Carado/Sunlight  A/T Ulrich Kohstall
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Carado- und Sunlight-Wohnmobile im Gebrauchtcheck

Carado- und Sunlight-Wohnmobile im Gebrauchtcheck Was sagen BesitzerInnen über die Günstigmodelle?

Die Günstigmodelle sind als Neuwagen echte Bestseller und als Gebrauchte ebenfalls stark gefragt. Wie urteilen Besitzer über die Alkoven und Teilintegrierten der Schwestermarken Carado und Sunlight?

Als deutsche Qualität zum Hammerpreis bewarb Sunlight die frühen Modelle. Zunächst handelte es sich dabei noch um Nachbauten älterer Dethleffs. Der Höhenflug begann Ende 2006: Hymer und Dethleffs installierten eine Produktion in einem ehemaligen Traktorenwerk in Sachsen. Fortan fuhren sie bei den Günstigangeboten zweigleisig: Zu Sunlight gesellte sich die neu ins Leben gerufene Marke Carado.

Was ist eigentlich Capron?

Beide Modellprogramme waren nicht nur technisch identisch, sondern hatten auch gleiche Preise. Unterschiede ergaben sich durch Design und Händlernetz. Um jene seit 2006 gebauten Teilintegrierten und Alkoven beider Marken geht es in diesem Gebrauchtcheck. In Zulassungsstatistiken werden sie gemeinsam als Capron gelistet – und stehen dort schon lange oben. Der Name Capron leitet sich übrigens vom sächsischen Herstellerwerk ab und entstand aus den Anfangsbuchstaben von Caravan Produktion Neustadt.

In unserer Befragung, an der mehr als 1.000 Besitzerinnen und Besitzer teilnahmen, war die Marke Carado zu 54 Prozent und Sunlight mit 46 Prozent vertreten. Das entspricht ungefähr der tatsächlichen Verteilung, denn die Modelle der beiden Schwestermarken sind als Neuwagen in etwa gleich stark nachgefragt.

Daten & Fakten der Gebrauchtmodelle

Baureihe Sunlight /Carado A und T (ab Baujahr 2006)

  • Basisfahrzeuge: Ford Transit, Fiat Ducato
  • Bauweise: Alu-Außenhaut, GfK-Dach, Holzverstärkungen, EPS-Isolierung
  • Sitz-/Schlafplätze: 4–6/2–7

Vorgestelltes Modell Sunlight T 66 (148 PS)

  • Erstzulassung: 3/2013
  • Kilometerstand laut Händler: 28.500
  • Preis: 41.900 Euro
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 3.495 kg
  • Gesehen bei: Nitzsche Reisemobile, 67271 Mertesheim

Auf- und Ausbau

Schäden und Probleme sind bei diesen Fahrzeugen eher die Ausnahme, wie die Auswertung unserer Umfrage zeigt. Das belegen weitere Zahlen: Wenn es um die Verarbeitung nach der Schulnotenskala geht, geben 24 Prozent der Besitzer ihrem Fahrzeug eine glatte Eins. 51 Prozent urteilen mit der Note "gut". Dazu passen auch die Antworten auf die Frage: Würden Sie sich ein Reisemobil dieser Baureihe noch einmal kaufen? Hier antworten immerhin 89,5 Prozent der Befragten mit Ja.

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Während Sunlight – wie hier im T 66 zu sehen – stets helle Möbeldekore verwendete, bekommt man in einem Carado dunklere Gediegenheit.

Die im Vergleich zu anderen Reisemobilen niedrigen Mängelquoten erklären sich zum großen Teil durch die ausgereifte Konstruktion, eine routinierte Fertigung und Zurückhaltung bei der Ausstattung. Was nicht an Bord ist, kann auch nicht kaputtgehen.

Das völlig fehlerfreie Reisemobil ist damit aber nicht erfunden worden. Fast ein Viertel der Carado- und Sunlight-Besitzer hatte schon einmal ein Problem mit der Wasseranlage. Oft genannt werden hier undichte Wasserhähne und defekte Tauchpumpen, was fast noch als Verschleiß durchgeht. Ärgerlicher ist schon die in einigen Fällen labile Ablassvorrichtung für das Grauwasser.

Keine großen Dramen verbergen sich hinter den ebenso häufig monierten Möbeln. Hier geht es meist um Kantenumleimer, die sich ablösen, seltener um schlecht schließende Türen des Sanitärraums. Dass der Kühlschrank in der Mängelstatistik auffällig wird, liegt dagegen vor allem an den Türen: Bei den hohen Kühlschränken von Thetford sind sie häufig verzogen. Aus der Form gerät an einigen Modellen zudem die Aufbautür und lässt sich entsprechend schlecht schließen.

Gebraucht-Kauf Ratgeber
Kaufberatung

Immer wieder werden außerdem Risse in der Duschwanne und in Waschbecken bemängelt. Hier könnte man über falsche Sparsamkeit beim Einkauf für Günstigmobile philosophieren, doch solche Defekte kommen auch regelmäßig bei teureren Mobilen vor.

Selten gibt es bei Carado und Sunlight Ärger durch Undichtigkeiten am Aufbau. Als Ursachen in Frage kommen das Dachfenster über dem Fahrerhaus, Garagenklappen, mangelnde Abdichtung zwischen Fahrerhaus und Aufbau sowie Spannungsrisse am seit Mitte 2012 verbauten GfK-Dach.

Käufer von Gebrauchtwagen sollten außerdem den Blick auf folgende Dinge richten, die ebenfalls bemängelt wurden: Rost an der Spüle sowie ungenügend verklebte Deckenverkleidungen und Bodenbeläge.

