale Allradantrieb zwingt allerdings zur Auflastung auf 3,88 Tonnen. Was der 120-kW-Motor und die 8-Gang-Automatik damit anstellen, haben wir ausgiebig erfahren.

Praxistest im schlammigen Spanien

Wir sind in Spanien unterwegs, aber nicht schnell. Sogar langsam. Unser Testwagen hat einen Allradantrieb, 4Motion heißt der bei VW. Das zulässige Gesamtgewicht klettert auf 3,88 Tonnen. In Spanien heißt das: 90 km/h auf der Autobahn und 80 auf der Landstraße. In Deutschland ist man auf der Autobahn auf 100 km/h beschränkt und der entsprechende Führerschein (C1/C) ist notwendig.

Nach wie vor rollt der Crafter souverän und hochkomfortabel, ein absolut langstreckentauglicher Van. Der Travel Assist mit Lenkeingriff führt den Wagen souverän durch die Kurven der andalusischen Berge. Der Abstandsassistent bremst sanft und beschleunigt wieder, wenn es frei ist. Die erste Generation hatte noch 177 PS, das Facelift senkte die Leistung auf 163 PS. Mit Allrad wiegt der Dune 4Motion samt Fahrer 3.222 kg. Das Mehrgewicht von 130 kg resultiert aus:

  • Kardanwelle (die die Kraft nach hinten leitet)
  • Haldex-Kupplung (verteilt die Kraft variabel zwischen Vorder- und Hinterachse)
  • Hinterachsdifferenzial und verstärkte Antriebswellen hinten
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VW, Ingo Barenschee

Dieses Gewicht fordert den Motor und die Wandlerautomatik. Mit 19,77 kg/PS Leistungsgewicht ist das Fahren im Bergigen weniger ein gemütliches Surfen auf der Drehmomentkurve, sondern eher ein forderndes Abrufen von Leistung über die Drehzahl. Grundsätzlich ist das Fahrverhalten des Crafters nicht nur komfortabel, sondern auch direkt und durchaus sportlich. Die Kombination aus Federqualitäten, Spurtreue bei schnellen Kurven und kaum Wankneigung ist souverän.

Allrad – kein echter Offroader

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Timo Großhans

Der Dune ist kein echtes Offroadfahrzeug. Er hat keine AT-Bereifung und keine Höherlegung. Der Antrieb geht im Normalbetrieb fast ausschließlich über die Vorderachse und bei Bedarf automatisch bis zu einer 50:50-Verteilung nach vorn und hinten. Da es in Spanien dieses Frühjahr sehr nass war, konnte man den Allrad auch einsetzen und durch matschige Wiesen und schlammige Böden fahren. Das funktioniert und hilft weiter, wo reine Fronttriebler stecken bleiben. Trotzdem bleibt die Abwägung zwischen den Nachteilen von über 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und den Allradeinsätzen, die man im Camperleben so hat.

Gefällt mir:

 4 Motion meistert Matsch und nasser Wiese.
 sehr komfortables Bett
 moderne Steuerung der Technik über App, Panel und Display

Gefällt nicht:

 das hohe zul. Gesamtgewicht bei Allrad von 3,88 t
 kein USB-C
 hoher Betteinstieg

Ausstattung Grand California Dune

Stühle und der Tisch sind beim Dune schon mit an Bord. Beim normalen Grand California gehören sie zur Sonderausstattung. Dabei ist der Dune bei Weitem kein voll ausgestattetes Fahrzeug. Der Basispreis des Dune 600 mit 4 × 4 liegt bei 96.366 Euro, der Testwagen landet bei 111.959 Euro. Da ist dann noch eine Differenzialsperre für knapp 100 Euro mit dabei, eine Berganfahrhilfe, eine Markise, eine Dieselheizung mit Warmwasseraufbereitung für 922 Euro und das schöne Panoramafenster schlägt mit 3.659 Euro zu Buche. Die Liste geht dann noch weiter.

Die Ausstattung und deren Ausarbeitung entsprechen in großen Teilen dem Anspruch, besser und anders zu sein als die Konkurrenz. Vor allem die Haptik und Dinge wie das Ambientelicht sind ganz weit vorne. Die Möglichkeit, die Trittstufe in verschiedenen Modi einzusetzen – wann sie einfährt und wann nicht –, ist sehr praxisnah. Das Fehlen von USB-C-Steckdosen im hinteren Bereich eher nicht. Beim Schlafen fällt das bequeme Bett auf. Hochwertige Matratze, gut mit Tellerfedern unterlegt, allerdings beim Einstieg recht hoch; eine Tritthilfe gibt es nicht.

Bei den ersten Grand Californias konnte man auch ein Solarpanel haben, doch seit einiger Zeit ist das nicht mehr im Programm. Das würde in Sachen Autarkie, also freies Stehen mit regenerativen Ressourcen, gut passen.

VW Grand California: 2019 bis heute

Der VW Grand California bewegt sich von Beginn an zwischen dem Anspruch, am Markt einen einzigartigen Camper zu bauen, und dem Problem des Kompromisses. Genial designte Oberschränke, aber mit wenig Stauraum. Hübsche weiße Oberflächen, aber schmutzempfindlich. Optionales Bett im Alkoven, aber nur für Kinder. Dann kamen Vorwürfe auf, der Innenraum des eigenen Hochdachs würde gesundheitsschädliche Schadstoffe ausdünsten. 2022 änderte VW dann die Dämmung im Dach. Jetzt riecht auch nichts mehr, aber Kunden von damals klagen. Ausgestanden ist das Thema nicht.

Die Einführung des Grand California war 2019. Als 600er mit Querbetten und 680er mit Längsbetten. Der Crafter als Basis war damals das Beste, was man fahren konnte. Der Abstandsregeltempomat mit Lenkeingriff und das komfortable Fahrwerk setzten Maßstäbe. 2024 folgte dann das technische Facelift: neues digitales Cockpit, elektrische Feststellbremse, neuer Gangwahlschalter.

Manche Themen im Camperaufbau wurden auch angegangen. Das Bad bekam einen Lichtschalter. Der Bewegungssensor hat sich als nicht alltagstauglich erwiesen. Die Stauklappen bekamen Netze, damit einem die Klamotten nicht entgegenkommen. Das Bedienpanel ist heute ein ganz modernes, wie eine App bedienbares Gerät; daher lässt sich alles auch vom Handy steuern.

Das ist 2026 neu

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VW, Ingo Barenschee

Für das Modelljahr 2026 bekommt der Grand California ein neues Dekor namens Atami-Bambus. Der Tisch lässt sich auch außen arretieren. Und es kommt eben das Sondermodell Dune mit der eigenen Farbgebung und optionalem Allradantrieb in beiden Längen. Des Weiteren umfasst das neue Paket mehrere Assistenzsysteme wie ACC, Travel Assist, Emergency Assist und Intelligent Speed Assist. Serienmäßig sind auch die LED-Hauptscheinwerfer, Rückfahrkamera, elektrisch anklappbare Außenspiegel und eine Klimaautomatik.

Fazit