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Wohnmobil-Tour entlang Jagst und Kocher

Zauberhafte Zwillingsflüsse im schönen Württemberg

Reise in Württemberg: Jagst und Kocher Foto: Thomas Cernak 11 Bilder

Die Läufe von Kocher und Jagst laden im Herbst zu erholsamen Rad- und Kanutouren. In den Wäldern finden Wanderer ihr Glück. Und auch Kultur- und Kunstliebhaber dürfen sich freuen. Eine tolle Reise mit Campingtipps im schönen Württemberg.

Dort zwischen den Büschen plätschert die Jagst. Ringsum Felder, Wiesen und Wälder. Wir liegen langgestreckt im Gras, blicken entspannt in den blauen Himmel und genießen die warme Oktobersonne. Vom Fluss nähern sich Stimmen: Junge Eltern im Kanu zeigen ihrem Filius – im Umgang mit dem Paddel noch etwas tapsig –, wie’s besser geht. Über unseren Köpfen thronen hinter Mauern die schwarz-weißen Türme von Kloster Schöntal. Seine mächtige Erscheinung und die zahlreichen Wirtschaftsgebäude verraten, dass es einmal sehr bedeutend war.

Mönche aus dem Kloster Maulbronn hatten die Abtei im 12. Jahrhundert gegründet, später kamen Besitzungen an mehr als 150 Orten hinzu. Der Schöntaler Abt leitete die Abordnung der Zisterzienser Äbte auf dem Konstanzer Konzil (1414–1418). Das Kircheninnere ist reich mit Stuck verziert. Mehrere Alabasteraltäre sind zu bestaunen, im Chor ragt ein mächtiger Hochaltar.

Reise in Württemberg: Jagst und Kocher Foto: Thomas Cernak
Engstelle: Jeder, der das Jagsttal durchfährt, passiert in Kloster Schöntal die alte Sandsteinbrücke.

Bei so viel Glanz wundert es nicht, dass hier etliche Adlige ruhen, wie etwa aus dem Haus von Berlichingen nebst ihrem berühmten Sohn Götz – dem Ritter mit der eisernen Hand. Er wohnte unter anderem in der Götzenburg im Nachbarort Jagsthausen. Doch zurück ins Hier und Jetzt: Reisemobile, Motorrad- und Radlertrupps passieren im Wechsel die einspurige Brücke in Schöntal. Der Ansturm der Wochenendausflügler ist enorm, und die Parkmöglichkeiten sind begrenzt.

In weiser Voraussicht haben wir daher Quartier auf dem Stellplatz Jagstcamp in Widdern bezogen, ein Stück flussabwärts. Mit den Rädern geht’s nun weiter über Bieringen und Westernhausen hinüber ins Kochertal. Kocher und Jagst sind Zwillingsflüsse. Sie entspringen zwischen Aalen und dem Nördlinger Ries, durchschneiden das Hohenloher Land und münden ganz nah beieinander nördlich von Heilbronn in den Neckar. Der 338 Kilometer lange Kocher-Jagst-Radweg führt zu den schönsten Ecken.

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Der Name Jagst kommt von „die Jagende, die Wilde“, während Kocher sich von „der Gekrümmte“ ableiten lässt. Unsere erste Station am Kocher ist das idyllische Forchtenberg. Der turmbewehrte Ort ging aus der Siedlung Wülfingen hervor, die im dritten Jahrhundert entstand. Stadtgründer war 1000 Jahre später Graf Konrad von Dürn. Ins Zentrum gelangen wir durch das wunderbar erhaltene Stadttor mit verschnörkeltem Giebelkranz. Die Michaeliskirche bewahrt einen vorchristlichen Stein. Im Rathaus wurde Sophie Scholl geboren; ihr Vater war in den 1920er Jahren hier Bürgermeister.