Basisfahrzeug

Lediglich drei Prozent der Befragten haben Erfahrungen mit dem anfänglich eingesetzten Ford gesammelt, weshalb es an dieser Stelle nur um den Fiat Ducato geht. Der macht seine Sache gut, doch an den frühen Exemplaren geht die Zeit auch nicht spurlos vorüber.

Manchmal löst sich der Decklack am Fahrerhaus ab, Scheinwerfer erblinden, Kontrollleuchten in der Tachoeinheit flackern, und die Klimaanlage fällt aus. Keine Einzelfälle sind auch abgerissene Hitzeschutzschilde am Auspuff, Korrosion am Unterboden und quietschende Blattfedern. Bei neueren Modellen kommen Defekte an der Abgassensorik und am Partikelfilter hinzu. Der Antrieb selbst ist von mustergültiger Zuverlässigkeit. Extrem selten kommt es zu Kupplungsschäden. Eine Ausnahme macht da nur das automatisierte Schaltgetriebe Comfortmatic, das insgesamt anfälliger für Verschleißerscheinungen ist.

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Ungewohnt hochbeinig wirkt der T 66 wegen seines Leiterrahmens. Das bringt einen erhöhten Einstieg mit sich, vermeidet aber Stufen im Boden.

Marktlage

Carado und Sunlight sind für ihr herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt. Auf Gebrauchte trifft das nur bedingt zu. Die zur Zeit ungewöhnlich hohe Nachfrage hinterlässt auf den Preisschildern zumindest deutliche Spuren. Selbst die ersten vor über 15 Jahren bei Dethleffs gebauten Sunlight kosten meist deutlich mehr als 20.000 Euro. Knapp darüber liegen die ersten Capron-Modelle auf Ford-Basis, die nicht ganz so gefragt sind.

Wer heute einen Sunlight oder Carado auf Fiat Ducato sucht, sollte mindestens um 35.000 Euro bereitlegen. Soll es ein neueres, wenig benutztes Fahrzeug sein, eröffnet sich eine Preisspanne, die locker bis über 60.000 Euro reicht. Den geringen Wertverlust der Capron-Marken illustriert nicht zuletzt das für diesen Gebrauchtcheck fotografierte Exemplar.

Sunlight Cliff 600 Sunlight V 60
Vergleichstest

Zum Zeitpunkt des Neukaufs – Anfang 2013 – stand der T 66 mit einem Grundpreis von 39.599 Euro in der Liste. Berücksichtigen muss man in diesem Fall eine sehr geringe Kilometerleistung, den gefragten Grundriss, einen hervorragenden Pflegezustand und zahlreiche Extras. Dennoch kann der nun nach gut acht Jahren aufgerufene Preis von 41.900 Euro verblüffen. Realitätsfern ist er keinesfalls. Da bekommt der ursprünglich von Sunlight verwendete Slogan mit den Hammerpreisen gleich eine ganz andere Bedeutung.

Darauf müssen Sie achten!

Dichtigkeit Eine regelmäßig durchgeführte Dichtigkeitsuntersuchung ist eine vertrauensbildende Maßnahme für gebrauchte Carado und Sunlight. Bei einigen Modellen dringt Feuchtigkeit am Dachbereich ein. Ursache können Risse im GfK oder am Übergang von Fahrerhaus zum Dach sein.

Waschbecken Die Kunststoffe im Bad verspröden mit der Zeit. Die Waschbecken können rissig und damit undicht werden. Das gilt ebenso für Duschwannen, die einen prüfenden Blick verdienen.

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Kühlschrank Beim Check eines Sunlight oder Carado sollten Käufer nicht nur routinemäßig ausprobieren, ob die Kühlung tatsächlich funktioniert, sondern auch die Kühlschranktür kritisch betrachten. Mitunter ist sie verzogen und schließt nicht mehr richtig.

Klimaanlage Wie beim Pkw gehört die Klimatisierung in den Fahrerhäusern bei moderneren Reisemobilen zum Standard. Nicht immer kommt bei älteren Modellen auf Knopfdruck kühle Luft aus den Ausströmern. Fällige Reparaturen können teuer werden.

Aufbautür Vielfältig sind die von Besitzern beschriebenen Mängel an der Tür. Mal ist sie verzogen, schließt nur schwer oder ist nicht richtig dicht. Auch die Funktion des Türschlosses sollten Käufer überprüfen. Ähnliches gilt für die großen Garagenklappen.

Scheinwerfer Speziell bei den vor dem Facelift 2014 gebauten Ducato können die Kunststoffe der Scheinwerfer matt geworden sein, was bei der Hauptuntersuchung beanstandet wird. Problematisch ist ebenfalls die Undichtigkeit der Lampen, die bei einigen Modellen vorkommt.

Eine stetig gewachsene Familie

Je zwei Alkovenmodelle und zwei Teilintegrierte standen 2006 zum gemeinsamen Neustart der Marken Sunlight und Carado zur Auswahl. Schon um die günstigen Preise (ab 32.990 Euro) halten zu können, beschränkte man sich auf ein schmales Modellangebot. Als Basis diente der Ford Transit als damals günstigstes Chassis. Der große Erfolg beider Marken erlaubte bald eine Ausweitung des Angebots. Mitte 2009 folgte ein entscheidender Schritt: Als Ford seinerzeit eine Preiserhöhung ankündigte, wechselten alle Carado und Sunlight rasch auf das Fiat-Ducato-Fahrgestell. Gleichzeitig überarbeitete man Außen- und Innendesign. Die Auswahl wuchs auf neun populäre Grundrisse an. Auch als die Hubbetten in Teilintegrierten beliebt wurden, mischten die Günstigmarken ab Mitte 2010 in diesem Markt mit. 2017 werden Carado und Sunlight mit ausgebauten Kastenwagen und Integrierten zu Vollsortimentern.

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