Futuristische Optik, ausladende Maße: Das große Elektro-SUV von Hyundai fällt auf. Technisch eng mit dem EV9 von Konzernschwester Kia verwandt, geht nun auch der Ioniq 9 auf Kundenfang. Die Allrad-Variante mit je einem E-Motor an Vorder- und Hinterachse wirft als Argument für Zugfahrzeug-Käufer eine Anhängelast von satten 2,5 Tonnen in die Waagschale. Der große 110-kWh-Akku lässt auf akzeptable Gespann-Reichweiten schließen.
Starker Allradantrieb mit 428 PS
Geht die Gleichung in der Praxis auf? Jein. Mit dem auf zwei Tonnen beladenen CARAVANING-Normtrailer hat das große SUV keine Probleme, liegt satt und sicher auf der Straße. Die Traktion ist dank Allradantrieb top. Die getestete Performance-Variante leistet 315 kW (428 PS) – mehr als genug, um das Gespann zügig zu beschleunigen. Von 80 auf 100 km/h auf der Autobahn haben wir 3,2 Sekunden gemessen.
Davon abgesehen sind die Gespann-Tugenden des Ioniq 9 aber recht verhalten ausgeprägt. Immerhin verrichtet der Abstandstempomat seine Arbeit auch mit Wohnwagen am Haken. Totwinkel- und Spurhalteassistent verweigern den Dienst. Das Überfahren von Markierungslinien ignoriert das SUV stoisch, von Spurzentrierung ganz zu schweigen.
Auch erkennt der Ioniq 9 keine anhängerspezifischen Verkehrszeichen. Der gar nicht so intelligente Tempomat würde das Gespann auch auf 120 km/h beschleunigen. Permanentes Gebimmel kommt vom Aufmerksamkeitsassistenten, wenn man nur ein paar Sekunden zu lange aufs Display statt auf die Straße schaut.

Die Performance-Version in der Top-Ausstattung Uniq steht auf fetten 21-Zoll-Felgen.
Der am Testwagen montierte einfache Steckhaken (736 Euro) hat nur Dauerplus, kein Zündungsplus. Die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung (1894 Euro) dürfte es besser machen – so zumindest haben wir es beim Kia-Schwestermodell festgestellt.
Verbrauch des Hyundai Ioniq 9 im Gespannbetrieb
Auf unserer Verbrauchsrunde zog der Ioniq 9 mit dem Zwei-Tonnen-Lastentrailer 41,5 kWh pro 100 Kilometer aus dem Akku – ein typischer Wert. Bewegt man sich auf Langstrecke zwischen 10 und 80 Prozent Akkustand, erscheinen knapp 200 Kilometer von Ladestopp zu Ladestopp realistisch.
Komfortables Elektro-SUV für lange Reisen
Der Komfort für alle Mitfahrer ist dabei ausgesprochen hoch. Bequeme, vielfach verstellbare Reise-Sessel bietet der Hyundai auch in der zweiten Reihe. Das Platzangebot: verschwenderisch weitläufig. Kehrseite des großzügigen Raums sind die nicht eben handlichen Dimensionen des Fünf-Meter-SUVs, Leergewicht: fast 2,8 Tonnen. Bei Solo-Autobahnetappen mit Tempo 120 blieb der Verbrauch selten unter 30 kWh je 100 Kilometer.

Praktikable Bedienung, viel Platz und TopKomfort kennzeichnen den Ioniq 9.
Weil es die Allrad-Variante mit 2,5 Tonnen Anhängelast erst ab der mittleren Ausstattungslinie Techniq gibt, kommt der Ioniq 9 übrigens deutlich teurer als der Kia EV9.
Kurz und knapp
- Sehr viel Platz für Passagiere und Gepäck
- Lädt sehr schnell, akzeptable Gespann-Reichweite
- Top-Komfort
- Nicht gerade handlich
- Kaum Assistenten im Gespann
- Hoher Preis
Hyundai Ioniq 9
- Motoren: 157 kW (214 PS) vorn und 157 kW (214 PS) hinten. Systemleistung: 315 kW (428 PS), max. Drehmoment: 700 Nm
- Batteriekapazität (netto): 110 kWh. Max. Ladeleistung AC/DC: 11/233 kW
- Grund-/Testwagenpreis: 89.100/90.886 Euro
- Maximale Ladegeschwindigkeit DC (10–80 %): 24 min
Antrieb, Fahreigenschaften und Verbrauch
- Fahrleistungen solo: Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h, E-Reichweite solo: 600 km
- Testverbrauch (kWh/100 km): Solo: 27,5; Gespann: 41,5, Norm WLTP komb.: 20,6
- Theoretische Reichweite Gespann: 265 km
Gewichte und Abmessungen
- Gewichte: Leergewicht gem./zul. Gesamtgewicht: 2728/3320 kg; Zuladung abgezogen Stützlast (100 von 125 kg): 492 kg. Maximalgewicht des Zuges: 5820 kg
- Maße: Länge/Breite/Höhe: 5060/1980/1790 mm, Radstand: 3130 mm
Anhängerkupplung
- Preis: 736 Euro (ab Werk)
- System: abnehmbar
- Stützlast: 125 kg
- Höhe Kugelkopf: 45 cm





