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Wohnmobil-Tour Südnorwegen im Winter

Abseits vom Pistenrummel im Skigebiet Skeikampen

Norwegen Piste Foto: Klaus Schilling 16 Bilder

Hoch oben in Norwegen, der Wiege des Skisports, trifft Lagerfeuerromantik auf Wintervergnügen. In dem kleinen Skigebiet Skeikampen, abseits von Pistenrummel und Après-Ski, findet man ihn noch – den Zauber der stillen Nacht.

„Warum fahrt ihr denn in die Dunkelheit da oben?“, habe ich noch die Frage meiner Mutter im Ohr, als mich die Morgensonne zum Blinzeln bringt. Einige Minuten später zücke ich schon Sonnenbrille und Fotoapparat, um meine ersten Begegnungen mit Norwegen im Winter festzuhalten.

Mit der Fähre ins Winterreich

Wir stehen an Deck der Fähre, die uns und unser Wohnmobil aus dem grauen Kiel über Nacht in diese fantastische Fjordszenerie gezaubert hat. Die Sonne wirft weiche Strahlen auf den Oslofjord, als wolle sie jedem Holzschuppen, Felsen und neuen Gast persönlich einen guten Morgen wünschen. Die letzten Meter der insgesamt 118 Kilometer langen Einfahrt Norwegens geht es ruhig voran. Im Oslofjord, der am stärksten befahrenen Wasserstraße des Nordens, sind zu dieser frühen Uhrzeit und mitten im Winter nicht viele Schiffe unterwegs.

Gemächlich schippern wir in den Hafen von Oslo. Noch etwa drei Stunden Fahrtzeit stehen uns bis zum Skigebiet Skeikampen in Gausdal bevor. Eine wahnsinnige Strecke, dachten wir noch zu Hause. Von der Mitte Deutschlands aus sind es immerhin 1500 Kilometer. Ob das für zwei Wochen Winterferien lohnt? Und nun schaukeln wir in unserem Reisemobil durch weite Winterlandschaften. Weg von Weihnachten in Großfamilie, Großstadt und Großeinkauf in das einsame, ruhige Norwegen. Nur wir vier, Kleinfamilie, kleines Skigebiet, kleine Geschenke. Kleine, aber mal wieder so richtig weiße Weihnachten.

Mobil-Tour durch Südnorwegen
Der sonnige Teil Norwegens

In Norwegens Bann

Spätestens beim Aussteigen sind all unsere Zweifel hinfort. Dieses Knirschen, wenn man durch frisch gefallenen Schnee läuft, reicht schon aus, uns Großstädter zu entzücken. Dazu das ewig sanfte Licht der tiefstehenden Sonne. Eine Lichtstimmung, die uns im Dauerjetlag lässt. Als ob den ganzen Tag Sonnenauf- und -untergang wäre.

Norwegen Farbenzauber in der Morgensonne Foto: Klaus Schilling
Grau, Violett, Rosa, Orange und alles dazwischen: Farbenzauber in der Morgensonne.

Beim Blick durch unser Reisemobilfenster tut sich anderntags eine zarte Morgenstimmung auf. Tausend Lila-Rosa-Töne bekleiden Himmel und Erde. Da rufen die Jungs. Sie wollen raus in den Schnee wie die anderen Kinder, die längst Schlitten und Schippe geschnappt haben und jauchzend auf dem Schneeberg toben, den der Schneepflug beim Freiräumen des ein oder anderen Stellplatzes aufgehäuft hat.

Später genießen wir leere Pisten und eine tiefverschneite Landschaft in diesem familienfreundlichen Skiort, der nach dem gleichnamigen Berg Skeikampen benannt ist. Von dessen 1123 Meter hohem Gipfel hat man einen fantastischen Blick auf die Gebirge Jotunheimen und Rondane. Elf Skilifte und 21 Abfahrtspisten stehen dem Alpinskifahrer zur Verfügung. Außerdem gibt es Buckelpisten und einen Freestylepark.