Am Fluss entlang über Sindringen geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt in Widdern. Das nächste schöne Jagststädtchen ist Möckmühl mit weitgehend erhaltener Wehrmauer. Die Türme tragen seltsame Namen, wie etwa Schinnersturm oder Batzentürmle. Gelb erstrahlt das Gebälk am Rathaus (1592). Den denkmalgeschützten Marktplatz in der benachbarten Winzerstadt Neudenau säumen ebenfalls viele Bauten im fränkischen Fachwerkstil. Schmiedeeiserne Schilder längst aufgegebener Gasthäuser und großartige Giebeldächer vervollständigen das bezaubernde Bild. Die äußerlich unscheinbare Sankt Gangolfskapelle birgt wertvolle Wandmalereien – sie steht ein wenig abseits im Tal (geöffnet von April bis September sonntags von 14 bis 17 Uhr).

Reise in Württemberg: Jagst und Kocher Foto: Thomas Cernak
Junge Familie beim sonntäglichen Paddelausflug auf der Jagst.

Früh beginnt der Frühling rund um die Flüsse. Den Anfang macht der Seidelbast mit seinen rosaroten Blüten, darauf öffnet die Nieswurz ihre grüngelben. Man findet diese Pflanze im Jagsttal bei der Neidenfelser Mühle. Ab Ende April leuchten gelb die Wilden Tulpen. Entdecken kann man die streng geschützte Art ums Schloss Tierberg im Kochertal und bei Unterregenbach im Jagsttal. Aber auch jetzt im Herbst sind die Auen noch bunt, blühen Wegwarte, Wiesenflockenblume und -storchschnabel.

Als unerwarteter Glanzpunkt entpuppt sich Öhringen, am Kocherzufluss Ohrn gelegen. Beherrschendes Gebäude am Marktplatz ist die Stadtkirche, errichtet im 15. Jahrhundert von Baumeistern aus der Uracher Schule. Nicht minder imposant: das mächtige Schloss auf der Südseite des Platzes, das heute als Rathaus dient.

Wie Funde belegen, betrieben die Kelten bereits vor 2500 Jahren bei Schwäbisch Hall eine Saline. Später bildete das Salz, das „weiße Gold des Mittelalters“, die Basis für den Reichtum der Stadt. Die schönsten Häuser stehen am Markt um die alles überragende Michaelskirche. Freunde der modernen Kunst lieben die Kunsthalle Würth des Mäzens Reinhold Würth.

Reise in Württemberg: Jagst und Kocher Foto: Thomas Cernak
Am Fuß von Waldenburg (504 m), wo heute die Kühe weiden, verlief im Mittelalter eine Reichsstraße vom Rhein zur Donau.

Einen schönen Abschluss bildet Waldenburg, das man wegen seiner exponierten Lage auf einem Berg auch den „Balkon Hohenlohes“ nennt. Bis 1679 war das Wehrdorf Sitz der Herren von Hohenlohe-Waldenburg. Von dort wandern wir gemütlich in knapp fünf Stunden zum Neumühlsee, einem beliebten Badesee, und zurück über den Jagdhaussee. Ein weiterer Glanzpunkt am Weg: der geschützte, von Schilf gesäumte Rößlesmahdsee. Wenngleich wir rings um Kocher und Jagst in den letzten Tagen schon viel gesehen und erlebt haben: Wir kommen bestimmt bald wieder – dann aber mit Kanu im Gepäck.

Hunger und Durst?

Müde und matt nach dem Ausflug – zur Stärkung empfehlen sich die angesehenen Speiselokale und Biergärten in der Region. Eine gute Adresse zwar, aber oft rappelvoll: Gasthof zur Post in Schöntal mit großem Biergarten und Blick aufs Kloster. Als Alternative – mit gediegener Küche und lauschigem Innenhof – bietet sich in Jagsthausen das Restaurant Rotes Schloss an. Ebenfalls gern besucht: Biergarten Saline am historischen Kocherkanal in Bad Friedrichshall.

Information

Alle Auskünfte zum Radweg mit Etappen und Querverbindungen einschließlich aktueller Behinderungen durch Bauarbeiten sind erhältlich bei der Arbeitsgemeinschaft Kocher-Jagst-Radweg, Geschäftsstelle c/o Hohenlohe + Schwäbisch Hall Tourismus e. V., Münzstraße 1, 74523 Schwäbisch Hall, Telefon 07 91/7 55 74 44, www.kocher-jagst.de

Die schönsten Wohnmobil-Stellplätze der Region finden Sie am Ende des Artikels.

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