Camper-Selbstausbau
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DIY-Ausbau Andreas Becker
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Do-it-yourself-Camper - Finish, Elektronik, Befestigung

Do-it-yourself-Camper - Teil 6 Der letzte Feinschliff

Es ist soweit – die letzte Episode des Selbstausbaus. Wir machen die letzten Handgriffe in Wohnbereich, Bad und Garage und ziehen eine abschließende Projekt-Bilanz.

Endlich wird’s wohnlich im Selfmade-Camper. Nach unzähligen Wochenenden in der Hobbywerkstatt stehen nun wirklich die letzten Arbeiten an. Wir können es kaum erwarten, das erste Mal in den Urlaub zu starten, also ziehen wir jetzt den Ausbau-Endspurt an.

Sie haben den vorherigen Teil verpasst? Hier geht es zu DIY-Ausbau Teil 5 Heizung.

Finish am Holz

Das noch blanke, unbehandelte Pappelsperrholz der in der letzten Episode fertiggestellten Möbelfronten versiegeln wir, damit es Schmutz und Feuchtigkeit später nicht aufnimmt und sich unkompliziert abwaschen lässt. Wir behandeln das Holz zunächst mit Beize und lackieren es anschließend. Im Bad verwenden wir Bootslack, denn hier werden die Seitenwände häufig mit Wasser in Berührung kommen. Für den Wohnbereich entscheiden wir uns für eine Kombination aus weißem und transparentem Lack, die den Innenraum gemütlich-hell strahlen lässt.

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Der Bootslack für die Wände des Bads ist transparent. Er verhindert dauerhaft, dass die Holzplatten beim Duschen Wasser aufnehmen.

Im Baumarkt findet man alles für diese Arbeit Nötige. Wände, Decke und Boden lackieren wir mit Rollen, Ecken und Kanten mit Pinseln. Anschließend kümmern wir uns um die waagerechten Flächen. Die Fahrzeugdecke wird vollständig (bis auf das Bad) mit dem auch für die Schlafkoje verwendeten Filz beklebt. Das funktioniert wie folgt: Holz mit Kleber besprühen, Filz zuschneiden und gut an der Decke festdrücken. Nach gleichem Prinzip versiegeln wir auch den Boden mit pflegeleichtem Linoleum in Holzoptik. Bei dieser Arbeit sollte man übrigens stets Handschuhe tragen, denn der Sprühkleber lässt sich nur sehr schwer wieder abwaschen.

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Mit Sprühkleber wird der vorher zugeschnittene Filz auf die schon versiegelten Holzfronten geklebt.

Nachdem alles einen Tag lang durchtrocknen konnte, kommt ein letztes Mal der Akkuschrauber zum Einsatz. Mit ihm bringen wir Zierleisten an den Verbindungsstellen der Möbelbau-Platten an, die vorherige Ungenauigkeiten beim Zuschnitt gut verdecken. Anschließend befestigen wir Garderobenleisten und Steckdosen. Die Zierleisten am Boden werden verklebt, die LED-Leuchten an der Decke einfach eingeklipst – und zu guter Letzt auch Kunstblumen als Deko mit Schrauben an den Wänden befestigt.

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Ohne Werkzeug lassen sich die LED-Spots in die dünne Deckenplatte einklipsen.

Damit später während der Fahrt nicht alles durcheinanderpurzelt, sichern wir die Holzklappen der Schränke mit Magneten und die rollbare Kühlbox mit einer Kette. Die passgenaue, extradünne Matratze samt Unterlage platzieren wir zum Schluss im Heckbett.

Die Garage

Auch die Garage bekommt den letzten Schliff. Wohnlichkeit oder ein perfektes Oberflächenfinish spielen hier aber für uns keine große Rolle, trotzdem ist sie einer der wichtigsten Räume. Zwei Bikes passen perfekt längs nebeneinander hinein, und weil die Vorderräder unterhalb von Küche und Bad-Waschbecken Platz finden, nimmt die Garage darüber weniger vom wertvollen Wohnraum ein. Wir verschrauben zunächst die zwei Wippen für den Motorradtransport mit dem Fahrzeugboden, bringen dann noch einen Feuerlöscher neben der Durchgangstür an, der auch vom Wohnbereich aus gut erreichbar ist.

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Ein Motorrad geladen – ein zweites passt neben etwas Gepäck noch locker in die Heckgarage.

Für Licht sorgen in der Garage batteriebetriebene LED-Spots mit einem Lichtschalter an der Hecktür und einem an der vorderen Wand. Um den Platz optimal auszunutzen, bauen wir noch ein passgenaues Fach aus Holzlatten unter die Garagendecke. Darin lässt sich auch bei zwei geladenen Motorrädern eine Biertischgarnitur plus einem Campingstuhl verstauen. Hängeregale an den Hecktüren schaffen zusätzlichen Platz für Werkzeug und Kleinkram.

