Da Südspanien ein beliebtes Ziel für Langzeit- und Überwinterungscamper ist, bleiben viele Campinganlagen auch in den kühleren Monaten geöffnet. Für Herbstcamper in Andalusien ist das ein großer Vorteil: Während in vielen europäischen Ferienregionen im Oktober bereits zahlreiche Campingplätze schließen, findet man in Südspanien weiterhin eine gute Auswahl an geöffneten Anlagen.
Gleichzeitig beginnt auf vielen Campingplätzen die ruhigere Jahreszeit. Die größte Sommerhitze ist vorbei, die Strände leeren sich und Städte, Sehenswürdigkeiten und Naturparks lassen sich angenehmer erkunden. Von den kilometerlangen Atlantikstränden der Costa de la Luz über die Costa del Sol und die Costa Tropical bis zur spektakulären Vulkanlandschaft des Cabo de Gata bietet Andalusien zahlreiche Möglichkeiten für eine abwechslungsreiche Campingreise.
1. Costa de la Luz
Die Costa de la Luz erstreckt sich entlang der Atlantikküste der Provinzen Cádiz und Huelva. Kilometerlange Sandstrände, Dünen, Pinienwälder und kleine Küstenorte prägen die Landschaft. Im Oktober wird es deutlich ruhiger und die Temperaturen eignen sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge und Radtouren. Auch Surfen, Tauchen und andere Wassersportarten sind möglich. Mit einer Wassertemperatur von rund 20 °C kann man im Oktober vielerorts sogar noch baden.

Traum in Weiß: Vejer de la Frontera mit Kastell und vollständig erhaltener Stadtmauer.
Zu den schönsten Ausflugszielen gehören Bolonia mit der antiken römischen Stadt Baelo Claudia und der imposanten Wanderdüne. Auch Cádiz mit seiner historischen Altstadt und Kathedrale lohnt einen Besuch. Einen Abstecher wert ist außerdem Vejer de la Frontera, eines der schönsten weißen Dörfer Andalusiens.
Übernachtungs-Tipp: Camping Giralda Isla Cristina
Camping Giralda Isla Cristina liegt direkt an der Costa de la Luz und bietet einen privaten Strandzugang. Die großzügig angelegten Stellflächen und die ganzjährig nutzbare Ver- und Entsorgung machen den Platz auch für längere Aufenthalte interessant. Eingebettet zwischen Pinienwald, Küste und dem Naturpark Marismas de Isla Cristina verfügt die Anlage zudem über einen Pool.
- Ausstattung: Strom, Wasser, Entsorgungseinrichtungen, Sanitäranlagen, Waschmaschine, Trockner, WLAN.
- Einrichtungen: Pool, Spielplatz.
- Freizeit: Radfahren, Kajakfahren, Wassersport.
2. Tarifa
Weiter südlich wird die Costa de la Luz rauer und windiger. Rund um Tarifa treffen Atlantik und Mittelmeer an der Straße von Gibraltar aufeinander. Der Ort gilt als einer der bekanntesten Wind- und Kitesurf-Spots Europas. Im Oktober sind die Temperaturen deutlich angenehmer als im Sommer und ideal für Wanderungen entlang der Küste sowie Bootstouren zur Beobachtung von Delfinen und Walen.

Surf-Paradies Tarifa am südlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel.
Wer möchte, kann durch die Altstadt von Tarifa schlendern und das Castillo de Guzmán besichtigen. Auch der weitläufige Playa de Los Lances und die Landschaft rund um Punta Paloma bieten sich für Spaziergänge an. Von Tarifa aus ist außerdem ein Ausflug nach Gibraltar möglich.
Übernachtungs-Tipp: Camping Torre de La Peña
Der Campingplatz liegt außerhalb von Tarifa, direkt an der Küste und bietet einen schönen Blick über die Straße von Gibraltar. Für längere Herbstaufenthalte gibt es einen Preisvorteil: Vom 1. September bis 31. Oktober gelten für Stellplätze gestaffelte Rabatte. Bei einem Aufenthalt von drei bis sieben Tagen gibt es 5 Prozent, bei acht bis 14 Tagen 10 Prozent und bei mehr als 30 Tagen sogar 28 Prozent Rabatt.
- Ausstattung: Strom, Wasser, Entsorgungseinrichtungen, Sanitäranlagen, WLAN.
- Einrichtungen: Shop, Restaurant, Pool.
- Freizeit: Segeln, Surfen.
3. Costa del Sol
Die Costa del Sol ist stärker touristisch geprägt als die Costa de la Luz, bietet dafür aber eine sehr gute Infrastruktur und eine große Auswahl an Ausflugszielen. Die Küste erstreckt sich über mehr als 150 Kilometer von der Gegend um Nerja über Málaga bis in Richtung Marbella und Estepona. Im Oktober lassen sich Strandtage, Stadtbesichtigungen und Ausflüge ins bergige Hinterland besonders gut miteinander verbinden.

