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Fragen zur Wohnmobil-Ausstattung

Brauche ich ein Automatikgetriebe?

Vergleichstest: Fiat-Ducato-Motoren mit Comfortmatic Foto: Frank Eppler

Brauche ich im Wohnmobil ein Automatikgetriebe oder ist ein Schaltgetriebe zufriedenstellend? Was mache ich, wenn der Fahrersitz sich nicht richtig drehen lässt? Die promobil-Experten wissen Rat.

02.10.2017 Thomas Gerhardt

Automatik oder Schalter?

Wir beschäftigen uns mit dem Kauf eines Reisemobils auf Ducato-Basis und überlegen, ob wir lieber das Schaltgetriebe nehmen, weil die Comfortmatic ja doch nur ein Kompromiss ist. Was können Sie uns raten?

Michael Hagen, per E-Mail

Wenn Sie gerne fahren, ohne selbst schalten zu müssen, dann ist die Comfortmatic natürlich eine Alternative. Klar sollte aber sein, dass sie nicht ganz den Komfortgewinn einer Wandlerautomatik bringt. Insbesondere die Zugkraftunterbrechung beim Schaltvorgang ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber bei defensiver Fahrweise auch nicht sehr auffällig.

Am besten lässt sich das natürlich bei einer Probefahrt erfahren. Legen Sie allerdings großen Wert auf den Komfort einer Automatik, wären Sie eventuell mit einem Reisemobil auf einem anderen Basisfahrzeug (z. B. Mercedes Sprinter) besser beraten.

Erst mit aktivierter Feststellbremse ist das Reisemobil sicher auf den Keilen abgestellt. Foto: Karl-Heinz Augustin
Bei angezogener Handbremse kann Reinhard Stieber den Fahrersitz seines Reisemobils auf Ducato-Basis nicht mehr um 180 Grad drehen.

Die Feststellbremse stört beim Drehen des Fahrersitzes. Was kann ich tun?

Bei angezogener Feststellbremse kann der Fahrersitz in meinem Mobil auf Fiat Ducato nicht mehr um 180 Grad gedreht werden. Das Sitzgestell kollidiert mit dem Hebel, was ich als großen Mangel empfinde. Gibt es dafür eine Möglichkeit zur Umrüstung?

Reinhard Stieber, per E-Mail

Der Ducato war einer der ersten Transporter, bei dem die Feststellbremse von der Mitte nach links verlagert wurde, was gerade für die Wohnmobilnutzung von Vorteil ist, weil sie dort beim Durchgang nach hinten nicht stört. Andere Transporterhersteller bieten dagegen einen – bei angezogener Bremse – herunterklappbaren Hebel an, um eine Kollision mit dem drehenden Sitz zu vermeiden. Eine entsprechende Variante der Feststellbremse für den Ducato ist uns aber weder ab Werk noch zur Nachrüstung bekannt. Der Konflikt zwischen angezogener Handbremse und Sitz ist bei Reisemobilen ohnehin unterschiedlich ausgeprägt, denn die Drehkonsolen sind in der Regel von verschiedenen Zulieferern. Wenn der Sitz in Ihrem Fahrzeug eine Höhenverstellung hat, könnten Sie beim Drehkonsolenhersteller nachfragen, ob es eine höhere Konsolenvariante gibt, die den Sitz über die Handbremse hinwegschwenken lässt.

Ruhe im Innenraum

Mir ist wichtig, dass beim Wohnen die Umgebungsgeräusche effektiv draußen bleiben und beim Fahren die Motorgeräusche möglichst niedrig sind. Welche Aufbauart kommt meinen Erwartungen am nächsten?