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Mit einer Gießkanne lässt sich der 90-Liter-Wassertank einfach befüllen. Einen Außenanschluss gibt es nicht.

Das Fazit

Die letzte Schraube ist festgezogen und der Camper bereit für die große Reise. Ab zum TÜV, Wohnmobil-Abnahme erledigen und dann hinaus in die Freiheit. Mit einem verdienten Bier in der Hand, lassen wir den Ausbau noch einmal Revue passieren. An der Planung und dem Grundkonzept würden wir auch beim zweiten Versuch nichts ändern, denn alles funktioniert einwandfrei.

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In einem vollständig selbst ausgebauten Campingbus genießt man die erste Tour auf besondere Weise. Und zittert auch etwas – funktioniert alles?

Besonders der mit Filz ausgekleidete Schlafbereich ist sehr gemütlich geworden. Trotzdem würden wir nicht alles genau gleich machen. Beim Bad zum Beispiel: Hier sieht die Versiegelung der Ecken mit Silikon nicht gerade ordentlich aus, und das weiße Material hat schon nach wenigen Tagen Staub und Schmutz aufgenommen. Über kurz oder lang werden also die Fugen erneuert.

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Bei eingeklapptem Tisch kann man sich bequem in die Sitzecke flätzen.

Checkliste Wohnmobil-Abnahme

Nach einem Selbstausbau ist eine Vorstellung des Fahrzeugs beim TÜV Pflicht, denn mit den Änderungen kann die Betriebserlaubnis erlöschen. Bei der Einzelabnahme wird das Leergewicht des Fahrzeugs neu bemessen und in den Papieren vermerkt. Außerdem prüft der Sachverständige, ob der Ausbau Folgendes enthält:

  • Schlafplatz
  • Sitzplatz
  • Tisch
  • Stauraum
  • Kochstelle

Damit bei der Prüfung keine unangenehmen Überraschungen auftreten, sollte vorher alles mit dem Prüfer besprochen werden. Gegebenenfalls sind dann noch Anpassungen nötig. Das TÜV-Merkblatt "MB FZMO 740" listet alle Anforderungen an ein Wohnmobil auf. Der TÜV stellt es online für rund 40 Euro zum Download zur Verfügung.

Kosten und Planung

Von außen sieht man dem Peugeot Boxer die Transformation zum Camper kaum an. Doch es kommt eben auf die inneren Werte an.

Neues Werkzeug

  • Maler-Equipment (Rollen und Pinsel)

Arbeitszeit

  • Planung: 3 Stunden
  • Oberflächenfinish: 8 Stunden
  • Filz verkleben: 6 Stunden
  • Leisten anbringen etc.: 4 Stunden
  • Finish Garage: 6 Stunden
  • Finish Bett: 3 Stunden

Bisherige Kosten: 16.140 Euro

  • Beize und Lack: 150 Euro
  • Filz: 500 Euro
  • Linoleum: 70 Euro
  • Leisten: 100 Euro
  • Holzlatten: 50 Euro
  • Kleinteile (Magneten, Winkel, Schrauben etc.): 1.180 Euro
  • Matratze + Unterlage: 450 Euro
  • Motorrad-Wippen: 100 Euro
  • Beleuchtung Garage: 50 Euro
  • Biertischgarnitur: 100 Euro
  • Wohnmobil-Abnahme + HU: 230 Euro

KOSTEN GESAMT: 19.120 Euro

DIY-Camper: Alle Kapitel der Selbstausbau-Serie

Do-it-Yourself-Camper: Alle Kapitel
Teil 1: Welcher Van eignet sich?
Teil 2: Grundgerüst und Rohbau
Teil 3: Strom und Wasser
Teil 4: Küche und Bad
Teil 5: Möbelbau und Heizung
Teil 6 letzter Teil: Wohnmobilzulassung und Feinschliff

Fazit

Das Ziel, den Peugeot Boxer vom leeren Kastenwagen in einen autarken Camper zu verwandeln, haben wir erreicht. Wenn auch nicht ganz so schnell und günstig wie erhofft. Ein gutes Jahr haben die Arbeiten angedauert, denn neben Vollzeitjobs bleiben hauptsächlich die Wochenenden übrig, um voranzukommen. Dass der Preis auf den letzten Metern höher kletterte als erwartet, lag unter anderem an vielen kleinen Baumarkteinkäufen (Schrauben, Leisten, Kleber, Silikon, Winkel usw.), die sich unbemerkt summiert haben und beim Kassensturz einen großen Teil ausmachen.

Trotzdem hat sich der Selbstausbau aus finanzieller Sicht eindeutig gelohnt, denn vergleichbare Campervans kosten mehr als das Doppelte. Dann ist natürlich auch jede Kante gerade, und handwerkliche Unzulänglichkeiten der Ausbauer sind nirgends zu sehen. Doch die nehmen wir als Charakterzüge unseres "Luc" gerne hin, erinnern sie uns doch stets daran, dass wir ihn mit den eigenen Händen geschaffen haben.

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