Weihnachten im hohen Norden

Heiligabend. Erst die Hänge bei strahlendem Sonnenschein runterwedeln und dann eine zünftige Schneeschuhwanderung. Hinein in die unberührte, stille Winternatur, die direkt hinter den letzten Holzhäusern beginnt. Lasse, Skilehrer und Tourguide, führt uns zielsicher durch die zugepuderten Tannen. Es dauert einen Moment, bis wir unseren Tritt gefunden haben und nicht bei jeder Scheewechte straucheln und in den Tiefschnee fallen.

Norwegen Lagerfeuer Foto: Klaus Schilling
Lagerfeuer im Schnee: nach Sami-Art entfacht mit trockenen Ästen, Birkenrinde und Flechten.

Lasse erzählt, dass es hier in Norwegen zum Unterricht gehört, sich draußen in der Natur zurechtzufinden. Einmal wöchentlich geht er mit Schülern diese Tour. Sie lernen, sich ohne Hilfsmittel zu orientieren, ein Schutzlager zu bauen und Feuer zu machen. Mit trockenen Ästen, Birkenrinde und Flechten entfachen kurz darauf auch unsere Jungs mit Lasses Hilfe ein traditionelles Feuer nach Sami-Art. Kaum hat sich der Nachthimmel mit dem Horizont zu einer alles umhüllenden Schwärze vereint, sitzen wir gemütlich auf Rentierfellen und lassen unsere Gedanken in den lodernden Flammen hängen.

Ob die Ureinwohner Skandinaviens wohl auch schon leckere Weihnachtskekse und Marshmallows dabeihatten? Im Fackelschein geht es zurück. Wie auf Kommando blinken die ersten Sterne am Himmel und verleihen diesem Abend tatsächlich etwas Heiliges.

Langlaufen in Skeikampen

Norwegen Langlauf Foto: Klaus Schilling
Nationalsport Langlaufen: über 100 Kilometer bestens präparierte Loipen allein in Skeikampen.

Die raue Seite Norwegens trifft uns am nächsten Tag mitten ins Gesicht. Kaum stehen wir dick eingepackt etwas unsicher auf diesen wackeligen, dünnen Latten in der Loipe, wehen starke Sturmböen uns fast um. Langlaufen gehört in Norwegen zum Nationalsport. Und auch wenn wir blutige Anfänger sind, wollen wir es natürlich ausprobieren. Langlaufliebhaber schwärmen von den über 100 Kilometern bestens präparierten Loipen allein in Skeikampen. Im Gesamtverbund kommt man sogar auf über 600 Kilometer in dieser Region.

Die Loipen führen durch eine abwechslungsreiche und atemberaubende Landschaft und sind für alle Schwierigkeitsgrade konzipiert. An klaren, sonnigen Tagen wie heute kann man theoretisch endlose Kilometer oberhalb der Baumgrenze genießen, wo sie durch sanft hügeliges Gelände führen. Wäre da nicht dieser erbarmungslose Sturm ...

Eisangeln mit der ganzen Familie

Zu unserer Erleichterung hat sich der Wind über Nacht gelegt. Warm angezogen haben wir uns trotzdem für eine weitere Erfahrung norwegischer Tradition, auf die besonders unsere Buben gespannt sind. Nur ein paar Kilometer außerhalb von Skeikampen treffen wir auf Zdenek, der uns mit einem freundlichen „Hei!“ begrüßt. Zdenek wohnt mit seiner Familie im 38 Kilometer entfernten Lillehammer und ist passionierter Angler.

Norwegen Eislaufen Foto: Klaus Schilling
Eisangeln: Das Nordland-Abenteuer macht großen und kleinen Buben einen Riesenspaß.

