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Westfalia Amundsen 600 Ingolf Pompe
Westfalia Amundsen 600
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Westfalia Amundsen 600 19 Bilder

Test: Westfalia Amundsen 600 (2021)

Westfalia Amundsen 600 (2021) im Test Einsteigermodell zum vernünftigen Preis

Um mehr als 2000 Euro hat Westfalia den Preis beim neuen Amundsen gesenkt. Seitdem ist er ein echter Entdecker für Einsteiger. Drei Grundrisse gibt es, wir testen das Sechs-Meter-Modell mit Einzelbetten.

Seit mehr als vier Dekaden sind große Seefahrer und Entdecker immer wieder Namensgeber für die Modelle von Westfalia. Auch der Amundsen folgt dieser Tradition. Passend dazu ziert den Testwagen die wegweisende Westfalia-Windrose auf mattschwarzer Folienapplikation. Der Kontrast zur feuerwehrroten Lackierung des Amundsen 600 E gefällt. Knapp 400 Euro sind für die schicke Beklebung fällig.

Schnell wird klar, den attraktiven Grundpreis des knapp sechs Meter langen Westfalia-Einsteigermodells von 41.890 Euro in die Höhe zu treiben gelingt spielend. Das Testfahrzeug beherbergt unter der Fiat-Ducato-Haube anstelle des 120 PS starken Basismotors den ansprechend flotten 140-PS-Antrieb. Wer trotzdem mehr Power benötigt, hat überdies die Wahl zwischen 160 oder 178 PS.

Das Chassis-Plus-Paket, das unter anderem den Beifahrerairbag, die Fahrerhaus-Verdunkelung und die Fliegenschutztür enthält, hebt den Preis um 3190 Euro. Eine Zusatzfederung für das recht straffe Fahrwerk würde das Paket zusätzlich abrunden.

Außerdem hat Westfalia das 2100 Euro teure Komfortpaket mit in unseren Amundsen gepackt. Das verschafft mittels zweiter Bordbatterie und Solarmodul nicht nur eine Extraportion Autarkie, sondern enthält auch Annehmlichkeiten wie die Truma-I-Net-Box zur Steuerung der Combi-4-Dieselheizung via Smartphone-App. Die serienmäßige Dieselheizung sorgt in allen Amundsen-Modellen für mollige Wärme an kalten Tagen.

Wenig Bewegungsfreiheit im gut ausgetatteten Wohn-/Essbereich

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Alleine oder zu zweit sitzt es sich bequem in der Dinette. Platz für Gäste bietet der schmale Tisch nicht. Dieser kommt während der Fahrt im Staufach über dem Fahrerhaus unter.

Dass in Campern unter sechs Metern mit Längseinzelbetten Kompromisse gemacht werden müssen, zeigt sich beim Westfalia Amundsen 600 E in der Sitzgruppe. Der Tisch misst gerade einmal 40 Zentimeter in der Breite und 92 Zentimeter in der Länge. Die fehlende Erweiterung der Tischplatte führt dazu, dass der gedrehte Beifahrersitz nur mäßig integriert ist. Für zwei Personen ist die Dinette gerade so ausreichend. Pluspunkte gibt es für die besonders bequeme Sitzbank inklusive zweier Gurtplätze und Isofix-Befestigungsösen. Die aufgesetzten Seitenwangen bieten Mitfahrern Komfort und guten Halt. Auffallend geschmeidig fassen sich die optionalen Kunstlederbezüge mit Westfalia-Stickerei an.

Der Küchenblock unterstreicht noch mal die Wertigkeit, die sich durch den gesamten Ausbau zieht. In drei Schubladen haben Geschirr und Vorräte Platz. Zwei weitere Auszüge sind stirnseitig zu finden, ebenso wie der Kühlschrank. Mit 65 Litern Fassungsvermögen sollte der etwas größer sein, die Position ermöglicht aber Zugriff auch von außen. Gekocht wird auf einem Zweiflammkocher mit Piezozündung. Das Spülbecken ist ausreichend tief, um mühelos Töpfe und Pfannen darin zu spülen. Daneben bleiben gute 30 Zentimeter Arbeitsfläche. Praktisch sind auch die zwei darüberliegenden Ablagen.

Komfortabler Schlafbereich bietet großzügigen Stauraum

Geschlafen wird im Heck. Die Kaltschaummatratzen der Längseinzelbetten liegen auf Tellerfedern. Bequemer könnte es kaum sein, wäre da nicht die doch recht knappe Liegelänge. Während das Bett auf der Beifahrerseite immerhin eine Länge von 1,87 Meter misst, kann das Bett auf der Fahrerseite mit 1,70 Meter Länge nur von kleineren Personen bequem genutzt werden. Bei einer stolzen Gesamtbreite der Liegefläche von 1,86 Meter lässt es sich aber gegebenenfalls auch quer im Fahrzeug schlafen.

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Längs- oder Querschläfer? Die Einzelbetten sind 1,70 und 1,87 Meter lang und nehmen mit 1,86 Meter die gesamte Fahrzeugbreite ein.

Mitgedacht hat Westfalia hinsichtlich der Hecktür. Dank des nach oben versetzten Türöffners ist die nämlich bequem von innen zu öffnen, ohne dass die Matratze weggeklappt werden muss. Auch der Blick unter das Bett verblüfft angesichts des riesigen Heckstauraums. Da hier auf Staufächer verzichtet wird, steht beinahe die volle Fahrzeugbreite für sperriges Gepäck zur Verfügung. Lediglich der Frischwassertank auf der einen und der Radkasten auf der anderen Seite begrenzen den Raum.

