"Kinder haben auf einem Wohnmobilstellplatz nichts zu suchen. Was sich da seit Corona negativ eingeschlichen hat, ist kein Spaß mehr." schreibt Leser Hans H. Ende 2025 in einem Brief an promobil. Und entfacht damit eine hitzige Debatte, nicht nur in der Redaktion, sondern auch unter Lesenden, die uns weitere Briefe und Mails zuschicken.
Ein offizielles Verbot für Kinder auf Stellplätzen gibt es nicht. Es kann die Frage gestellt werden, wie attraktiv Stellplätze für Familien mit kleineren Kindern sind, doch den Aufenthalt darf ihnen niemand verbieten.
Gleiches Recht für alle! Oder?
Dieser Meinung ist ebenfalls Davina S. und sie hat sogar noch eine Vermutung, warum es womöglich vermehrt Familien auf Stellplätze zieht: "Familien haben genauso das Recht auf Kurztrips, Städtereisen und einen Aufenthalt auf Stellplätzen wie Sie. Und wissen Sie was? Stellplätze sind deutlich günstiger als Campingplätze. Jetzt raten Sie mal, warum ausgerechnet Familien auf Stellplätzen übernachten."
Campingplätze sind teilweise deutlich teurer als Stellplätze. Was an der umfangreicheren Ausstattung liegt. Doch auch Stellplätze sind oft keine einfachen Parkplätze mehr. Die Ausstattung wird besser, der Platz schöner und die Preise steigen. Eine Entwicklung, die promobil-Leser und -Leserinnen ebenfalls mit Argwohn betrachten.
Welche Generation ist im Recht?
Doch zurück zu der Frage, ob Kinder auf Stellplätze gehören. Walter F. hat dazu eine ganz eigene Meinung: "Es sind nicht die Kinder, es sind deren Eltern. Ich bin selbst Vater von mittlerweile erwachsenen Kindern. Ich habe mir auch bei unserem Erstgeborenen die Elternzeit mit meiner Frau geteilt. Wir haben immer darauf geachtet, dass die Kids anderen Personen nicht zur Last fallen. Im Restaurant, Gastgarten, Bus, Park etc. quietschend herumsausen war tabu. Dazu gibt es spezielle Orte. Viele Eltern kümmern sich nicht um ihren Nachwuchs. Wäre ja anstrengend. Sie bemänteln ihr (selbstsüchtiges) Verhalten mit "Kinder müssen sich entfalten können", "Kindergeschrei ist Zukunftsmusik" oder ähnlichem Unsinn."
Der letzte Satz spielt vermutlich auf einen Erziehungstrend der aktuellen Elterngenerationen Millennials und Gen Z an: "Gentle Parenting", bei dem die Bedürfnisse der Kinder an oberster Stelle stehen. Leserin Davina S. vertritt auch dazu eine klare Meinung: "Was wir nicht brauchen, sind Platznachbarn, die sich von Kindern auf Wohnmobilstellplätzen generell gestört fühlen. Es mag solche und solche Familien geben, da stimme ich ebenfalls zu. Über alle Kinder und Eltern zu urteilen, finde ich dagegen unmöglich."
Familien entscheiden selbst
Jede Familie darf selbst entscheiden, wo sie mit ihrem Wohnmobil übernachten möchte. Stellplätze bieten sich als praktische Zwischenstopps oder Nachtlager in großen Städten an. Campingplätze dagegen heißen meist explizit Familien willkommen – wenn es kein Platz ausschließlich für Erwachsene ist.
"Wer sich darüber aufregt, dass Kinder auf einem Campingplatz spielen und dabei auch mal laut sind, beginnt gerade die Bühne gesellschaftlichen Zusammenhalts zu verlassen. Wo um alles in der Welt sollen Kinder denn sonst im Urlaub spielen, etwa in Hotels oder Pensionen? Campingplätze, die den Aufenthalt von Kindern verbieten, verlieren aus meiner Sicht ihre Existenzberechtigung und sind eine Ohrfeige für Familien." schreibt Wolfgang D. zum Thema.
Ewald K. bringt noch einen Tipp mit, für alle, die sich über zu viele laute Kinder aufregen: "Meine Frau und ich sind Ruheständler und überlassen in der Hauptsaison die ohnehin wenigen Stellplätze gerne den Familien, die auf die Hauptreisezeit angewiesen sind, indem wir zu Hause bleiben."












