Hubstützen ersetzen zwar keine Hebebühne, stabilisieren aber das Fahrzeug und gleichen Schräglagen aus – das Nivellieren gelingt damit deutlich einfacher als mit Keilen. Dabei unterscheidet man drei Grundtypen: manuelle Kurbelstützen, elektrische Systeme und hydraulische Anlagen. Alles über Stützensysteme lesen Sie hier.
- Manuelle Kurbelstützen gelten als günstig und leicht, verlangen aber Handarbeit und etwas Geduld beim Ausrichten.
- Elektrische Hubstützen lassen sich komfortabler bedienen, sind jedoch in der Praxis beim Fahrzeuggewicht begrenzt, weil die Stromaufnahme mit der Last steigt.
- Hydraulische Systeme arbeiten besonders bequem, oft vollautomatisch, und können je nach Auslegung sehr hohe Fahrzeuggewichte abstützen.
Der Haken an der Hydraulik: Sie sind die teuerste Lösung und können – je nach Anlage – selbst deutlich Gewicht auf die Waage bringen.
AL-KO HY4 und Wiegefunktion
AL-KO beschreibt das HY4 als hydraulisches, vollautomatisches Hubstützensystem, bei dem jede der vier Stützen eine eigene Pumpeinheit hat. Das Systemgewicht gibt der Hersteller mit 68 Kilogramm an.
Durch die dezentralen Pumpen sollen sich die Aggregate flexibel nahe an den Stützen montieren lassen, was den Einbauaufwand reduziert und Bohrungen ins Fahrzeuginnere vermeiden kann. Als Einsatzbereich nennt AL-KO unter anderem Reisemobile und Kastenwagen auf Ducato-/Jumper-/Boxer-Basis (X250/X290) sowie verschiedene Mercedes-Benz-VS30-Anwendungen; außerdem verweist der Hersteller auf eine Verträglichkeitsbescheinigung von Mercedes-Benz und eine Unbedenklichkeitsbestätigung von Volkswagen Nutzfahrzeuge.
Interessant für die Gewichtsdisziplin ist die optionale Wiegefunktion: Über Messpunkte an Längs- und Querachse sollen Gesamtgewicht sowie Vorder- und Hinterachslast ermittelt werden. AL-KO nennt dafür eine Messgenauigkeit "bis auf 3 %" und die Bedienung über die 2LINK-App; Voraussetzung ist der Einbau einer 2LINK-Box mit Bluetooth-Schnittstelle.
3,5 Tonnen als Knackpunkt
Gerade bei Reisemobilen mit 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse kann das Zusatzgewicht einer hydraulischen Anlage die Reserven bei der Zuladung deutlich verkleinern. Dabei sollten Sie das Eigengewicht von Hubstützen im Blick zu behalten, damit das zulässige Gesamtgewicht nicht überschritten wird.
Zum Gewicht kommt die Verteilung: Die Wiegefunktion beim HY4 zielt ausdrücklich auch auf Achslasten, weil Überladung nicht nur das Gesamtgewicht, sondern ebenso Vorder- oder Hinterachse betreffen kann. Für die Praxis heißt das: Selbst wenn das Reisemobil insgesamt noch innerhalb der 3,5 Tonnen bleibt, kann die Achslast je nach Beladung trotzdem kritisch werden.
Bei der Kaufentscheidung lohnt deshalb der Vergleich zur einfacheren Lösung:
- Kurbelstützen sind besonders preiswert und leicht, erfordern aber Handarbeit.
- Elektrische Systeme liegen preislich und beim Komfort dazwischen.
- Wer den maximalen Automatikkomfort will, muss bei hydraulischen Hubstützen zusätzlich zu den Kosten vor allem die Gewichts- und Zuladungsrechnung sauber machen.





