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Leserfragen zum Fiat Ducato als Wohnmobil-Basis

Automatikgetriebe, Euro 6 und Serviceintervalle

Vergleichstest: Fiat-Ducato-Motoren mit Comfortmatic Foto: Frank Eppler

Der Fiat Ducato ist seit Jahren das beliebteste Wohnmobil-Basisfahrzeug. promobil beantwortet alle wichtigen Fragen rund um das Chassis: Brauche ich im Ducato ein Automatikgetriebe? Wie häufig muss der Fiat zum Service?

18.10.2017 Thomas Gerhardt 2 Kommentare

Automatik oder Schalter?

Wir beschäftigen uns mit dem Kauf eines Reisemobils auf Ducato-Basis und überlegen, ob wir lieber das Schaltgetriebe nehmen, weil die Comfortmatic ja doch nur ein Kompromiss ist. Was können Sie uns raten?

Michael Hagen, per E-Mail

Wenn Sie gerne fahren, ohne selbst schalten zu müssen, dann ist die Comfortmatic natürlich eine Alternative. Klar sollte aber sein, dass sie nicht ganz den Komfortgewinn einer Wandlerautomatik bringt. Insbesondere die Zugkraftunterbrechung beim Schaltvorgang ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber bei defensiver Fahrweise auch nicht sehr auffällig.

Am besten lässt sich das natürlich bei einer Probefahrt erfahren. Legen Sie allerdings großen Wert auf den Komfort einer Automatik, wären Sie eventuell mit einem Reisemobil auf einem anderen Basisfahrzeug (z. B. Mercedes Sprinter) besser beraten.

Unterschied zwischen Multijet und Ecojet

Kürzlich sah ich einen aktuellen Fiat Ducato an der Straße stehen mit der Aufschrift „Ecojet“ auf dem Kotflügel. Ist das schon wieder ein neuer Motor? Ich dachte, die heißen alle „Multijet“.

fragt promobil-Leser Thorsten Maier

Fiat Ducato Ecojet

Nein, es handelt sich dabei nicht etwa schon um ein Exemplar der nächsten Motorengeneration für den Ducato, das Sie da entdeckt haben – schließlich wurden die aktuellen Euro-6-Motoren erst vor ein paar Monaten eingeführt. Was Sie da gesehen haben, war eine Ducato-Version mit Pkw-Zulassung – vermutlich ein verglaster Kastenwagen für den Personentransport. Für diesen Einsatz, bei dem strengere Abgasvorgaben gelten, verwendet Fiat Motoren mit SCR-Abgasreinigung, also mit Ad-Blue-Tank – darum der blaue Ecojet-Schriftzug. Im Wohnmobilbereich werden ausschließlich Motoren mit einer zweiten Niederdruck-Abgasrückführung eingesetzt, die die Euro-6-Norm ohne Ad-Blue schaffen. Das spart Gewicht und entledigt von der Sorge um einen zusätzlichen Betriebsstoff.

Die Feststellbremse stört beim Drehen des Fahrersitzes. Was kann ich tun?

Erst mit aktivierter Feststellbremse ist das Reisemobil sicher auf den Keilen abgestellt. Foto: Karl-Heinz Augustin
Bei angezogener Handbremse kann Reinhard Stieber den Fahrersitz seines Reisemobils auf Ducato-Basis nicht mehr um 180 Grad drehen.
Bei angezogener Feststellbremse kann der Fahrersitz in meinem Mobil auf Fiat Ducato nicht mehr um 180 Grad gedreht werden. Das Sitzgestell kollidiert mit dem Hebel, was ich als großen Mangel empfinde. Gibt es dafür eine Möglichkeit zur Umrüstung?

Reinhard Stieber, per E-Mail

Der Ducato war einer der ersten Transporter, bei dem die Feststellbremse von der Mitte nach links verlagert wurde, was gerade für die Wohnmobilnutzung von Vorteil ist, weil sie dort beim Durchgang nach hinten nicht stört. Andere Transporterhersteller bieten dagegen einen – bei angezogener Bremse – herunterklappbaren Hebel an, um eine Kollision mit dem drehenden Sitz zu vermeiden. Eine entsprechende Variante der Feststellbremse für den Ducato ist uns aber weder ab Werk noch zur Nachrüstung bekannt. Der Konflikt zwischen angezogener Handbremse und Sitz ist bei Reisemobilen ohnehin unterschiedlich ausgeprägt, denn die Drehkonsolen sind in der Regel von verschiedenen Zulieferern. Wenn der Sitz in Ihrem Fahrzeug eine Höhenverstellung hat, könnten Sie beim Drehkonsolenhersteller nachfragen, ob es eine höhere Konsolenvariante gibt, die den Sitz über die Handbremse hinwegschwenken lässt.

Glühbirnen wechseln

Bei der Besichtigung einiger Teilintegrierter auf Ducato-Basis ist mir aufgefallen, dass die Frontscheinwerfer hinten kaum zu erreichen sind. Wie müsste man denn vorgehen, um bei Bedarf eine Glühlampe zu wechseln?

Roland Herbst, per E-Mail

Das ist eigentlich recht simpel: Die Scheinwerfergehäuse sind an zwei Punkten fest verschraubt. Diese lösen Sie mit einem Torx-Schraubendreher der Größe 27. Um den Scheinwerfer vollständig herauszunehmen, verschieben Sie ihn zunächst einige Zentimeter in Richtung des Motorraums. Nun können Sie die hinteren Schutzkappen entfernen und haben Zugriff auf die Glühlampenfassung, die von einem Federmechanismus gesichert wird. Einfach herausziehen, Glühlampe tauschen, wieder einsetzen. Anschließend den Scheinwerfer in die Führung schieben und festschrauben.