Markus Hammel, per E-Mail

Welches Konzept beziehungsweise welche Aufbauart Ihren Erwartungen am nächsten kommt, kann leider nicht so pauschal beantwortet werden. Prinzipiell gilt: Je hochwertiger der Aufbau, desto besser ist auch die Geräuschdämmung. Je steifer die Struktur und je dicker die Wände, desto unempfindlicher sind diese für die durch Schallwellen entstehenden Schwingungen. Achten Sie bei der Auswahl eines Fahrzeugs also auf die Wandstärke und die verwendeten Materialien. Eine Dämmung aus Polyurethan (PU) oder Styrofoam (XPS) ist im Vergleich zu Styropor (EPS) für Ihre Bedürfnisse besser geeignet, da es sich um das dichtere Material handelt. Ein wirklich deutlicher Unterschied bei der Geräuschdämmung macht sich unserer Erfahrung nach aber dennoch nicht bemerkbar. Wirklich effektiv hilft gegen Umgebungsgeräusche nur spezielles Akustik-Dämmmaterial, das eventuell bei Individualherstellern verfügbar ist. Nachteil ist, dass die entsprechenden Materialien natürlich auch Raum fordern und zusätzliches Gewicht mitbringen. Bezüglich der Dämmung von Motorengeräuschen haben Integrierte natürlich den Vorteil, dass es im Motorraum mehr Platz für Dämmmaterialien gibt, was aber nicht heißt, dass jeder Hersteller diesen auch nutzt.

Gefahr: Sekundenschlaf

Auf unseren Reisen schlafe ich als Beifahrerin oft ein. Allerdings plagt mich die Sorge, dass mein Mann hinter dem Steuer auch einschlafen könnte. Was kann ich ihm raten?

Ilse Krabowski, per E-Mail

Generell gilt: Wer sich müde hinter das Steuer seines Fahrzeugs setzt und während langer Fahrten nicht regelmäßige Pausen einlegt, riskiert einen Sekundenschlaf. Die Folgen können verheerend sein, denn in einer Zeitspanne von nur drei Sekunden legt ein Fahrzeug, das mit Tempo 100 unterwegs ist, eine Strecke von rund 83 Metern zurück. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat empfiehlt daher, Fahrten nur ausgeschlafen anzutreten und alle zwei Stunden eine Pause zu machen – insbesondere auf monotonen Strecken wie der Autobahn. Im Idealfall gönnen Sie sich dann eine Kurzschlafphase von zehn bis 20 Minuten oder tanken an der frischen Luft durch etwas Bewegung wieder neue Energie. Vermeintliche Tricks wie ein offenes Fenster oder laute Musik während der Fahrt bringen keinen anhaltenden Effekt. Und auch koffeinhaltige Getränke helfen nur in Verbindung mit der nötigen Erholung und können beim Wachwerden nach dem Kurzschlaf unterstützen. Lange Strecken in der Dunkelheit oder auch sehr früh am Morgen sollten falls möglich vermieden werden, denn dann ist das Einschlaf- risiko aufgrund des verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus besonders hoch.

Magnetanschluss

Lesertipp Magnetverschluss

Leser Thomas Middelstorb hat sich eine Lösung für ein Problem ausgedacht, das viele Reisemobil-Besitzer kennen. Oft passiert es, dass beim Außenstromanschluss der Verschluss der Abdeckklappe beschädigt wird. Die Klappe schließt dann nicht mehr zuverlässig und flattert zum Beispiel während der Fahrt auf und ab. Eine neue Klappe ist als Ersatzteil in der Regel nicht verfügbar und ein Austausch des kompletten Stromanschlusses ist kostspielig. Damit die Klappe wieder ordentlich schließt, hat Herr Middelstorb jeweils zwei Magnete an die Klappe und den Kunststoffrahmen der Steckdose angeklebt. Logischerweise so, dass sie sich gegenseitig anziehen. Wenige Tage nach der Einsendung dieses Tipps schickte uns Leser Karlheinz Lochner eine ganz ähnliche Variante: Er bohrte auf Höhe der unteren Befestigungsschrauben des Stromanschlusses zwei Löcher in den Deckel und klebte dort zwei Magnete ein, die beim Verschließen folglich an den beiden Schrauben „haften“.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 08 / 2017 12. Juli 2017 162 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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