Die Puente Nuevo in Ronda überspannt in knapp 100 Meter Höhe die Schlucht des Rio Guadalevín.
Málaga eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug: Altstadt, Alcazaba, römisches Theater, Hafen und Museen lassen sich bei angenehmen Herbsttemperaturen gut zu Fuß erkunden. Sehenswert sind auch Nerja mit dem Balcón de Europa und den Höhlen von Nerja sowie die Maro-Klippen mit ihren Buchten und Küstenwegen. Im Hinterland warten Ronda, Antequera und der Caminito del Rey auf aktive Camperinnen und Camper.
Übernachtungs-Tipp: Camping Cabopino
Der ganzjährig geöffnete Campingplatz bei Marbella liegt in einem Pinienwald, nur 300 Meter vom Sandstrand entfernt. Für längere Aufenthalte werden spezielle Tarife angeboten. Zusätzlich gibt es 2026 über die ADAC Campcard vom 13. September bis 29. Oktober 15 Prozent Rabatt auf den Stellplatzpreis.
- Ausstattung: Strom, Wasser, Entsorgungseinrichtungen, Sanitäranlagen, WLAN.
- Einrichtungen: Restaurant, Minimarkt, Imbiss, Brötchenservice, Pool/Hallenbad, Spielplatz.
- Freizeit: Fahrrad fahren, Golfen, Wassersport.
4. Costa Tropical
Östlich von Málaga beginnt die Costa Tropical der Provinz Granada. Rund um Almuñécar, La Herradura, Salobreña und Motril prägen Steilküsten, Buchten und Strände die Landschaft. Das subtropische Mikroklima sorgt für besonders milde Bedingungen. Hier wachsen unter anderem Avocados, Mangos und Chirimoyas. Wassersportler können im Oktober surfen, tauchen, segeln oder mit dem Kajak die Küste erkunden.

Die Playa de La Rijana an der N-340 bei Calahonda ist einer der schönsten Strände der Costa Tropical.
Ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ist Almuñécar mit seiner historischen Altstadt und dem Castillo de San Miguel. Auch La Herradura und das auf einem Felsen gelegene Salobreña sind sehenswert. Wer länger bleibt, kann einen Tagesausflug nach Granada unternehmen und die berühmte Alhambra besichtigen. Durch die Nähe zur Sierra Nevada lässt sich der Aufenthalt am Mittelmeer zudem mit Wanderungen in den Bergen verbinden.
Übernachtungs-Tipp: Camping Playa de Poniente
Der ganzjährig geöffnete Campingplatz liegt direkt an der Playa de Poniente bei Motril. Die großzügigen, im Winter sonnigen Stellplätze, der Pool und die Nähe zum Meer machen ihn auch für einen längeren Aufenthalt interessant.
- Ausstattung: Strom, Wasser, Sanitärgebäude, WLAN.
- Einrichtungen: Restaurant, Supermarkt, Pool, Spiel- und Sportplatz.
- Freizeit: Kanu- und Fahrradverleih.
5. Cabo de Gata
Noch einmal völlig anders präsentiert sich die Küste östlich von Almería. Der Naturpark Cabo de Gata-Níjar gehört zu den außergewöhnlichsten Landschaften Andalusiens. Vulkangestein, trockene Ebenen, zerklüftete Berge und kleine Buchten verleihen der Region einen fast wüstenartigen Charakter. Im Oktober ist das Mittelmeer mit etwa 21 bis 22 °C häufig noch angenehm warm.

Cabo de Gata: Zeugen vulkanischer Vergangenheit mit Wüstenflair, grandiosen Sandstrände und bizarren Felsenküsten.
Für Wohnmobilisten lohnt es sich, mehrere Tage einzuplanen. Zu den schönsten Zielen gehören die Playa de Mónsul, San José, die Salinen und der Leuchtturm von Cabo de Gata. Im Herbst bieten sich Wanderungen, Radtouren, Schnorcheln, Kajakfahren und Fototouren an. Auch das ehemalige Bergbaudorf Rodalquilar ist sehenswert. Vom 9. bis 11. Oktober 2026 findet dort außerdem das Festival Otoño y Sal statt.
Übernachtungs-Tipp: Camping Cabo de Gata
Der Campingplatz liegt in Meernähe und im Naturpark. Er bietet großzügige Stellplätze und ist ein guter Ausgangspunkt, um die Strände, Buchten und Landschaften des Cabo de Gata zu erkunden.
- Ausstattung: Strom, Wasser, Entsorgungseinrichtungen, Sanitäranlagen, Waschmaschine, Trockner, WLAN.
- Einrichtungen: Restaurant, Supermarkt, Pool, Kinderschwimmbecken, Spielplatz.
- Freizeit: Wandern, Fahrrad fahren, Wassersport.
6. Doñana und die Provinz Huelva
Wer der Costa de la Luz weiter nach Westen folgt, erreicht die Provinz Huelva. Hier prägen Pinienwälder, Dünen, Feuchtgebiete und der Nationalpark Doñana die Landschaft. Die Küste rund um Matalascañas, Mazagón, Punta Umbría, Cartaya, Isla Cristina und Ayamonte bietet lange Sandstrände und zahlreiche Möglichkeiten für Spaziergänge und Wassersport. Die Nähe zu Doñana macht die Region außerdem zu einem interessanten Ziel für Natur- und Vogelfreunde.

Wie im Wilden Westen: Die meisten Straßen von El Rocio kommen ohne Asphalt aus.
Ein Höhepunkt ist eine geführte Tour durch den Nationalpark Doñana, bei der sich je nach Route unterschiedliche Landschaften und Tierarten entdecken lassen. Sehenswert sind außerdem das traditionsreiche El Rocío mit seiner Wallfahrtskirche, Punta Umbría und Ayamonte an der portugiesischen Grenze. Bei La Rábida erinnern historische Stätten an die Entdeckungsfahrten von Christoph Kolumbus.
Übernachtungs-Tipp: Camping La Aldea
Der Campingplatz liegt unmittelbar am Rand des Nationalparks und nur wenige Gehminuten vom Zentrum des ungewöhnlichen Wallfahrtsortes entfernt. Von hier lassen sich Doñana, die Feuchtgebiete und die Küste rund um Matalascañas erkunden.
- Ausstattung: Strom, Wasser, Entsorgungseinrichtungen, Sanitäranlagen, Waschmaschine, Trockner, WLAN.
- Einrichtungen: Restaurant, Bar, Supermarkt, Pool, Sportbereich, Spielplatz.
- Freizeit: Wandern, Fahrrad fahren, Reiten.











