Wohnmobil-Tour Südpfalz Adi Kemmer
Wohnmobilreise Südpfalz
Wohnmobil-Tour Südpfalz
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Wohnmobil-Tour durch die Südpfalz

Im Land der Burgen und Weine

Die Gegend zwischen Germersheim und Bad Bergzabern ist noch etwas mehr französisch angehaucht und tiefenentspannt als andere Regionen in Rheinland-Pfalz.

Ein Kanonenschlag lässt die Erde beben, dann treffen gleich mehrere Salven den Feind. Im Festungsgraben robben die Soldaten hastig rückwärts. „Schickt die Franzmänner zum Deiwel“, schreit einer und wirft eine Handgranate ins gegnerische Lager. Ein paar Minuten später ist die Schlacht geschlagen. Der Rauch verzieht sich, die Menge applaudiert, und die Komparsen wischen sich den Dreck aus der historischen Uniform. In Germersheim kehrt bei einem guten Pfälzer Riesling wieder Frieden ein.

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Adi Kemmer
Germersheim: Während des alle zwei Jahre stattfindenden Festungsfests wird Geschichte lebendig und der ehemalige Festungsgraben zum Laufsteg.

Kriege haben die Südpfalz geprägt, ebenso das direkt angrenzende Elsass. Mal waren beide feindliche Brüder, mal vereint, mal französisch, mal deutsch. Und immer wieder wurden sie Spielball der Mächte. Die Festungsstadt Germersheim, damals – wie die gesamte Region – Bayern zugesprochen, sollte als Bollwerk für Deutschland französischen Angriffen widerstehen. Alle zwei Jahre erinnert das viel besuchte Festungsfest mit historischen Darstellungen an diese unruhige Epoche.

Viele steinerne Zeugen belegen das über Jahrhunderte andauernde Hin und Her. Deshalb gibt es so viele bekannte Burgen und Ruinen hier. Meist sind sie aus dem für die Region so typischen Buntsandstein erbaut, manchmal gehen sie mit den sie tragenden roten Felsen eine bizarre Symbiose ein und bilden weit über den Pfälzer Wald und den Rheingraben hinaus sichtbare Landmarken. Vielfach wurde hier Geschichte geschrieben. In der Reichsburg Trifels etwa, die Annweiler überragt, war der englische König Richard Löwenherz drei Wochen gefangen. Mit 100.000 Besuchern pro Jahr gilt sie als eine der wichtigsten Touristenattraktionen der Südpfalz. Auch die Felsenburg Berwartstein im deutschen Teil der Mittelgebirgsregion Wasgau wird viel besucht. Beide eint der späte Wiederaufbau, wobei die Auftraggeber jeweils viel Fantasie walten ließen. Mit ihren mittelalterlichen Vorbildern haben die heutigen Bauten jedenfalls wenig gemein – ein bisschen Disneyland gab’s schon früher.

Als weiterer Burgen-Hotspot gilt die im Pfälzischen Bauernkrieg niedergebrannte Ruine Landeck oberhalb von Klingenmünster. Ihre Burgschänke ist das ganze Jahr über bewirtschaftet und deshalb ein beliebtes Ausflugsziel. Das ist das Schöne hier: Überall wird irgendwo gefeiert, gibt es immer einen Grund, die Gläser zu heben. Pfälzer sind Genussmenschen. Sie lieben ihren Wein. Rebhänge, wohin das Auge schaut. Von den Weißen werden neben den bekannten Sorten Riesling, Müller-Thurgau, Weiß- und Grauburgunder Spezialitäten wie Gewürztraminer oder Muskateller angebaut. Beliebte Rotweinsorten sind Dornfelder und Spätburgunder, außerdem Regent und St. Laurent.

Mehr als Burgen und Weine

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Dampfnudeln – fleischlose Spezialität der Südpfalz.

Dazu servieren die zahllosen Straußwirtschaften, Weinkeller und Gasthäuser eine bodenständige, meist deftige Hausmannskost. Legendär ist die „Pfälzer Dreifaltigkeit“, kein Fall für Vegetarier: Im Mittelpunkt steht das Trio aus Saumagen, Läwwerknedel (Leberknödel) und grober Bratwurst, begleitet von Sauerkraut. Ganz ohne Fleisch kommen die Dampfnudeln aus. Es geht freilich auch exotischer: etwa Straußenfilet vom Grill. Das gibt’s direkt beim Züchter, der Straußenfarm Mhou in Rülzheim. „Der Strauß“, sagt Chefin Uschi Braun, „passt hervorragend in die Rheinauenlandschaft der Südpfalz und fühlt sich hier pudelwohl.“ Da muss was dran sein, denn die 100 Zuchtsträuße bringen pro Jahr rund 1000 Küken auf die Welt. Bei einem Rundgang ist das Kinderzimmer der Großvögel ein viel bestaunter Höhepunkt.

Exotik erleben lautet auch das Motto im sehenswerten Kakteenland in Steinfeld. Auf über 5000 Quadratmeter Fläche sind tausende Kakteen und Sukkulenten zu bestaunen. Bei kostenlosem Eintritt steht das meiste davon auch zum Verkauf. Ein Garten ganz anderer Art, und dennoch irgendwie exotisch, versteckt sich hinter den Mauern des alten Pfarrhauses in Billigheim. Hier hat der Künstler Otfried Culmann aus unzähligen Scherben, Tellern und Mosaiksteinen seinen fantastischen „Traumgarten“ geschaffen – eine surrealistische Hommage an Friedensreich Hundertwasser und Niki de SaintPhalle.

südlicher Pfälzerwald
Vorstellung

Das Elsass – so nah

Nur einen Katzensprung, und das lässt sich in diesem Fall wörtlich nehmen, liegt das romantische Städtchen Wissembourg – auf Deutsch Weißenburg – von den Orten der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern entfernt. Geradezu nahtlos verläuft der Übergang von Deutschland nach Frankreich. Vor allem architektonisch gleicht sich hier wie dort das auf beiden Seiten von grünen Weinbergen geprägte Bild. Weißenburg bietet sich ideal für einen Ausflug an.

Am Ende des Artikels finden Sie alle Stellplatz-Tipps für eine Tour durch die Südpfalz.

Fazit

Die Reise zeigt, dass die Südpfalz mehr ist als nur das gelebte Klischee der Weinseligkeit inmitten einer Märchenlandschaft. Vor allem ist es eine gemütliche, im besten Sinn friedliche Region. Kaum zu glauben, dass hier vor nicht allzu ferner Zeit noch Kanonen und Geschütze den Ton angaben.

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Ein echter Geheimtipp für Landschaftsliebhaber und Reisemobilisten.

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