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Selbstausbau Teil 2 Fabian Dresler
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Selbstausbau Teil 2 10 Bilder

Do-it-yourself-Camper: Grundgerüst und Dachfenster

Do-it-yourself-Camper - Teil 2 Los geht's mit dem Grundgerüst im Lúc

Im zweiten Teil unserer Serie "Do-it-yourself-Camper" wird das Fahrzeug isoliert und das Grundgerüst im Laderaum errichtet.

Unser neu erworbener gebrauchter Peugeot Boxer ist vom technischen Check zurück und steht im Hof. Bereit, in einen Campingbus mit Motorradgarage verwandelt zu werden. In Teil eins der Selbstausbau-Serie haben wir das Basisfahrzeug ausgewählt und den Grundriss geplant. Als Grundlage für die späteren Möbel bauen wir in Teil zwei ein Grundgerüst ein und montieren die Dachfenster. Los geht’s aber mit der Isolierung.

Den ersten Teil verpasst?
Kein Problem. Zum ersten Teil der Do-it-yourself-Camper-Serie geht's hier.

Selbstausbau, Camper
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Welche Isolierung sollen wir für den DIY-Camper nutzen?

Nach umfangreicher Internetrecherche und Materialkunde fiel die Wahl auf "Armaflex AF", einen PE-Schaum, der in verschiedenen Dicken bei mehreren Anbietern zu bekommen ist. Wir haben sie online bestellt.

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Fabian Dresler
Drei Isolierungsstärken kommen zum Einsatz: 19 Millimeter für die großen Flächen, 9 Millimeter für die Streben und 3 Millimeter dünnes Tape zum Abdichten der Übergänge.

Warum wir gerade dieses Material verwenden?

Weil diverse Erfahrungsberichte ihm eine gute Dämmfähigkeit attestieren, weil es keine Feuchtigkeit aufnimmt und damit die Gefahr von Schimmelbildung oder Rost in den Zwischenräumen minimiert und weil es als selbstklebende Matte leicht zu verarbeiten ist. Zuerst werden alle Flächen gereinigt und entfettet – beispielsweise mit Aceton –, dann hält die Isolierung bombenfest an den Wänden und der Decke – den Boden isolieren wir später auch noch mit Armaflex.

Die Heckgarage bleibt dagegen unisoliert. Das hat zwei Gründe. Erstens: Durch den Schlitz zwischen den etwas verzogenen Hecktüren dringt ohnehin immer etwas Außenluft in den Garagenraum. Deshalb verpacken wir lieber die Schlafkabine über der Garage rundum mit Armaflex und eliminieren so die Kältebrücken weitgehend. Zweitens: Wir benötigen auf diese Weise etwas weniger der relativ teuren Isoliermatten.

In Internet-Tutorials wird oft zu zusätzlichen Geräuschdämmmatten (zum Beispiel aus Alubutyl) geraten, die, noch unter der eigentlichen Isolierung aufgeklebt, Schwingungen des Blechs reduzieren sollen. Wir verzichten darauf, weil die Trennwand zwischen Fahrerhaus und Laderaum drin bleiben soll und somit kaum Geräuschprobleme während der Fahrt auftreten werden.

Aufbau der Zwischenwände und Holzlatten für den Rohbau

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Die Rahmen für Bad und Küchenzeile sind verschraubt oder verklebt.

Um die Schlafkoje wie geplant in Armaflex-Matten einpacken zu können, müssen wir sie natürlich erst mal bauen. Was man dafür braucht, findet sich im Baumarkt um die Ecke: Holzlatten, Platten, Winkel, Schrauben, Kleber und so weiter. Nach unseren Berechnungen darf das Bett exakt 1,90 Meter lang werden und wird sich über die gesamte Breite des Laderaums erstrecken.

Wir befestigen die Liegefläche in 1,40 Meter Höhe an den oberen Längsspriegeln der Seitenwände, damit später keine störenden Stützen in der Garage "herumstehen". Die Fixierung an den Spriegeln gelingt mit folgender Technik recht einfach: Löcher bohren, Blindnietmuttern mit der Nietzange einpressen und dann daran die stabilen Holzstreben mit Winkeln anschrauben. Obendrauf legen wir eine Platte aus leichtem Pappelsperrholz, das später auch für Wandverkleidungen und Möbel zum Einsatz kommt. Am vorderen Garagenende verschrauben wir die stufenförmige Zwischenwand – die Garage ist unten etwas länger als oben – mit der Aussparung für eine Tür.