Der Fahrradtransport ist ebenfalls möglich, bedarf aber einer mittelmäßig aufwendigen Umbaumaßnahme. Da die beiden Matratzen längs im Fahrzeug liegen, der zweigeteilte Bettenunterbau jedoch quer, müssen Erstere zunächst komplett weichen, bevor die beiden Bretter übereinandergelegt werden können. Nun die beiden Matratzen darauf stapeln und alles gut mit dem vorhandenen Gurt festzurren. Zwei Räder lassen sich so quer parken und mit Hilfe der vier Verzurrösen für die Fahrt sichern. Kleineres Gepäck kommt in den fünf Hängeschränken, dem geräumigen Stufenfach und diversen offenen Ablagen unter.

Vier der Ablagen gibt es im Sanitärraum. Wie bei einem Campingbus dieser Größe zu erwarten, sind die Ausmaße überschaubar. Jedoch ist alles Nötige vorhanden: schwenkbare Kassettentoilette, integrierte Dusche samt ausziehbarer Waschbeckenarmatur mit Brausekopf und Doppelsiphon, Handtuch- sowie Toilettenpapierhalter. Einzig ein Spritzschutz wie etwa ein Vorhang fehlt, was das Trockenlegen nach der Dusche aufgrund einiger schwer zu reinigenden Fugen erschwert.

Stimmiges Lichtkonzept

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Der Lichtschalter für das Bad ist ungeschickt positioniert. Statt USB- gibt es Bordnetzanschlüsse.

Ähnlich schwierig gestaltet sich bei der ersten Inspektion des Testwagens die Suche nach dem Lichtschalter für den Sanitärraum. Die Schnitzeljagd endet schließlich am Fußende des Betts auf der gegenüberliegenden Seite. Hier befindet sich nicht nur eine der beiden 230-V-Steckdosen, die optimal platziert ist für den Anschluss der Kaffeemaschine, sondern eben auch der Lichtschalter für das Bad.

Apropos Licht: Im Testfahrzeug lässt sich eine der elegant in die Hängeschränke integrierten LED-Leisten nur löschen, wenn das gesamte Bordnetz über das Bedienpanel ausgeschaltet wird. Das Ergebnis einer fehlerhaften Verkabelung und keineswegs Regelfall, wie Westfalia auf Anfrage mitteilt.

Abgesehen von diesem Malheur ist das Lichtkonzept stimmig. Ergänzend zu den schönen LED-Leisten, die Teil des Chassis-Plus-Pakets sind, gibt es vier schwenkbare Touch-Leseleuchten im Schlafbereich und zwei weitere über der Sitzgruppe. Die Küche erhellen zwei im Eingangsbereich eingelassene Spots, die über das einfach gehaltene Bedienpanel eingeschaltet werden.

Wer das Smartphone laden möchte, sollte nicht vergessen einen passenden Adapter im Reisegepäck zu haben. Denn anstelle von USB-Buchsen setzt Westfalia auf Bordspannungssteckdosen, wie man sie von Zigarettenanzündern kennt.

Trotz kleinerer Einschränkungen: Der Amundsen 600 E zeigt sich als souveräner Begleiter auf kleinen und großen Entdeckungstouren. Denn obwohl er preislich noch in der Einsteiger-Liga spielt, bietet er dennoch die gewohnt hohe Westfalia-Qualität.

Westfalia Amundsen 600 (2021)

Gurte/Schlafplätze: 4/2–3
Zul. Gesamtgewicht: ab 3300 kg
Länge/Breite/Höhe: 5,99/2,05/2,60 m
Grundpreis ab: 41.890 Euro
Testwagenpreis: 56.928 Euro
Baureihe: Neben dem Einzelbetten-Grundriss 600 E sind auch Doppelbett-Varianten in den Längen 5,99 und 5,41 Metern erhältlich.

Das fiel uns auf

 Fein integrierte LED-Lichtleisten unterhalb der Hängeschränke sorgen für gemütliche Stimmung.
 Zusätzlichen Stauraum gibt es in der Trittstufe zum Bett und in einem Podestfach unter der Dinette.
 Auf Kaltschaummatratzen und vollflächig unterlegten Tellerfedern liegt es sich sehr komfortabel.
 Allerdings ist das Bett auf der Fahrerseite mit 1,70 Meter Länge nichts für Großgewachsene.
  Nicht schön anzuschauen, dafür gut zugänglich: Der offene Gaskasten sitzt neben dem Küchenblock.
 Der Lichtschalter für das Bad ist ungeschickt positioniert. Statt USB- gibt es Bordnetzanschlüsse.

Testwertung

maximal 5 Punkte möglich

Wohnen: 3,1 von 5 Punkten
Beladen: 3,9 von 5 Punkten
Technik: 2,9 von 5 Punkten
Fahren: 3,2 von 5 Punkten
Preis & Service: 3,5 von 5 Punkten

Fazit

Westfalias Einsteigermodell überzeugt mit einem hochwertigen Ausbau. Das Dekor ist stimmig, die Verarbeitung der Schrank- und Sitzmöbel ordentlich, nichts klemmt, nichts hakt. Kleine Abstriche müssen lediglich hinsichtlich der Bettlänge und der etwas engen Sitzgruppe gemacht werden. Wer sich daran nicht stört, bekommt mit dem Amundsen 600 E ein Entdeckermobil zu einem vernünftigen Preis.

Westfalia
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