Ausgestattet mit Eisbohrer, Schneeschuhen und Angelrute, möchte er uns in die Tradition des Eisfischens einweihen. „Zieht euch am besten die Schneeschuhe gleich an. Dann sinkt ihr nicht so schnell ein, und die Füße bleiben warm“, rät er uns und hat für jeden ein Paar parat. Während wir zögerlich – ob das Eis auch hält? – den zugefrorenen See betreten, macht er uns Mut. Immerhin sei die Eisschicht schon etwa 30 Zentimeter dick. Das finden wir bestätigt, als wir versuchen, mit dem großen Handbohrer ein Loch ins Eis zu bohren. Nicht einfacher wird es, mit kalten Fingern die Maden auf den Haken zu ziehen. Und als die Angel im Eisloch baumelt und uns wieder diese Lichtstimmung in Ruhe einhüllt, sind wir dem norwegischen Winter endgültig verfallen.

Mehr Licht

Norwegen D_mmerung Foto: Klaus Schilling
Im hohen Norden steht die Sonne winters tief, schier endlos währt die Dämmerung.

Die winterliche ständige Dunkelheit in Norwegen ist ein altes Vorurteil. Denn völlig dunkel ist es auch im allertiefsten Winter nicht. In der Höhe von Lillehammer hat man täglich rund fünf Stunden Tageslicht. Also unter dem Strich nur um die zwei bis drei Stunden weniger als in Deutschland.

Die Sonne steht zwar sehr tief und kommt kaum über den Horizont, aber dafür hat man eine fantastische Lichtstimmung – nicht zu vergessen die Polarlichter, die man mit etwas Glück über den Nachthimmel tanzen sehen kann. Einfach zauberhaft.

Skeikampen: Wohnmobil-Stellplätze im Winter

2652 Svingvoll: Skei Caravan
Gebührenpflichtiger Stell-/Campingplatz für bis zu 180 Freizeitfahrzeuge. Ebener Untergrund. In unmittelbarer Nähe zu den Skiliften (ca. 400 m). Die Langlaufloipen starten quasi direkt vor der Tür. Kiosk/Lebensmittelladen, Café-Restaurant, Sanitäranlagen. Preise auf Anfrage. Ganzjährig.
Standort: Veslesetervegen 931, GPS 61°20‘08„N, 10°04‘47“E, Telefon 00 47/61 22 86 61, 00 47/97 76 46 90,
E-Mail post@skeicaravan.no, www.skeicaravan.no

2652 Svingvoll: Segalstad Seter Camping
Gebührenpflichtiger, Stell-/Campingplatz für bis zu 180 Freizeitfahrzeuge, davon 30 ganzjahresgeeignet. Ortszentrum ca. 500 m entfernt. Je nach Saison 250–350 NOK pro Nacht und Mobil. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Segalstadsetervegen 62B, GPS 61°20’11„N, 10°05’27“E, Telefon 00 47/61 22 86 61, 00 47/90 18 87 51, http://segalstad-seter.no

2653 Vestra Gausdal: Ringen Camping
Gebührenpflichtiger Stell-/Campingplatz mit Hütten. Idyllisch gelegen zwischen Skeikampen (ca. 20 Fahrminuten) und Lillehammer (30 Minuten entfernt). Guter Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren oder Angelausflüge. 10 Minuten zu Fuß zum Ortszentrum Gausdal. 200 NOK pro Nacht und Mobil inkl. Strom. Preise für längere Aufenthalte auf Anfrage. Ganzjährig geöffnet.
Standort: Elvegata 51, v/Evy Grøndahl, GPS 61°11’54„N, 10°08’00“E, Telefon 00 47/93 29 62 23, 00 47/93 04 01 09,
E-Mail evy.gulbrandsen@hotmail.com, www.gausdal.com/index.php?name=camping%2FRingen.html