Nachdem die Schlafkoje von außen isoliert ist, geht es weiter mit dem Gerüstbau für Küchenzeile und Bad. Aus einfachen Holzlatten, die entweder an den Blechspriegeln verschraubt oder mittels hochfestem Montagekleber – etwa am Dach – fixiert werden, entsteht ein Ständerwerk, das später mit Pappelsperrholzplatten beplankt wird.

Einbau von drei Dachfenstern für genügend Licht

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Blech mit der Flex austrennen – fühlt sich erst mal komisch an, sein Auto so brutal zu zerschneiden.

Nächster Schritt: Tageslicht. Unser Transporter besitzt noch keine Fenster, also setzen wir nachträglich welche ein. Weil wir gerne den "Inkognito-Look" des Lieferwagens beibehalten wollen, entscheiden wir uns dafür, nur Dachfenster zu montieren. Wenn das Wetter so schlecht ist, dass man die Schiebetür nicht öffnen mag, lohnt es sich schließlich auch selten rauszuschauen – sagen wir uns. Drei verschiedene Dachluken setzen wir ein: ein großes ("L") über der Küche, ein kleines ("S") im Bad und ein mittelgroßes ("M") über dem Bett.

So gelingt der Einbau der Dachluken im Transporter

Dafür fliegen jetzt die Funken. Beim ersten Ansetzen des Trennschleifers, landläufig Flex genannt, stellt man sich noch die Frage, ob die angezeichneten Linien für den Fensterausschnitt auch wirklich korrekt und gerade sind.

Spätestens ab Fenster Nummer zwei sind die Hemmungen aber passé, denn man weiß jetzt, dass der Ausschnitt gar nicht auf den Millimeter genau stimmen muss. Der äußere Rahmen der Dachfenster überlappt mehrere Zentimeter und wird von innen mit einem selbst gebauten Holzrahmen fest ans Dach gespannt. Für Transporter mit gewelltem Dach werden passende Ausgleichsrahmen angeboten, die die Passgenauigkeit und damit Dichtigkeit verbessern. Wir entscheiden uns aber, stattdessen möglichst viel Dichtstoff in die Lücken zu pressen – mal sehen, ob das auf Dauer genügt. Und das war auch schon das ganze Geheimnis des Dachfenstereinbaus.

Fazit: Der Fenstereinbau

Blech anzeichnen, ausschneiden, Fenster aufsetzen und verschrauben, abdichten. Klingt ganz einfach und ist es eigentlich auch. Die beiliegenden Anleitungen sind gut und das Projekt Dachfenster auch für Laien machbar. Genauso funktioniert es auch beim sogenannten Pilzlüfter, den wir in der Mitte des Dachs zusätzlich als Zwangsbelüftung einbauen.

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Mit dem Dichtstoff nicht sparsam sein. Wenn’s außen schmiert, nicht schlimm. Das sieht man später auf dem Dach nicht.

Bisherige Kosten

  • Basisfahrzeug: 9035 Euro
  • Isolierung: 575 Euro
  • Dachfenster (3 Stück): 450 Euro
  • Pilzlüfter: 20 Euro
  • Holz: 130 Euro
  • Kleinteile (Schrauben, Winkel usw.): 110 Euro
  • Gesamt: 10.320 Euro

In Teil drei der Serie geht es unter anderem um die Elektrik- und Wasserinstallation.

Fazit

Damit ist Kapitel zwei des Selbstausbaus auch "schon" geschafft. Zeit für die Zwischenbilanz. Isolierung und Möbelrohbau haben – im Vergleich zur in einem Tag erledigten Fenster-Installation – recht lange gedauert. Nach rund einem Monat mit regelmäßigen Abendschichten lässt sich im Laderaum des Boxers aber jetzt erahnen, dass hier ein Campingbus entsteht. Bevor es mit dem Möbelbau im Detail weitergehen kann, müssen im nächsten Schritt erst einmal Kabel und Schläuche verlegt werden, denn Strom und Wasser sollen bald durch unseren, Lúc genannten Bus fließen. Wir schreiben deshalb schon an der nächsten Einkaufsliste.

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