Camper-Selbstausbau
Selbstausbau
Einbau von Küche und Bad Fabian Dresler
Einbau von Küche und Bad
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Einbau von Küche und Bad 14 Bilder

Campingbus-Selbstausbau - Teil 4: Küche und Bad

Do-It-Yourself-Camper - Teil 4 Küche und Bad im Campingbus selbst einbauen

Vom Rohbau zur fertigen Küche im selbst ausgebauten Camper scheint der Weg weit. Doch weil alle Vorarbeiten penibel erledigt wurden, ist der Einbau von Küchenzeile und Bad simpel.

Nachdem der Rohbau für unseren Campingbus steht und wir alle wichtigen Leitungen verlegt haben, folgt nun der Einbau von Küche und Bad. Diese beiden "Räume" unterscheiden sich vom Rest des Selbstausbaus dadurch, dass technische Elemente in den Möbelbau integriert sind und wir sie korrekt anschließen müssen, bevor wir alles mit Holzplatten verkleiden.

Einbau von Küche und Bad
Fabian Dresler
Um die nötigen Dimensionen zu ermitteln, setzen wir zunächst die Holzgerüste für Bad und Küche probeweise ein. Dann geht's los...

Die Küche im DIY-Campervan

In der Küche geht’s da ganz konkret um Spülbecken, Kochgelegenheit – in unserem Fall ein Zweiflammen-Gaskochfeld – und die Kühlbox. Wir benötigen also Wasser, Strom und auch Gas. Mit Wasser- und Stromleitungen haben wir uns im dritten Teil der Serie befasst. An die Gasanlage lassen wir aber aus Sicherheitsgründen nur einen Profi und können bzw. wollen deshalb keine Anleitung zur Selbstinstallation geben.

Für die Küchenzeile verbauen wir zuerst das Kombi-Element aus Spüle und Kochfeldern. Verschiedene Varianten solcher Kochmulden finden sich im Zubehörhandel. Das von uns gewählte Teil ist schlank und besitzt eine klappbare Abdeckplatte aus Glas (wie im Wohnmobil üblich). Den passenden Wasserhahn – ebenfalls klappbar – müssen wir zusätzlich ordern.

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Küchenelemente wie dieses gibt es im Campingfachhandel in verschiedenen Größen.

Nachdem dieser wie auch der Abfluss des Spülbeckens am Küchenelement angeschraubt ist, setzen wir das gesamte Element in die Arbeitsplatte ein. Letztere ist ein einfaches Holzbrett (90 x 50 Zentimeter) mit grauem Furnier aus dem Baumarkt. Mit der Stichsäge formen wir ein passgenaues Loch für die Spüle-Kochfeld-Kombination und schrauben das komplette Teil auf das schon errichtete Holzlattengerüst für die Küchenzeile. Anschließend muss das gesamte Teil noch an den Rändern mit Silikon verklebt werden – fertig.

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Die zuvor verlegten Leitungen müssen wir nur noch anschließen.

Frisch- und Abwasserschläuche schließen wir selbst an – einfach aufstecken und mit Schlauchschellen fixieren. Die Kochfelder werden später vom Profi an die Gasanlage angeschlossen.

Die Wahl des Kühlschranks

Fehlt noch der Kühlschrank und unsere vollwertige Küchenzeile ist komplett. Auch hier stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl: ein Absorberkühlschrank (der auch mit Gas betrieben werden kann) oder ein Kompressorkühlschrank, der Speisen und Getränke ausschließlich strombetrieben (12 Volt oder 230 Volt) kühlt.

Kühlschrank von innen
Tipps & Tricks

Wir entscheiden uns für die kostengünstige Kompressorvariante in Form einer kompakten, rollbaren Kühlbox. Sie passt exakt unter der Arbeitsplatte in die Küchenzeile und wird dort an das schon verlegte 12-Volt-Kabel angeschlossen. Während der Fahrt sichern wir die Box später mit einer kleinen Kette am Möbel.

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Eine rollbare Kühlbox passt gut unter die Arbeitsfläche. Eine Kette fixiert sie während der Fahrt.

Das Bad im Bus: Puzzeln und Anpassen

Einmal umdrehen, jetzt ist das Bad dran. Wir möchten neben einem Waschbecken auch eine vollwertige Duschmöglichkeit plus Toilette auf kleinstem Raum unterbringen. Unser Plan dafür sieht wie folgt aus: Das Waschbecken wird platzsparend an der Wand zur Heckgarage angebracht und davor eine Duschwanne eingebaut, in der wir auch gleichzeitig die Toilette platzieren.

All diese Komponenten finden sich mit passenden Abmessungen bei (Online-) Händlern, sie werden innerhalb einer Woche geliefert. Wenn wir vorher korrekt gemessen haben, müssten wir das Puzzle nur zusammensetzen können. Kleinere Anpassungen muss man aber immer einplanen – in unserem Kunststoffwaschbecken fehlt zum Beispiel noch der Ausschnitt für den Wasserhahn

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Im Rohbau gut erkennbar: Das Waschbecken grenzt an die Heckgarage.