2609 Lillehammer: Lillehammer Camping
Gebührenpflichtiger Stell-/Campingplatz für 250 Freizeitfahrzeuge unmittelbar am Mjøsa-See. Etwa eine Fahrstunde von Skeikampen entfernt. Kleiner Laden vor Ort, Restaurant und Zentrum 3 km. Ebener, asphaltierter Untergrund. Moderne, erst jüngst erneuerte, teils barrierefreie Sanitäranlagen. Ver- und Entsorgungseinrichtung. 200 NOK pro Nacht und Mobil (4 Personen) inkl. Wasser und Strom. Ganzjährig.
Standort: Dampsagveien 47, GPS 61°06’09„N, 10°27’49“E, Telefon 00 47/61 25 33 33, E-Mail resepsjon@lillehammer-camping.no,
http://lillehammer-camping.no

2609 Lillehammer: Lysgårdsbakkene – Olympiaparken
Gebührenpflichtiger Stellplatz für 25 Mobile direkt an der Skisprungschanze im Olympiapark. Steile Auffahrt. Ebenes Schottergelände mit Aussicht auf den See. Etwa eine Fahrstunde von Skeikampen entfernt. Zentrum 3 km. Keine Sanitäranlagen. Müllentsorgung vorhanden. Maximaler Aufenthalt 3 Nächte. 100 NOK pro Nacht und Mobil. Ganzjährig.
Standort: Birkebeinervegen 124, GPS 61°07’23„N, 10°29’13“E, Telefon 00 47/22 05 75 00, E-Mail salg@europark.no,
www.olympiaparken.no/en/anleggene/lysgardsbakkene-hoppanlegg

Reise-Informationen zum Skigebiet Skeikampen

  • Lage: Das Skigebiet Skeikampen liegt zentral in Südnorwegen, 38 km nordwestlich der Olympiastadt Lillehammer und rund 220 km nördlich von Oslo. Wegen seiner übersichtlichen Lage ist es beliebt bei Familien. Außerdem eignet es sich besonders für die Skifahrer, die Alpinski und Langlauf miteinander verbinden wollen.
  • Anreise: Von Deutschland aus führt die schnellste Route ab Kiel mit der Fähre nach Oslo und weitere 220 km nördlich über Lillehammer nach Skeikampen.
  • Fähre: Die Reederei Color Line fährt täglich von Kiel nach Oslo. Abfahrt Kiel 14 Uhr, Ankunft in Oslo um 10 Uhr, www.colorline.de, Telefon 04 31/7 30 01 00. Preis für Hin- und Rückfahrt mit einem Acht-Meter-Mobil, zwei Erwachsenen und zwei Kindern: je nach Reisetermin ab 690 Euro.
  • Skiverleih: Ein breites Angebot an Alpin- und Langlaufausrüstung, Schneeschuhen, Schlittschuhen und sogar Fatbikes bietet der Skiverleih Skeikampen Opplevelser im Alpincenter am Ende der Abfahrtspisten. Skeikampen Opplevelser, Skeikampen Resort, Sanatorievegen 25, 2652 Svingvoll, E-Mail skei.ski@skeikampen.no, www.skeikampen.no
  • Tipp: Uns haben die Ruhe und Gemütlichkeit im Vergleich zum Beispiel zu den großen alpinen Skigebieten gefallen. Ausgedehnte Schneeschuhwanderungen und Langlauftouren in einsamer Natur sind genauso möglich wie abenteuerliche Aktivitäten, zum Beispiel Eisfischen, Schlittenfahren oder Lagerfeuer an der Piste. Ab etwa 15 Uhr wird es zwar dunkel, aber die Lifte sind dank einer Flutlichtanlage trotzdem bis 16 Uhr geöffnet.
  • Reise-Info: Allgemeine Tourismusorganisation: www.visitnorway.de. Auf www.skeikampen.no findet man viele nützliche Tipps und Informationen, zum Beispiel zu Veranstaltungen und weiteren Aktivitäten rund um Skeikampen.
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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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