Fragen zu den Serviceintervallen beim Fiat Ducato als Wohnmobil

Ich habe ein gebrauchtes Reisemobil auf Ducato-Basis gekauft, das nun zwei Jahre alt und 24.000 km gelaufen ist. Laut Gebrauchsanweisung ist alle 48.000 km eine Wartung vorgesehen. Im Garantiebuch ist aber bereits eine Wartung von vor einem Jahr verzeichnet. Ich frage mich nun, welche Kundendienstintervalle gültig sind.

Walter Pecher, per E-Mail

Für die aktuellen Ducato-Motoren ist ein Ölwechsel nach Wartungsanzeige (spätestens bei 48.000 km) oder nach zwei Jahren vorgeschrieben. Dieses Intervall gilt auch für Pollen-, Kraftstoff- oder Luftfilter. Es kann sein, dass vom Kombiinstrument schon früher ein Ölwechsel angemahnt wird, wenn die Qualität nachlässt. Vielleichthat der Besitzer gleich alle Arbeiten erledigen lassen und wollte so auch die Verkaufschancen erhöhen. Oder die Werkstatt wollte Geld verdienen. Wenn bei diesem Service alles gemacht wurde, können Sie nach Rücksprache mit Ihrer Werkstatt im Prinzip noch ein Jahr warten, bis wieder ein Zwei-Jahres-Rhythmus vorbei ist.

In einem promobil-Artikel führen Sie Serviceintervalle verschiedener Basisfahrzeuge auf. Für den Ducato 100 Multijet, Baujahr 2006 bis 2011, ist ein Zahnriemenwechsel-Intervall von 120.000 km genannt. Der Motor hat aber eine Steuerkette.

fragt promobil-Leser Joachim Schäfer

Stimmt, der 100-Multijet-Motor hat keinen Zahnriemen für die Ventilsteuerung, sondern eine Steuerkette ohne Wechselintervall. In der abgedruckten Tabelle wurde versehentlich das Wechselintervall für den Keilriemen eingetragen.

Für die Ducato-Motoren Baujahr 2002 bis 2006 ist ein Kraftstofffilter-Wechselintervall von 60.000 km angegeben. In einer früheren Tabelle in Ausgabe 6/2006 stand alle 30.000 km. Was gilt nun?

fragt promobil-Leser Jochen Hörnle

Laut Fiat wurde ab Ende 2004 ein verbesserter Diesel-Filter („Green Filter“ mit Kunststoff-Gehäuse) eingeführt, der nur noch alle 60.000 km gewechselt werden muss. Der alte Filter (mit Metall-Gehäuse) kann aufgrund unterschiedlicher Halterungen dabei nicht einfach gegen den neuen getauscht werden. Je nach Filterversion gilt also für die älteren Modelle (Baujahr 2002-2004) das 30.000er Intervall für die neueren Modelle (Baujahr 2005-2006) der Wechsel alle 60.000 km.

Meine Werkstatt sagt, der Zahnriemen beim aktuellen 130/150 Multijet-Motor muss laut Wartungsvorschriften spätestens alle fünf Jahre ausgetauscht werden; nicht erst nach acht Jahren.

fragt promobil-Leser Frank Bischoff

Das ist richtig. Bei den in der Tabelle der Betriebsanleitung angegebenen Kilometer- und Zeitintervallen – 144.000 km/72 Monate für den 115 Multijet und 192.000 km/96 Monate für die 130/150 Multijet – sind die Zeitintervalle irrelevant und werden durch eine leicht missverständliche Fußnote aufgehoben. Sie schreibt für alle drei Motoren ein absolutes Zeitintervall von maximal fünf Jahren und unter erschwerten Bedingungen – das heißt zum Beispiel kaltes Klima oder viel Stadtverkehr – von vier Jahren vor.

Ist es möglich, dass beim Zahnriemenwechsel am 130-Multijet-Motor von Fiat auch gleichzeitig die Wasserpumpe erneuert werden muss?

fragt promobil-Leser Alfred Maier

Ja, das kann durchaus sinnvoll sein. Die Wasserpumpe wird nämlich auch vom Zahnriemen angetrieben. Wenn sie nicht mehr ganz sauber läuft oder vielleicht sogar undicht ist, sollte man sie gleich mit tauschen, um den aufwendigen Zahnriemenausbau nicht vielleicht kurz darauf erneut vornehmen zu müssen.

Neuester Kommentar

Betr. Getriebewahl für das Ducato-Reisemobil.

Seit 2014 fahre ich einen Ducato mit 148 PS und Automatic, die hier auch Robotronic genannt wird.
Es ist tatsächlich keine Wandlerautomatic, fährt sich aber genauso. (Mein Alltagsauto hat die übliche Wandlerautomatic).
Ich bin damit sehr zufrieden und bemerke keine Unterschiede, die wirklich relevant wären.
Freue mich daran sehr wenn es z.B. auf die Ausgleichskeile geht. Habe bei anderen schon die qualmende Kupplung gerochen.
Leider kommen auch wir hin- und wieder in Staus und wissen eine Automatik grundsätzlich zu schätzen.
Aber die Antwort des Autors scheint mir sehr tendenziell zu sein, eine Wandlerautomatik so hervorzuheben.

Bernd Meyer 30. Oktober 2017, 12:05 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 08 / 2017 12. Juli 2017 162 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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