Die Duschwanne verkleben wir, wie auch das Waschbecken, mit dem Holzgerüst. Anschließend bohren wir das Loch für den Ablauf der Dusche direkt durch Wanne und Fahrzeugboden und bringen den Abflussschlauch – der an den Abwassertank angeschlossen wird (siehe Teil 3) – an. Alle so durch den Boden führenden Anschlüsse müssen übrigens mit speziellem Silikon von innen und außen abgedichtet werden. Sonst könnte Feuchtigkeit eintreten und Schimmel- oder Rostbildung verursachen.

Auf der Duschwanne verschrauben wir ein selbstgebautes Holzgerüst, das unser Porta Potti – die klassische portable Campingtoilette – sicher fixiert. Die Schraubpunkte werden wiederum mit Silikon abgedichtet und das Holz selbst mit Bootslack versiegelt.

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Das Porta Potti steht sicher in einer mit der Duschwanne verschraubten Halterung.

Die Duschbrause bekommt bei uns übrigens keine eigene, durch die Wand führende Wasserleitung. Ihr Schlauch wird später mit einem (natürlich im Campingzubehör erhältlichen) Adapterstück bei Bedarf direkt an den Wasserhahn angesteckt. Wir hängen die Brause also ohne Anschluss an die Wandplatte aus Pappelsperrholz.

Damit sind wir im Grunde schon beim nächsten Kapitel, dem Möbelbau, angekommen. Bevor wir es in einem weiteren Teil unserer Selbstausbau-Serie genauer behandeln, schrauben wir die Wand- und Deckenplatten des Bads im Rohbau fest und versiegeln sie mit dem schützenden Bootslack. Anschließend müssen alle Ecken und Kanten mit flexiblem Silikon abgedichtet werden, damit später kein Wasser in die Hohlräume unseres Ausbaus eindringen kann.

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Am Ende ist ein vollwertiges Bad auf engstem Raum untergebracht. Bootslack und Silikon versiegeln Holzflächen und Hohlräume.

Diese Abdichtungs-Arbeit ist für Nicht-Profis der "Endgegner" beim Bad-Bau und fordert viel Geduld. Wir schließen sie optisch nicht perfekt ab. Es hätte sich im Nachhinein betrachtet durchaus gelohnt, das Fugenziehen vorher zu üben. Trotzdem ist alles dicht, also auf zum nächsten Kapitel.

DIY-Camper: Alle Kapitel der Selbstausbau-Serie

Do-it-Yourself-Camper: Alle Kapitel
Teil 1: Welcher Van eignet sich?
Teil 2: Grundgerüst und Rohbau
Teil 3: Strom und Wasser
Teil 4: Küche und Bad
Teil 5: Möbelbau und Heizung
Teil 6 letzter Teil: Wohnmobilzulassung und Feinschliff

Kurze Notiz zur Gasanlage

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Das Gaskochfeld wird im Campingbus von einer Gasflasche mit Druckminderer versorgt.

An manche Arbeiten sollte man sich nicht selbst heranwagen. Dazu gehört auch die Installation der Gasanlage, denn der kleinste Fehler kann hier richtig gefährlich werden. Ungewollt austretendes Gas bedeutet nämlich Erstickungs- und Explosionsgefahr. Außerdem muss jede Gasanlage in einem Campingbus von einem Fachbetrieb geprüft und abgenommen werden, und diese Abnahme kann der Prüfer bei selbst eingebauten Anlagen verweigern. Wir lassen im Anschluss an den Einbau von Küche und Bad deshalb die Installation der Gasanlage von einem Profi vornehmen, der alle Vorschriften zur Gestaltung des Gaskastens und Verlegung von Leitungen genau kennt und auch gleich die Gasprüfung durchführt. Sicher ist sicher.

Arbeitszeit, Werkzeug und Kosten

Arbeitszeit

  • Planung: 4 Stunden
  • Küche: 10 Stunden
  • Bad: 20 Stunden

Neues Werkzeug

  • Lochsäge
  • Kartuschenpresse

Bisherige Kosten

  • Basisfahrzeug und Ausbau bis jetzt: 11.725 Euro

Neue Kosten

Kombi-Kochmulde: 310 Euro
Kühlbox: 90 Euro
Bootslack: 50 Euro
Duschwanne: 70 Euro
Duschbrause: 35 Euro
Porta Potti: 70 Euro
Waschbecken: 45 Euro
Wasserhähne: 40 Euro
Holzplatten: 150 Euro
Leisten: 30 Euro
Silikon und Kleber: 150 Euro
Bad-Halterungen: 30 Euro
Kleinteile (Schrauben, Winkel etc.): 500 Euro
Gasanlage: 1.000 Euro

  • Zwischensumme gesamt: 14.250 Euro
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